Ab wann darf mein Baby Quinoa essen?

Quinoa gilt als echtes Superfood. Doch ist das Pseudogetreide auch schon für kleine Schleckermäuler geeignet? Wir verraten dir, ab wann du Quinoa für dein Baby ganz ohne schlechtes Gewissen zubereiten kannst und deinem Kind damit sogar etwas Gutes tust.

1. Das Wichtigste zu Quinoa fürs Baby

Diplom-Ökotrophologin Pamela Koch hat diesen Artikel inhaltlich geprüft.

  • Auch wenn man es nicht vermutet: Quinoa ist kein Getreide. Hierbei handelt es sich um Samen einer einjährigen Kulturpflanze aus Südamerika.
  • Quinoa ist von Natur aus glutenfrei und gilt daher für Kinder sowie Erwachsene als besonders leicht verdaulich.
  • Obwohl Quinoa reich an Proteinen, Ballaststoffen und Nährstoffen ist, sind ebenso schädliche Bestandteile in dem Pseudogetreide zu finden.
  • Nach Einführung der ersten Beikost kannst du deinem Kind Quinoa ab und zu als Alternative zur Kartoffel anbieten und damit für die empfohlene Abwechslung sorgen.
  • Beim Kauf von Quinoa solltest du außerdem immer auf eine sehr gute Qualität des Nahrungsmittels achten.

2. Was ist Quinoa?

Vielfach wird Quinoa ähnlich wie Getreide verwendet. Dabei handelt es sich hierbei gar nicht um eine klassische Getreideart. Tatsächlich ist es sogar gar kein Getreide. Quinoa zählt als sogenanntes Pseudogetreide nicht zu den Süßgräsern und ist daher glutenfrei. Bei Quinoa handelt es sich stattdessen um die Samen einer einjährigen Kulturpflanze, von der sich ebenfalls die Blätter und Triebe genießen lassen. Bereits seit 6.000 Jahren wird Quinoa in Südamerika angebaut. Dort dient es den Einheimischen als Grundnahrungsmittel. Im Vergleich zu den herkömmlichen Getreidesorten enthält Quinoa deutlich weniger Stärke, dafür sind die Samen reich an Ballaststoffen, Proteinen sowie weiteren Nährstoffe.

3. Ab wann darf mein Baby Quinoa essen?

Grundsätzlich gibt es keine Altersbeschränkung, was Quinoa für dein Baby betrifft, sagt das Forschungsdepartment für Kinderernährung (FKE). Du solltest zwar nicht unbedingt mit Quinoa als erste Beikost starten, aber sobald der erste Brei eingeführt ist, kannst du deinem Kind das Pseudogetreide gelegentlich anbieten – zum Beispiel als Alternative zur Kartoffel.

Dabei solltest du es aber nicht übertreiben: Kleine Mengen Quinoa sind für dein Baby im Normalfall zwar unbedenklich. Regelmäßig zu große Mengen können aber unter Umständen sogar eine Unverträglichkeit auslösen. Ursache ist dafür unter anderem der enthaltene Bitterstoff Saponine. Gewisse Restbestände können auch noch nach dem Waschen und Schälen in dem Pseudogetreide zu finden sein. Ebenso schädlich ist die hohe Konzentration an Oxalaten und Phytaten. Die Säuren führen nicht selten dazu, dass die Aufnahme von Mineralstoffen und Spurenelementen reduziert wird.

Hat dein Kind schon Quinoa bekommen? Und wie hat es reagiert?
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4. Ist Quinoa für mein Baby gesund?

Grundsätzlich steckt das Pseudogetreide voller wertvoller Nährstoffe und gilt nicht umsonst als echtes Superfood. Deshalb kannst du es deinem Baby auch nach Einführung der ersten Beikost gelegentlich in kleinen Mengen anbieten. Es hilft dabei, dein Kind mit folgenden wichtigen Nährstoffen zu versorgen:

  • Calcium
  • Vitamin B2
  • Eisen
  • Folsäure
  • Kalium
  • Zink
  • Mangan
  • Magnesium
  • Omega-3-Fettsäuren
  • essenzielle Aminosäuren
  • mehrfach ungesättigte Fettsäuren

5. Quinoa fürs Baby kochen – darauf solltest du achten

Wusstest du, dass die Körner von Quinoa sowohl weiß als auch rot oder sogar schwarz sein können? Entscheidend ist hier die jeweilige Pflanzenart.

Bevor Quinoa auf dem Teller landet, müssen die Samen gekocht werden – ähnlich wie Reis. Dafür gibst du die Körner einfach in einen Topf mit Wasser und bereitest diese entsprechend der Packungsanleitung zu. Neben den klassischen ganzen Quinoa-Körnern gibt es die Samen auch als gepuffte Variante, etwa zum Backen oder zum Verfeinern des Müslis.

Ganz wichtig: Achte beim Kauf von Quinoa unbedingt auf die Qualität und die Reinheit. Zwar werden bei der industriellen Reinigung bis zu 95 Prozent der schädlichen Bitterstoffe entfernt, dennoch können selbst kleinste Restbestände bei Babys zu Unverträglichkeiten führen. Außerdem sollte das jeweilige Produkt nachweislich einen äußerst geringen Oxylat- und Phytat-Gehalt besitzen.

6. Quinoa fürs Baby: 3 gesunde Rezepte für Brei und Fingerfood

Auch für Babys und Kleinkinder lässt sich Quinoa abwechslungsreich und super lecker zubereiten. Allerdings solltest du es nur in kleinen Mengen und im Wechsel mit anderen Getreidesorten anbieten. Hier sind unsere drei liebsten Rezeptideen:

Süßer Quinoa-Babybrei mit Birne

Gefunden haben wir das süße Rezept für den Babybrei mit Quinoa auf rewe.de – viel Spaß beim Nachkochen!

Was du brauchst:

  • 100 g Birne
  • 20 g Quinoa
  • etwas Rapsöl

Kinderleichte Zubereitung:

  1. Gib etwas Wasser in einen Topf und bereite die Quinoa zu.
  2. Wichtig: Bevor du die Quinoa kochst, gründlich waschen.
  3. Auch die Birne wird gewaschen und anschließend vom Kerngehäuse befreit.
  4. Jetzt die Birne in kleine Stücke schneiden und zur Quinoa in den Topf geben.
  5. Alles für drei Minuten köcheln lassen.
  6. Rapsöl unterrühren und mit einem Stabmixer fein pürieren.

Pfannkuchen mit Quinoa und Haferflocken

Leckere Rezepte für Pfannkuchen gibt es zuhauf. Aber die Variante von chefkoch.de mit Quinoa und Haferflocken kann sich sehen und schmecken lassen – und ist perfekt als Fingerfood geeignet:

Das brauchst du:

  • zwei Esslöffel Mehl
  • drei Esslöffel Haferflocken
  • rund zwei Esslöffel gepufften Quinoa
  • zwei Esslöffel Erdnussmus
  • einen halben Esslöffel Apfeldicksaft
  • ein Ei
  • etwas Natron
  • eine Banane
  • etwas Öl

Zubereitung:

  1. Im ersten Schritt zerdrückst du die Banane mit einer Gabel.
  2. Anschließend gibst du das Ei, das Mehl, das Natron und die Haferflocken dazu.
  3. Alles gut vermischen!
  4. In einer Pfanne etwas Öl erhitzen und die Pfannkuchen goldbraun ausbacken.
  5. Vor dem Servieren dann etwas Erdnussmus und/oder Apfeldicksaft darüber geben, und die gepuffte Quinoa darüber streuen.

Veggie-Burger mit Quinoa und Bohnen

Die veganen Quinoa-Burger mit Bohnen von babyled-weaning.de sind grundsätzlich für Babys ab zwölf Monaten geeignet.

Benötigte Zutaten:

  • 150 g gekochter Quinoa
  • eine Dose Kidneybohnen
  • eine Zwiebel
  • eine Knoblauchzehe
  • zwei Esslöffel Tomatenmark
  • ein Esslöffel Zitronensaft
  • vier Esslöffel Haferflocken
  • vier Esslöffel Paniermehl
  • etwas frische Petersilie
  • etwas Öl

So geht’s:

  1. Bereite die Quinoa entsprechend der Packungsanleitung zu.
  2. Jetzt Zwiebel und Knoblauchzehe schälen und fein hacken.
  3. Vermenge alle Zutaten miteinander und gebe diese in einen Mixtopf.
  4. Anschließend in einer großen Pfanne ausreichend Öl erhitzen und die Patties braten.
  5. Für die veganen Burger kannst du klassische Burgerbrötchen, Salat und Tomate zum Belegen wählen.

Noch mehr wertvolle Tipps für eine gesunde Babyernährung findest du hier:

Ist Quinoa auf dem Speiseplan deines Babys schon ein Thema? Oder startet ihr gerade ganz entspannt mit der Beikostphase?

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Unsere Expertin

Diplom-Ökotrophologin Pamela Koch hat diesen Artikel inhaltlich geprüft.Pamela Koch ist Diplom-Ökotrophologin und Ernährungstherapeutin. Seit 14 Jahren berät sie Familien und Multiplikator*innen wie Erzieher*innen zu den Themen Allergieprävention, Ernährung in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie von Säuglingen und Kindern.

In Zusammenarbeit mit niedergelassenen Kinderärzten und Hebammen hat sie in Ihrer Praxis mittlerweile mehr als 2.000 Familien beraten. Als dreifache Mutter liegen ihr die gesunde Ernährung und die therapeutische Unterstützung von Familien besonders am Herzen.

Hier findest du viele weitere Infos , Tipps und Rezepte zum Thema Babyernährung.

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Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern.

Seit 2015 sind wir Eltern einer zauberhaften Tochter. Zwei Jahre später kam ihr kleiner Bruder auf die Welt, und unsere Familie war komplett. Zusammen sind die beiden ein unschlagbares Team, das sich nur allzu gern gegen Mama und Papa verbündet.

Abgesehen von meiner Familie liebe ich den Hafen, fotografiere gern und gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für SEO und Social Media ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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