Du kannst oder willst nicht stillen? Warum das Abstillen kein Grund zum Verzweifeln ist

Überall schallt es dir entgegen: „Stillen ist das Beste für dein Baby!“ Doch was, wenn du eine der wenigen Frauen bist, die tatsächlich nicht stillen kann? Oder wenn du einfach nicht stillen möchtest, aus welchen Gründen auch immer? Was sollst du tun? Bist du wirklich eine schlechte Mutter, wenn du dich für das Abstillen entscheidest?

Einerseits ist es ja gut, dass das Stillen heutzutage so einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft bekommen hat, wo es jahrzehntelang geradezu verpönt war. Die vielen Argumente für das Stillen sind ja auch wirklich kaum zu toppen. Doch ist es andererseits fair, dass du als Mama automatisch unter Rechtfertigungszwang stehst, wenn du dich gegen das Stillen entscheidest?

Sicher nicht! Jede Frau sollte das ganz für sich allein entscheiden dürfen, denn es ist ganz allein ihr Körper, der stillt oder eben nicht. Wenn du dir deine Entscheidung gut überlegt hast und dir sicher bist, dass das Stillen für dich mehr Schlechtes als Gutes tut, dann gibt es keinen Grund, ein schlechtes Gewissen zu haben oder der Welt eine Erklärung geben zu müssen.

Manche Frauen können oder wollen einfach nicht mehr stillen, weil sie starke Schmerzen haben, sei es durch chronischen Milchstau, reihenweise Brustentzündungen mit Fieber oder blutige Brustwarzen.  Andere Frauen empfinden das Stillen als enorme psychische Belastung, weil sie vielleicht mehrere Kleinkinder zuhause haben, die Stillmahlzeiten Tag und Nacht stundenlang ausufern oder das Baby die Brust oder Muttermilch einfach nicht annimmt.

Mütter, die das erleben, sind schnell am Ende ihrer Kräfte. Kräfte, die sie für die vielen anderen Herausforderungen des Babyalltags dringend brauchen. Es gibt sogar einen Begriff dafür: „Still-Burnout“.

Stillen kann auch an die Substanz gehen. Foto: Bigstock

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Wenn du an diesem Punkt angekommen bist, solltest du dich tatsächlich fragen, ob die Vorteile des Stillens die akuten Nachteile überhaupt noch aufwiegen. Denn was dein Kind vor allem braucht, ist eine Mama, der es gut geht, die ausgeglichen ist und nicht am Rande des Nervenzusammenbruchs.

Wenn du am Scheideweg Stillen oder Abstillen stehst, vertrau dich deiner Hebamme an. Wenn du keine hast, sprich mit einer (still-)erfahrenen Mutter, von der du weißt, dass sie empathisch auf dich eingehen wird. Überlegt gemeinsam, ob du wirklich alles probiert, jede Möglichkeit ausgeschöpft und jede Hilfe in Anspruch genommen hast.

Setzt zusammen vielleicht ein kurzes Zeitlimit fest, in dem du einen letzten Versuch unternimmst, bevor du tatsächlich mit dem Abstillen beginnst. So kannst du noch einmal ein paar Tage ganz ruhig in dich hineinhören, was du wirklich möchtest und brauchst. Und nicht, was du denkst, tun zu müssen, weil es andere von dir erwarten.

Wenn dann der Tag tatsächlich gekommen ist, an dem du mit dem Abstillen beginnst, kannst du ganz fest und selbstsicher zu deiner Entscheidung stehen. Du wirst den Weg, den du bis dahin gegangen bist, vor dir sehen und wissen, warum du dich gegen das Stillen entschieden hast.

Alle ungebetenen Kommentare von Außenstehenden kannst du dann beruhigt an dir abprallen lassen, denn du weißt, dass du eine Entscheidung zu deinem Besten und damit indirekt auch zum Besten deines Babys getroffen hast.

Mach dir bewusst, dass du alles versucht hast und vor allem, dass deine Mutterliebe nicht an das Stillen gekoppelt ist. Du wirst Deinem Kind mit dem Fläschchen genau so viel Liebe, Zuneigung und Geborgenheit geben wie beim Füttern mit der Brust. Und du wirst eine bessere Mutter sein, wenn du nicht mehr unter Schmerzen, völliger Erschöpfung und dem innerlichen Hin- und Hergerissen sein leidest.

Solange die Entscheidung zum Abstillen eine wohl überlegte Entscheidung für dich und deine physische oder mentale Gesundheit ist, wird sie am Ende auch gut für dein Kind sein.

Anna Moniz

Vor zwei Jahren hat es mich mit meinem Mann und unserer Tochter vom hohen Norden nach Niederbayern verschlagen. Hier arbeite ich als Autorin für Echte Mamas sowie als freie Texterin und PR-Beraterin. Die Turbulenzen des echten Mamalebens halten mich dabei täglich auf Trab und machen mich gleichzeitig zum glücklichsten Menschen aller Zeiten.

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