Laktoseintoleranz Kinder: Was tun bei Bauchschmerzen & Co.?

Durchfall, Bauchschmerzen oder Blähungen – fiese Anzeichen, die auf unterschiedliche Erkrankungen hinweisen können. Nicht selten ist Milchzucker der Auslöser. Eine Laktoseintoleranz bei Kindern tritt oftmals erst ab dem Vorschulalter auf und äußert sich auf verschiedene Art und Weise. Wir verraten, was genau hinter der Unverträglichkeit steckt und geben Tipps, wie ihr den Alltag als Familie mit einem veränderten Speiseplan bestens meistert!

1. Wie entsteht eine Laktoseintoleranz?

Eines direkt vorweg: Eine Laktoseintoleranz bei Kindern hat nichts mit einer klassischen Allergie gegen Kuhmilch zu tun. Den betroffenen Kids fehlt „lediglich“ das Enzym, welches den Milchzucker spaltet. Wie genau sich Unverträglichkeit und Allergie voneinander unterscheiden, verraten wir dir etwas später.

Eine Laktoseintoleranz entsteht – wie bereits angeteasert – durch das Fehlen von Laktase. Dieses Enzym ist im menschlichen Körper für das Aufspalten des Milchzuckers (Laktose) verantwortlich. Leidet dein Spatz an einer Laktoseintoleranz, gelangt der Zweifachzucker Laktose unverdaut in den Dickdarm und verursacht dort Gärungsprozesse. Die Folge: Nach dem Verzehr von Milchprodukten reagieren Kinder mit einer Laktoseintoleranz etwa 30 Minuten oder drei Stunden später mit unangenehmen Bauchkrämpfen, Blähungen oder Durchfall.

Die unterschiedlichen Formen der Laktoseintoleranz

Beschäftigt man sich etwas intensiver mit dem Thema „Laktoseintoleranz Kinder“ stellt man schnell fest, dass es nicht nur die EINE Art der Unverträglichkeit gibt. Tatsächlich kann eine Intoleranz gegenüber Milchzucker verschiedene Formen sowie Ausprägungen aufweisen:

  • Die sogenannte endemische Laktoseintoleranz ist die häufigste Form der Milchzucker-Unverträglichkeit und liegt in den Genen. In Deutschland sind etwa 10 bis 15 Prozent der Erwachsenen von dieser Art betroffen.
  • Fehlt die Enzymbildung bei Babys bereits von Geburt an, liegt ein kongenitaler (also kompletter) Laktasemangel Die sogenannte Alaktasie ist super selten und wird auf einen vererbten Gendefekt zurückgeführt.
  • Ebenso selten ist ein entwicklungsbedingter Laktasemangel. Hiervon sind vor allem Frühchen betroffen, die vor der 34. SSW geboren werden. Der Grund: Eine unvollständig entwickelte Schleimhaut des Darms. Glücklicherweise ist diese Form der Laktoseintoleranz heilbar und bildet sich im Laufe des Lebens zurück.
  • Wird die Dünndarmschleimhaut geschädigt, kann dies eine sekundäre Laktoseintoleranz begünstigen. Aber auch hier lässt sich die Unverträglichkeit mit einer geeigneten Behandlung bekämpfen.

2. Kinder und Laktoseintoleranz vs. Kuhmilchallergie

Unverträglichkeit, Intoleranz oder Allergie. Ja, was denn nun? Nicht selten werden diese drei Begriffe ganz unbewusst verwechselt oder im Sprachgebrauch einfach als Synonyme füreinander verwendet. Halt Stop! Hier müssen wir jetzt einmal kurz eingreifen. Denn eine Allergie hat nichts mit einer Intoleranz zu tun – und umgekehrt.

Wurde bei deinem Nachwuchs eine Laktoseintoleranz diagnostiziert, ist das Enzym Laktase im Körper nicht vorhanden. Das klingt jetzt schlimmer, als es tatsächlich ist. Denn mit der richtigen Ernährung lässt sich eine Laktoseintoleranz bei Kindern super in den Griff bekommen. Zudem ist eine Unverträglichkeit gegen Milchzucker nicht lebensbedrohlich. Bei einer Allergie sieht das schon etwas anders aus.

Hat dein Spatz nämlich eine Kuhmilchallergie, reagiert der Körper allergisch (z. B. durch einen roten Ausschlag im Gesicht, tränende Augen, verstopfte Nase) auf bestimmte Eiweiße, welche in der Milch enthalten sind – und das kann unter Umständen sehr gefährlich werden und in einem allergischen Schock enden. Allerdings kann auch eine Milcheiweß-Allergie bis zum dritten Lebensjahr von selbst wieder verschwinden.

3. Wie äußert sich eine Laktoseintoleranz bei Kindern?

Ob Laktoseintoleranz Baby, Kinder oder Erwachsener – die Anzeichen für die Unverträglichkeit unterscheiden sich in der Regel nicht großartig voneinander. Diese Symptome sind besonders typisch für eine Laktoseintoleranz bei Kindern:

  • breiiger oder wässriger Stuhlgang
  • starke Blähungen
  • häufiges Pupsen
  • krampfartige Bauchschmerzen
  • Übelkeit (selten auch Erbrechen)
  • unangenehme Verstopfungen
  • laute Darmgeräusche
  • klassisches Völlegefühl

Ab welchem Alter tritt eine Laktoseintoleranz bei Kindern auf?

Rein theoretisch kann eine Laktoseintoleranz bereits bei Babys auftreten. Allerdings kommt das tatsächlich äußerst selten vor. Oftmals tritt die Unverträglichkeit gegen Milchzucker bei Kindern im Vorschulalter – also ab fünf Jahren bis zur Pubertät auf. Eine Kuhmilchallergie kann sich dagegen schon im frühen Kleinkindalter bemerkbar machen.

4. Laktoseintoleranz Kinder – und jetzt?

Möchtest du die Laktoseintoleranz bei deinem Kind möglichst schnell in den Griff bekommen, solltest du erst einmal herausfinden, wie stark die Unverträglichkeit wirklich ausgeprägt ist. Denn nicht jedes Kind reagiert gleich „schlimm“ auf Milchzucker. Ebenso kann sich die Menge an Laktose unterscheiden, die schlussendlich zu Beschwerden im Magen-Darm-Trakt führt. Einige Kids reagieren bereits auf kleinste Mengen Laktose mit starken Schmerzen. Andere Rabauken wiederum bemerken erst bei einer Laktosemenge über zehn Gramm am Tag ein Ziepen oder ähnliches.

Tipp: Verzichtet für vier Wochen komplett auf laktosehaltige Lebensmittel! Anschließend steigerst du die Menge an Milchzucker ganz langsam. Achte unbedingt darauf, bei welchen Nahrungsmitteln Beschwerden auftreten und bei welchen nicht.

Hast du den Verdacht, dass dein Kind an einer Laktoseintoleranz leidet, dann solltest du zunächst sowieso immer mit deinem Kinderarzt/Kinderärztin sprechen. Oft können Laktasetabletten wunderbar helfen. Diese aber bitte niemals ohne fachlichen Rat einfach so verabreichen.

5. Ernährung bei Laktoseintoleranz bei Kindern: Ideen und Rezepte

Gute Nachrichten für Kinder mit Laktoseintoleranz: Ihr müsst nicht euer Leben lang auf Milchprodukte verzichten. Viele Betroffene kommen trotz Unverträglichkeit problemlos mit Hartkäse und Joghurt klar. Mittlerweile gibt es auch viele laktosefreie „Milchprodukte“ und in vielen Fällen verschwindet die Laktoseintoleranz nach einiger Zeit sogar wieder.

Zu finden ist Laktose übrigens in allem wo Milch, Sahne, Joghurt, Molke oder Milchpulver draufsteht. Ziemlich gut versteckt ist der Milchzucker zudem in zahlreichen Fertigprodukten, wie Eis, Fertigsuppen, Wurst, Backwaren, Snacks mit Schoki und, und, und … Besonders viel Milchzucker enthält:

  • Kuhmilch
  • Schafsmilch
  • Ziegenmilch
  • Milchspeise- bzw. Sahneeis
  • Milchpulver
  • Vollmilchschokolade
  • Schmelzkäse

Sehr wenig Milchzucker ist vor allem in:

  • Butter
  • Mozzarella
  • Feta
  • Zartbitterschokolade
  • verschiedenen Käsesorten

Rezepte, welche mit viel Obst, Gemüse, Fleisch sowie Getreideprodukte zubereitet werden, sind meist dagegen völlig unbedenklich. Grundsätzlich solltest du im Supermarkt aber ein Auge auf die Inhaltsstoffe der einzelnen Produkte haben. Ist dir das zu mühsam, dann schwing doch gerne selbst den Kochlöffel – schmeckt ohnehin viel besser! Wie wäre es mit Apfelpfannkuchen ohne Milch oder einem leckeren Obstbrot für Kinder?

Vegane Rezepte für Kinder, die sich schnell sowie einfach zubereiten lassen, super lecker schmecken und noch dazu ganz ohne Milch auskommen, findest du hier in diesem Artikel.

Laktoseintoleranz bei Kindern – kommt dir das bekannt vor? Falls ja, welche Rezepte ohne Milchzucker kannst du empfehlen? Wir freuen uns auf deine Tipps in den Kommentaren!

Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern.
Seit 2015 sind wir Eltern einer zauberhaften Tochter. Zwei Jahre später kam ihr kleiner Bruder auf die Welt, und unsere Familie war komplett. Zusammen sind die beiden ein unschlagbares Team, das sich nur allzu gern gegen Mama und Papa verbündet.

Abgesehen von meiner Familie liebe ich den Hafen, fotografiere gern und gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Texte und Social Media ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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