Darf ich Alkohol in der Stillzeit trinken?

Alkohol in der Schwangerschaft? Ein absolutes No-Go. Wenn man aufpasst, darf man sich als stillende Mama doch wieder einen Schluck gönnen, richtig? Jein. Gänzlich verboten ist Alkohol in der Stillzeit zwar nicht, aber trotzdem solltest du nicht einfach zum Glas greifen. Wir erklären dir, ob und wann Alkohol in der Stillzeit wieder erlaubt ist.

1. Das Wichtigste auf einen Blick

Diplom-Ökotrophologin Pamela Koch hat diesen Artikel inhaltlich geprüft.

  • Auch in der Stillzeit sollte grundsätzlich auf Alkohol verzichtet werden.
  • Über das Blut gelangt der Alkohol in die Muttermilch und wird somit an das Baby weitergegeben.
  • Zudem kann der regelmäßige Genuss von Alkohol die Milchmenge reduzieren.
  • Trotzdem ist Alkohol in der Stillzeit nicht gänzlich verboten. Du solltest aber ein möglichst kleines Glas trinken – und danach ausreichend lange warten, bis du dein Kind wieder stillst.
  • Zu bevorzugen sind zudem Getränke mit einem niedrigen Alkoholgehalt.

2. Ist Alkohol in der Stillzeit erlaubt oder schädlich?

Erlaubt ist Alkohol in der Stillzeit nicht unbedingt, aber eben auch nicht vollkommen verboten. Natürlich sollte stets das Wohl deines Babys im Vordergrund stehen. Möchtest du allerdings ausnahmsweise (!) ein Gläschen trinken, dann ist das in der Stillzeit nicht zwingend untersagt.

Beachte aber, dass der Alkohol über das Blut in die Muttermilch gelangt und darüber an dein Baby weitergegeben wird. Um das zu verhindern, solltest du dich an ein paar Regeln halten, die wir dir später noch genauer erläutern.

Die klare Empfehlung des Deutschen Hebammenverbandes lautet allerdings, auf Alkohol in der Stillzeit komplett zu verzichten.

Wie viel Alkohol darf ich in der Stillzeit trinken?

Wie viel du trinken darfst, hängt unter anderem davon ab, wie viel du gegessen hast, wie viel du wiegst, wie hoch der Alkoholgehalt des jeweiligen Getränkes ist, und wie dein Körper auf Alkohol reagiert. Grundsätzlich gilt die Empfehlung für stillende Mamas, nicht mehr als gelegentlich 20 g Alkohol zu sich zu nehmen. Das entspricht ungefähr ein bis zwei kleinen Gläsern Wein.

Alkohol in der Stillzeit im Essen

Ob Pralinen, Rumkugel oder Tiramisu: Nicht selten ist in allerhand Leckereien Alkohol zu finden. Muss ich als stillende Mama auch darauf verzichten? Hier kommt es tatsächlich darauf an, wie viel du dir davon gönnst. Auf eine ganze Schachtel Pralinen mit Alkohol solltest du in der Stillzeit definitiv lieber verzichten.

Alkohol in der Stillzeit im Kuchen

Auch hier macht die Menge das Gift. Wenn es bei einem Stück Torte bleibt, die mit Alkohol zubereitet wurde, dann wird das deinem Baby in der Regel nicht schaden.

Mit Alkohol in der Stillzeit kochen

Geringe Spuren von Alkohol im Essen sind in der Stillzeit generell unproblematisch. Sobald die Speisen jedoch stark nach Alkohol schmecken, solltest du besser die Finger davon lassen. Dann ist hier nämlich oftmals mehr als nur der obligatorische Schuss Rotwein in der Sauce.

3. Muss ich Muttermilch abpumpen, wenn ich in der Stillzeit Alkohol getrunken habe?

Nein. Tatsächlich hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Mütter nach dem Genuss von Alkohol die Muttermilch abpumpen müssen. Allerdings verhinderst du damit nicht, dass der Alkohol über die Muttermilch zu deinem Baby gelangt. Denn ein Körper produziert auch nach dem Abpumpen weiterhin alkoholhaltige Muttermilch – und zwar so lange, bis die Leber den Alkohol im Körper vollständig abgebaut hat.

Hinweis: Wie bereits erwähnt, gelangt der Alkohol über das Blut in die Muttermilch. Dementsprechend ist der Alkoholgehalt in der Muttermilch mit dem Alkoholgehalt im Blut identisch. Das Abpumpen beschleunigt nicht den Alkoholabbau! Du musst stattdessen warten, bis sich der Alkohol in deinem Blut komplett abgebaut hat.

Tipp: Wenn du weißt, dass du ein kleines Glas Wein oder ähnliches trinken möchtest, kannst du vorher abpumpen. Dann hast du eine Muttermilch-Reserve, falls dein Baby Hunger bekommt.

Wie lange muss ich mit dem Stillen warten, wenn ich Alkohol getrunken habe?

Wie schnell dein Körper den Alkohol abbaut, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Generell kannst du dich aber an der Faustregel orientieren, dass es nach einem Getränk, das 10 g Alkohol enthält, rund zwei Stunden dauert, bis du keinen Alkohol mehr in deinem Körper hast. Wenn du also ein bis zwei kleine Gläser Wein mit insgesamt 20 g Alkohol trinkst, solltest du danach vier Stunden mit dem Stillen warten.

4. Welche Folgen kann Alkohol in der Stillzeit für mein Baby haben?

Wenn du Alkohol in der Stillzeit trinkst, kann das verschiedene Auswirkungen für dein Baby haben. Zum einen kann Alkohol in der Muttermilch das Schlafverhalten deines Kindes beeinflussen, indem der Schlaf-Wach-Rhythmus gestört wird.

Zum anderen kann es vorkommen, dass sich Babys an den Geschmack von Alkohol in der Muttermilch gewöhnen, es zu Saugproblemen, vermehrtem Schreien oder einer mangelnden Gewichtszunahme kommt. Auch gesundheitliche Auswirkungen sind durchaus denkbar – schlimmstenfalls sogar Anzeichen einer Vergiftung.

Aber nicht nur für dein Baby kann Alkohol in der Stillzeit negative Folgen haben – auch für dich als Mama. Denn Alkohol steht im Verdacht, die Milchproduktion zu verringern. Das gilt vor allem dann, wenn du Alkohol in der Stillzeit regelmäßig und in größeren Mengen zu dir nimmst.

5. Was sollte ich beachten, wenn ich in der Stillzeit Alkohol trinken möchte?

Steht ein besonderer Anlass vor der Tür, und du möchtest trotz Stillzeit mit einem Glas Sekt anstoßen, dann beachte dabei bitte Folgendes:

  • Stille dein Baby, bevor du Alkohol trinkst.
  • Eventuell pumpst du auch etwas Muttermilch ab, um eine Reserve zu haben.
  • Trinke nur ein kleines Glas mit Alkohol und iss zwischendurch ausreichend.
  • Greife vorzugsweise zu Getränken, die einen niedrigen Alkoholgehalt haben. Wie zum Beispiel Bier, Wein oder Sekt.
  • Nach dem Genuss von Alkohol solltest du dein Baby mindestens 2 bis 2,5 Stunden nicht stillen.
  • Idealerweise wartest du mit dem Stillen deines Babys so lange, bis dein Körper den Alkohol vollständig abgebaut hat.
  • Bereits 30 bis 60 Minuten nach dem Beginn des Alkoholkonsums ist dieser in der Muttermilch nachweisbar.
  • Bist du alkoholisiert, solltest du nicht zusammen mit deinem Baby in einem Bett schlafen.

Hinweis: Selbstverständlich ist der vollständige Verzicht auf Alkohol in der Stillzeit das Allerbeste für dein Baby!

6. Rechner: Wie lange darf man nicht stillen, wenn man Alkohol getrunken hat?

Bestenfalls verzichtest du so lange auf das Stillen, bis der Alkohol in deinem Blut und somit auch in der Muttermilch vollständig abgebaut wurde. Doch wann ist das der Fall? Das lässt sich leider nicht pauschal beantworten. Denn hier kommt es auf individuelle Parameter der Mutter an, wie etwa Gewicht und Körpergröße. Jeder Körper baut Alkohol unterschiedlich schnell ab.

Als Faustregel gilt: Durchschnittlich baut der Körper zwischen 0,1 und 0,2 Promille pro Stunde ab.

Um überhaupt zu wissen, wie hoch deine Blutalkoholkonzentration (BAK) nach dem Genuss von Alkohol ist, bieten sich spezielle Rechner an, die du im Internet findest – zum Beispiel hier:

Aber denk bitte immer daran: Dabei handelt es sich nur um Durchschnittwerte, die von Person zu Person abweichen können!

7. Rezept: Tiramisu ohne Alkohol für die Stillzeit

Das leckere Rezept von einfachstephie.de ist nicht nur kinderleicht, sondern kommt auch noch ganz ohne Alkohol sowie Kaffee aus und ist damit super für die ganze Familie geeignet.

Das brauchst du dafür:

  • vier Eigelbe
  • ein Päckchen Vanillezucker
  • 100 g Zucker
  • 500 g Mascarpone
  • 100 g Cremefine (Vanille) zum Schlagen
  • zwei Päckchen Löffelbiskuits
  • 375 ml Kakaopulver (angerührt mit Milch)
  • etwas Backkakao

Und so wird das Kinder-Tiramisu gemacht:

  1. Im ersten Schritt schlägst du die Eigelbe mit dem Vanillezucker und Zucker schaumig.
  2. Nun gibst du die Mascarpone sowie das Cremefine dazu.
  3. Alles für eine Minute lang cremig schlagen.
  4. Den bereits mit Milch angerührten Trinkkakao in eine Auflaufform gießen und die Löffelbiskuits durchziehen. Achte darauf, dass die Kekse innen noch „trocken“ bleiben.
  5. Die Kekse jetzt in eine zweite Auflaufform als erste Schicht legen.
  6. Darauf eine Schicht der Creme geben.
  7. Erneut eine Schicht mit den in Kakao getränkten Löffelbiskuits usw. – bis alle Zutaten aufgebraucht sind.
  8. Wichtig: Das Tiramisu mit der Creme abschließen.
  9. Zum Schluss rund ein bis zwei Millimeter Backkakao darüber streuen. Fertig!
Wie stehst du zu dem Thema Alkohol in der Stillzeit? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare.
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Fragst du dich, bei welchen Lebensmitteln du in der Stillzeit aufpassen musst?

Grundsätzlich gibt es nichts, was für stillende Mamas verboten ist. Um aber auf Nummer sicher zu gehen, schau gerne mal hier:

Unsere Expertin

Diplom-Ökotrophologin Pamela Koch hat diesen Artikel inhaltlich geprüft.Pamela Koch ist Diplom-Ökotrophologin und Ernährungstherapeutin. Seit 14 Jahren berät sie Familien und Multiplikator*innen wie Erzieher*innen zu den Themen Allergieprävention, Ernährung in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie von Säuglingen und Kindern.

In Zusammenarbeit mit niedergelassenen Kinderärzten und Hebammen hat sie in Ihrer Praxis mittlerweile mehr als 2.000 Familien beraten. Als dreifache Mutter liegen ihr die gesunde Ernährung und die therapeutische Unterstützung von Familien besonders am Herzen.

Hier findest du noch mehr tolle Tipps rund um die Themen Ernährung in der Schwangerschaft, Stillen sowie Babyernährung.

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Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern.

Seit 2015 sind wir Eltern einer zauberhaften Tochter. Zwei Jahre später kam ihr kleiner Bruder auf die Welt, und unsere Familie war komplett. Zusammen sind die beiden ein unschlagbares Team, das sich nur allzu gern gegen Mama und Papa verbündet.

Abgesehen von meiner Familie liebe ich den Hafen, fotografiere gern und gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für SEO und Social Media ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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