Abstillen: Tipps, mit denen es ganz sanft klappt

Stillen ist für viele Mamas einer der innigsten Momente mit ihrem Baby. So vertraut, kuschelig und einfach unbeschreiblich schön. Doch irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, um über das Abstillen nachzudenken. Das geht nicht von heute auf morgen, sondern braucht in den meisten Fällen Zeit. Besonders, wenn du dein Baby über einen längeren Zeitraum gestillt hast. Um dir und deinem Baby das Abstillen so einfach wie möglich zu machen, haben wir wertvolle Tipps für dich zusammengestellt.

1. Das Wichtigste auf einen Blick

  • Du solltest so lange stillen, wie du dich damit wohl fühlst.
  • Allein du entscheidest, wann der richtige Moment ist, um abzustillen, lass dir von niemandem reinreden.
  • Es kann auch sein, dass dein Baby entscheidet, dass es nicht mehr an die Brust möchte. Das solltest du dann natürlich genauso akzeptieren.
  • Abstillen geht nicht von heute auf morgen. Du brauchst Geduld und solltest dich von Rückschlägen nicht verunsichern lassen.
  • Wenn du sanft Abstillen möchtest, helfen dir unsere Tipps.

2. Abstillen: Diese Möglichkeiten hast du

Nein. Abstillen kann ganz unterschiedlich sein. Generell unterscheidet man zwischen drei Arten:

1. Natürliches Abstillen

Bei dieser Art des Abstillens entscheidet das Kind, wann der richtige Zeitpunkt ist. Wann da soweit ist, kann ganz unterschiedlich sein. Während das eine Kind sich schon mit 11 Monaten von Mamas Brust löst, kann das ein anderes Kind erst mit 2,5 Jahren Monaten oder sogar noch später. Natürliches Abstillen hat den Vorteil, dass sich die Milchmenge mit der Zeit nach und nach verringert. Die Milchproduktion klingt also allmählich ab, und es treten in der Regel seltener Komplikationen wie Milchstau oder Entzündungen der Brust auf. Wenn dein Kind sich allerdings mehr Zeit lässt, als dir lieb ist, gibt es auch andere Möglichkeiten.

2. Allmähliches Abstillen

Das allmähliche Abstillen läuft nach einem ähnlichen Prinzip wie das natürlich Abstillen ab. Der Unterschied: Die Mutter bestimmt den Zeitpunkt. Häufig kommt der mit Beginn der Beikost. Statt Stillmahlzeiten wird immer häufiger Brei oder Fingerfood angeboten. Auch hier verringert sich die Milchproduktion kontinuierlich, bis sie komplett eingestellt wird.

3. Abruptes Abstillen

Nicht jede Mama kann ihrem Baby solch ein sanftes Abstillen ermöglichen. Wenn das Baby plötzlich und schnell abgestillt wird, sprechen wir vom abrupten Abstillen. Diese Möglichkeit solltest du nur nutzen, wenn es wirklich nicht anders geht. Denn das abrupte Abstillen kann sowohl für dich als auch für dein Baby sehr unangenehm sein:

  • Für das Baby ist es ein Schock, denn ihm wird plötzlich die Brust entzogen, die nicht nur Nahrung, sondern auch Nähe bedeutet.
  • Mama kann unter Milchstau leiden. Denn die Brustdrüsen sind auf die Situation nicht vorbereitet und produzieren nach wie vor Milch. Im schlimmsten Fall kann sich aus einem Milchstau eine Brustentzündung entwickeln.

3. Abstillen: 10 Tipps, die dich dabei unterstützen

1. Wähle den richtigen Zeitpunkt

Wenn es ums Abstillen geht, ist das einer der wichtigsten Tipps: Du musst nicht mit dem Stillen aufhören, wenn du nicht bereit bist, und du musst auch nicht weiter stillen, wenn du merkst, dass du genug davon hast.Du entscheidest, wann du abstillst und du musst dich mit der Situation wohlfühlen.

Dennoch gibt es Empfehlungen, die Mamas bei ihrer Entscheidung beherzigen sollten. Die WHO empfiehlt, Säuglinge in den ersten 6 Monaten ihres Lebens ausschließlich zu stillen. Feste Nahrung kann etwa mit 6 Monaten eingeführt werden. Außerdem lautet die Empfehlung, Kinder bis zu einem Alter von 2 Jahren und darüber hinaus weiter zu stillen. Manche Mamas stillen gern so lange, für andere ist das unvorstellbar. Und beides ist vollkommen okay! Lass dich also nicht verrückt machen und entscheide so, wie es für dich und dein Baby am besten ist.

Übrigens: Babys, die älter als ein Jahr sind, nutzen die Muttermilch in erster Linie als Zusatznahrung. Das Nuckeln an der Brust spe det ihnen außerdem Trost, und die Muttermilch unterstützt ihr Immunsystem. a

2. Sorge für die richtige Ersatznahrung

Bei Säuglingen, die unter einem Jahr abgestillt werden, muss die Muttermilch durch Säuglingsnahrung ersetzt werden. Bei Babys ab 6 Monaten kannst du die Säuglingsnahrung nach und nach durch die Beikost ersetzen. Achtung: Kinder unter einem Jahr sollten keine Kuhmilch, Sojamilch oder ähnliche Produkte bekommen, sondern nur Muttermilch oder Pre-Nahrung. Wenn dein Kind beim Abstillen älter als ein Jahr ist, stehen die Chancen gut, dass es gerne alternative Milch aus dem Becher probieren möchte – in diesem Alter ist auch Kuhmilch in Ordnung.

Säuglinge, die feste Nahrung zu sich nehmen, brauchen ausreichend Eiweiß, Eisen und andere Nährstoffe. Wenn du besorgt bist, ob dein Kind auch alle Nährstoffe bekommt, kannst du deinen Kinderarzt über die richtige Balance der Nährstoffe und die ideale tägliche Kalorienzufuhr befragen.
Manche Babys benötigen ein Multivitaminpräparat oder andere Nahrungsergänzungsmittel, besonders wenn sie nicht genug Eisen oder Vitamin D bekommen.

3. Ändere deine Routine

Wenn du das Stillen reduzierst, kann es helfen, eine neue Routine einzuführen, damit die alte Routine nicht mehr an das Stillen erinnert. Liegt dein Kleines zum Beispiel morgens gerne im Bett, um gestillt zu werden, könntest du versuchen, schnell aufzustehen und stattdessen gemeinsam zu frühstücken.

Wenn du zum Beispiel nachts auf das Stillen im Bett verzichten möchtest, kannst du deinen Partner bitten, euer Kind ins Bett zu bringen. Dann stehen die Chancen besser, dass dein Schatz die neue Routine akzeptiert. Auch die Pre-Milch sollte am besten dein Partner anbieten, jedenfalls in der ersten Zeit. Dann reicht dein Kind dich – und vor allem die Muttermilch – nicht und gewöhnt sich vielleicht schneller an die neue Situation.

4. Minimiere Stressfaktoren

Manche Säuglinge gewöhnen sich das Stillen leicht ab, andere protestieren. Beim Abstillen ist deshalb einer der wichtigsten Tipps: Setze dich und dein Baby nicht unter Druck. Arbeite nicht mit unrealistischen Zeitplänen, plane lieber etwas mehr Zeit ein und ärgere dich nicht über Rückfälle. Ein Zeitplan ist bloß unnötiger Stress für dich und dein Baby. Am besten wählst du stattdessen einen Zeitpunkt, an dem es keine anderen Stressfaktoren und Veränderungen gibt, wie z.B. eine Deadline bei der Arbeit oder ein bevorstehender Urlaub.

Du solltest damit rechnen, dass der Entwöhnungsprozess ein paar Wochen dauert. Wenn dein Baby bis zu einem bestimmten Datum abgestillt werden muss, zum Beispiel, weil es in die Kita kommt, ist es eine gute Idee, den Prozess früh zu beginnen.

5. Reduziere die Stilleinheiten langsam

Es mag verlockend sein, mit dem Stillen auf einmal aufzuhören, aber das kann zu Verstopfung, Schmerzen an der Brustwarze und psychischem Stress für Mutter und Kind führen. Eine bessere Strategie ist es, die Stillmahlzeiten langsam über mehrere Wochen zu reduzieren. Am besten lässt du zuerst die Stillmahlzeit weg, die deinem Baby am wenigsten wichtig ist, oder bei der er am wenigsten isst.

Gib deinem Baby ein paar Tage Zeit, sich an die neue Situation zu gewöhnen, bevor du die nächste Stillmahlzeit weglässt. So kannst du dich langsam vorarbeiten, bis irgendwann alle Stillmahlzeiten ersetzt sind.

Die meisten Babys hängen sehr am Stillen vor dem Einschlafen. Viele Babys werden nachts auch deutlich länger gestillt als tagsüber. Deshalb ist es eine gute Idee, diese Stillmahlzeit als letztes in Angriff zu nehmen. Du solltest deinem Baby und dir selbst Zeit geben, sich davon zu verabschieden. Häufig entscheiden sich Mütter dafür, diese letzte Stillmahlzeit über mehrere Monate beizubehalten.

6. Reduziere die Milchmenge

Stillen funktioniert nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage. Wenn ein Baby mehr Milch trinkt oder eine Frau regelmäßig abpumpt, wird ihr Körper weiter Milch produzieren. Wenn das Baby weniger isst, produziert auch die Brust der Mutter automatisch weniger Milch.
Viele Frauen erleben in dieser Zeit jedoch eine Verstopfung und allgemeines Unbehagen.

Eine Möglichkeit, das Unwohlsein zu lindern, ist das Abpumpen einer kleinen Menge Muttermilch. Vermeide es, viel Milch abzupumpen, da das wiederum die Milchmenge erhöhen kann. Versuche stattdessen, 2-3 Minuten lang abzupumpen, oder bis der Schmerz verschwunden ist. Du kannst deinem Baby diese abgepumpte Milch später mit einem Löffel oder aus einer Tasse bzw. einem Fläschchen. So musst du es nicht noch einmal stillen, und deine Milchmenge wird schneller weniger. w

Eine weitere Möglichkeit ist, die Milchmenge z.B. mit Globuli oder Tees zu reduzieren.

7. Schenke deinem Baby auf andere Art und Weise Trost

Muttermilch ist mehr als Ernährung. Stillen bietet Babys auch Trost, wenn sie gestresst oder ängstlich sind. Viele Säuglinge schlafen während des Stillens ein. Strategien, um einen Säugling während des Abstillens zu trösten, sind unter anderem:

  • Mit deinem Baby im Haut-zu-Haut-Kontakt kuscheln.
  • Deinem Baby einen Schnuller anbieten.
  • Es durch Spielen, Singen von Liedern oder Spazierengehen ablenken.
  • Dein Baby schaukeln.
  • Deinem Baby einen Beißring geben, der im Gefrierschrank gekühlt wird, wenn es zahnt.
  • Ein neues Einschlafritual einzuführen, das dem Baby beim Einschlafen hilft.

8. Erkläre die Veränderungen

Manche Eltern finden es hilfreich, ihrem Kind den Übergang vom Baby zum Kleinkind zu erklären. Manche verwenden dafür gerne Bücher. Mit dem Stillen aufzuhören, ist Teil des Erwachsenwerdens deines Kindes und es gibt viele tolle Bücher zu diesem Thema. Wenn dein Kind zum Beispiel noch häufig nachts gestillt wird und du es abstillen möchtest, lies ihm doch einfach ein passendes Bilderbuch (z. B. „Liebe und Geborgenheit – eine Geschichte über das Abstillen“ / Affiliate Link) zum Thema vor. Manche Kinder kommen mit der Umstellung dann besser zurecht.

9. Sorge für Ablenkung

Ablenkung ist manchmal die beste Medizin. Das gilt nicht nur, wenn dein Kind krank ist oder ich langweilt, sondern auch beim Abstillen, Wie wäre es zum Beispiel mit einem Ausflug in den Park inklusive leckerem Picknick? Mit etwas Glück ist die eigentlich fällige Stillmahlzeit schnell vergessen. Auch ausgiebiges Kuscheln, Spielen oder Vorlesen können deinen Schatz auf andere Gedanken bringen.

10. Biete deinem Kind die Brust nicht an, lehne es aber auch nicht ab

Diese Methode kann helfen, das Stillen sanft zu reduzieren und dazu führen, dass dein Kind im Laufe der Zeit allmählich aufhört zu stillen. Alles, was du tun musst, ist, das Stillen nicht mehr aktiv anzubieten. Lehne es nicht ab, wenn dein Kind nach der Brust fragt, aber höre gleichzeitig einfach auf, ihm das Stillen anzubieten, wie du es vielleicht früher getan hast.

Wenn dein Kind älter wird, wirst du vielleicht bemerken, dass es nicht mehr so oft danach fragt. Diese Methode kann dazu führen, dass du sanft und allmählich mit dem Stillen aufhörst.

4. Abstillen, wie lange dauert das?

Auch wenn es zum Abstillen so viele gute Tipps gibt, eins lässt sich leider nicht pauschal sagen: Wie lange es dauern wird. Denn schließlich ist jedes Baby verschieden. Von ein paar Tagen bis hin zu Monaten ist alles möglich. Lasse dich nicht von Zahlen verrückt machen. Gib deinem Kind Zeit und setze es nicht unter Druck. Schließlich muss es so viele neue Eindrücke verarbeiten.

Und behalte immer im Hinterkopf, dass Stillen nicht nur Nahrungsaufnahme ist. Stillen bedeutet Nähe zwischen Mutter und Kind. Ein Baby, das also gerade eine schwierige Phase durchmacht, sucht stärker die Nähe seiner Mutter. Je nachdem, ob und wie es sich beruhigen lässt, wird es gegebenenfalls wieder mehr nach deiner Brust suchen. Aber wie lange es auch dauert: So lange es für euch beide in Ordnung ist, ist es vollkommen okay!

Wir hoffen, wir konnten dir das Abstillen mit unseren Tipps erleichtern. Mehr Infos zum Thema Stillen findest du HIER >>>

Interessante Erfahrungsberichte zum Thema Stillen und Abstillen lest ihr in den Kommentaren oder in unserer geschlossenen Facebook-Gruppe „Wir sind Echte Mamas“.

Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern.

Seit 2015 sind wir Eltern einer zauberhaften Tochter. Zwei Jahre später kam ihr kleiner Bruder auf die Welt, und unsere Familie war komplett. Zusammen sind die beiden ein unschlagbares Team, das sich nur allzu gern gegen Mama und Papa verbündet.

Abgesehen von meiner Familie liebe ich den Hafen, fotografiere gern und gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Texte und Social Media ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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