Aber wieso lässt Megan ihre Tochter nicht in dem Glauben?
„Ich werde sie einfach nicht wegen etwas anlügen, das unwichtig ist und meiner Meinung nach den Weihnachtsferien schadet. Meine Kinder brauchen weder den Weihnachtsmann noch die Elfen, um an Weihnachten Magie zu empfinden. Ich denke, das tun nur Eltern. Die Botschaft, die die Welt den Eltern vermittelt, ist klar: Weihnachten muss magisch sein, um etwas Besonderes zu sein. Jeder einzelne Tag im Dezember muss von Staunen und Erstaunen erfüllt sein.
Es kann nicht nur gut sein, es muss überirdisch sein. Und da das nicht echt ist, müssen die Eltern es vortäuschen. Sie müssen die Kinder mit Ehrfurcht erfüllen und die Gesetze der Physik brechen. Der Weihnachtsmann muss kommen. Rentiere müssen fliegen. Elfen müssen ankommen. Wir müssen sie anlügen, um ihre kühnsten Träume wahr werden zu lassen. Aber ich möchte lieber, dass meine Tochter mir vertraut; dem vertraut, was ich ihr über die Welt und ihre Funktionsweise erzähle. Für mich reicht kein Spaß aus, um das zu trüben.”
Sie glaubt, dass Eltern über die Härte des Erwachsenwerdens hinwegtäuschen wollen
Wollen Eltern eigentlich mit der Weihnachtsmann-Geschichte nur ihren eigenen Zauber aus der Kindheit wiederfinden? Das vermutet zumindest Megan: „Wir möchten, dass unsere Kinder so viel Magie haben, dass sie dadurch ein glückliches Erwachsenenalter erreichen. Wir wissen, dass das wahre Geheimnis darin besteht, dass Erwachsensein hart ist. Für viele Eltern sind die Feiertage kompliziert, ja sogar schmerzhaft.
Da ich jetzt Mutter bin, verstehe ich den Wunsch, Weihnachten größer und magischer zu gestalten als das wirkliche Leben. Und das Schreiben von Briefen an den Weihnachtsmann ist einfacher und weniger kompliziert als das, worum es an den Feiertagen traditionell geht.”
„Wir wollen uns nicht auf etwas konzentrieren, das nicht real ist.”
Trotzdem möchte Megan nicht, dass ihre Tochter andere Kinder eines Besseren belehrt. „Wir erklärten meiner Tochter, dass wir anderen Kindern, die an den Weihnachtsmann glauben wollen, den Spaß nicht verderben sollten. Hoffentlich wird sie es nicht tun. Bei uns zu Hause wollen wir uns einfach nicht auf etwas konzentrieren, das nicht real ist. Wir wollen uns auf die Familie konzentrieren.
Es erscheint kein magischer Mann mit Geschenken. Aber es gibt noch so viele andere Dinge, auf die man sich freuen kann: Dekorieren, Plätzchenbacken und Einkaufen. Wir trinken Kakao, werfen Schneebälle und fahren singend durch die Gegend, während wir die Lichter betrachten.” Für Megan sind ihre Kinder und ihre kindliche Freude die wahre Magie.
„Meine 4-Jährige weiß, dass es keinen Weihnachtsmann gibt.”
Von
Lena Krause
1. Dezember 2023