Chinesisches Essen in der Schwangerschaft: meiden oder genießen?

Du erwartest ein Baby und hast Heißhunger auf Ente süß-sauer und Co.? Verstehen wir gut! Allerdings sind ja leider nicht alle Lebensmittel für Schwangere auch erlaubt. Ob du chinesisches Essen in der Schwangerschaft bedenkenlos genießen kannst oder es lieber meiden solltest und alle wichtigen Infos zum Thema plus ein leckeres Rezept liest du hier.

1. Das Wichtigste zu chinesischem Essen in der Schwangerschaft

  • Grundsätzlich ist chinesisches Essen auch während der Schwangerschaft erlaubt.
  • Allerdings enthält es häufig viel Salz, Zucker und Fett.
  • Außerdem wird es oft mit Glutamat zubereitet, das viele Schwangere nicht vertragen, und das sich auch negativ auf dein Baby auswirken kann.
  • Auf frische Sprossen solltest du als Schwangere verzichten.
  • Wenn du gern chinesisch essen möchtest, solltest du es am besten selbst kochen, statt zu Fertiggerichten zu greifen. So weißt du ganz genau, was drin ist.

2. Ist chinesisches Essen während der Schwangerschaft erlaubt?

Ja, grundsätzlich dürfen auch Schwangere chinesisch essen. Allerdings solltest du es (wie mit fast allem) nicht übertreiben. Außerde, gibt es einige Zutaten, die du als werdende Mama lieber meiden solltest. Welche das sind, und worauf du achten musst:

1. Salz- (und Natrium-) Gehalt in chinesischem Essen

Chinesisches Essen ist oft sehr salzhaltig. Egal ob aus Supermärkten oder Restaurants, die meisten Fertiggerichte enthalten (zum Teil deutlich) mehr als 3 Gramm Salz, was der Hälfte der empfohlenen Tagesdosis der Weltgesundheitsorganisation entspricht, die maximal 5g Salz pro Tag empfiehlt.

In der Schwangerschaft ist dein Salzbedarf der gleiche wie bei nicht schwangeren Frauen, allerdings kann zu viel Salz deinen Blutdruck beeinflussen oder zu unerwünschten Schwellungen (Ödemen) beitragen. Deshalb ist es eine gute Idee, deine Natrium- und Salzaufnahme während der Schwangerschaft zu kontrollieren.

Damit du den hohen Salzgehalt von chinesischem Essen etwas ausgleichen kannst, solltest du am besten Gerichte mit gedünstetem Gemüse wählen und zusätzliche Sojasauce zu deinen Mahlzeiten vermeiden.

2. Zucker in chinesischem Essen

Einige chinesische Gerichte sind sehr zuckerhaltig, abhängig von der verwendeten Sauce. In der Regel enthalten alle süß-sauren Gerichte sehr viel Zucker. Grundsätzlich sollten Frauen täglich nicht mehr als 25 g Zucker essen – das gilt auch in der Schwangerschaft. Der Verzehr von zu viel Zucker kann gesundheitliche Probleme verursachen, darunter ein höheres Risiko für Schwangerschaftsdiabetes. Außerdem kann zu viel Zucker auch die Gehirnentwicklung deines Babys negativ beeinflussen.

Deshalb am besten immer daran denken: Ab und zu chinesisch essen ist natürlich auch für Schwangere vollkommen in Ordnung. Übertreiben solltest du es damit aber nicht.

3. Kalorien und Fett in chinesischen Lebensmitteln

Einige frittierte chinesische Gerichte sind ölig und enthalten viel Fett. Wie bei anderen Gerichten auch, solltest du frittierte Speisen nur in Maßen essen, da sie sehr viele Kalorien und gesättigte Fette enthalten. Einige Beispiele für fettige Speisen in der chinesischen Küche sind Wan Tans oder Frühlingsrollen.

4. Glutamat (MNG)

Glutamat (Mononatriumglutamat) wird bei chinesischem Essen häufig als Geschmacksverstärker benutzt. Es gibt keine offiziellen Studien, die in Glutamat für Schwangere eine Gefahr sehen. Dennoch solltest du möglichst darauf verzichten. Denn Glutamat hat den Ruf, ein Nervengift zu sein, und zu viel davon kann dir und deinem Baby schaden.

Es gibt keine eindeutigen Studien, die beweisen, dass Glutamat einen Einfluss auf Krankheiten wie Hirnhautentzündungen hat, aber Experimente an Mäusen haben gezeigt, dass Glutamat zum Absterben von Gehirnzellen führen kann. Und, wenn du eine Allergie gegen Glutamat hast oder besonders empfindlich darauf reagierst, solltest du es strikt meiden. Mögliche Reaktionen können Kopfschmerzen, Herzklopfen, Taubheitsgefühle, Rötungen oder Kribbeln sein.

Gerichte mit Glutamat enthalten typischerweise nicht mehr als 0,5 Gramm, daher ist es unwahrscheinlich, dass du negativ auf Glutamat reagierst, es sei denn du bist besonders empfindlich. Trotzdem: Wenn du die Wahl hast, entscheide dich am besten für Alternativen ohne Glutamat.

Tipps für gesundes chinesisches Essen in der Schwangerschaft

Wenn du Heißhunger auf chinesisches Essen hast, sind selbst gemachte Gerichte eine tolle Alternative. Denn sie sind im Normalfall viel gesünder als Fertiggerichte aus dem Supermarkt oder auch im Restaurant.

Wir haben einige Tipps für dich zusammengestellt, wie du gesündere chinesische Gerichte zubereiten kannst:

  1. Verwende Austernsauce oder Chilisauce zum Würzen oder Dippen anstelle von Sojasauce (um Natrium zu sparen).
  2. Am besten nimmst du leichte Öle zum Anbraten und vermeidest frittierte Speisen (um den Fettgehalt zu senken).
  3. Wähle gedämpften, braunen Reis, der fettarm und voller Nährstoffe ist, und meide weiße Reis, der arm an Ballaststoffen und Vitaminen ist.
  4. Backe Wan Tan und Frühlingsrollen im Ofen, statt sie zu frittieren, und verwende Reispapier für Frühlingsrollen.
  5. Füge viele köstlich knackige chinesische Gemüsesorten zu deinen Gerichten hinzu: Wasserkastanien, Mungobohnensprossen, Kohl (alle Sorten), Pilze, Lauch, Frühlingszwiebeln, Brokkoli, Pak Choi, Mais…

3. Ich bin schwanger und muss von chinesischem Essen erbrechen

Keine Sorge: Damit bist du nicht allein. Viele Schwangere vertragen chinesisches Essen plötzlich nicht mehr oder haben sogar einen regelrechten Ekel davor. Oft liegt das an dem oben erwähnten Glutamat, das in der asiatischen Küche häufig als Geschmacksverstärker verwendet wird. Durch die hormonelle Umstellung des Körper während der Schwangerschaft reagieren viele Frauen darauf sehr empfindlich, auch wenn sie es vorher ohne Probleme vertragen haben. In diesem Fall hilft leider nur eins: Für den Rest der Schwangerschaft auf chinesisches Essen verzichten – oder sichergehen, dass es ohne Glutamat zubereitet wird.

4. Darf ich als Schwangere chinesisch essen gehen?

Prinzipiell spricht nichts dagegen, dass du dir als werdende Mama einen Besuch im chinesischen Restaurant gönnst. Du solltest allerdings darauf achten, dass die Gerichte gut durchgegart sind und kein rohes Fleisch bzw. keinen rohen Fisch enthalten. Sushi ist also leider tabu – es sei denn, du entscheidest dich für die vegetarische Variante.

Außerdem verträgt wie gesagt nicht jede Schwangere Glutamat. Am besten fragst du einmal nach, ob der Geschmacksverstärker bei deinem Wunsch-Gericht zum Einsatz kommt – oder ob es möglich ist, darauf zu verzichten.

Und noch ein wichtiger Tipp: Viele chinesische Gerichte enthalten rohe, frische Sprossen. Die wiederum sind relativ häufig mit Bakterien belastet, die für dich und dein ungeborenes Baby gefährlich werden können. Deshalb solltest du sie während der Schwangerschaft nicht essen.

5. Rezept: chinesisches Essen in der Schwangerschaft selber machen

Wenn du dir dein chinesisches Essen selber kochen möchtest, haben wir hier ein einfaches und leckeres Rezept für dich:

Frühlingsrollen mit Reispapier

Das brauchst du

1 Möhre
5 Stiele Thai-Basilikum
4 Frühlingszwiebeln
12 Blätter Reispapier
60 g Reisnudeln
Salz
200 g Tiefseegarnelen (geschält und gekocht)
3 EL Chilisauce

Und so wird’s gemacht

  1. Wasche die Möhre und schäle sie. Dann quer halbieren, längs erst in dünne Scheiben und dann in feine Streifen schneiden.
  2. Jetzt wäschst du die Sprossen in einem Sieb gründlich und lässt sie gut abtropfen.
  3. Dann das Basilikum waschen, trockenschütteln und die Blätter abzupfen.
  4. Putze die Frühlingszwiebeln, wasche sie und schneide sie schräg in dünne Scheiben.
  5. Lege die Reispapierblätter zwischen 2 feuchte Küchentücher, damit sie weich werden.
  6. Koche inzwischen die Reisnudeln nach Packungsanleitung in Salzwasser. Gieße sie ab, spüle sie kalt ab und lasse sie abtropfen.
  7. Lege in die Mitte der Reispapierblätter jeweils 2 Basilikumblätter, 2 Garnelen, ein wenig von den Nudeln, Frühlingszwiebeln, und Möhren Beträufle die Füllung mit etwas Chilisauce.
  8. Klappe und rolle das Reispapier nun so, dass 12 Rollen entstehen.
  9. Koche in einem großen Topf Wasser. Lege die Frühlingsrollen in einen Dämpfeinsatz und lass sie zugedeckt im heißen Wasserdampf 4-5 Minuten garen. Fertig!

Mehr Tipps zum Thema „Ernährung in der Schwangerschaft“ bekommst du hier >>>

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Maria Romanska

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