Mental Load: Hier gibt’s Hilfe, wenn Mama überlastet ist

Die meisten Mütter kennen es: Sobald der Wecker morgens klingelt, arbeitet unser Gehirn auf Hochtouren – und zwar, bis wir abends wieder schlafen gehen. Manchmal hört es nicht einmal dann auf, weil es einfach noch so vieles gibt, woran wir denken müssen. Neben den offensichtlichen toDos haben wir Mamas nämlich auch unglaublich viele „unsichtbare“ Aufgaben. Vermeintlich kleine Dinge, die aber trotzdem wichtig sind, und bei denen es als selbstverständlich gilt, dass Mama sie „eben schnell nebenbei“ mit erledigt. Die Folge: Irgendwann fühlen wir uns komplett überfordert, gestresst und ausgelaugt – der Mental Load hat zugeschlagen. Wenn dir das bekannt vorkommt, du unter Mental Load leidest und dir Hilfe wünschst, sagen wir dir hier, wo du sie bekommst:

1. Das Wichtigste auf einen Blick

  • Als Mental Load bezeichnet man die emotionale Überlastung bzw. Erschöpfung, die meistens Mütter betrifft.
  • Ursache sind die vielen „unsichtbaren“ Aufgaben, die Mütter jeden Tag übernehmen, um das Familienleben zu organisieren.
  • Dadurch kommt es zu einem starken Ungleichgewicht bei der Aufgabenverteilung.
  • Mütter mit Mental Load fühlen sich ständig erschöpft, ausgebrannt und gehetzt, sind oft gereizt und launisch.
  • Mental Load kann zu gesundheitlichen Problemen bis hin zu Depressionen und Burnout führen.
  • Die gute Nachricht ist: Bei Mental Load gibt es Hilfe – wir zeigen dir, wo!

2. Mental Load: Was ist das eigentlich?

Den Begriff „Mental Load“ haben vermutlich viele Mütter schon gehört. Aber längst nicht alle wissen, was sich genau dahinter verbirgt, wie eine aktuelle Umfrage von Echte Mamas zeigt. Dabei sind es zum Großteil Mütter, die unter dem Phänomen leiden, nicht umsonst wird Mental Load häufig in Verbindung mit dem Begriff „Mama Burnout“ gebracht. 

Aber was genau ist denn nun die Definition von Mental Load? Dass viele Mamas (und auch Papas) nach der Geburt des Kindes bzw. der Kinder gestresst sind, ist (leider) relativ normal. Eine völlig neue Lebenssituation, ständiger Schlafmangel, die Vereinbarkeit von Familie und Job, dazu vielleicht noch die ein oder andere Trotzphase – das kann ganz schön an den Nerven zehren.

Viele „unsichtbare“ Aufgaben setzen unseren Kopf unter Dauer-Strom

Aber bei vielen Mamas sind es nicht nur die offensichtlichen Dinge: Die Kinder müssen zur Schule, der Einkauf will erledigt werden, genauso wie der Haushalt, Wäscheberge warten, und arbeiten müssen wir (oft) nebenbei auch noch.

Dazu kommen viele kleine, scheinbar „unsichtbare“ Dinge, die wir im Hintergrund erledigen (müssen), und die unseren Kopf nicht zur Ruhe kommen lassen. Termine aller Familienmitglieder koordinieren, das Essen planen und einkaufen, Verabredungen für die Kinder ausmachen, Geburtstagsgeschenke organisieren, Arttermine vereinbaren, passen dem Kind eigentlich seine Sportschuhe noch, hat es das Geld für den Kita-Ausflug dabei – und denkt der Mann daran, dass er heute mit Abholen dran ist?

Diese und viele andere vermeintlichen „Kleinigkeiten“ führen dazu, dass unser Kopf permanent voll ist. Selten können wir uns wirklich auf eine Sache konzentrieren, weil uns gefühlte 78 andere Dinge beschäftigen, an die wir unbedingt denken müssen. Der Dank dafür? Fällt meistens spärlich aus, schließlich bekommt es kaum jemand mit, und in den meisten Fällen wird es auch nicht als „Arbeit“ wahrgenommen. Mama macht das schon!

Die Folge: emotionale Überlastung. Oder anders ausgedrückt: Mental Load.

Denn wer ständig den Druck verspürt, allein für so vieles verantwortlich zu sein, hat kaum Gelegenheit, einmal wirklich abzuschalten. Und sind wir mal ehrlich: Wie viel Zeit haben wir Mamas wirklich nur für uns? Stattdessen planen und organisieren wir den Familienalltag, erinnern alle an ihre Termine, treffen Entscheidungen und kümmern uns „nebenbei“ um Kinder, Haushalt und Job. Und wenn endlich alle im Bett sind, erstellen wir im Kopf häufig schon die Liste für den nächsten Tag. Kein Wunder also, dass wir uns irgendwann gestresst und überfordert fühlen. So sehr, dass es sogar zu körperlichen und psychischen Folgen wie Migräne, Schlafstörungen oder Depressionen kommen kann. Deshalb ist es wichtig, dass du dir bei Mental Load Hilfe suchst!

3. Warum betrifft Mental Load hauptsächlich Mütter?

Die Gründe dafür, dass hauptsächlich Mütter unter der emotionalen Überlastung und völliger Erschöpfung leiden, sind unterschiedlich. Zum einen liegt es leider immer noch an einem veralteten Rollenverständnis und dem Bild der Gesellschaft einer Frau und Mutter. Viele bekommen von klein auf vermittelt, dass sie für die Organisation der Familie „zuständig“ sind – inklusive Kinderbetreuung und Haushalt. Nicht umsonst ist häufig die Rede vom so genannten (angeblichen) „Kümmer-Gen“, das tief in uns Frauen verwurzelt ist. Deshalb wird es oft als selbstverständlich angenommen, dass wir all die Aufgaben erfüllen – und das natürlich auch noch gern.

Zum zweiten spielt häufig auch die Erziehung eine Rolle bzw. die Aufgabenteilung innerhalb der eigenen Familie, die wir als Kind mitbekommen. Wenn zum Beispiel unser Vater den ganzen Tag bei der Arbeit war, und die Mutter sich währenddessen um Kind(er), Einkauf und Haushalt gekümmert hat, hat sich diese Rollenverteilung bei uns eingeprägt – zumindest unterbewusst.

Zu guter Letzt ist einer der Gründe für den Mental Load nicht häufig unsere eigene Vorstellung davon, dass wir möglichst immer perfekt sein müssen. Die perfekte Mutter, Partnerin und Hausfrau – dabei ist das vollkommen absurd und für so gut wie niemanden zu schaffen.

Auch kinderlose Frauen sind betroffen

Allerdings muss man dazu sagen, dass auch Frauen, die keine Kinder haben, häufig vom Mental Load betroffen sind. Denn auch, wenn Erziehung und Co. nicht auf ihrer toDo-Liste stehen – viele organisieren trotzdem den Alltag ihres Partners. Machen Termine für ihn aus, planen Treffen mit Freunden, erinnern ihn an Geburtstagsgeschenke usw.

Gibt es auch Mental Load bei Männern?

Ja, den gibt es. Allerdings bei weitem nicht so häufig wie bei Frauen. Und auch das hat einen Grund. Denn wenn die Frau mehr arbeitet als der Mann, übernimmt sie trotzdem oft zusätzlich einen größeren Anteil der anderen Aufgaben, als wenn es andersherum wäre. Oder anders gesagt: Viele Frauen plagt das schlechte Gewissen, dem Partner alle Aufgaben „aufs Auge zu drücken“ – während das bei den meisten Männern nicht der Fall zu sein scheint.

4. Mental Load-Umfrage: Das sagen Echte Mamas aus unserer Community

Uns von Echte Mamas liegt das Thema Mental Load besonders am Herzen. Schließlich hören und lesen wir in unserer Community immer wieder Berichte und Geschichten von betroffenen Müttern. Deshalb haben wir eine Umfrage zum Thema gestartet. Ganze 2.017 Teilnehmer’innen haben darin abgestimmt – und die Ergebnisse sind teilweise erschreckend:

58 % der Mamas fühlen sich überfordert

Schon die ersten Zahlen zeigen deutlich, wie viele Mamas mit dem Thema Mental Load zu kämpfen haben. Ganze 58 % gaben an, dass sie sich aktuell überfordert fühlen. Gestresst sind sogar 88 % der Teilnehmerinnen. Den Hauptgrund dafür sehen die meisten im Haushalt (71 %), gefolgt Kindern bzw. Erziehung (55 %) und der Vereinbarkeit von Familie und Job (52 %). Auf Platz 4: Die Familienorganisation und der Erwartungsdruck von außen mit jeweils 40 %

Corona sorgt für höheren Mental Load

Auch die Situation während der Corona-Pandemie, in der ja häufig beide Elternteile zuhause waren, hat nicht nur Entspannung der Situation beigetragen – ganz im Gegenteil. 72 % unserer Mamas haben nämlich angegeben, dass sie heute deutlich gestresster sind als vor der Pandemie. Kein Wunder! Geschlossene Schulen und Kitas, fehlende soziale Kontakte und Freizeitmöglichkeiten, sowie die Arbeit im Homeoffice, während die Kinder zuhause sind – das alles hat die Situation für viele noch anstrengender gemacht.

Mental Load trifft Alleinerziehende besonders hart

Einer der Hauptgründe für den Mental Load vieler Mamas: Sie fühlen sich mit den vielen Aufgaben alleingelassen – und werden es oftmals auch. Zwar gaben 65 % an, sich die täglichen Aufgaben mit jemandem zu teilen. Bei 73 % ist das die Kinderbetreuung, bei nur 62 % der Haushalt. Dagegen organisieren rund 80 % organisieren allein alle Termine und sogar 83 % sind bei der Familienorganisation komplett auf sich allein gestellt.

Wenn 65 % sich Aufgaben teilen, heißt das aber auch: 35 % müssen alles komplett allein bewältigen – bei den Alleinerziehenden sind es sogar erschreckende 68 %! Kein Wunder also, dass diese Gruppe besonders häufig vom Mental Load betroffen ist.

Fast genauso erschreckend, aber nicht wirklich überraschend: 59 % der Mamas gaben an, dass sie im Alltag keine Zeit für sich selbst haben – und durch die Pandemie hat sich das bei mehr als der Hälfte noch verstärkt.

50 % der Mütter wünschen sich mehr Unterstützung

Eine weitere wichtige Erkenntnis aus unserer Umfrage: Die Hälfte der Mütter wünscht sich mehr Unterstützung im Alltag! Konkreter würden sich 44 % von ihrer Partner mehr Hilfe wünschen, 44 % sagen, dass ihnen eine Haushaltshilfe den Alltag erleichtern würde. Und bei 31 % steht (mehr) Kinderbetreuung auf der Liste weit oben.

Mental Load führt zu gesundheitlichen Problemen

Wie wichtig es ist, dass mehr Mamas diese Unterstützung auch bekommen, zeigt der Blick auf die Folgen des Mentals Loads. Denn auf Dauer können emotionale Überforderung und Stress zu gesundheitlichen Problemen führen. Dementsprechend sagen 35 % der Teilnehmer*innen, dass sie als Folge des Mental Loads unter Schlafstörungen, Rückenschmerzen, Migräne, Depressionen und Burnout-Symptomen leiden.

Doch Hilfe ist leider oft nicht in Sicht – jedenfalls nicht von außen. Denn 87 % der Mamas sind der Meinung, dass es beim Thema Mental Load nicht genügend öffentlich zugängliche Hilfe gibt.

Die gute Nachricht ist: Diese Hilfe gibt es! Wir zeigen dir nachfolgend, woran du erkennst, dass du von Mental Load betroffen bist – und wo du dir Hilfe holen kannst:

5. Mental Load – das sind die Symptome

Keine Frage: Die Tage, an denen wir (spätestens) abends völlig erschöpft sind, kennt wohl jede Mama. Das ist leider relativ normal und im besten Fall nur eine Phase. Aber woran erkenne ich, ob vielleicht doch mehr dahintersteckt? Was sind eigentlich genau die Symptome von Mental Load?

In einer amerikanischen Studie gaben 88 % (!) der Mütter an, dass sie sich leer und antriebslos fühlen, weil die Verantwortung dafür, den Familienalltag zu organisieren, bei ihnen allein liegt. Und seit Jahren schon gibt es Studien, die belegen, dass viele Mütter durch diese alleinige Verantwortung häufig sogar gesundheitliche Probleme bekommen.

Grundsätzlich ist natürlich jeder Mensch verschieden, deshalb kann sich auch die mentale Überlastung auf unterschiedliche Arten zeigen. Wenn dein Erschöpfungszustand allerdings dauerhaft ist, du dich ausgebrannt und gestresst fühlst, oft gereizt bist, und dein Kopf so voll ist, dass er nicht mehr abschalten kann, dann sind das Symptome, die relativ eindeutig auf Mental Load hindeuten.

Auf diese Anzeichen solltest du achten:

  • Du bist durchgehend erschöpft, auch wenn du ausreichend Schlaf bekommst.
  • Dadurch fühlst du dich ausgebrannt, kraftlos und ständig gehetzt.
  • Dein Kopf ist so voll, dass du nicht mehr abschalten kannst – oft auch nicht nachts.
  • Du bist häufig gereizt und launisch.
  • Am liebsten möchtest du allein sein, fühlst dich aber gleichzeitig schuldig deswegen.
  • Du magst nicht zugeben, dass du überfordert bist, weil du Angst hast, deiner Rolle als Mutter nicht gerecht zu werden.
  • Die Situation macht dich hilflos, weil du nicht weißt, wie du sie ändern kannst – und das stresst dich noch mehr.

Mental Load kann auch körperliche Folgen haben:

Die ständige Überlastung führt dazu, dass viele Mamas dauerhaft unter Strom stehen. Wenn sich an der Situation nichts ändert, kann das auch zu gesundheitlichen Problemen führen:

  • Viele Betroffene sind ständig krank, weil der Stress ihr Immunsystem schwächt.
  • Aus demselben Grund dauern oft auch Infekte deutlich länger.
  • Mental Load kann Schlafstörungen auslösen,
  • zu Rückenschmerzen führen,
  • und Migräne triggern.
  • Sogar Depressionen sind als Folge von Mental Load möglich.

Alles in allem lässt sich also sagen, dass die Symptome denen eines Burnouts sehr ähnlich sind. Deshalb wird der Mental Load häufig auch als „Mama Burnout“ bezeichnet.

6. Gibt es einen Mental Load Test?

Ja, du findest online einige Mental Load-Tests, mit denen du relativ einfach feststellen kannst, wie die Aufgaben bei euch zuhause verteilst sind. Liegt der Großteil bei dir, ist die Gefahr, dass du von Mental Load betroffen bist oder zumindest darauf zusteuerst, relativ groß.

Ein gutes Beispiel ist der Test der Seite equalcareday.de

Hier kannst du das entsprechende Formular einfach doppelt ausdrucken – einmal für dich, einmal für deine*e Parter*in. Ihr kreuzt beide an, wer von euch welche Aufgaben übernimmt, anschließend vergleicht ihr eure Punktzahl.

Allerdings solltet ihr das Ganze nicht als Wettbewerb sehen und möglichst auch nicht als Grundlage für Vorwürfe nutzen. Stattdessen bietet der Test eine gute Basis, um sich in Ruhe zusammenzusetzen und zu schauen, was man wie am besten an der Situation ändern kann – und zwar gemeinsam.

7. Tipps gegen Mental Load: Das kannst Du selbst tun

1. Sprich mit deinem Partner oder deiner Partnerin.

Ganz wichtig: Wenn du dich dauerhaft gestresst oder erschöpft fühlst und dich darüber ärgerst, dass ein Großteil der Aufgaben an dir hängen bleibt: Sprich deine*n Partner*in darauf an. Oft bekommt es unser Gegenüber gar nicht mit, was uns beschäftigt, und kann deshalb auch nichts daran ändern. Anstatt also den Ärger in dich hineinzufressen, sag lieber ganz offen, was dich stresst bzw. ärgert. Nur so könnt ihr gemeinsam versuchen, eine Lösung zu finden, und schauen, welche Aufgaben sich vielleicht anders aufteilen lassen.

2. Erstelle eine Liste mit deinen to Dos.

„Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“ Vielleicht hast du die Frage auch schon gehört – und dich maßlos darüber geärgert. Dabei ist sie oft gar nicht so böse gemeint, wie sie klingt, denn viele unserer Aufgaben im Alltag sind unsichtbar. Das heißt, wir selbst wissen zwar, dass wir sie erledigen – andere Menschen sehen es aber nicht, weil sie gar nicht darüber nachdenke. Deshalb ernten wir Mamas manchmal Unverständnis, wenn wir sagen, dass wir uns gestresst fühlen. Denn unser Umfeld nimmt diese unsichtbaren Aufgaben gar nicht wahr.

Deshalb unser Tipp: Schreibe eine Liste mit allen Aufgaben, die du jeden Tag erledigst. Und zwar nicht nur mit offensichtlichen Dingen wie Wäsche waschen und Kinder abholen, sondern mit wirklich allen Aufgaben. Du machst einen Arzttermin für dein Kind aus? Erinnerst deinen Partner an sein Meeting? Überprüfst die Wechselwäsche in der Kita? Verabredest ein Spiel-Date am Nachmittag? Denkst an das Geburtstagsgeschenk für Schwiegermama? Schreib es alles auf! Die Liste könnt ihr dann gemeinsam durchgehen – und wir sind sicher, dein*e Partner*in wird staunen!

3. Verabschiede dich vom Perfektionismus.

Sind wir mal ehrlich: Oft steht uns Mamas unsere eigene Perfektion im Weg. Denn nicht immer sind es die anderen, die einen Erwartungsdruck aufbauen. Häufig sind es unsere eigenen Ansprüche, die uns an den Rand der Erschöpfung treiben – oder darüber hinaus. Dabei könnte so vieles einfacher sein, wenn wir unsere Erwartungen an uns selbst ein kleines bisschen zurückfahren. Denn ganz ehrlich: Unseren Kindern ist es letztendlich egal, ob wir den Geburtstagskuchen selbst backen oder zur Backmischung greifen. Sie stört es nicht, wenn der Staub einen Tag länger unter dem Sofa liegt, oder der Geschirrspüler erst morgen ausgeräumt wird. Wenn wir uns von dem Gedanken verabschieden, dass wir ständig alles perfekt machen müssen, macht das schon einiges einfacher. Dann können wir unsere Energie für die Dinge nutzen, die wirklich wichtig sind – und alles andere hat Zeit.

4. Gib Aufgaben ab und lass dir helfen!

Kennt ihr das auch? Wir wünschen uns nichts sehnlicher, als dass der Partner oder die Partnerin einen mehr unterstützt – und erledigen die Aufgaben dann doch lieber „schnell“ selbst, anstatt sie einmal zu erklären. Oder wir beobachtet mit Argusaugen, ob der andere die Aufgabe auch „nach unseren Vorstellungen“ erledigt. Spätestens, wenn wir dann zum 3. Mal gemeckert oder kritisiert haben, hat sich die Hilfe eh erledigt – kein Wunder! Denn wer möchte sich schon gern anhören, dass er Dinge falsch macht? Deshalb: Auch wenn es manchmal schwerfällt, solltest du unbedingt lernen, Aufgaben abzugeben. Und zwar auch dann, wenn dein*e Partner*in sie komplett anders angeht, als du das tun würdest. Womit wir wieder beim Thema Perfektionismus wären 😉

5. Lerne, auch mal „Nein“ zu sagen.

Mindestens genauso wichtig: Wenn du merkst, dass du nicht mehr kannst, solltest du das deutlich sagen – und dir nicht noch mehr aufladen lassen. Besonders uns Mamas fällt das oft schwer. Schließlich geben wir ungern zu, dass wir überfordert sind, weil das oft immer noch als Schwäche gesehen wird. Dabei ist es so wichtig, dass wir Grenzen setzen. Klar und deutlich sagen, wenn es nicht mehr geht, oder wir keine Zeit bzw. Kraft haben, um noch eine Aufgabe zu übernehmen. Denn niemandem ist damit geholfen, wenn wir dadurch noch mehr gestresst sind, und die Aufgabe am Ende vielleicht doch liegen bleibt. Es ist kein Zeichen von Schwäche, „nein“ zu sagen – ganz im Gegenteil!

6. Gönne dir regelmäßig Pausen.

Vom Wecken der Kinder morgens bis zur Einschlafbegleitung: Der Tag von uns Mamas ist oft eng getaktet. Wir hetzten von einer Aufgabe zur nächsten, für Pausen bleibt meist kaum Zeit. Genau die solltest du dir aber nehmen, um nicht in der Mental Load-Falle zu landen. Zwischendurch kurz bewusst durchatmen, einen Kaffee trinken, zehn Minuten an die frische Luft gehen, um den Kopf frei zu bekommen. Und zwar am besten, ohne ständig daran zu denken, was du als nächstes alles erledigen musst. Klingt erst einmal simpel, ist aber nicht immer einfach – und dabei doch so wichtig. Vielleicht suchst du dir jeden Tag bestimmte Pausen, die du bewusst genießt, ohne an etwas anderes zu denken. Am Anfang nicht immer einfach, aber es lohnt sich!

7. Achte auf deine eigenen Bedürfnisse

Zu guter Letzt ein Tipp, der wir nicht oft genug schreiben können: Achte auf deine eigenen Bedürfnisse. Wir Mamas neigen leider viel zu oft dazu, sie ganz weit nach hinten zu stellen. Häufig soweit, dass am Ende keine Zeit mehr dafür bleibt. Wir stellen das Wohl unserer Kinder über alles, daran ist grundsätzlich natürlich auch nichts falsch. Allerdings sollten wir uns selbst dabei nicht vergessen. Denn wer seine Bedürfnisse immer hinten an stellt, wird auf Dauer nicht nur erschöpft, sondern auch unglücklich, unzufrieden und ist häufig gereizt. Oder anders gesagt: Niemandem ist damit geholfen, wenn wir uns komplett für die Familie aufopfern, am allerwenigsten unseren Kindern. Denn nur, wenn wir selbst glücklich und zufrieden sind, können wir das auch unseren Kindern vermitteln. Und die Kleinen wünschen sich am meisten eine glückliche Mama!

8. Du bist vom Mental Load betroffen – Hilfe gibt es hier:

Wie unsere Umfrage gezeigt hat, vermissen fast 90 % der Teilnehmerinnen öffentlich zugängliche Hilfsangebote zum Thema Mental Load. Das heißt, dass Betroffene es leider häufig schwer haben, passende Hilfsangebote zu finden. Deshalb haben wir hier einige Adressen und Anlaufstellen für euch aufgelistet, bei denen du Hilfe bekommst:

1. Sprich mit deiner Krankenkasse

Das Thema Mental Load ist in den letzten Jahren immer präsenter geworden – und damit natürlich auch bei den Krankenkassen angekommen. Die Techniker Krankenkasse hat dem Thema zum Beispiel eine Folge ihres Podcasts gewidmet, in der auch ein Experte zu Wort kommt:

Mental Load – Die unendliche To-do-Liste im Kopf – mit Dr. Olaf Hars

Bei der AOK findest du einen allgemeinen Onlinekurs, nicht direkt zum thema Mental Load, aber für die Stressbewältigung im Alltag. An dem kannst du auch teilnehmen, wenn du bei einer anderen Krankenkasse versichert bist:

Onlinekurs: Stress im Griff

Generell ist unser Tipp: Wenn du Hilfe gegen Mental Load suchst, ruf am besten einmal bei deiner Krankenkasse an. Sie können dir sagen, an wen in deiner Nähe du dich wenden kannst, und welche Möglichkeiten es für sich gibt (z. B. auch eine Mutter-Kind-Kur).

2. Mental Load Coaching – Audiokurse

Zeit ist für uns Mamas ja häufig leider Mangelware (soviel zum Thema Mental Load…). Deshalb kann es schwierig sein, an einem Hilfsangebot vor Ort teilzunehmen. Eine tolle Option sind dann zum Beispiel Audiokurse, die du flexibel genau dann anhören kannst, wenn es in deinen Zeitplan passt. Zum Beispiel diese hier:

Audiokurs: „Gut gegen Mental Load“ von Familypunk

Der Audiokurs von Familypunk vermittelt dir in insgesamt 90 Minuten kompaktes Wissen zum Thema Mental Load und liefert konkrete Strategien, die helfen. Außerdem bekommst du einfache Tipps und Tricks, Übungen und ein eBook, in dem du alles noch einmal nachlesen kannst. Das Gute: Die einzelnen Sequenzen sind nur jeweils 5 Minuten lang. Perfekt, wenn die Zeit mal (wieder) knapp ist. Der Audiokurs kostet 39,90 € und du bekommst ihn hier:

Familypunk: Gut gegen Mental Load

Audiokurs: „Mental Load reduzieren – so geht‘s” von Carolin Habekost

Der Audiokurs von Carolin Habekost ist mit 99 € etwas teurer. Er besteht aus insgesamt 5 Videos zu verschiedenen Themen, die dir dabei helfen sollen, die Arbeitsteilung in der Familie zu optimieren und dadurch deinen Mental Load zu reduzieren. Die Videos kannst du insgesamt 12 Monate lang online nutzen – oder sie dir auf deinen Rechner laden. Mehr Infos und die Anmeldung zum Audiokurs findest du hier:

Carolin Habekost: „Mental Load reduzieren – so geht‘s

Der Echte Mamas Podcast zum Thema Mental Load

Auch wir von Echte Mamas haben dem Thema Mental Load eine eigene Podcast-Folge gewidmet. Unter dem Titel „Gender Care Gap: Ungerechte Rollenverteilung – Mamas übernehmen einen Großteil der Kinderbetreuung“ haben wir mit Johanna Fröhlich Zapata von alltagsfeminismus.de über die Ursachen für die ungerechte Verteilung gesprochen. Die Medizinanthropologin hat hilfreiche Tipps für eine gleichberechtigte Partnerschaft als Eltern. Außerdem weiß sie, wie man am besten mit Stress umgeht, um gesundheitliche Folgen zu vermeiden. Das ganze ist natürlich kostenlos – und anhören kannst du es dir hier:

Persönliche Coachings in deiner Nähe

Viele Experten bieten auch persönliche Coachings vor Ort an. Am besten suchst du bei Google nach jemandem in deiner Nähe. Oder du bittest deine Krankenkasse um Hilfe. Häufig kann sie dir einen Experten empfehlen.

3. Mental Load Workshops und Seminare

Neben den Audiokursen und persönlichen Coachings gibt es auch einige Seminare und Workshops zum Thema Mental Load:

Laura Fröhlich spricht über Mental Load

Die bekannte Bloggerin, Journalistin und Autorin Laura Fröhlich hat zum Thema Mental Load unter anderem das Buch „Die Frau fürs Leben ist nicht das Mädchen für alles“ veröffentlicht. Auch bei Echte Mamas hat sie schon einen Gastbeitrag zum Thema geschrieben. Außerdem hält sie Vorträge und bietet Beratungen als Hilfe gegen Mental Load

In einem Video bei YouTube spricht Laura Fröhlich ausführlich über das Thema Mental Load und gibt hilfreiche Tipps für Betroffene. Außerdem erzählt sie auch, wie ihr die emotionale Erschöpfung am besten vermeiden könnt:

Das Buch von Laura Fröhlich inklusive Workbook, um deinem Mental Load den Kampf anzusagen, kannst du hier vorbestellen.

Mama in Balance

Unter dem Thema „Mama in Balance“ bietet Hanna Drechsler auf ihrer Website verschiedene eBooks und Online-Kurse für Mütter an. Auch ein 1:1-Coaching ist möglich. Außerdem gibt es jeden Dienstag eine neue Folge des gleichnamigen Podcasts.

4. Das Elterntelefon

Wenn du schnell und anonym Hilfe suchen möchtest, kannst du dich an das Elterntelefon wenden. Montags bis freitags zwischen 9 und 17 Uhr, dienstags und donnerstags sogar bis 19 Uhr kannst du hier deine Fragen und Probleme mit speziell ausgebildeten Berater*innen aus unterschiedlichen Bereichen besprechen.

Das Elterntelefon ist kostenlos und hat die Rufnummer 0800 -111 0 550.
Mehr Infos dazu findest du hier: nummergegenkummer.de

5. Mental Load: Hilfe in deiner Nähe

Wenn du von Mental Load betroffen bis und dir Hilfe in deiner Nähe wünschst, kannst du auf der Seite von elternsein.de danach suchen. Das Angebot heißt „frühe Hilfen“, weil es sich an Eltern mit Kindern bis zum Alter von 3 Jahren richtet. Das Ganze ist als Netzwerk organisiert, und für die Suche musst du nur deine Postleitzahl bzw. deinen Wohnort eingeben.

6. Mutter-Kind-Kur

Wenn du in der Mental Load-Falle steckst und dich überfordert, gestresst und ausgebrannt fühlst, ist vielleicht eine Mutter-Kind-Kur eine Möglichkeit. Mehr Infos dazu bekommst du zum Beispiel auf der Seite des Müttergenesungswerks. Hier kannst du auch direkt online und anonym einen Test machen, ob eine Kur dir helfen kann. Außerdem findest du alle Infos zu den Voraussetzungen, Anträgen und der Klinikwahl, sowie Kontaktadressen zu Beratungsstellen.

7. Familienhilfe von der Caritas

Die Familienhilfe der Caritas bietet zwar keinen konkreten Mental Load-Kurs oder ähnliches an. Aber sie unterstützt mit „Hilfe beim Familienstart, Erziehung und Alltag, Ehe und Partnerschaft“. Experten helfen dir bei deinen Fragen und können dir Anlaufstellen in deiner Nähe nennen, an die du dich wenden kannst.

8. Hilfsangebote des DRK

Auch das Deutsch Rote Kreuz bietet auf seiner Seite mit zahlreichen Hilfsangeboten für Familien. Außerdem gibt es hier eine umfangreiche Suche zu Hilfsangeboten in deiner Nähe. Zum Beispiel zu Mutter-Kind-Kuren und Familienhilfe, aber auch für die psychische Notfallversorgung.

Du möchtest im Alltag Zeit sparen? Komm in den Echte Mamas Club!
Du wünschst dir mehr Zeit für dich und Austausch mit anderen? Dann werde jetzt Mitglied Echte Mamas Club! Hier findest du alle wichtigen Infos zum Thema Schwangerschaft und Mamasein an einem Ort und sparst dir die Zeit für lange Recherchen. Wir haben viele hilfreiche Tipps, Ratgeber, Expertenvideos und Produkttests für dich. Außerdem hast du die Möglichkeit, dich mit vielen anderen Mamas zu vernetzen – oft hilft es ja schon, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen.

Denk auf jeden Fall immer daran: Du bist nicht allein!

Leidest du auch unter Mental Load? Oder hast du ihn erfolgreich hinter dir gelassen? Hat dir ein spezieller Tipp geholfen?

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Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern.

Seit 2015 sind wir Eltern einer zauberhaften Tochter. Zwei Jahre später kam ihr kleiner Bruder auf die Welt, und unsere Familie war komplett. Zusammen sind die beiden ein unschlagbares Team, das sich nur allzu gern gegen Mama und Papa verbündet.

Abgesehen von meiner Familie liebe ich den Hafen, fotografiere gern und gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Texte und Social Media ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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