Kuhmilch fürs Baby: Ab wann ist sie geeignet?

Kinder sollten Milch trinken – diese Aussage hört man ständig. Schließlich ist Kuhmilch eine wichtige Kalziumquelle und steckt voller Mineralien, die für das Wachstum und die Entwicklung eines Kindes wichtig sind. Deshalb solltest du bei der Einführung der Beikost auch den Milch-Getreide-Brei möglichst mit Kuhmilch anrühren. Ab wann Kuhmilch für dein Baby geeignet ist, und in welcher Form du sie ihm am besten geben solltest, erklären wir dir hier.

1. Ab wann darf ich meinem Baby Kuhmilch geben?

Die beste Milch für Babys ist die Muttermilch. Sie enthält alle nötigen Nährstoffe in der richtigen Menge. Kuhmilch ist – logischerweise – ideal an die Bedürfnisse von Kälbchen angepasst. Ihre Zusammensetzung ist anders als die der menschlichen Muttermilch, zum Beispiel enthält Kuhmilch deutlich mehr Eiweiß. Auch der Anteil anderer Nährstoffe ist in Kuhmilch höher oder niedriger als in Muttermilch. Daher ist Kuhmilch erst ab einem bestimmten Alter und in einer kleinen Menge für Babys geeignet. Im ersten Lebensjahr darfst du sie deshalb nur in Beikost verwenden.

Die Empfehlung lautet, die Beikost ca. im 5. bis 7. Lebensmonat einzuführen. Die Breimahlzeiten ersetzen schrittweise die Muttermilch. Als Erstes wird der Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei eingeführt, danach, etwa ab dem 6. Monat, der Vollmilch-Getreide-Brei. Dieser wird mit Kuhmilch zubereitet und ist so zusammengesetzt, dass er alle benötigten Inhaltsstoffe in der richtigen Menge enthält. Wann genau du die Beikost einführen solltest, ist von der individuellen Entwicklung des Kindes abhängig. Am besten besprichst du das einmal mit deinem Kinderarzt,

2. Kuhmilch fürs Baby nur in der Beikost, nicht als Getränk

Im ersten Lebensjahr solltest du Kuhmilch für dein Baby nur zum Herstellen von Babybrei verwenden. Das kann zum Beispiel der Getreide-Milchbrei sein. Zum Trinken ist die Kuhmilch für dein Baby noch nicht geeignet. Das gleiche gilt im ersten Jahr für andere Milchprodukte wie Quark, Pudding, Joghurt oder Frischkäse.

Kuhmilch als Getränk solltest du deinem Baby erst ab seinem zweiten Lebensjahr anbieten. Allerdings auch nur in kleinen Mengen und nicht zu viel auf einmal. Du kannst deinem Kind zum Beispiel zum Frühstück und zum Abendbrot je ein Glas Milch geben. Kleinkinder im zweiten und dritten Lebensjahr vertragen schon mehr Milch und brauchen auch mehr Milchprodukte für ihre Entwicklung.

3. Wie viel Kuhmilch darf ich meinem Baby geben?

Um den Milch-Getreide-Brei herzustellen, brauchst du 200 ml Milch. Das ist bis zum Ende des ersten Lebensjahres auch die empfohlene Menge, an den du dich unbedingt halten solltest, denn zu viel Kuhmilch kann schädlich für dein Baby sein. Sie hat einen hohen Eiweißgehalt, und wenn dein Baby zu viel Milch trinkt, kann das seinen Nieren schaden. Außerdem gibt es Studien, die darauf hindeuten, dass Säuglinge, die zu viel Eiweiß bekommen haben, später eine größere Wahrscheinlichkeit für Übergewicht entwickeln. Zu viel Kuhmilch kann auch dazu führen, dass Kleinkinder von der Milch satt sind und dann keine anderen, nahrhafteren Mahlzeiten zu sich nehmen. Diese Ernährung ist unausgewogen und kann zu Mangelerscheinungen führen.

Nach dem ersten Lebensjahr darf dein Kind dann mehr Milch bekommen. So benötigen Kinder vom zweiten bis zum dritten Lebensjahr ca. 300 ml Milch pro Tag. Diesen Bedarf kann es mit anderen Milchprodukten wie Joghurt oder Quark decken.

4. Kann ich auf Kuhmilch für mein Baby verzichten?

Nein. Wenn möglich, solltest nicht komplett auf die Kuhmilch in der Babynahrung verzichten. Der Milch-Getreide-Brei ist wichtig, um den Kalziumbedarf deines Babys zu decken. Kalzium wird für die Knochen und Zähne benötigt, daher solltest du die empfohlene Menge von 200 ml bis zum Ende des ersten Lebensjahres einhalten.

5. Mein Kind mag keine Milch – und jetzt?

Natürlich kann es sein, dass manche Kinder keine Milch mögen. Allerdings zeigen sich solche Abneigungen gegenüber Lebensmitteln häufig erst später. Wenn dein Baby trotzdem keine Milch trinken will, ist das nicht unbedingt problematisch, denn es gibt auch andere kalziumreiche Lebensmittel. Ab dem Ende des ersten Lebensjahres kannst du es zum Beispiel mit Käse, Joghurt, Quark, Frisch- oder Hüttenkäse versuchen.

Möchtest du das Kind vegetarisch oder vegan ernähren, gibt es auch pflanzliche Alternativen, so sind Tofu und Hülsenfrüchte reich an Kalzium. Sollte es zu einem Kalziummangel kommen – was eher selten ist – können Nahrungsergänzungsmittel helfen. Das solltest du aber unbedingt zuerst mit einem Kinderarzt absprechen!

Übrigens: Wenn Babys schon mit wenigen Monaten eine Abneigung gegen Milch entwickeln, können eine Allergie oder Laktoseintoleranz die Ursache sein.

6. Welche Kuhmilch ist für mein Baby geeignet, und was muss ich beachten?

Nicht jede Art von Kuhmilch ist für Babys geeignet. Deshalb solltest du einige Dinge beachten. So können Rohmilch oder Vorzugsmilch zum Beispiel Keime enthalten, mit denen das Immunsystem deines Babys noch nicht umgehen kann. Deshalb sollte die Kuhmilch für dein Baby pasteurisiert oder hoch erhitzt sein. In diesen Sorten sind mögliche Erreger abgetötet. Was den Fettgehalt angeht, eignet sich normale Vollmilch mit 3,5 % Fett.

Manche Hersteller bieten auch spezielle Kuhmilch für Babys oder Kleinkinder an, die eine höhere Menge an Eisen, Jod oder anderen Nährstoffen enthält. Da dein Baby die Nährstoffe normalerweise mit seiner anderen Nahrung aufnimmt, ist diese Art nicht unbedingt notwendig. Unbedingt vermeiden solltest du Milch, die Süßungsmittel oder Aromastoffe enthält.

7. Wie zeigen sich Milchallergie und Laktoseintoleranz?

Auch ein Kind kann schon eine Allergie oder Intoleranz gegen Milch entwickeln. In beiden Fällen ist es wichtig, es möglichst schnell zu erkennen, da beides zu gesundheitlichen Problemen führen kann. Auch der Unterschied zwischen Allergie und Intoleranz spielt eine wichtige Rolle.

Allergie gegen Kuhmilch

Bei einer Allergie bildet der Organismus Antikörper, die das Allergen – in diesem Fall die Kuhmilch – bekämpfen. Eine allergische Reaktion auf Milch zeigt sich innerhalb von wenigen Minuten nach dem Essen oder Trinken von milchhaltigen Lebensmitteln. Du erkennst sie an starken körperlichen Reaktionen, wie zum Beispiel:

  • Durchfall
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Juckreiz am ganzen Körper und im Mund
  • Schwellungen an Lippen und Augenlidern
  • Atemnot

Die Milchallergie kommt relativ selten vor, und auch heftige Reaktionen sind nur die Ausnahme. Tritt die Allergie im Babyalter auf, kann sie wieder verschwinden. Wenn dein Kind jedoch älter als drei Jahre ist und eine Milchallergie entwickelt, ist es wahrscheinlich, dass sie zu einem lebenslangen Begleiter wird. Sollte es sich um eine echte Allergie handeln, führt leider kein Weg an einer Ernährungsumstellung vorbei. Dein Kind darf die Milch dann in keiner Form mehr zu sich nehmen, auch nicht als Käse, Joghurt usw.

Laktoseintoleranz

Eine Laktoseintoleranz ist viel häufiger als eine Milchallergie. Dabei handelt es sich um eine Unverträglichkeit des Milchzuckers Laktose. Die meisten Menschen können diesen ohne Probleme verarbeiten, doch bei einigen ist das zuständige Enzym (Laktase) nicht in ausreichender Menge vorhanden. Wenn sie Milchprodukte essen oder trinken, kommt es zu Beschwerden wie Bauchschmerzen, Durchfall oder Blähungen.

Die Laktoseintoleranz gilt nicht als Krankheit und ist nicht gefährlich, jedoch ist sie für die Person selbst sehr unangenehm. Wie stark die Symptome sind, hängt meist von der Menge und der Sensibilität der Person ab. Eine Laktoseintoleranz kommt häufiger bei Erwachsenen vor als bei Kleinkindern. Schließlich ist Laktose auch in Muttermilch enthalten. Allerdings kann sich eine Intoleranz auch schon in den ersten Lebensmonaten entwickeln, wenn die Menge des Enzyms Laktase abnimmt.

Bei allen Formen der Unverträglichkeit von Kuhmilch oder anderen Nahrungsmitteln solltest du unbedingt mit einem Kinderarzt sprechen. Unverträglichkeiten können ernsthafte Folgen für die Gesundheit haben. Außerdem ist es wichtig, Alternativen zur Kuhmilch zu finden, die dein Baby mit allen wichtigen Nährstoffen versorgen.

Du siehst also, Kuhmilch ist tatsächlich sehr wichtig für dein Baby. Aber wenn es sie nicht mag oder verträgt, gibt es notfalls auch andere Alternativen.

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Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern. Ich liebe den Hafen, fotografiere gern, gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Social Media und Texte ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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