Kuhmilchallergie beim Baby: Wie erkennen und behandeln? Tipps & Ideen

Du vermutest eine Kuhmilchallergie bei deinem Baby? Tatsächlich kommt die vermeintliche Unverträglichkeit gar nicht mal so selten vor. Rund zwei bis drei Prozent aller Säuglinge reagieren allergisch auf Milcheiweiß. Bei Kleinkindern unter drei Jahren ist die Kuhmilchallergie sogar die häufigste Allergie. Wir verraten, welche Symptome auftreten können und was du tun kannst!

1. Das Wichtigste auf einen Blick

  • Etwa zwei bis drei Prozent aller Babys und Kleinkinder leidet an einer Kuhmilchallergie.
  • Ursachen für die Kuhmilchallergie bei Säuglingen können erbliche Bedingungen sowie eine zu frühe Aufnahme von Milcheiweißen sein.
  • Stillen kann der Entstehung einer Kuhmilchallergie vorbeugen.
  • Babys mit einer Kuhmilchallergie reagieren häufig mit Hautausschlag, Juckreiz, Bauchschmerzen sowie Blähungen.
  • Bis zum dritten Lebensjahr kann eine Kuhmilchallergie von selbst wieder verschwinden.

2. Was sind die Ursachen einer Kuhmilchallergie beim Baby?

Wusstest du, dass in Kuhmilch mehr als 25 unterschiedliche Eiweiße enthalten sind? Das ist eine ganze Menge, denn all diese können zu einer Allergie führen. Grundsätzlich wird die Kuhmilchallergie hervorgerufen, da das Immunsystem von Babys, Kleinkindern sowie auch Erwachsenen das jeweilige Eiweiß bekämpft. Oftmals reagieren betroffene Personen besonders allergisch auf Kasein und Molkenproteine wie Alpha-Lactalbumin oder Beta-Lactoglobulin.

Bisher konnte medizinisch allerdings noch nicht geklärt werden, warum bestimmte Menschen allergisch auf Kuhmilch reagieren und andere wiederum nicht. Ursächlich können dafür unter anderem erbliche Bedingungen sein.

Hinweis: Auch ein zu früher Verzehr von Kuhmilch (selbst in kleinsten Mengen) kann zu einer Kuhmilchallergie beim Baby führen. Das liegt unter anderem daran, da der Darm in den ersten Lebensmonaten noch nicht zu 100 Prozent ausgereift ist. Die Eiweiße der Kuhmilch gelangen als große Moleküle in den Körper und induzieren eine allergische Reaktion.

Aber auch die fehlende Darmbesiedlung durch Bakterien wirkt bei der Entstehung einer Kuhmilchallergie mit. So kann das Stillen des Babys die Besiedlung des Darmes positiv fördern.

3. Ab wann tritt eine Kuhmilchallergie beim Baby auf?

In den meisten Fällen tritt die Kuhmilchallergie auf, wenn du dein Baby nicht mehr stillst, sondern zu Milchpulver übergehst. Oder wenn du im Rahmen der Beikost Kuhmilch für die Zubereitung des Breis verwendest. Wenn dein Baby sehr empfindlich auf Kuhmilch reagiert, kann es sogar sein, dass es deine Muttermilch nicht mehr verträgt, wenn du selbst Milch trinkst. Das heißt, die Allergie zeigt sich meistens schon in den ersten Monaten oder sogar Wochen.

4. Laktoseintoleranz vs. Kuhmilchallergie – wo ist der Unterschied?

Allergie oder doch Intoleranz? Und was war noch gleich mit einer Unverträglichkeit? Die unterschiedlichen Bezeichnungen können total verwirren. Denn sie alle meinen etwas anderes – wenngleich sie im alltäglichen Sprachgebrauch gerne synonym verwendet werden.

Leidet dein Baby unter einer Laktoseintoleranz, dann fehlt dem kleinen Würmchen im Körper das Enzym Laktase. Das Immunsystem ist hier nicht beteiligt. Mit der richtigen Ernährung stellt das allerdings keinen Verlust der Lebensqualität dar. Lebensbedrohlich ist diese Unverträglichkeit ohnehin nicht.

Wurde allerdings eine Kuhmilchallergie bei deinem Baby diagnostiziert, können die allergischen Reaktionen durchaus heftig ausfallen und sogar in einem allergischen Schock enden. Dieser kann tatsächlich sehr gefährlich für deinen Nachwuchs werden. Zudem spielt das körpereigene Abwehrsystem hier immer eine entscheidende Rolle. Wichtig ist noch zu wissen, dass eine Kuhmilchallergie bis zum dritten Lebensjahr von selbst wieder verschwinden kann. Das sind doch ganz gute Nachrichten!

4. Ist eine Kuhmilchallergie für mein Baby gefährlich?

Ja – es kommt allerdings darauf an, wie stark die Allergie ausgeprägt ist, und wie heftig dein Baby auf die Milch reagiert. Im schlimmsten Fall kann es zu einem allergischen Schock kommen, der für dein Kind lebensgefährlich werden kann. Das heißt natürlich nicht, dass jedes Baby so reagieren muss! Trotzdem ist es wichtig, nichts zu riskieren und auf Milchprodukte zu verzichten.

5. Welche Symptome verursacht eine Kuhmilchallergie beim Baby?

Eine Kuhmilch beim Baby zu diagnostizieren ist gar nicht so einfach. Das liegt daran, dass das Erscheinungsbild erheblich variieren kann und die Symptome oftmals nicht in Zusammenhang miteinander gebracht werden. Folgende Symptome sind bei einer Baby-Kuhmilchallergie besonders typisch:

  • Hautausschlag
  • Neurodermitis
  • Juckreiz
  • Ekzeme
  • Nesselsucht
  • krampfartige Bauchschmerzen
  • Blähungen sowie Koliken
  • chronischer Durchfall
  • Blut im Stuhl
  • Entzündung des Darms
  • Übelkeit (teilweise auch Erbrechen)
  • Asthma
  • Heiserkeit
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • laufende Nase
  • Unruhe
  • bitterliches Weinen
  • Neurodermitis

Ist dein Baby von einer Kuhmilchallergie betroffen, äußert sich dies vielfach über die Haut, den Magen-Darm-Trakt sowie über die Atemwege. Grundsätzlich treten die Symptome im Laufe der ersten Lebensmonate auf – und dann entweder direkt nach dem Essen oder einige Stunden bis Tage später.

Wichtig: Selbst bei Babys, die ausschließlich gestillt werden, kann sich eine Allergie entwickeln. Ursache ist dafür das Konsumieren von Kuhmilch durch die Mutter. Bemerkst du bei deinem Schatz ein bestimmtes Verhalten sowie Symptome, die auf eine Kuhmilchallergie hindeuten können, dann ab zum Kinderarzt/ Kinderärztin.

6. Diagnose: Wie wird ein Baby auf Kuhmilchallergie getestet?

Wenn du den Verdacht hast, dass dein Baby an einer Kuhmilchallergie leidet, solltest du das unbedingt mit deinem Kinderarzt besprechen. Er wird dich zunächst genau dazu befragen, welche Symptome dein Baby zeigt, und wann diese auftreten. Ein Ernährungstagebuch kann hier sehr hilfreich sein. Für die genaue Diagnose hat er Arzt dann mehrere Möglichkeiten:

Prick-Test

Beim so genannten Pricktest ritzt er einen kleinen Kratzer auf die Haut am Arm und gibt ein bisschen des Allergens darauf. Wenn eine Allergie vorliegt, fängt die Stelle relativ schnell an zu jucken, und es bildet sich eine Pustel.

Blut-Test

Bei einem Blut-Test schaut der Kinderarzt, ob das Blut deines Babys spezielle Antikörper (IgE-Antikörper) gegen Kuhmillch enthält. Daran kann er erkennen, ob dein Kind eine Allergie entwickelt hat oder möglicherweise „nur“ eine Lactoseintoleranz. In diesem Fall sind nämlich keine Antkörper in seinem Blut vorhanden.

Eliminationsdiät

Wenn der Verdacht sich erhärtet hat, dass dein Baby unter einer Kuhmilchallergie leidet, wird der Kinderarzt euch vielleicht zu einer Eliminatiuonsdiät raten. Das bedeutet, dass du Kind über einen Zeitraum von etwa vier Wochen komplett milchfrei ernährst und dabei schaust, ob die Symptome sich bessern oder vielleicht sogar ganz verschwinden.

Provokationstest

Zur Absicherung der Diagnose kann der Kinderarzt auch einen so genannten Provokationstest durchführen. Dabei bekommt dein Baby unter Aufsicht nach und nach etwas Kuhmilch, und die Menge wird langsam gesteigert, bis Symptome auftreten.

7. Mein Baby hat eine Kuhmilchallergie – was kann ich tun?

Bei einer diagnostizierten Kuhmilchallergie ist der Verzehr von Produkten mit Milcheiweiß für betroffene Kids absolut tabu. Grundsätzlich kannst du aber auch schon vorab einige Schritte unternehmen, um das Risiko für die Entstehung einer Allergie so gering wie möglich zu halten:

  • Stillen: Über die Muttermilch wird der Säugling mit wichtigen Nährstoffen versorgt. Gleichzeitig schützt das Stillen vor Allergien. Grund: In der Muttermilch sind immunologischen Komponente enthalten, welche einen natürlichen Immunschutz bieten.
  • Hypoallergene Anfangsnahrung: Wird dein Spatz nicht gestillt oder ist dein Baby womöglich für eine Allergie gefährdet, wird von Experten oft zu einer sogenannten HA-Säuglingsanfangsnahrung geraten. Dadurch wird in den ersten vier bis sechs Lebensmonaten der Ausbruch einer Allergie reduziert.
  • Therapeutische Maßnahmen: Konnte bei deinem Baby bereits eine Kuhmilchallergie nachgewiesen werden, ist der Griff zur Spezialnahrungen auf Basis stark aufgespaltener Kuhmilcheiweißmoleküle empfehlenswert. Diese basiert auf freien sowie nicht allergenen Aminosäurenmischungen.

7. Kuhmilchallergie – was kann mein Baby jetzt essen?

Wenn bei deinem Baby eine Kuhmilchallergie festgestellt wurde, solltest du Milch grundsätzlich von seinem Speiseplan streichen. Aber keine Sorge: Es gibt viele gute Alternativen, die dein Kind trotzdem mit allen wichtigen Stoffen versorgen, die es für seine gesunde Entwicklung braucht:

  1. Ein prima Ersatz für Kuhmilch sind unter anderem Mandelmilch, Hafermilch, Sojamilch sowie Reismilch. Achte darauf, dass die Produkte mit „Kalzium angereichert“ wurden.
  2. Wichtige Nährstoffe, die in der Kuhmilch enthalten sind, sind Kalzium, tierisches Eiweiß, Vitamin B2 und Jod.
  3. Einige Gemüsesorten (wie Spinat, Fenchel oder Brokkoli), Nüsse, Kräuter sowie Hülsenfrüchte enthalten nennenswerte Mengen von Kalzium. Zusätzlich sollte der tägliche Bedarf deines Kindes durch kalziumreiches Mineralwasser gedeckt werden. Die Einnahme eines Präparates mit Kalzium ist ebenso denkbar.
  4. Kartoffeln, Hülsenfrüchte, mageres Fleisch und Getreideprodukte decken den Bedarf an Eiweiß.
  5. Für eine ausreichende Menge an Vitamin B2 sind Fleisch, Vollkornprodukte, Gemüse (etwa Brokkoli, Erbsen, Rosenkohl, Mais, Grünkohl, Fenchel, Endivien), Kartoffeln und Weizenkeimlinge zu empfehlen.
  6. Frischer Seefisch enthält zudem Jod. Mag dein Kind keinen Fisch, kannst du auch über die Gabe von Jodtropfen nachdenken.
  7. Beliebte Süßigkeiten, die ohne Milcheiweiß auskommen, sind unter anderem Weingummi, Wackelpudding, Sorbet, Wassereis oder Zartbitterschokolade.

8. Bleibt eine Kuhmilchallergie für immer?

So lästig eine Kuhmilchallergie beim Baby auch ist – es gibt auch eine gute Nachricht! Bei sehr vielen Kindern verschwindet sie nämlich auch wieder. Die meisten sind sie sogar schon bis zum dritten Lebensjahr wieder los. Und wenn die Kinder in die Schule kommen, vertragen rund 90 % von ihnen wieder Milchprodukte.

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Leidet dein Baby womöglich an einer Kuhmilchallergie? Welche Tipps hast du in diesem Fall für andere Mamas aus unserer Community auf Lager? Wir freuen uns auf deinen Kommentar!

Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern.
Seit 2015 sind wir Eltern einer zauberhaften Tochter. Zwei Jahre später kam ihr kleiner Bruder auf die Welt, und unsere Familie war komplett. Zusammen sind die beiden ein unschlagbares Team, das sich nur allzu gern gegen Mama und Papa verbündet.

Abgesehen von meiner Familie liebe ich den Hafen, fotografiere gern und gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Texte und Social Media ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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