Ständig neue Bezugspersonen in der Kita: Wie schlimm ist das für Kinder?

Ist die Lieblingserzieherin da und empfängt das Kind morgens mit offenen Armen, fällt der Abschied von Mama und Papa gleich viel leichter. Doch das heißt auch: Wenn die vertraute Bezugsperson plötzlich nicht mehr da ist, können schon mal Tränen fließen – und leider ist ein ständiger Personalwechsel in vielen Einrichtungen ganz normaler Alltag.

Gründe dafür gibt es viele: Kündigungen, Krankheit, Mutterschutz, der Wechsel in eine andere Kita wegen eines Umzugs… So nachvollziehbar die Anlässe für den Wechsel der Betreuungspersonen auch sind, für die Kinder ist es jedes Mal eine große Umstellung.

Viele Eltern sind deswegen besorgt und fragen sich, welche Auswirkungen es hat, wenn Kinder sich ständig an neue Erzieher*innen gewöhnen müssen.

Laut einer umfangreichen Studie der Bertelsmann-Stiftung liegt der ideale Betreuungsschlüssel (Verhältnis von Betreuungspersonen zu Kindern) in einer Kinderkrippe mit Kindern unter 3 Jahren bei 1 : 3. Laut Angaben des Statistischen Bundesamts hat sich der Betreuungsschlüssel in den letzten Jahren schon stark verbessert, allerdings ist er an vielen Kitas immer noch weit von dem Ideal entfernt.

Ein schlechter Betreuungsschlüssel führt wiederum zu stressigen Arbeitsbedingungen und einer hohen Belastung für die Angestellten. Die Folge: Wieder Personalwechsel. Ein Teufelskreis.

Doch welche Folgen hat eine hohe Fluktuation in der Kita für mein Kind?

Dass ein ständiger Personalwechsel für Kinder anstrengend ist, ist klar. Schließlich brauchen sie für ihre Entwicklung ein stabiles Umfeld. Viele Eltern machen sich deswegen große Sorgen, welche Auswirkungen es auf ihr Kind haben könnte, wenn es sich ständig von seiner Lieblingserzieherin verabschieden muss. Die gute Nachricht: Eine Studie des UNC Frank Porter Graham Child Development Institute kommt zu dem Ergebnis, dass die meisten Kinder einen Wechsel der Bezugspersonen in der Kita gut überstehen.

Die Wissenschaftler*innen fanden keine Hinweise darauf, dass Säuglinge und Kleinkinder, die Änderungen innerhalb des Personals erlebten, später Schwierigkeiten mit der sozialen Anpassung hatten. „Dies könnte eine gute Nachricht für Eltern sein, die sich über eine hohe Fluktuation der Erzieherinnen und anderen Fachkräften Sorgen machen”, sagte Dr. Mary Bratsch-Hines, eine der leitenden Expertinnen.

Wechsel der Einrichtung schlimmer für Kinder als Personalwechsel

Was hingegen die Entwicklung von Kindern negativ beeinflussen kann, ist ein häufiger Wechsel der Einrichtung. „Dies kann daran liegen, dass Kinder sich beim Wechsel in eine andere Betreuungsstelle an eine neue Umgebung gewöhnen müssen, wie eine andere Einrichtung, anderes Spielzeug, andere Spiele sowie neue Routinen – zusätzlich zur Konfrontation mit anderen Gleichaltrigen und anderen Bezugspersonen.

Doch auch dabei seien die Folgen für die soziale Anpassungsfähigkeit der Kinder zwar nachweisbar, insgesamt aber eher als gering zu betrachten.
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Heißt das, dass ein ständiger Wechsel der Kita-Bezugspersonen Kindern überhaupt nichts ausmacht?

Ganz so einfach ist es dann doch nicht. Denn auch wenn (nach bisherigem Wissenstand) langfristige Schäden selten sind, ist das ständige Abschiednehmen trotzdem belastend. Schließlich dauert es danach Monate, bis wieder eine sichere Bindung zu den neuen Erzieher*innen entstehen kann.

Deswegen ist es wichtig, dass Eltern den Wechsel der Bezugsperson so gut wie möglich begleiten und ihr Kind bei dieser Veränderung liebevoll unterstützen.

Was Eltern tun können, um ihrem Kind in so einer Situation zu helfen

Ausschlaggebend ist, dass Eltern Verständnis für die Gefühle ihres Kindes zeigen. Außerdem hilft es, wenn Mama und Papa freundlich und offen mit der neuen Bezugsperson umgehen und ihrem Kind damit vormachen, dass es der fremden Person vertrauen kann.

Im optimal Fall gibt es einen sanften Übergang und die Kinder können den neuen Menschen in der Kita schon vorher kennenlernen. Außerdem sollte es eine ausgiebige Verabschiedung der bisherigen Bezugsperson geben. Das hilft den Kleinen, mit der Situation umzugehen, da sie so vorhersehbarer wird. Ab einem Alter von drei Jahren ist es für Kinder zunehmend einfacher, die Situation zu deuten und zu verarbeiten.

Schreibe uns in den Kommentaren gerne, wie du das in eurer Kita erlebst: Gibt es bei euch auch einen ständigen Personalwechsel? Wir freuen uns über den Austausch!

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Lena Krause

Ich lebe mit meinem kleinen Hund Lasse in Hamburg. Am liebsten erkunde ich mit ihm die vielen grünen Ecken der Stadt.

Auch wenn ich selbst noch keine Mama bin, gehören Babys und Kinder zu meinem Leben dazu. Meine Freundinnen machen mir nämlich fleißig vor, wie das mit dem Mamasein funktioniert und ich komme als „Tante Lena“ zum Einsatz.

Schon als Kind habe ich das Schreiben geliebt – und bei Echte Mamas darf ich mich dabei auch noch mit so einem schönen Thema befassen. Das passt einfach!

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