Nub-Theorie: Funktioniert sie wirklich?

Die meisten Bald-Eltern möchten es unbedingt wissen: Wird es ein Mädchen oder ein Junge werden? Die Nub-Theorie spielt für diese Vorhersage eine große Rolle. Sie soll es Ärzten ermöglichen, das Geschlecht bereits sehr früh, nämlich in der 12. Schwangerschaftswoche, zu erkennen. Hier erfährst du alles über die Nub-Theorie und auch, wie sicher sie wirklich funktioniert.

Wann Eltern normalerweise das Geschlecht des Kindes erfahren

Viele Eltern können es gar nicht abwarten, das Geschlecht ihres Kindes zu erfahren. Obwohl das Geschlecht genetisch bereits ab der dritten Schwangerschaftswoche feststeht, kann der Gynäkologe leider erst im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung zuverlässige Angaben machen. Sofern das Baby „zeigefreudig“ ist, wissen die meisten Eltern zwischen der 19. und 22. Schwangerschaftswoche über das Geschlecht Bescheid. Ist das nicht der Fall, dauert manchmal sogar bis zur Geburt, bis endlich Gewissheit besteht.

Ganz anders sieht es bei der Nub-Theorie aus. Sie soll schon beim Ersttrimesterscreening (in der 12. Woche) möglich machen, das Geschlecht des Ungeborenen sicher zu bestimmen. Und zwar durch eine mathematische Berechnung.

Wie funktioniert die Nub-Theorie?

Das englische Wort „Nub“ bedeutet so viel wie „Stummel“. Dieser Begriff spielt auf die äußeren Geschlechtsorgane an, die bei Jungen und Mädchen zu Beginn der Schwangerschaft identisch aussehen und sich erst nach und nach entwickeln. Ungefähr ab der neunten Woche werden die äußeren Geschlechtsmerkmale deutlich sichtbarer. Und es bildet sich eine Noppe (Genitaltuberkel) zwischen den Beinen des Babys.

Und bei der Nub-Therorie kommt es auf die Richtung bzw. den Winkel des ersten kleinen „Geschlecht-Stummels“ an, den man per Ultraschall erkennen kann.

Wie berechnet die Nub-Theorie das Geschlecht?

Die Berechnung der Nub-Theorie ist eigentlich sehr simpel:

  • Bei Jungen soll der Stummel eher nach oben ragen. Wenn der Winkel über 30° zur Wirbelsäule liegt, ist es ein Junge
  • Und wenn der Winkel des Noppen unter oder maximal 30° zur Wirbelsäule liegt, ist es ein Mädchen

Wie kann man die „Noppe“ per Ultraschall besser erkennen?

Alle Ärzte sind bei der Vorhersage des Geschlechts auf das „perfekte“ Ultraschallbild angewiesen. Die Noppe muss auf den Bildern gut erkennbar sein, um die Nub-Theorie überhaupt anwenden zu können. Und dafür muss das Baby gut und ruhig im Bauch liegen, ebenso spielt die Menge an Fruchtwasser und die Dicke der Bauchdecke eine Rolle. Leider kannst du nicht alles beeinflussen, um das „perfekte“ Bild zu bekommen. Allerdings kannst du darauf achten, vor der Untersuchung (am besten schon ein paar Tage vorher) viel zu trinken, damit du genügend Flüssigkeit im Körper hast. Durch die Flüssigkeit sollen bessere Aufnahmen entstehen.

Wie sicher ist die Nub-Theorie?

Leider müssen wir alle Bald-Eltern jetzt enttäuschen. Die Nub-Theorie ist nicht zu 100% sicher. Laut Ärzten liegt die Trefferquote sogar nur bei 50%. Man muss einfach mehr vom Baby erkennen können, um das Geschlecht korrekt vorherzusagen. Die 12. Schwangerschaftswoche ist sehr früh. Aber schon zwei Wochen später, ab der 14. Schwangerschaftswoche, steigt die Treffsicherheit auf über 80 Prozent an.

Darf ich überhaupt das Geschlecht so früh erfahren?

Es ist absolut verständlich, dass du als werdende Mama das Geschlecht deines kleinen Lieblings so früh wie möglich erfahren möchtest. Dennoch schreibt Deutschland strikte Regeln vor, was die Bekanntgabe des Geschlechts angeht. Das deutsche Gendiagnostikgesetz schließt aus, werdende Eltern vor der 12. Schwangerschaftswoche zu informieren.

Somit darf dir dein Arzt, auch wenn er schon früh die Nub-Theorie anwendet und eine Vermutung hat, gar nicht das Geschlecht sagen.

Du musst dich leider gedulden. Der Grund, warum aus dem Geschlecht des Babys vorerst ein Geheimnis gemacht wird, ist simpel: Ärzte möchten damit verhindern, dass sich Frauen für eine Abtreibung entscheiden, sollte das Kind nicht das gewünschte Geschlecht haben. Somit dürfen die Mediziner erst dann Aussagen zum erwartbaren Geschlecht treffen, sobald das Zeitfenster für eine mögliche Abtreibung verstrichen ist.

Fazit zur Nub-Theorie

Die Nub-Theorie hat nur eine sehr geringe Treffsicherheit und für die meisten Ärzte spielt sie keinerlei Rolle, weil sie dir das Geschlecht so früh sowieso nicht mitteilen dürfen. Und es gibt sehr viele Methoden und Theorien, die das Geschlecht eines Babys vorhersagen wollen. Es gibt zum Beispiel auch den „Chinesischen Empfängniskalender“ – aber am Ende können sie dir alle keine 100% Sicherheit geben. Es sind alles nur Vermutungen. Und bei einer Wahrscheinlichkeit von 50%, wie bei der Nub-Theorie, kannst du genauso gut eine Münze werfen.

Wir finden es letzten Endes ohnehin wichtiger, dass das Kind – gleich, welches Geschlecht es hat – gesund und wohlbehalten das Licht der Welt erblickt!

Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern. Ich liebe den Hafen, fotografiere gern, gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Social Media und Texte ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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