Sind Antibiotika in der Schwangerschaft erlaubt?

Immer wieder hört man: Antibiotika sind in der Schwangerschaft auf keinen Fall erlaubt! Sie bergen eine viel zu große Gefahr für das ungeborene Kind. Aber stimmt das denn auf jeden Fall?

Denn was passiert, wenn du im 4. Monat schwanger bist und eine Blasenentzündung hast, die auch mit viel Trinken von Cranberrysaft etc.  nicht weggeht? Und was solltest du tun, wenn du wegen eines Infekts mit über 40 Grad Fieber im Bett liegst?

Der erste Schritt ist klar: Zum Frauenarzt gehen. Und der kann dir dann durchaus ein Antibiotikum verschreiben! Muss er manchmal sogar. Denn ein schlimmer Infekt kann sich theoretisch auch auf das Kind auswirken.

Welche bakteriellen Erreger sind für das ungeborene Kind besonders gefährlich?

Auch eine schwangere Frau kann schwere Krankheiten bekommen, die sich mit Hausmitteln nicht behandeln lassen – und das Risiko für Früh- oder Fehlgeburten deutlich steigert. Dazu kommt: Wenn die Infektion auf den Fötus übergeht, kann das Baby mit gesundheitlichen Problemen zur Welt kommt.

Zu den gefährlichsten Erkrankungen in diesem Fall gehören:

  • Toxoplasmose
  • Listerien
  • Gonokokken (Tripper)
  • Treponema pallidum (Syphilis)
  • B-Streptokokken
  • Chlamydien

Hier ist dann eine Antibiotikatherapie dringend notwendig – auch in der Schwangerschaft. Wegen des gemeinsamen Blutkreislaufs während der Schwangerschaft (oder später auch durch das Trinken der Muttermilch), bekommt das Kind von dem Medikament natürlich etwas mit.

Es mehrere Wirkstoffe, die werdenden Müttern und Stillenden empfohlen werden können. Dein Frauen-, Fach- oder Hausarzt weiß, welche Antibiotikaklassen mit welchen Wirkstoffen für Schwangere und Stillende geeignet sind!

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Antibiotika sind in der Schwangerschaft erlaubt, wenn der Arzt zwei Dinge beachtet:

1. Einen Labortest in Auftrag geben, um herauszufinden, um welches Bakterium es sich handelt. Es soll schließlich nichts auf gut Glück, sondern gezielt gegeben werden.

2. Nur ein Antibiotikum auswählen, dass in der Schwangerschaft erlaubt ist, da dessen Verträglichkeit und Sicherheit durch zahlreiche Studien belegt ist. Manchmal können bestimmte Medikamente auch nur zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Schwangerschaft gegeben werden, zum Beispiel in den ersten drei Monaten oder im letzten Drittel.

Jeder Arzt wird das Nutzen-Schaden-Risiko sorgfältig abwägen. Und nur dann ein Antibiotikum verschreiben, wenn es die Erkrankung erforderlich macht und keine natürliche oder homöopathische Behandlung greift.

Dann aber ist wichtig: Bitte nie aus Angst, dem Baby zu schaden, keinesfalls auf die Einnahme eines vom Arzt empfohlenen Antibiotikums verzichten! Denn die durch eine bakterielle Infektion der Mutter bestehende Gefahr für das Kind ist in der Regel erheblich größer als die eventuell (!) auftretenden Nebenwirkungen des Antibiotikums.

Wie du selbst nachprüfen kannst, ob ein Medikament wirklich sicher ist?

Auf www.embryotox.de gibt es eine ausführliche Liste der Wirkstoffe in Medikamenten.

Plus die Studienergebnisse und die Freigabe der Verwendung bzw. Warnung vor der Einnahme. Dort kannst du nachschauen, ob das Antibiotikum, das dir verschrieben wurde, geeignet ist.

Bist du dir danach noch nicht sicher, kannst du einfach dort anrufen. Die Telefonnummer ist 030/450-525700. Dann bist du verbunden mit dem Beratungszentrum der Charité in Berlin, einem der größten Krankenhäuser und Forschungszentren in Deutschland.

Das Tolle dabei: Die Beratung ist kostenlos, du wirst nur gebeten, nach der Geburt einen Fragebogen auszufüllen. Die Ergebnisse wiederum gehen anonym in die Datenbank ein.

So hilfst du nicht nur dir, sondern auf lange Sicht hin auch noch anderen Mamas. Und das allein ist doch schon mal viel wert, oder?

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer vierjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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