Gelbkörperschwäche: Grund für unerfüllten Kinderwunsch?

Wenn man versucht schwanger zu werden und es nach etliche Versuchen immer noch nicht klappt, dann ist das nicht nur frustrierend, sondern nagt auch am eigenen Selbstvertrauen. Das muss aber nicht bedeuten, dass du generell nicht schwanger werden kannst! Eine häufige Ursache für einen unerfüllten Kinderwunsch ist die so genannte Gelbkörperschwäche. Dein Körper produziert zu wenige Progesterone, diese sind aber essenziell, wenn man schwanger werden möchte. Sie sind unter anderem für die Einnistung der Eizelle zuständig.

Es gibt aber eine gute Nachricht – man kann etwas dagegen tun!

Was genau ist eine Gelbkörperschwäche?

Der medizinische Begriff für die Gelbkörperschwäche ist Lutealinsuffizienz und beschreibt eine Funktionsstörung der Gelbkörper in den Eierstöcken. Daher liegt ihr oft eine Störung der Eierstockfunktion zugrunde. Sie gehört zu den häufigsten Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch.

In einem normal ablaufenden Zyklus bildet sich in einem der zwei Eierstöcke nach dem Eisprung ein Gelbkörper, der dann das Gelbkörperhormon Progesteron produziert. Es ist für die Durchblutung und den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut essenziell und gehört mit Estradiol zu den wichtigsten Sexualhormonen der Frau. Leidest du unter einer Gelbkörperschwäche, fehlt der Gebärmutter nun die Möglichkeit, sich auf eine Einnistung der befruchteten Eizelle vorzubereiten. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass eine Schwangerschaft entweder gar nicht zustande kommt oder durch eine frühe Fehlgeburt abgebrochen wird.  Die Gelbkörperschwäche zählt also als eigenständige hormonelle Erkrankung.

Aber woher kommt eine Gelbkörperschwäche?

Es gibt verschiedene Gründe für eine Gelbkörperschwäche. Meistens aber liegt der Lutealinsuffizienz das PCO-Syndrom zugrunde. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung, die zu einer unzureichenden Follikelreifung im Eierstock führt. Des Weiteren kann zum Beispiel das Absetzen der Pille zu einem Wirrwarr im Hormonhaushalt führen und zu einer geringeren Produktion an Progesteron führen. Das pendelt sich aber häufig nach ein paar Monaten wieder ein. Wenn es nicht daher kommt, dann wird die Gelbkörperschwäche eventuell durch Infekte der Eierstöcke, Störungen der Nebenniere, Schilddrüse, des Darms oder der Bauchspeicheldrüse ausgelöst. Manchmal ist sie aber auch einfach eine Folge der Wechseljahre, da es hier häufig zu einem Progestronmangel kommt.

Zum Hintergrund – Progesteron (Gelbkörperhormon): Was ist das überhaupt?

Das Sexualhormon Progesteron (=Gelbkörperhormon) ist das wichtigste weibliche Sexualhormon und hilft einfach gesagt dabei, dass wir uns fortpflanzen können. Zusammen mit anderen weiblichen Geschlechtshormonen, vorrangig dem Östrogen, bereitet Progesteron deinen Körper darauf vor, schwanger zu werden, indem es vor allem dafür sorgt, dass die Gebärmutterschleimhaut aufgebaut wird. Dort nistet sich dann die befruchtete Eizelle ein. Progesteron wird während der Schwangerschaft auch zum Teil im Mutterkuchen und in der Nebennierenrinde gebildet und ist für den Erhalt der Schwangerschaft mitverantwortlich. Es sorgt zusätzlich für die Nährstoffversorgung der Gebärmutterschleimhaut und für das Wachstum des Babys.

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Und Progesteron (=Gelbkörperhormon) hat noch mehr Funktionen:

  • Es stimuliert den Stoffwechsel und sorgt dadurch für mehr Energie
  • Es entspannt dich und fördert so einen besseren Schlaf
  • Es fördert den Knochenaufbau
  • Es sorgt für tolle Haare und Haut – welche Frau mag das nicht?
  • Es hilft deinem Körper dabei, Milch zu bilden, indem es die Verdichtung der Brustdrüsen fördert
  • Zusätzlich wird Progesteron in Studien nachgesagt, dass es die Beweglichkeit der Spermien unterstützt, was wiederum sehr hilfreich sein kann, wenn du schwanger werden möchtest

Und wieso nun die Bezeichnung Gelbkörper?

In der zweiten Zyklushälfte nach dem Eisprung, wird das drüsenähnliche Gewebe aus der zurückgebliebenen Eibläschenhülle (des Follikels) gebildet. Und tatsächlich hat der Name einfach nur etwas mit dem Aussehen des Gewebes zu tun. Es ist nämlich gelb!

So erkennst du die Gelbkörperschwäche und das sind ihre Symptome:

Zuerst einmal, man kann nicht mit Sicherheit sagen, so und so läuft die Symptomatik ab. Welche Symptome du hast, hängt ganz von deinem Körper ab, und kann sich zu jeder anderen Frau unterscheiden! Diese Symptome könnten aber ein Indikator sein:

1. Eine verkürzte zweite Zyklushälfte!

Läuft dein Zyklus unregelmäßig ab und zeichnet sich besonders durch eine verkürzte zweite Zyklushälfte aus, dann hast du unter Umständen einen Progesteronmangel.

2. Schmierblutungen in der zweiten Hälfte des Zyklus

3. Schmerzende und spannende Brüste

4. Fehlgeburten besonders in den ersten paar Tagen nach der Befruchtung

5. Zysten, Geschwulste oder Myome in der Gebärmutter

6. Langsamer Anstieg der Basaltemperatur

7. Starke PMS-Symptome wie Muskel- und Gelenkschmerzen und Schlafstörungen oder Rastlosigkeit und Blasenschwäche

8. Zusätzlich können Reizbarkeit, Kopfschmerzen, Haarausfall, starke Wassereinlagerungen oder sogar Depressionen auftreten

Treffen einige oder mehrere diese Symptome auf dich zu, dann solltest du einen Arzt aufsuchen und dich untersuchen lassen. Er wird anhand eines Speichel- oder Bluttests in der zweiten Zyklushälfte feststellen, ob du unter einem Progesteronmangel leidest, und weitere Vorgehensweisen mit dir klären. Manchmal treten die Symptome jahrelang nur ganz schwach ausgeprägt auf und werden daher erst gar nicht überprüft. Oft befasst man sich mit der Problematik erst dann, wenn der Kinderwunsch unerfüllt bleibt.

Das kannst du tun – schwanger werden trotz Gelbkörperschwäche

Wird bei dir eine Gelbkörperschwäche festgestellt, dann bist du nicht dazu verdammt, kinderlos zu bleiben. Inzwischen kann man durch die Gabe von Hormonen die Funktionsstörung gut behandeln. Dein Arzt wird dir Präparate verschreiben, die den Hormonhaushalt ausgleichen. Zum Beispiel Clomifen (ein niedrig dosiertes Östrogen) oder Utrogest – beide sorgen in der zweiten Zyklushälfte für eine normale Ausreifung des Follikels. Manchmal werden aber auch Progesteroncremes eingesetzt, um verschiedene Hormone miteinander zu kombinieren.

Gibt es Nebenwirkungen der Gelbkörper-Therapie?

Progesteronpräperate sind immer verschreibungspflichtig und können in Form von Cremes, Tabletten oder Pflastern angewendet werden. Tabletten sorgen allerdings oft für Übelkeit und werden deshalb weniger empfohlen. Aber auch die äußere Anwendung kann zu Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Schmierblutungen oder Kopfschmerzen führen. Außerdem wird in deinen natürlichen Zyklus eingegriffen, das heißt,  dein Zyklus kann sich verschieben und plötzlich ganz andere Zeiten haben – was natürlich das Ziel ist, um endlich schwanger zu werden. Bitte beachte zusätzlich, dass die Verabreichung von Progesteron nicht ausreichend erforscht ist. Viele Frauen versuchen deswegen, vor einer Hormontherapie und synthetischen Präparaten lieber auf Heilpflanzen zurückzugreifen.

So haben sich Yamswurzeln, Mönchspfeffer, Tees oder ätherische Öle als hilfreich erwiesen. Mönchspfeffer wurde bereits in der Antike verwendet und soll den weiblichen Hormonhaushalt harmonisieren und die Fruchtbarkeit erhöhen, indem die eigene Progesteronbildung angeregt wird. Jedoch gibt es hierzu bisher nicht ausreichend Studien, die das belegen.

Egal welche Therapieform du wählst, eine Gelbkörperschwäche kann man gut behandeln.

Lass dich von deinem Arzt beraten und höre vor allem auf die Reaktion deines Körpers. Wir wünschen dir viel Erfolg beim Kinderwunsch!

Antonia

Gebürtige Hamburgerin aus einer niederländischen Großfamilie, in der es von Kindern nur so wuselt. Seit ich denken kann, habe ich auf Babys aufgepasst und daher einiges über sie und über das Leben mit ihnen lernen können. Seit Sommer 2019 arbeite ich als Freelancer bei „Echte Mamas“ und bin stolz, ein Teil des Unternehmens sein zu dürfen!

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