Kinder

„Dieses Abendritual hilft meinem Sohn beim Einschlafen“

unsplash / aditya romansa

„Es ist noch nicht lange her, da war das Einschlafen für meinen Sohn am Abend ein einziger Kampf. Denn Krümel – so sein Spitzname – wollte einfach nicht schlafen.

Irgendwann siegte die Müdigkeit zwar, aber der Weg dorthin war lang und anstrengend. Kaum zu glauben, dass damit von heute auf morgen Schluss sein sollte.

Doch inzwischen liegt Krümel pünktlich um 21 Uhr im Familienbett und schläft friedlich, als hätte er dies schon immer getan. Wie wir schafften, dass er besser einschläft? Tja, mal wieder mit Hilfe unserer Hebamme.

Zeit für ein Gespräch

Wir baten unsere liebe Nachsorge-Hebamme also darum, noch einmal bei uns vorbeizuschauen, obwohl meine Zeit im Wochenbett schon um war (Gewusst?  Solange man stillt, hat man ein Anrecht auf acht Hebammenbesuche, die von der Krankenkasse übernommen werden). Wir erzählten unserer Hebamme davon, dass Krümel abends nur schwer in den Schlaf findet – und alles andere als freiwillig.

Das ein oder andere Schmunzeln huschte ihr über das Gesicht, als wir von unseren abendlichen Spaziergängen durch die Nachbarschaft und dem Tragen und Schaukeln durch die Wohnung berichteten. Aber ganz ernst wurde sie, als sie uns erklärte, wie wichtig es sei, dass Krümel lerne, wie man abends im Bett einschläft.

Damit war nun nicht gemeint, dass der kleine Herr alleine einschlafen muss (er ist ein Baby und muss somit schon mal nichts), sondern vielmehr das Einschlafen im Bett und das damit verbundenen Abendritual. Und letzteres hatten wir, die absolute Gewohnheitstiere sind, tatsächlich nicht.

Klar, es gab abends das gemeinsame Abendessen und irgendwann ging man ins Bett. Aber für ein Kind ist es wichtig, dass dies alles genau gleich und in einer sich wiederholende Reihenfolge passiert. Damit man nach Ablauf aller Punkte auch an dem Ort landet, an dem man richtig zur Ruhe kommen kann: Im Bett. Natürlich ist es einfacher, Krümel in die Trage zu packen, spazieren zu gehen und ihn dann schlafend ins Bett zu legen.

Aber so gehe es eben auf Dauer nicht, so unsere Hebamme.

Zeit für ein Abendritual

Das sollte das Einschlaf-Geheimnis also schon sein? Ein mehr oder weniger exakter Zeitplan, der den Abend strukturiert? Gesagt, getan!

Kochen, gemeinsam essen, Krümel einmal durchs Bad jagen, Pyjama anziehen und ab ins Bett. Und all das bitte auch nicht zu spät! Mamas wissen, wie schnell die Zeit mit Kind verfliegt.

Im Bett wartet dann übrigens die größte Herausforderung: Das quietschvergnügte und muntere Kind müde und sanft in den Schlaf bekommen. Am liebsten zeigt uns Krümel mit letzter Kraft noch einmal, was er alles schon kann: Krabbeln, stehen, zappeln – sich hinlegen und brav die Äuglein schließen, gehört nicht dazu. Wäre ja auch langweilig.

Im Bett angekommen, lesen wir noch eine kurze Geschichte vor, ehe es wirklich „ruhig“ wird. Dann dimmen wir das Licht weiter und kuscheln uns gemütlich zusammen. Während ich Krümel stille (ohne Stillen klappt es beim besten Willen nicht), singt der Papa ein Einschlaflied.

Manchmal wehrt sich der Kleine nach Kräften und möchte uns überzeugen, dass er doch noch fit genug für weitere Turnübungen ist. Auch wenn die Äuglein schon ganz klein werden und er dabei gähnen muss. Aber tatsächlich schläft Krümel jetzt schnell und vor allem entspannt ein.

Nur selten müssen wir Tränen trocknen, ihn auf dem Arm tragen und beruhigende Worte sprechen. Aber auch dann geht es wieder zurück ins Bett. Jetzt kuscheln wir zu dritt, singen und werden gemeinsam ganz ruhig.

Sollte ich an dieser Stelle erwähnen, dass wir drei dabei nicht selten gemeinsam einschlafen? Das allein spricht wohl für unser neues Abendritual.

Hier schreibt Kruemelina, Journalistin und Gründerin des Krümel Blogs. Woher die Namen der beiden stammen? Von dem Spitznamen ihres Sohnes! Der heißt Krümel, seitdem ihn seine Eltern das erste Mal im Ultraschall gesehen haben.