Baby weint im Schlaf: Das sind die Gründe!

Dein Baby weint im Schlaf?  Besonders nachts wird Babygeschrei für Eltern schnell zur Zerreißprobe ihrer Nerven.Früher als tagsüber droht die Stimmung von fürsorglicher Geduld in verzweifelte Hilflosigkeit zu kippen. Geht es dir genauso? Dann ist es vermutlich nur ein schwacher Trost, wenn wir dir sagen: „Damit bist du nicht allein!“. Dass es kein Dauerzustand sein muss, wenn dein Baby im Schlaf weint, den es einfach nur auszusitzen gilt, klingt vermutlich nach besserer Nachricht, oder?

Wir erklären dir, welche Ursachen Babygeschrei haben kann, und was speziell die Nacht für dein Kind besonders macht. Und wir zeigen dir Wege auf, wie du dein Kind schnell beruhigen und langfristig weitere (nächtliche) Schreiattacken verhindern kannst.

1. Gründe, warum dein Baby im Schlaf weint:

Neben Hunger, zu viel oder zu wenig Wärme, Blähungen oder einer nassen Windel, ist ein sehr wahrscheinlicher Grund, warum dein Baby im Schlaf weint, dass es die einzelnen Schlafzyklen noch nicht miteinander verbinden kann. Das ist ein Prozess, den jedes Baby erst lernen muss. Manchen gelingt das sehr schnell und ganz von alleine, den meisten Babys jedoch müssen die Eltern geduldig und einfühlsam dabei helfen.

Während ein Schlafzyklus, bestehend aus einer Tiefschlaf- und einer Traumschlaf-Phase (REM-Phase), beim Erwachsenen 90 Minuten dauert, dauert er bei einem Neugeborenen nur 50 bis 60 Minuten. Das erklärt, warum empfindliche Babys nachts stündlich aufwachen. Auch haben Babys viel mehr Traumschlaf-Phasen, in denen sie die Eindrücke vom Tage verarbeiten. Entsprechend sind Gehirn und Muskeln aktiv und der ganze Organismus ist empfänglicher für Aufwachreize.

In seltenen Fällen werden Babys schon weit vor dem zweiten Geburtstag vom sogenannten Nachtschreck heimgesucht. Wie du ihn erkennst und was du in so einem Fall tun kannst, liest du hier.

Dein Baby mag keine Veränderungen:

Erwacht dein Baby aus dem Schlaf, dann geht es davon aus, dass es dieselbe Situation vorfindet, an die es sich zuletzt erinnert, also die während des Einschlafens. Blitzschnell führt es einen Sicherheitscheck aus, fühlt es sich aufgrund von Veränderung nicht mehr geborgen, wird es unruhig und unzufrieden. Sollte dein Baby an deiner Brust eingeschlafen sein, so wird es erwarten, auch dort erneut in den Schlaf finden zu können. War es in der Trage vor deinen Bauch geschnallt, so wünscht es sich nun diese Situation wieder herbei. Und solltest du gar den Aufwand betrieben haben, es im Kinderwagen draußen spazieren zu fahren, dann – du ahnst es – erwartet es eine weitere Runde. Es ist also nicht zuletzt für dich von Vorteil, wenn du dein Baby möglichst oft wach ablegst, damit es lernt, alleine in den Schlaf zu finden. Wacht es dann zwischendurch auf, ist die Situation auch bekannt und hilft ihm, sich selbst zu beruhigen. Dein Kind abzulegen und anschließend den Raum verlassen zu können, funktioniert nicht von jetzt auf gleich. Wichtig ist, dass du dein Kind niemals alleine lässt, wenn es weint, und auch nicht länger als maximal zwei Minuten am Stück schreien lässt.

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2. Schritte, um dein Baby in seiner Selbstregulation zu unterstützen:

1. Beobachte dein Kind:

In erster Linie gilt: Beobachte dein Kind zunächst, bevor du es gleich hochnimmst und es unter Umständen erst recht aufweckst. Viele Babys weinen im Schlaf mit geschlossenen Augen. Das ist ein Indiz dafür, dass sie sich gerade in einer Traumschlafphase befinden oder eben im Wechsel zwischen zwei Schlafphasen. Beides kein Grund, dein Baby auf den Arm zu nehmen oder pauschal zu stillen. Und selbst wenn es die Augen offen hat, nutze diese Momente bewusst, ihm bei der Selbstregulierung zu helfen, und zwar so:

2. So lässt es sich beruhigen

Liegt dein Baby quengelnd im Bettchen, und du kannst Hunger, Schmerzen, eine nasse Windel oder die falsche Temperatur ausschließen, so stelle erst Blickkontakt zu ihm her. Vergiss nicht, dass gerade Neugeborene noch nicht weit sehen können. Nähere dich also ruhig bis 25 Zentimeter vor das Gesicht deines Babys. Beobachte, was passiert, und nehme gegebenenfalls noch deine beruhigende Stimme dazu. Scheint auch das nicht zu helfen, legst du deine Hand auf den Brustkorb deines Kindes. Wird es schon ruhiger? Dann behalte alles so bei. Beruhigt es sich noch nicht, kannst du nun seine angewinkelten Arme sanft an den Brustkorb drücken und die Beine in Anhockstellung Richtung Hüfte schieben. So schaffst du eine Begrenzung, ähnlich wie beim Pucken, die es aus dem Mutterleib kennt und die meist beruhigend wirkt. Wird dein Kind auch dann nicht ruhiger, nimmst du es schließlich auf den Arm, wiegst es sanft hin- und her oder stillst es als letzte Maßnahme. Diesen Ablauf wiederholst du Nacht für Nacht. Schon bald wirst du merken, dass dein Kind immer früher zur Ruhe kommt und irgendwann ganz von alleine in den Schlaf findet. Wann dieser Zeitpunkt erreicht ist, ist von Kind zu Kind verschieden.

Auf Mamas Arm beruhigen sich Babys meistens recht schnell

Auf Mamas Arm beruhigen sich Babys meistens recht schnell. Foto: Bigstock

Nicht zuletzt lassen viel Aufmerksamkeit, Nähe und ein steter Wechsel von Aktiv- und Schlafphasen am Tage dein Baby nachts langfristig besser schlafen.

So zermürbend die Nächte auch sein mögen, schüttle dein Kind niemals aus einem wütenden Impuls heraus, in der verzweifelten Annahme, dass es sich so beruhigen lässt. Durch die heftige Bewegung kannst du großen Schaden bei deinem Baby anrichten. Im schlimmsten Fall mit Todesfolge. Verspürst du diesen Impuls, ignoriere ihn nicht, sondern werte ihn als wichtiges Alarmsignal deines Körpers und hole dir rechtzeitig Hilfe. Rufe dir immer wieder ins Gedächtnis, dass dein Baby niemals schreit, um dich zu ärgern. Es hat aus seiner Sicht immer einen triftigen Grund dazu.
In diesem Artikel findest du SOS-Maßnahmen zur Schüttelprävention.

3. Besondere Ursachen: nach Impfung, nach Sturz

Neben den gängigen Gründen, die dein Baby nachts schreien lassen, gibt es im Laufe der kindlichen Entwicklung viele besondere Momente, die bei deinem Baby für unruhige Nächte sorgen. Dazu gehören beispielsweise Entwicklungssprünge, durchbrechende Zähne oder neue Situationen, wie ein Umzug. Hier ist es wichtig, möglichst alles beim Alten zu lassen, sich in Geduld zu üben und damit zu trösten, dass auch diese Phase bald vorbei sein wird.

Häufig weint ein Baby im Schlaf nach einer Impfung. Ob es die Einstichstelle ist oder ob es Kopf- oder Gliederschmerzen sind, kann dir dein Kind nicht sagen. Oftmals tritt nach einer Impfung auch Fieber auf, das dein Kind unruhig schlafen lässt. Beobachte nach einer Impfung dein Baby lieber etwas genauer und nehme regelmäßig die Temperatur. Vor allem, wenn du noch nicht weißt, wie dein Kind fiebert, und ob es gar zu Fieberkrämpfen neigt. Kleide es im Zweifel in dieser Nacht auch nicht zu warm, um einer möglichen Überhitzung vorzubeugen. Wenn dein Baby im Schlaf nach einer Impfung weint, braucht es in jedem Fall einmal mehr deine Nähe und vermutlich auch die Brust oder Flasche. Wenn es gar nicht zur Ruhe kommt, kannst du auch ein Zäpfchen geben. Kläre am besten schon bei der Impfung mit dem Kinderarzt ab, welches Schmerzmittel am besten geeignet ist.

Wenn dein Kind aber in der Nacht nach einem schweren Sturz schreit, sich womöglich noch schwallartig übergibt oder aus dem Ohr blutet, dann solltest du nicht lange warten und sofort den Notarzt rufen. Im Krankenhaus wird es untersucht und für die nächsten 48 Stunden überwacht – sicher ist sicher.

4. Baby weint im Schlaf – im Alter von 0 bis 3 Monaten

Besonders in den ersten drei Monaten schreit dein Baby vermehrt. Alles, was es aus dem Schlaf reißt, und ihm Unbehagen bereitet, nimmt es als existenzielle Bedrohung wahr. Mit dem Schreien bittet dein Baby um rasche Hilfe. Wie häufig, ausdauernd und in welcher Lautstärke dein Baby schreit, hängt zwar ein Stück weit auch von seinem angeborenen Temperament ab. Mit raschem Trost und ungeteilter Aufmerksamkeit in solchen Momenten, läufst du keinesfalls Gefahr, dein Kind zu verwöhnen. Im Gegenteil: Je schneller du in den ersten Lebensmonaten auf sein Schreien reagierst, deinem Baby Verständnis entgegenbringst, Nähe und Hilfe bietest, desto schneller lernt es, dir zu vertrauen. Es wird mit der Zeit entspannter.

Egal, ob dein Baby oft, aber von kürzerer Dauer (im Schlaf weint), oder ob es ab und zu, aber dafür länger am Stück weint – es gibt eine durchschnittliche Schreidauer in den ersten drei Lebensmonaten:

Durchschnittliche Schreidauer in 24 Stunden

Alter  Schreidauer
2 bis 6 Wochen 1,5 h
ab 6 Wochen 2,5 h
ab 16 Wochen bis zu 1 h

5. Baby weint im Schlaf – im Alter von 4 bis 6 Monaten

Im Alter von vier bis sechs Monaten ist dein Baby vermutlich schon in der Lage, fünf bis sechs Stunden ohne Nahrung auszukommen und somit am Stück zu schlafen. Vor allem, wenn dein Baby sich bereits gut selbst regulieren kann, könntet ihr zu den Glücklichen gehören, die ab jetzt weitestgehend erholsame Nächte haben. Andererseits finden in diesem Lebensabschnitt viele Entwicklungssprünge statt, die wiederum dafür sorgen können, dass dein Baby weint im Schlaf: Die Reflexe verschwinden zwar, aber die motorischen Fähigkeiten nehmen zu. Dein Baby muss noch mehr Gelerntes im Schlaf verarbeiten, die REM-Schlafphasen werden intensiver.

6. Baby weint im Schlaf – im Alter von 6 bis 12 Monaten

Ab dem sechsten Lebensmonat wird dein Baby zunehmend mobiler. Durch Robben, Krabbeln und sich Hochziehen gewinnt es zwar mehr und mehr Selbstständigkeit, das kann aber dennoch mit einer größeren Anhänglichkeit und einem stärkeren Bedürfnis nach Nähe einhergehen – denn auch Fremdeln und Trennungsangst entwickeln sich in diesem Alter. Vor allem nachts könnte dein Kind deine Nähe nun einfordern. Dem kannst du entgegenwirken, wenn du ihm tagsüber intensive Momente mit viel Zuneigung und Aufmerksamkeit bietest und gleichzeitig für ausreichend Ruhephasen sorgst.

Habe ab dem achten Lebensmonat vor allem die Schläfchen am Tage im Blick und ermittle mithilfe eines Schlafprotokolls, wie viel Schlaf dein Baby insgesamt benötigt. Gerade wenn das nächtliche Erwachen mit einem hohen Aktivitätsdrang einhergeht, könnte es sein, dass dein Kind tagsüber zu viel Schlaf bekommt.

Judith Sylla

Als Mama habe ich eines früh gelernt: Vorsätze sind da, um sie wieder über Bord zu werfen. Intuitiv handeln, statt nach Prinzipien, macht so ziemlich alles und alle entspannter.

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