Nussallergie beim Kind: Symptome, Ursachen & Behandlung

Nussallergie Kind – gefährlich oder harmlos? Tatsächlich solltest du eine Nussallergie bei deinem Nachwuchs nicht auf die leichte Schulter nehmen. Oftmals reichen schon kleinste Spuren von Nüssen aus, um eine schwere allergische Reaktion zu verursachen. Damit dein kleiner Wirbelwind dennoch unbeschwert zugreifen kann und euer Alltag erleichtert wird, sind klare Verhaltensregeln ein Muss. Hier kommen unsere Tipps und Hinweise!

1. Das Wichtigste auf einen Blick

  • In den meisten Fällen wird eine Nussallergie beim Kind durch bestimmte Eiweiße ausgelöst.
  • Dabei sind sich viele Nussarten sehr ähnlich, sodass viele verschiedene Nüsse eine Allergie auslösen können.
  • Die Symptome reichen von einem leichten Kribbeln im Mund bis hin zu Atemnot, Kreislaufkollaps und anaphylaktischem Schock.
  • Leidet dein Kind unter einer Nussallergie, ist es wichtig, komplett auf Nüsse zu verzichten.
  • Bei einer starken Ausprägung sollte es immer ein Notfallset bei sich haben.

2. Wie entsteht überhaupt eine Nussallergie?

Der genaue Auslöser für eine Nussallergie lässt sich nicht so ohne Weiteres bestimmen. Das liegt vor allem daran, dass es viele verschiedene Nüsse gibt, die eine allergische Reaktion hervorrufen können. Dementsprechend viele Nussallergene gibt es eben auch. Grundsätzlich ist es aber so, dass jede Nussart über eigene Eiweiße verfügt, auf die das betroffene Kind (im Rahmen einer primären Nahrungsmittelallergie) reagiert. In der Regel handelt es sich dann um Proteine, die für das Wachstum der Pflanze essenziell sind – sogenannte Speicherproteine.

Nicht selten ähneln sich die allergieauslösenden Proteine der einzelnen Nussarten untereinander, sodass aufgrund dessen viele verschiedene Nüsse eine Abwehrreaktion des Körpers auslösen können. Übrigens kommen die Allergene auch in Blütenpollen vor.

Besonders häufig kommt eine Nussallergie bei diesen Nussarten vor:

  • Haselnuss
  • Mandel
  • Pistazie
  • Walnuss
  • Cashewnuss
  • Pekannuss
  • Paranuss
  • Macadamianuss
  • Queenslandnuss

Wusstest du, dass die Nussallergie zu den häufigsten Lebensmittelallergien gehört? In Europa leiden etwa 1,4 Prozent der Erwachsenen und Kinder darunter.

3. Nussallergie beim Kind: Welche Symptome können auftreten?

Leidet dein Würmchen unter einer Nussallergie, treten die ersten Symptome binnen weniger Minuten nach dem Verzehr auf. Ebenso können mögliche Beschwerden etwas verzögert auftreten. Ist die Allergie sogar sehr stark ausgeprägt, können schon kleinste Mengen von Nusspartikeln allergische Beschwerden auslösen – das gilt auch für den bloßen Hautkontakt oder für das Einatmen.

Grundsätzlich ähneln die Symptome der Nussallergie denen der Erdnussallergie und können unter anderem Atmung, Haut sowie Schleimhäute, Augen, den Verdauungstrakt oder das Herz-Kreislauf-System betreffen. Dabei werden ein Kribbeln auf der Zunge oder auch das Jucken des Gaumens als leichte Symptome bezeichnet. Bei einer starken Ausprägung der Nussallergie kann es aber auch zum Kreislaufkollaps, Atemnot oder sogar zur Erstickung kommen (oder auch anaphylaktische Reaktion).

4. Mein Kind hat eine Nussallergie – und jetzt?

Stellt sich heraus, dass dein Schatz allergisch auf Schalenfrüchte reagiert – keine Panik! Natürlich ist es jetzt wichtig, dass es deinem Würmchen gut geht, und es in Zukunft komplett auf Nüsse verzichtet. Mit ein paar Tipps sowie Verhaltensregeln lässt es sich mit einer Nussallergie aber relativ gut leben und es muss auf (fast) nichts verzichtet werden.

Möchtest du die Nussallergie bei deinem Kind zudem möglichst schnell „in den Griff“ bekommen, ist es für alle Beteiligten wichtig zu wissen, wie stark die Allergie ausgeprägt ist. Denn nicht alle Kids reagieren gleich intensiv auf den Kontakt mit Schalenfrüchten.

Behandlung der Nussallergie beim Kind

Für dich als Mama (oder auch Papa) ist das Lesen von Etiketten und Verpackungen ab jetzt absolute Pflicht. Sollten Unsicherheiten bestehen, dann verzichte lieber auf das jeweilige Produkt. Vor allem die Allergene bei Hasel- und Erdnüssen können nicht unschädlich gemacht werden. Bei Mandeln sieht es dagegen schon wieder etwas anders aus: Durch das Schälen kann das allergene Potenzial um ein Vielfaches verringert werden. Gehe dennoch lieber immer auf Nummer sicher und streiche derartige Lebensmittel vom Speiseplan. Laut EU-Verordnung müssen Allergene seit 2014 auf der Verpackung von Lebensmitteln klar erkennbar gekennzeichnet sein.

Wichtig: Nüsse kommen oft auch in versteckter Form in Lebensmitteln vor – hier ist Vorsicht geboten:

  • Marzipan
  • Nougat
  • Brot und andere Backwaren
  • Kekse
  • Müsli- sowie Getreidemischungen
  • Kartoffelprodukte
  • verschiedenste Fertiggerichte
  • Schokolade sowie Kakaoerzeugnisse
  • Süßigkeiten
  • Margarine
  • Öle

So gehst du im Notfall richtig vor!

Eine Nussallergie lässt sich leider nicht heilen. Daher ist es besonders wichtig, dass du im Fall der Fälle richtig reagierst. Sollten Beschwerden bei deinem Kind auftreten, behandle diese symptomatisch. Das können unter anderem juckreizstillende sowie abschwellende Maßnahmen sein. Auch eine Stabilisierung des Herz-Kreislauf-Systems kann unter Umständen notwendig sein. Hierfür werden vorrangig die Beine im Liegen hochgelagert.

Ist die Nussallergie stark ausgeprägt, solltest du für deinen Schatz immer ein Notfallset mit folgendem Inhalt griffbereit haben:

  • Adrenalinautoinjektor
  • Antihistaminikum
  • Asthmaspray
  • Präparat mit Kortison

5. Ernährung bei Nussallergie bei Kindern: Tipps und Ideen

In Sachen Nussallergie ist vor allem das Wissen über die Inhaltsstoffe von Lebensmitteln für Eltern unerlässlich. Dadurch lässt sich schon einiges an Prävention leisten. Auch folgende Tipps helfen beim Umgang mit einer Nussallergie und schaffen einen normalen Alltag für die Kleinen:

  • Betroffene Kinder sollten Lebensmittel nur verzehren, die von den Eltern „freigegeben“ wurden.
  • Sollte dein Spatz schon lesen können, erkläre ihm die Zutatenliste ganz genau.
  • Achte darauf, dass dein Kind das Notfallset (bei starker Ausprägung der Allergie) stets bei sich trägt.
  • Das gründliche Waschen der Hände ist vor jedem Essen ein Muss.
  • Dein Kind sollte sowohl Teller und Becher als auch Besteck, Flaschen sowie Strohhalme nicht mit anderen teilen.
  • Küsse auf den Mund sollten ebenfalls vermieden werden – vor allem, wenn unsicher ist, ob die andere Person nicht doch Nüsse gegessen hat.
  • Bringe deinem Nachwuchs bei, „nein“ zu sagen – ist grundsätzlich für alle Lebensbereiche immer wichtig.
  • Ist eine potenzielle, nussige Gefahrenquelle vorhanden, sollte diese durch einen Erwachsenen beseitigt werden.

Tipp: Oftmals können gerade kleinere Kinder noch nicht einschätzen, was es heißt, unter einer Nussallergie zu leiden. Damit du deinem Würmchen kein Gefühl des „Ausgeschlossenseins“ vermittelst, solltest du immer eigene Süßigkeiten dabei haben und diese auch im Kindergarten etc. von den entsprechenden Personen deponieren lassen.

Interessierst du dich auch für andere Allergien sowie Unverträglichkeiten beim Kind – schau gerne hier:

Musstest du dich bereits mit dem Thema Nussallergie beim Kind beschäftigen? Falls ja, welche Tipps und Verhaltensregeln kannst du unserer Community für den Alltag mit den Kleinen empfehlen? Wir freuen uns auf deinen Kommentar!

Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern.

Seit 2015 sind wir Eltern einer zauberhaften Tochter. Zwei Jahre später kam ihr kleiner Bruder auf die Welt, und unsere Familie war komplett. Zusammen sind die beiden ein unschlagbares Team, das sich nur allzu gern gegen Mama und Papa verbündet.

Abgesehen von meiner Familie liebe ich den Hafen, fotografiere gern und gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Texte und Social Media ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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