Zeitumstellung mit Kind – die besten Tipps: So schläft es gut!

Die Uhren werden umgestellt und dein Kind ist sehr früh wach oder schläft gar nicht erst ein? So eine Zeitumstellung bringt die Kids völlig aus dem Rhythmus – und uns Eltern damit auch. Die gute Nachricht ist: Wir können unserem Kind die Zeitumstellung erleichtern – mit der richtigen Vorbereitung. Wie wir unsere Kinder daran gewöhnen.

1. Auf einen Blick

  • Die Zeitumstellung wurde in den 80er Jahren von der EU eingeführt, um Energie zu sparen.
  • Tatsächlich sind die Vorteile eher gering.
  • Menschen, insbesondere Kinder und Babys, reagieren sehr sensibel auf die Veränderung.
  • Experten raten, Kinder schrittweise an die Zeitumstellung zu gewöhnen.
  • Unsere Tipps unterstützen den ursprünglichen Kinderschlaf.

2. Auswirkungen: Mein Kind kommt auf die Zeitumstellung nicht klar

Wer hat an der Uhr gedreht?

Bald ist wieder soweit: In der Nacht auf Sonntag werden die Uhren um eine Stunde vorgestellt bzw. zurückgestellt.

  • Sommerzeit: Am letzten Sonntag im März werden die Uhren eine Stunde vorgestellt (von 2 auf 3).
  • Winterzeit: Am letzten Sonntag im Oktober geht´s eine Stunde zurück (von 3 auf 2).

Wie jedes Jahr werde ich diesen Termin beinahe verpassen – trotz Smartphone und Funkuhren, die sich von selbst umstellen. Und am Sonntag fluchend durch die Wohnung rennen, um alle restlichen Uhren, Wecker, Armbanduhren und elektrischen Geräte auf die neue Zeit umzustellen.

Dazu kommt, dass meine Tochter spätestens am Montag komplett von der Rolle sein wird. Kein Wunder!

Auswirkungen der Zeitumstellung auf Kinder

Für Kinder ist diese Zeitumstellung belastend!

Sie lieben Routinen, ihr Körper hat einen Schlaf-Wach-Rhythmus entwickelt und plötzlich ist alles anders. Sie kommen nicht zur Ruh, sind viel zu früh wach und Durchschlafen ist (wieder) passé. Dazu sind sie schlecht gelaunt, unausgeglichen und nörgeln, was das Zeug hält.

Für uns Eltern beginnt eine herausfordernde Zeit!

Dass es nicht funktioniert, die Mäuse einfach eine Stunde früher schlafen zu legen, liegt eigentlich auf der Hand. Trotzdem verpasse ich jedes Jahr aufs Neue, die Kleine darauf vorzubereiten. Das soll dieses Mal anders werden!

3. Tipps Sommerzeit & Winterzeit: Kind auf Zeitumstellung vorbereiten

Die Umstellung von der Winterzeit zur Sommerzeit finde ich besonders schlimm, weil die Kinder morgens nicht aus und abends nicht ins Bett kommen. Wertvolle Me-Time geht verloren. Das ist anstrengend, für alle Beteiligten. Und wenn´s ganz dicke kommt, schlafen die Kleinen nicht mal länger, sondern sind zur gewohnten Zeit wach. AHHHHH!

Die Umstellung auf Winter finde ich nicht ganz so schlimm. Die Kleinen gehen „von allein“ eine Stunde eher ins Bett. Allerdings werden sie dann auch entsprechend früher wach.

Naja, aber da wir Mamas es wohl nicht schaffen werden, Sommer- und Winterzeit abzuschaffen, müssen wir eben das Beste daraus machen.

Deshalb habe ich hilfreiche Experten-Tipps recherchiert und für euch gesammelt.

Tipp 1: Kind eher bzw. später hinlegen – jeden Tag ca. 15 Minuten

Experten raten dazu, die Zeitumstellung mit dem Kind einige Tage lang vorzubereiten.

An diesen Abenden soll ich mein Kind einfach jeweils eine Viertelstunde früher bzw. später hinlegen – bis wir die volle Stunde vorgezogen haben. Die Umstellung dauert als mindestens vier Tage. Nicht so schwer, oder?

Diese sanfte, allmähliche Veränderung werden Kinder wesentlich besser „mitmachen“ als eine Hauruck-Aktion – und genau das ist eine plötzliche Verschiebung von einer ganzen Stunde für kleine Kinder.

Ansonsten kann es tatsächlich schwierig werden, in den neuen Rhythmus der Sommerzeit bzw. Winterzeit zu kommen

Meine Tochter am Sonntagabend ohne jede Vorbereitung einfach eine Stunde eher bzw. später hinzulegen, um Montag zur „neuen“ Zeit in der Kita und bei der Arbeit zu sein – das klappt tatsächlich nicht. Denn sie wird abends einfach noch nicht müde genug sein, lange wachliegen und am nächsten Morgen katastrophal müde sein.

Kleinkinder und Babys länger an Zeitumstellung gewöhnen

Der kindliche Körper braucht, bis er sich an die neue Einschlafzeit gewöhnt hat. Insbesondere bei Kleinkindern hilft es deshalb tatsächlich, die Zeitumstellung mindestens acht Tage lang vorzubereiten und die Schlafenszeit nur jeden zweiten Tag um 10-15 Minuten nach vorn bzw. hinten zu verlagern. Dadurch haben die Kleinsten mehr Anpassungszeit – und du fühlst dich weniger gestresst, wenn´s länger dauert.

Babys brauchen übrigens noch mehr Zeit. 12-14 Tage sind optimal. Tipps für die Zeitumstellung mit Baby findest du übrigens in diesem Artikel. 

Tipp 2: Mahlzeiten und Abendrituale nach vorn/hinten verlagern

Beim ersten Kind fand ich´s super schwierig, Mahlzeiten zu festen Zeiten einzuführen – schließlich hab ich vorher in den Tag hineingelebt, und das Abendbrot auch mal spät (ok, oder gar nicht) zu mir genommen.

Mit Kindern ist das anders: Routinen tuen ihnen unglaublich gut.

Bei der Umstellung zur Sommerzeit hilft es deshalb nicht nur, die Kinder Schritt für Schritt früher ins Bett zu bringen, sondern auch die komplette Abendroutine etwas zu verlagern und – ganz wichtig – nicht zu verändern!

Tipp 3: Blickdichte Rollos

Ein Problem kann auch bei bester Planung natürlich noch auftreten: Durch die Zeitumstellung ist es abends bzw. morgens plötzlich länger hell und viele Kinder kommen dadurch schlechter in „Abendstimmung“ – oder sind sehr früh wach.

Ich helfe inzwischen mit einem Rollo und dämmriger Beleuchtung nach. Und zwar nicht nur im Schlafzimmer, sondern auch in den anderen Räumen.

Tipp 4 für die Zeitumstellung mit Kind zur Sommerzeit: Aktiv(er) sein

Jedes Jahr fällt es mir schwer, die Trägheit des Winters abzuschütteln. Wenn dann noch der Feierabend eine Stunde länger auf sich warten lässt, ist das eine Vollkatastrophe.

Experten raten, volle Power zu geben und insbesondere in der Woche vor der Umstellung noch etwas länger draußen zu bleiben oder einfach aktiver zu bleiben, als es vorher vielleicht der Fall war. Denn Aktivität macht müde!

Tipp 5: Möglichst gelassen bleiben

Ganz ehrlich, ich fand die Zeitumstellung schon immer total nervig und überflüssig!

Besonders zum Sommer hin, wenn einem vom wertvollen Sonntag eine ganze Stunde gestohlen wird! Aber seit ich Mama bin, hat diese Abneigung noch einmal eine ganz neue Dimension bekommen. Und damit bin ich nicht allein, denn:

Als wäre der Schlaf unserer Kleinen nicht sowieso schon ein hochsensibles Thema, grätscht jetzt noch eine geklaute Stunde mitten in meinen ausgeklügelten Zeitplan. Hallo!? Geht´s noch?

Ich rege mich solange auf, bis mir einfällt: 

Eigentlich ist es doch ganz nett, wenn die Kleinen im Sommer etwas länger durchhalten. Wenn man länger draußen bleiben und nicht pünktlich um 18 Uhr nach Hause sprinten muss, damit die ganze Abendroutine eingehalten werden kann.

Solange es morgens mit den Kita- bzw. Schulzeiten hinhaut, bin ich fein damit, dass meine Kleine etwas später ins Bett geht. Jedenfalls habe ich mir diese Einstellung mittlerweile antrainiert.

Bei der Winterzeit sage ich mir: Diese eine Stunde früher „Feierabend“, wenn meine eigenen Akkus nach dem Sommer eh einen Gang runterschalten, ist auch gar nicht so schlecht.

Ganz wichtig dabei für mich: Früher ins Bett gehen, jeden Tag ein bisschen eher. Auch ich muss mich nämlich alle Jahre wieder umgewöhnen. Wenn ich aber meine alte Zubettgehzeit beibehalte, und das Kind eine Stunde früher wach wird, fühle ich mich wie erschlagen.

Und damit ist letztlich keinem geholfen.

4. Mein Kind wird nach der Zeitumstellung so früh wach – was tun?

In den ersten Tagen nach der Zeitumstellung ist es laut Experten völlig normal, dass Kinder früher wach werden – selbst wenn es später ins Bett geht. Der Rhythmus ist einfach durcheinander. Jetzt heißt es: Nicht verunsichern lassen, und (neue) Zeiten beibehalten. Das pendelt sich wieder ein. Manchmal kann das 10-14 Tage dauern.

Abends lange oder morgens früh wach nach der Zeitumstellung? Kennen wir!

Abends lange oder morgens früh wach nach der Zeitumstellung? Kennen wir! Foto: Bigstock

5. Mein Kind schläft nach der Zeitumstellung einfach nicht ein – und jetzt?

Dein Kind hat Probleme, abends zur Ruhe zu kommen? Kenne ich! Bei uns wurde es statt 19:30 Uhr plötzlich 21 Uhr, und morgens war die Kleine trotzdem um 6 Uhr wach. Hölle!

Die gute Nachricht ist: Das hat sich nach ein paar Tagen gegeben. Tatsächlich habe ich erst im Nachgang die Tipps von oben beherzigt, also jeden Tag 10 Minuten eher das Schlafritual eingeläutet. Schwer war´s am Anfang, mit der Zeit wurde es immer einfacher – und die Kleine kam schneller zur Ruh.

Jetzt, nach ca. 3 Wochen, schläft die Maus wieder so gut ein wie vorher. Zwar sind wir bei 20 Uhr gelandet, doch mittlerweile genieße ich, dass wir dadurch einfach länger draußen bleiben können, etwas später zu Abend essen und morgens statt bis 5:30 Uhr bis 6 Uhr schlafen können. Immerhin!

Tipps:

  • Wir haben die Räume etwas abgedunkelt,
  • die Kleine morgens etwas früher geweckt (damit sie abends früher müde ist),
  • unser Schlafritual genau so beibehalten, nur alles Schritt für Schritt etwas nach hinten verlagert.
  • Dazu viel frische Luft und Bewegung, damit sich das Mäuschen schön auspowert.

6. Zeitumstellung: Wann soll ich das Kind ins Bett bringen?

Das kommt ganz darauf an, wann dein Nachwuchs vorher ins Bett gegangen ist. Experten raten ja, die Einschlafzeiten ab vier Tage vorher um 10-15 Minuten vorzuverlegen, sodass man nach 4 Tagen bei der Stunde Zeitumstellung angekommen ist.

Ich denke: Ein paar mehr Tage Vorbereitung helfen definitiv. Bei uns hat´s nämlich länger gedauert, bis sich die Kleine umgewöhnt hat. Alle 2 Tage 10-15 Minuten eher in die Falle gehen, entstressen Groß und Klein!

7. Kindern die Zeitumstellung erklären – so geht´s!

Irgendwann ist es soweit, und die Kleinen wollen wissen, wie und warum denn die Uhren umgestellt werden. Das brachte mich ganz schön ins Grübeln. Denn ehrlich gesagt, ich hatte keine Ahnung!

Kindern (und mir) helfen Bilder und anschauliche Geschichten. Deshalb empfehle ich an dieser Stelle einfach mal zwei anschauliche Videos, die ihr euch gemeinsam anschauen könnt:

Warum wurde die Zeitumstellung überhaupt eingeführt?

Ursprünglich war der Gedanke hinter dem Wechsel von Sommerzeit und Winterzeit: Energie sparen! Die Europäische Union nahm an, dass dadurch das Tageslicht besser genutzt werden kann und legte die Zeitumstellung, wie wir sie heute kennen, in den 80er Jahren fest.

Seitdem berichten viele Menschen über psychische Probleme, die durch den Wechsel hervorgerufen werden. Die Vorteile? Eher gering. Die Abschaffung wird seit längerer Zeit diskutiert, einen Beschluss gab es jedoch leider bislang noch nicht.

Also werde ich diese kleinen Tipps auf jeden Fall weiter beherzigen, denn begeistern werde ich mich für die Zeitumstellung wohl nie, aber ich muss ja das Beste draus machen.

Wie kommt ihr mit der Zeitumstellung klar? Habt ihr vielleicht auch noch Tipps, die anderen Eltern helfen können? Verratet sie uns in den Kommentaren!

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Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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