Spinat fürs Baby: Ab wann darf ich ihn geben? Tipps & Rezepte

Grün, gesund und richtig lecker: Spinat ist ein beliebtes Gemüse und landet bei Kindern vor allem gerne zusammen mit Kartoffelpüree und Fischstäbchen auf dem Teller. Aber ist Spinat auch schon fürs Baby okay? Oder sollte man da doch lieber auf anderes Blattgemüse setzen? Wir haben dir alle wichtigen Tipps und Hinweise zu diesem Thema zusammengetragen – plus leckere Rezepte.

1. Das Wichtigste auf einen Blick

  • Babys sollten Spinat erst ab dem siebten Monat zum Probieren bekommen.
  • Spinat ist zwar gesund. Allerdings enthält er viel Nitrat, das sich nach dem Essen in Nitrit umwandelt und bei Babys sowie Kleinkindern den Sauerstofftransport im Blut erschweren und im schlimmsten Fall zu Atemnot führen kann.
  • Durch Vitamin C kann die Umwandlung von Nitrat in Nitrit verhindert werden. Gib deinem Würmchen Spinat also am besten in Kombination mit Lebensmitteln, die ein hohes Maß an Vitamin C besitzen.
  • Hat dein Baby das richtige Alter erreicht, kann Spinat einmal pro Woche auf dem Speiseplan stehen.

2. Ab wann darf mein Baby Spinat essen?

Grundsätzlich gilt: kein Spinat bis zum sechsten Monat! Erst ab dem siebten Monat sollten Babys sowie Kleinkinder in kleinen Mengen an das grüne Blattgemüse herangeführt werden. In diesem Zusammenhang ist es außerdem wichtig, dass du bei der Ernährung deines Kindes nitratreiches mit nitratarmem Gemüse abwechselst und auch Obst anbietest.

3. Ist Spinat fürs Baby gesund?

Spinat enthält relativ viel Eisen und eine hohe Konzentration an Kalzium, Magnesium und Vitamin K. All diese Stoffe sind wichtig, um ein gesundes Wachstum von Blut und Knochen zu fördern. Ungesund ist Spinat für Babys also grundsätzlich schon einmal nicht. Besonders tückisch ist an dem Blattgemüse allerdings das enthaltene Nitrat. Vor allem aufgewärmter Spinat ist für die Kleinen tabu – denn dieser enthält in der Regel mehr Nitrat.

Wenn du Spinat für dein Würmchen zubereiten möchtest, dann beachte folgende Dinge:

  • Frischen Spinat solltest du nach Möglichkeit nur kurz und kühl lagern.
  • Gib den Spinat beim Putzen nicht in ein Abtropfsieb – lediglich wässern reicht vollkommen aus.
  • Vor dem Kochen die äußeren Blätter, Stiele sowie Rippen entfernen (enthalten viel Nitrat).
  • Den Spinat kurz kochen und anschließend blanchieren. Dadurch bleibt eine große Menge der Nährstoffe erhalten.
  • Tiefgekühlten Spinat solltest du idealerweise direkt verarbeiten. Durch das Auftauen können nämlich Keime entstehen.

Tipp: Vitamin C verhindert den Umbau von Nitrat zu Nitrit. Daher ist es sinnvoll, Spinat mit Lebensmitteln, die Vitamin C enthalten, zu kombinieren. Das könnte zum Beispiel Blumenkohl, Brokkoli oder auch Obstmus sein.

Enthält Spinat wirklich so viel Eisen?

Jein. Lange Zeit hielt sich hartnäckig das Gerücht, Spinat sei eine richtige Eisenbombe. Ihr kennt doch bestimmt auch noch Zeichentrick-„Popeye“, der so unglaublich stark war, weil er Massen an Spinat gegessen hat, oder? Das wäre zwar vielleicht ein Argument, um das ein oder andere Kind von dem grünen Gemüse zu überzeugen, aber leider auch ein wenig geschummelt.

Denn die Annahme, dass Spinat mehr Eisen enthält als jedes andere Gemüse, beruht tatsächlich – auf einem Druckfehler. Demnach sollten 100 g Spinat rund 35 mg Eisen enthalten. Klingt gut, oder? Allerdings besteht frischer Spinat zu mehr als 90 % aus Wasser. Schon allein deshalb geht diese Rechnung leider nicht auf.

Trotzdem: Immerhin 3,5 bis 4 mg Eisen sind in 100 g Spinat wirklich enthalten. Und das ist deutlich mehr als in vielen anderen Gemüsesorten. Bei 100 g Möhren sind es zum Beispiel nur 2,1 mg, bei 100 g Erbsen sogar nur rund 1,5 bis 2 mg. Aber: Kidney-Bohnen (8,2 mg), Linsen (8 mg) und Kichererbsen (6,1 mg) enthalten deutlich mehr Eisen als Spinat.

4. Wie viel Spinat darf mein Baby essen?

Bis zum sechsten Monat sollte dein Baby noch überhaupt keinen Spinat bekommen. Ab dem siebten Monat darf das grüne Blattgemüse dann einmal pro Woche auf dem Speiseplan stehen.

Beeinflusst Spinat die Verdauung?

Ja. Wenn dein Baby Spinat gegessen hat, kann es sein, dass sich sein Stuhlgang grün verfärbt. Das ist normal und erst einmal kein Grund zur Sorge. Da Spinat allerdings auch stuhlauflockernd wirkt, solltest du darauf achten, ob dein Kind nach dem Essen eventuell unter Durchfall leidet. Wenn das der Fall ist, solltest du den Spinat lieber erst einmal weglassen und es erst etwas später mit einer kleinen Menge noch einmal probieren.

5. Ist Spinat für mein Baby gefährlich?

An sich ist Spinat nicht gefährlich, sondern sogar sehr gesund – aber eben nicht für Babys sowie Kleinkinder. Ursächlich ist dafür das enthaltene Nitrat, welches von körpereigenen Bakterien zu Nitrit umgewandelt wird. Das bindet Eisen und erschwert somit den Sauerstofftransport im Blut. Bei Babys kann es dadurch unter Umständen zu einer Zyanose (Blausucht) kommen. Hierbei tritt Atemnot auf und die Haut sowie Lippen verfärben sich blau. Gleichzeitig bildet Nitrit Nitrosamine, denen sogar eine krebserregende Wirkung nachgesagt wird.

7. Eignet sich Spinat als Beikost für mein Baby?

Jein. Zwar ist Spinat für Babys und Kleinkinder per sé nicht verboten, allerdings solltest du deinem Zwerg das Gemüse erst ab dem siebten Monat anbieten und nicht direkt bei Beikostbeginn damit starten. Zudem raten viele Experten dazu, dass Spinat grundsätzlich nur einmal in der Woche auf dem Speiseplan steht (oder ein anderes nitratreiches Gemüse). Wichtig: Gib deinem Baby keinen Brei, der ausschließlich aus nitratreichem Gemüse besteht. Mische diesen immer mit anderen Zutaten … wie etwa Süßkartoffeln, Getreide oder Kürbis.

Spinat im Babybrei

Genau wie das Gemüse selbst kannst du deinem Kind auch Babybrei mit Spinat ab dem 7. Monat anbieten. Am besten nimmst du dafür tiefgefrorenen Bio-Spinat. Da er direkt nach der Ernte gefroren wird, enthält er weniger Nitrat als frischer Spinat, der meistens schon einige Zeit gelagert wurde. Wenn du trotzdem frischen Spinat verarbeiten möchtest, sollte er keine welken Blätter haben und unbedingt gründlich gewaschen werden.

Mehr Infos findest du hier: Babybrei mit Spinat: gesund oder schädlich?

Spinat beim Baby-led Weaning

Jein. Frischer Spinat eignet sich grundsätzlich nicht als Fingerfood für dein Baby. Denn die Blätter sind sehr faserig, bleiben schnell am Gaumen kleben und lassen sich von einem Baby nur schlecht kauen. Trotzdem kann Spinat auch beim Baby-led Weaning (BLW) zum Einsatz kommen, zum Beispiel püriert in einer Sauce, in Kartoffel-Spinat-Puffern (das Rezept findest du weiter unten) oder vielen anderen Gerichten.

Babybrei oder Fingerfood – was bietest du deinem Baby an und warum?
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8. Rezepte: So kannst Spinat für dein Baby zubereiten

Sobald dein Baby das grüne Blattgemüse verträgt, kannst du tolle Gerichte damit zaubern. Wir haben dir hier drei Rezepte herausgesucht, welche lecker schmecken und sich fix nachkochen lassen!

1. Rezept: Babybrei mit Spinat, Kartoffel und Pute

Ab dem siebten Monat kannst du deinem Baby den Brei mit Spinat von breirezept.de zubereiten.

Diese Zutaten werden für eine Portion benötigt:

  • eine Kartoffel
  • 120 g Spinat (tiefgekühlt)
  • 25 g Putenbrust
  • etwas Öl

Zubereitung:

  1. Zunächst wäschst du die Kartoffel und schneidest diese in kleine Würfel.
  2. Die Putenbrust ebenfalls waschen, trocken tupfen und klein schneiden.
  3. Beides in einem Topf mit Wasser zum Kochen bringen.
  4. Alles für rund vier Minuten garen lassen.
  5. Anschließend gibst du den Spinat dazu und lässt alles erneut für vier Minuten kochen.
  6. Püriere die Zutaten nun zu einem möglichst feinen Babybrei.
  7. Mit einem Schuss Rapsöl rundest du das Gericht ab.

2. Rezept: Spinat-Kartoffel-Puffer

Die Kartoffelpuffer mit Spinat von missbroccoli.com sind das perfekte Fingerfood für kleine Kinderhände – schmecken aber auch der ganzen Familie.

Das brauchst du für zehn Puffer:

  • 120 g Spinat (tiefgekühlt)
  • vier Kartoffeln
  • ein Ei
  • einen Teelöffel Bouillon
  • 100 g Dinkelmehl
  • zwei Esslöffel Reibkäse
  • etwas Öl

So geht das Rezept:

  1. Die Kartoffeln waschen, schälen und mithilfe einer Reibe grob raspeln.
  2. Vermenge in einer Schüssel Spinat, Kartoffeln, Ei, Reibkäse, Bouillon und Mehl zu einem dicken Teig.
  3. In einer Pfanne erhitzt du anschließend etwas Öl und gibst jeweils einen Esslöffel Teig hinein.
  4. Den Teig zu runden Patties formen und von beiden Seiten goldbraun anbraten.

3. Rezept: Schnelle Pasta mit Spinat

Die cremige Pasta mit Spinat von babyled-weaning.de lässt sich super schnell zubereiten und ist für Babys ab sechs Monaten geeignet.

Benötigte Zutaten:

  • 250 g Blattspinat (tiefgekühlt)
  • 250 g Pasta
  • Zwiebel
  • Knoblauchzehe
  • etwas Öl
  • 200 g Soja Cuisine
  • einen halben Teelöffel Gemüsebrühe
  • einen Teelöffel Zitronenabrieb
  • vier Esslöffel Zitronensaft
  • etwas Pfeffer (nach Belieben)

Anleitung:

  1. Gib die Pasta in einen Topf mit kochendem Wasser und bereite sie nach Packungsanleitung zu.
  2. Während die Nudeln kochen, kannst du die Zwiebel schälen und fein würfeln.
  3. Der Knoblauch wird ebenfalls geschält und anschließend fein gehackt.
  4. Erhitze in einer Pfanne etwas Öl und dünste die Zwiebeln glasig an.
  5. Knoblauch hinzugeben und kurz anbraten.
  6. Jetzt kommt der Spinat dazu und alles sanft köcheln lassen.
  7. Soja Cuisine, Gemüsebrühe, Pfeffer, Zitronensaft und Zitronenabrieb dazu geben – weiter köcheln lassen.
  8. Zum Schluss die Nudeln abgießen und mit der Soße servieren.

Noch mehr zum Thema „Babyernährung“ findest du hier bei uns – oder wie wäre es damit:

Schmeckt deinem Baby Spinat? Welches Rezept mit dem grünen Blattgemüse kochst du zu Hause besonders gerne?

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Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern.

Seit 2015 sind wir Eltern einer zauberhaften Tochter. Zwei Jahre später kam ihr kleiner Bruder auf die Welt, und unsere Familie war komplett. Zusammen sind die beiden ein unschlagbares Team, das sich nur allzu gern gegen Mama und Papa verbündet.

Abgesehen von meiner Familie liebe ich den Hafen, fotografiere gern und gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Texte und Social Media ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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