Erdbeeren fürs Baby: gesund oder gefährlich?

So süß und so gut fürs Immunsystem: Erdbeeren! Babys mögen sie unglaublich gern, jedenfalls die meisten. Trotzdem kursiert das Gerücht, sie seien gefährlich. Zur Beruhigung: Das stimmt nicht! Woher die Annahme kommt, ab wann du deinem Baby Erdbeeren geben darfst, wie viele gesund sind, wie du sie deinem Baby am besten gibst, einfache Rezepte und auf was du sonst noch achten solltest, erfährst du bei uns!

1. Das Wichtigste auf einen Blick

  • Erdbeeren sind lecker und gesund – und somit auch für Babys geeignet.
  • Ab wann? Du kannst deinem Kind die Erdbeeren anbieten, sobald es Beikost bekommt.
  • Sie sind reich an Vitamin C und Folsäure und stärken das Immunsystem
  • Du solltest deinem Baby zunächst maximal 2 Portionen pro Tag reichen.
  • Anfangs große Erdbeeren nutzen oder längs halbieren. An kleinen, runden Lebensmitteln können sich die kleinen Kinder verschlucken.
  • Falls deine Maus einen roten Po oder kleine Pickelchen bekommt, legt einfach eine Erdbeerpause ein.

2. Ab wann dürfen Babys Erdbeeren essen?

Sobald du mit der Beikost startest, kannst du deinem Baby auch Erdbeeren anbieten. Empfohlen wird das etwa um den 6. Monat herum.

Also ganz egal, ob dein Baby 7, 8, 9, 10 Monate alt ist – oder älter. Das Früchtchen darf auf jeden Fall auf dem Kinderteller landen! Die meisten Babys lieben nämlich die süße, rote Frucht.

Du kannst deinem Baby die Erdbeeren entweder als Brei oder als Fingerfood anbieten. Aber Achtung: Im Ganzen besteht die Gefahr, dass dein Beikostanfänger sich an der kleinen, runden Erdbeere verschluckt oder im schlimmsten Fall daran erstickt.

Deshalb wählst du am besten eine sehr große, weiche Frucht, schneidest sie in Scheiben oder zerdrückst sie, bis dein Schatz geübter ist.

Sollte dein Baby unter Ekzemen leiden oder auf ein bestimmtes Nahrungsmittel allergisch reagiert haben, sprich unbedingt mit deinem Kinderarzt, bevor du deinem Schatz Erdbeeren gibst.

3. Warum Erdbeeren fürs Baby so gesund sind

Mit ihrer schönen Farbe, dem süßen Geschmack und einem sehr hohen Nährstoffgehalt sind Erdbeeren eine Lieblingsfrucht für viele. Vermutlich wird auch dein Baby sie lieben.

Beeren, einschließlich Erdbeeren, sind eine großartige Quelle von Vitaminen und Mineralien. Erdbeeren bieten eine der höchsten Konzentrationen an Vitamin C, das das Immunsystem unterstützt und die Eisenaufnahme fördert.

Sie sind außerdem voll mit Antioxidantien, die die Zellen deines Babys gesund halten. Dazu kommt, dass Erdbeeren von Natur aus Folsäure enthalten, die unser Körper braucht, sie aber nicht selbstständig bilden kann.

Am besten greifst du zu Bio-Erdbeeren, so verringerst du das Risiko der Belastung durch Pestizide.

Die Nährwerte der Erdbeere

Nährwerte pro 100 g Erdbeere
Brennwert: 134 kJ / 32 kcal
Kohlenhydrate: 5,5 g
Davon Fruchtzucker: 2,3 g
Eiweiß: 0,8 g
Fett: 0,4 g
Ballaststoffe: 2 g

4. Wie viele Erdbeeren darf mein Baby essen?

Wie bei allem gilt auch bei Erdbeeren: Übertreib es nicht damit. Auch wenn die Früchte lecker sind, und die meisten Babys sie lieben, solltest du deinem Schatz nicht zu viel davon geben.

Erdbeeren enthalten viel Fructose, deswegen sollte dein Baby am Anfang nur zwei Portionen Früchte am Tag bekommen.

Wenn dein Kind mehr als zwei Portionen isst, kann es Blähungen oder andere Darmbeschwerden bekommen. Erdbeeren sind reich an Fruktose, die für viele Menschen schwer verdaulich ist.

Bei vielen wird dieser Zucker nicht vollständig abgebaut, wenn er den Dünndarm erreicht. Dies kann zu Blähungen und Völlegefühl führen. Besonders, wenn das kleine Verdauungssystem noch dabei ist, sich an feste Kost zu gewöhnen.

Die kleinen Mengen helfen außerdem dabei, die Reaktion deines Babys zu beobachten. Das wird von Experten zum Beikoststart jedenfalls empfohlen. Indem du zunächst ausschließlich eine Erdbeere reichst, also ein neues Lebensmittel einführst, kannst du überprüfen, ob dein Mäuschen die für sein Bäuchlein neue Nahrung gut verträgt.

5. Wie kann ich meinem Baby die Erdbeeren geben? Darauf solltest du achten:

Zunächst einmal ist wichtig, das die Erdbeeren für dein Baby richtig reif sind. Um das zu testen, kannst du einfach etwas Druck auf die Erdbeere ausüben. Wenn sie nachgibt, ist sie reif. An unreifen und harten Früchten könnte dein Baby im schlimmsten Fall ersticken.

Bevor du deinem Baby Erdbeeren gibst, solltest du sie immer unter fließendem Wasser gründlich waschen. Damit reinigst du sie von Erde und möglichen Pestiziden. Greife grundsätzlich immer zu Bio-Erdbeeren, denn Bio-Früchte sind weniger mit Pestiziden belastet.

Baby-led Weaning: Erdbeeren als Fingerfood

Du kannst deinem Baby Erdbeeren sowohl als Püree bzw. Brei als auch in Form von Fingerfood (Baby led Weaning) anbieten.

Beim Fingerfood solltest du darauf achten, dass du die Erdbeere dem Alter deines Kindes entsprechend zuschneidest:

  1. Achte darauf, deinem Kind anfangs keine kleinen, runden Lebensmittel anzubieten.
  2. Wenn ihr noch am Anfang der Beikost steht und dein Kleines noch nicht viele Zähne hat bzw. das Zerkleinern noch üben muss, hilft es, die Erdbeere längs zu halbieren oder die Frucht zu zerdrücken. So kann es sich nicht verschlucken!
  3. Wenn dein Baby seinen Zangengriff noch nicht entwickelt hat, kannst du ihm auch ruhig eine große (!),ganze Erdbeere geben, die es mit der Handfläche aufheben kann, um an ihr zu nagen. Wähle dafür eine wirklich große Erdbeere. Dein Baby wird an der Beere lutschen und kauen.
  4. Nimm ihm die Beere ab, sobald sie so klein ist, dass sie komplett in Babys Mund passt – und zerkleinere sie.
  5. Wenn dein Baby seinen Zangengriff schon entwickelt hat, kannst du diese leckeren Beeren wie jedes andere Fingerfood behandeln: Achte darauf, dass sie weich genug sind und schneide sie in kleinere Stücke.

6. Unverträglichkeiten und Allergien bei Erdbeeren: Dein Baby bekommt Ausschlag, Blähungen oder einen wunden Po?

Meine Tochter hat Erdbeeren geliebt und ordentlich gefuttert. Das böse Erwachen kam mit der nächsten vollen Windel – ihr Po war komplett rot.

Das ist leider keine Seltenheit. Erdbeeren enthalten nämlich relativ viel Fruchtsäure. Und die kann dazu führen, dass der Po wund wird, oder dein Schatz im Gesicht kleine Pickel um den Mund herum bekommt.

Am besten verzichtet ihr in dem Fall ein paar Tage auf Erdbeeren und versucht es danach erst einmal mit einer kleineren Portion. Und den wunden Po kannst du mit Wundcreme oder Heilwolle versorgen. Der Babybauch muss sich oft erstmal an neue Kost gewöhnen.

Auch wenn Kinder bei den ersten Häppchen etwas Bauchweh bekommen oder sich der Stuhlgang leicht verändert, ist das erst einmal kein Grund zur Sorge: Die Mäuse sind ihre Milch gewohnt, das Verdauungssystem braucht Zeit, um sich auf die neue, feste Kost einzustellen.

Wann zum Arzt?

Wenn dein Baby allerdings einen

  • größeren Ausschlag oder
  • gerötete Schleimhäute bekommt,
  • unter starken Blähungen,
  • Durchfall oder
  • Bauchweh leidet,

sprich am besten mit deinem Kindearzt – besonders, wenn dein Kleinkind bereits an Unverträglichkeiten oder Allergien leidet.

Eine isolierte Allergie auf Erdbeeren ist äußerst selten. Jedoch kann es zu Kreuzreaktionen bei Pollenallergikern kommen.

Bei akuter Atemnot bitte den Notruf anrufen.

7. Erdbeeren kochen für dein Baby: Einfache Rezepte

Wenn du deinem Baby die Erdbeeren als Brei geben möchtest, probiere es doch einmal mit diesen einfachen Rezepten:

Erdbeeren Baby Brei: Simples Püree

Für dieses leckere Rezept brauchst du nur reife Erdbeeren und einen Topf – sonst nichts.

Das benötigst du:

  • 3 bis große, reife Erdbeeren
  • Kochtopf mit Dämpfeinsatz
  • Mixer

Und so geht’s:

  1. Wasche die Erdbeeren gründlich unter fließendem Wasser.
  2. Schneide die Enden ab und die Erdbeeren in Stücke.
  3. Dämpfe sie für ein paar Minuten, bis sie weich sind. Beim Dämpfen bleiben die meisten Vitamine erhalten.
  4. Du kannst deinem Baby auch rohes Erdbeer-Püree geben, allerdings sind gekochte Erdbeeren bekömmlicher.
  5. Püriere die Erdbeerstück, bis die Masse glatt ist.

Da Erdbeeren einen hohen Wassergehalt haben, solltest du kein zusätzliches Wasser benötigen, um die gewünschte Konsistenz zu erreichen.

Apfel-Erdbeer-Püree für dein Baby

Für etwas mehr Abwechslung beim Obstbrei kannst du es mit diesem Rezept versuchen:

Das brauchst du:

  • 2 Äpfel
  • 4 Erdbeeren
  • Kochtopf mit Dämpfeinsatz
  • Mixer

Und so geht’s:

  1. Wasche die Äpfel und Erdbeeren gründlich und schneide sie in kleine Stücke. Dämpfe sie ca. 10 Minuten.
  2. Püriere das Ganze, bis die Masse glatt ist.
  3. Da Erdbeeren einen hohen Wassergehalt haben, solltest du kein zusätzliches Wasser benötigen, um die gewünschte Konsistenz zu erreichen.

Erdbeer Grießbrei

Du kannst die Fruchtpürees von oben sehr gut mit Haferbrei oder Grießbrei vermischen – so nehmen Kinder eine ausgewogene Mahlzeit zu sich, und nicht nur ausschließlich Früchte.

Du benötigst:

  • 200 ml Wasser (oder 100 ml Wasser, 100 ml Kuhmilch bzw. PRE-Nahrung)
  • ca. 2 EL Grieß (am besten Vollkorn, gibt´s auch in der Babyvariante z. B. von DM)
  • ca. 2 EL Frucht-Püree (siehe oben)

So geht´s:

  1. Bereite den Grieß nach Packungsanleitung zu. Du kannst auch PRE-Milch verwenden oder Kuhmilch. Wenn dein Baby zum ersten Mal Kuhmilch bekommt, mische diese noch zu gleichen Teilen mit Wasser.
  2. Rühre den Fruchtbrei unter.
  3. Fertig!

Es kann sein, dass diese Portion noch viel zu groß ist für deinen kleinen Beikost-Beginner. Reduziere beim nächsten Mal einfach die Menge.

Übrigens: Mein Baby mochte nie Milchbrei. Andere löffeln den Getreidebrei ausschließlich mit Milch, und wieder andere verweigern Breikost vollkommen. Alles ist ok! Lass dich nicht verunsichern und probiere aus, was für dich und dein Mäuschen passt.

Kann ich gefrorene Erdbeeren verwenden?

Na klar! Durch das so genannte Schockfrosten bleiben sogar besonders viele Nährstoffe enthalten. Allerdings solltest du bedenken, dass du einmal aufgetaute Früchte besser nicht noch einmal einfrierst – der Vitaminverlust ist zu hoch.

Erdbeeren dünsten: Baby bekommt Extra-Portion Nährstoffe

Leider bleibt beim Kochen nicht mehr viel übrig vom Powerfood. Deshalb empfehlen wir bei den oberen Rezepten das Dampfgaren.

Solltest du (noch) keinen Aufsatz Zuhause haben, kannst du die Beeren auch dünsten. Dafür nur so viel Wasser in den Topf füllen, dass die Früchte zur Hälfte bedeckt sind, Deckel drauf und bei ganz kleiner Hitze langsam garen.

Tipp aus unserer Community

Mama Sina nutzt den Dampfgarer von Philips Avent (Affliate Link): „Mit dem Gerät haben wir Gemüse und Obst für unseren Sohn gegart, als er anfing, Brei zu verweigern. Das hat uns jede Menge Arbeit erspart, denn der Garkocher stellt sich von selbst ab, wenn die Garzeit verstrichen ist. Ich musste also nicht mehr den Herd im Blick behalten.“

Übrigens: Die zubereiteten Lebensmittel lassen sich in Handumdrehen mit dem eingebautem Mixer pürieren.

Und was ist mit gefriergetrockneten Erdbeer-Chips fürs Baby?

Lieber erst später! Die Früchte sind zu hart für die meisten zahnlosen Münder. Und gesünder sind frische Beeren allemal.

Der Anbieter „Freche Freunde“ empfiehlt seine schonend gefriergetrockneten Chips aus Erdbeeren für Kleinkinder ab 3 Jahren.

Wie du Erdbeer-Chips selber machen kannst, siehst du in diesem Rezept bei eat smarter.

8. Gerüchteküche: Warum keine Erdbeeren fürs Baby? Das steckt dahinter:

Vielleicht hast du auch schon von dem Gerücht gelesen, dass du deinem Baby auf keinen Fall Erdbeeren geben solltest.

Es kommt daher, dass die leckeren Früchte biologisch gesehen kein Obst sind, sondern zu den Nüssen zählen. Und die sind für Babys und Kleinkinder bekanntlich tabu. Das gilt aber nicht für Erdbeeren!

Auch Blausäure ist so ein Mythos, der um den Verzehr von Erdbeeren kursiert. Damit dieser Inhaltsstoff gesundheitlich bedenklich sein könnte, müsste dein Wonneproppen schon hunderte Kilos verdrücken. Kurzum: Es besteht keine Gefahr!

Wir wünschen deinem Baby guten Appetit – und viel Spaß beim Ausprobieren!

Mehr zum Thema Babyernährung und viele nützliche Tipps dazu findest du hier >>>

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Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern.

Seit 2015 sind wir Eltern einer zauberhaften Tochter. Zwei Jahre später kam ihr kleiner Bruder auf die Welt, und unsere Familie war komplett. Zusammen sind die beiden ein unschlagbares Team, das sich nur allzu gern gegen Mama und Papa verbündet.

Abgesehen von meiner Familie liebe ich den Hafen, fotografiere gern und gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Texte und Social Media ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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