Warum du aufhören solltest dir ständig Sorgen, um dein Kind zu machen

Es ist nicht immer einfach, Kinder selbstständig werden zu lassen. Schließlich wollen wir Mamas unseren kleinen Lieblingen Frust und Missgeschicke ersparen. Wir sagen dir, warum es so wichtig ist, kleine Entdecker ihre Erfahrungen selbst machen zu lassen. Und wie wir sie beim Großwerden unterstützen können.

Früher war das Leben auch völlig anders. Aber eines war früher vielleicht tatsächlich besser: Wir Kinder hatten oft mehr Freiheiten, weil viele Eltern nicht so überbesorgt waren. Helikopter-Eltern nennt man das abfällig. Und obwohl ich selbst natürlich überhaupt nicht so sein will, bin auch ich manchmal die Lebensmanagerin meines Kindes. Dann muss ich mich daran erinnern, nicht dauernd „Sei vorsichtig“ zu rufen, und den Hinrenn-Impuls aushalten, wenn ich mein Kind irgendwo hochklettern sehe. Zum Beispiel dann, wenn meine Tochter auf ihren Tripp Trapp-Hochstuhl kraxelt, um sich an den Küchentisch zu setzen. Dabei ist doch gerade dieses Möbelstück extra so konzipiert, dass es Mini-Entdecker ermutigt, ganz allein hochzusteigen. Wir sollten niemals vergessen: Vermeintlich kleine Erfolgserlebnisse wie diese sind extrem wichtig für unsere Kinder!

Stokke Tripps Trapp Hochstuhl

Die Kult-Hochstühle von Stokke geben den Kindern maximale Freiheit und wachsen über Jahre mit – vom Babysitz bis zum Schreibtischstuhl. Man kann den Tripp Trapp passend zur Einrichtung in vielen Farben konfigurieren, sogar den Namen des Kindes eingravieren lassen!

Lass einfach los!

Natürlich wollen wir unsere Kinder beschützen. Aber wenn wird jede mögliche Gefahr von ihnen abwenden, können sie überhaupt keine eigenen Erfahrungen machen. Wie sollen sie dann unabhängig und selbstbewusst werden? Also kurz innehalten und nicht ständig „Pass auf!“ oder „Nicht!“ rufen, noch bevor Tochter oder Sohn überhaupt einen Fuß auf den glatten Schwimmbadrand oder die kurvenreiche Rutsche gesetzt haben. Hier sind nützliche Tipps, was ihr stattdessen sagen könnt:

 

Versuche doch mal… dich so hochzuziehen …das so festzuhalten.

Fühlst du… wie heiß das Feuer ist? …dich sicher auf dem Stein?

Siehst du…. die Brennnesseln? …die Splitter am Holz?

Merkst du… wie wackelig der Steg ist? … glatt der nasse Stein ist?

Kann gut sein, dass doch mal etwas schief geht. Aber dann hat das Kind im besten Fall gelernt, dass es beim nächsten Spielplatzbesuch etwas weniger waghalsig auf der Schaukel herumturnen sollte. Ich kann mich jedenfalls heute noch erinnern, wie ich als Fünfjährige kopfüber im Sand gelandet bin. Das ist mir kein zweites Mal passiert! Es gibt übrigens auch Wissenschaftler, die davon überzeugt sind, dass Kinder hinfallen oder sich sogar einmal wehtun müssen. Eine davon ist Beate Hansen Sandseter. Die Norwegerin ist Expertin der frühkindlichen Erziehung und berät in ihrem Blog über die Vorteile des „Risky Play“. Erst vor kurzem hat sie bei einem Event zum 50-jährigen Jubiläum des Tripp Trapp-Stuhls einen Vortrag gehalten, der deutlich gemacht hat, was für eine große Rolle das Thema Selbstständigkeit in der skandinavischen Kindererziehung spielt.

Selbstständigkeit fördern

Wir können diese Selbstständigkeit nicht nur durch Worte fördern, sondern etwa auch durch kleine Rituale. Warum nicht morgens mehr Zeit einplanen, damit sich mein Kind selbst die Schuhe anziehen kann? Vertrauen ist wichtig, etwa dann, wenn der erste „richtige“ Werkzeugkasten auf dem Wunschzettel steht. Was Möbel mit der Erziehung zu tun haben? Unter Umständen eine ganze Menge! Vielleicht hast du ja schon von der Montessori-Kindergarderobe gehört, mit deren Hilfe selbstständiges Anziehen gefördert wird. Und der Tripp Trapp von Möbeldesigner Peter Opsvik war tatsächlich eine kleine Revolution, als er vor genau fünf Jahrzehnten auf den Markt kam. Zum ersten Mal konnten kleine Familienmitglieder von der Geburt an mit am Tisch dabei sein! Dabei geht es nicht bloß um die Nahrungsaufnahme: Die Zeit am Esstisch gibt Familien die Gelegenheit, über alles zu reden, gemeinsam zu lachen und den Zusammenhalt zu festigen. Das ist für Kinder gerade in den ersten Jahren so wichtig! Ganz automatisch wird auf diese Weise die sprachliche und die feinmotorische Entwicklung gefördert – stets auf Augenhöhe, egal in welchem Alter.

Babystuhl

Der Tripp Trapp Stuhl + Newborn Set bringen dein Baby ab der Geburt an den Familientisch | Bild: PR

Der extrem solide Stuhl mit seinen flexibel in Höhe und Tiefe verstellbaren Sitz- und Fußplatten wächst mit jedem Kind total unkompliziert mit. Neugierige Entdecker stehen fest auf zwei Beinen, halten sicher das Gleichgewicht und freuen sich über ebenso viel Bewegungsfreiheit wie Schulkinder, die bei den Hausaufgaben gern die Beine baumeln lassen. Keine Sorge – beim Entwurf wurde sogar darauf geachtet, dass sich kleine Kletterer nicht klemmen können. Ob der Stuhl wirklich so ergonomisch ist? Wenn ich ehrlich bin, dann sitze ich selbst manchmal darauf, weil ich so beim Arbeiten am Computer definitiv eine bessere Haltung habe als auf der Küchenbank. Unser Tripp Trapp ist schon so etwas wie ein Familienmitglied, und ich bin fast ein bisschen traurig, dass wir nicht noch einen brauchen. Sonst wäre das Modell aus der Jubiläumsedition mein Favorit gewesen: Der zeitlose Stuhl aus Eschenholz, der mich mit seinen Jahresringen ein bisschen an Marmor erinnert, hätte mir ziemlich gut gefallen. Und dieses Mal würde ich vielleicht sogar noch den Namen meiner Tochter eingravieren lassen. Sollten wir uns eines Tages von unserem langjährigen Begleiter trennen, bin ich sicher, dass das Exemplar im Freundeskreis weitervererbt werden wird – Material und Design sind ja super langlebig. Ich freue mich jetzt schon, das nächste Kind hochklettern und seinen Platz in der Familie erobern zu sehen!

Zum 50- Geburtstag von Stokke, haben sie sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen: die Limited Edition aus Eschenholz. Hier ist jeder Stuhl einzigartig durch das unverwechselbare Muster des marmorartigen Verlaufes des Eschenholzes.

Kinderstuhl

Die Jubiläumsausgabe zum 50. Geburtstag von Tripp Trapp | Bild: PR

Immer wieder Mut machen

Und wenn Konflikte, Missgeschicke und Scheitern für Tränen sorgen? Wir glauben, wir geben unseren Kindern eine glückliche Kindheit, wenn wir jeglichen Schmerz und Traurigkeit fernhalten. Dabei ist es so wichtig für das Glück im späteren Leben, auch mit diesen Gefühlen umgehen zu können. Kinder sollten lernen, Frust auszuhalten, weil sie sonst später immer jemanden brauchen werden, der ihre Probleme für sie löst. Eltern, die immer gleich eingreifen, wenn sich ihre Kinder streiten, die den Schulrucksack packen oder die vergessenen Hausaufgaben machen, meinen es natürlich nur gut. Aber ist es nicht viel besser, unsere Kinder zu widerstandsfähigen und selbstbewussten Menschen zu erziehen? Noch ein paar praktische Tipps für dich. Wetten, dass du dich wiedererkennen wirst?

 

  • Nicht immer gleich eingreifen und „helfen“! Wenn du siehst, dass dein Kind aufs Sofa krabbeln will, widerstehe dem Drang, ihm einen kleinen Schubser zu geben. Höchstwahrscheinlich bekommt es nach ein paar Versuchen selbst heraus, wie es geht.

 

  • Ermutigen, Neues auszuprobieren! Klettern, Wandern, Skifahren – probiert euch aus, vor allem zusammen als Familie. Versichere deinem Kind, dass es nicht weitermachen muss (meist endet es darin, dass es doch viel Spaß hat).

 

  • Lass‘ deine Kinder viel draußen spielen! Die Natur inspiriert zu vielen natürlichen Problemlösungsübungen: Dein Kind will eine Sandburg bauen? Dann wird es herausfinden, dass feuchter Sand besser klebt als trockener. Solche Erfahrungen wirken unbedeutend, sind jedoch sehr wichtig!

 

  • Versuche, deinen Kindern ein optimistisches und positives Denken mitzugeben! Statt zu schimpfen oder zu kritisieren, wenn sie sich schlecht fühlen, weil sie einen Fehler gemacht oder ein Aufgabe nicht geschafft haben, sag zum Beispiel: „Du hast auch etwas gelernt! Und von nun an kannst du entscheiden, was zu tun ist, weil du es besser weißt. Mit Üben kannst du dich verbessern.“

 

  • Versichere deinen Kindern, dass du immer da bist, wenn sie Hilfe brauchen! Auch das bildet Resilienz aus: Das Bewusstsein, nach Hilfe fragen zu können und damit eine negative Situation zu lösen.

 

  • Zeige deinen Kindern, was sie tun können, um Frust oder Wut abzubauen! Benenne die Gefühle, aber schimpfe nicht mit ihnen, weil sie ihre Wut ausdrücken. Verrate ihnen Tricks (tief einatmen, aufs Kissen hauen…) und zeige ihnen, dass du da bist, wenn sie nicht wissen, wie sie etwas lösen sollen.

 

Stokke Tripp Trapp Hochstuhl

Kinder sollten von klein auf am Familientisch mitessen. Foto: Theresa Casamonti

Ob nun auf dem Hochstuhl, der Balancierstange oder dem Kletterbaum: Lasst uns die Hand unserer Kinder halten – ohne sie zurückzuhalten.

Vanessa Hanses

Vor kurzer Zeit hat es meinen Mann, unseren Sohn und mich in den Speckgürtel von Hamburg verschlagen. Viel Grün und dennoch ist das geliebte Stadtleben nicht weit entfernt – perfekte Mischung für unser Familienleben. 2019 wurde unsere Familie komplett und ich bin Mutter eines wunderbaren Sohnes geworden. Wir lieben es im Sommer am Tonteich die Natur zu genießen und zu planschen, allerdings genießen wir auch das Stadtleben an der Alster mit einem leckeren Eis. An der Echte-Mamas-Community schätze ich sehr, dass man mit seinen Fragen nicht allein klarkommen muss und dass die Beiträge nicht verschönt werden, sondern stets authentisch sind.

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