„Ich bin für Masken, aber im Unterricht brachten sie meine Tochter zum Weinen“

Die Sommerferien neigen sich fast überall dem Ende zu. In vielen Bundesländern startet das neue Schuljahr nach der langen Corona-Pause mit Maskenpflicht für Schüler und Lehrer. Besonders streng ist die Regelung in Nordrhein-Westfalen: Hier müssen die Masken an weiterführenden und berufsbildenden Schulen sogar im Unterricht getragen werden. Keine Frage: Masken sind wirklich wichtig, damit das Corona-Virus sich nicht wieder weiter ausbreitet. Gerade jetzt nach der Urlaubszeit, wenn die Infektionszahlen durch die Urlaubsrückkehrer sowieso schon in die Höhe gehen. Trotzdem kann es besonders für die jüngeren Schüler belastend sein, wenn sie plötzlich mit Mund-Nasen-Schutz im Klassenraum sitzen müssen. Was genau das für die Kinder bedeuten kann, hat uns eine Mama aus der „Echte Mamas Community“ erzählt.

Ab der fünften Klasse ist der Mundschutz im Klassenraum Pflicht

Grundschüler in NRW können durchatmen – und das ist in diesem Fall sogar wörtlich gemeint. Denn bis einschließlich der 4. Klasse dürfen sie während des Unterrichtes die Maske abnehmen, die ansonsten überall auf dem Schulgelände Pflicht ist. Ab der 5. Klasse müssen die Kinder den Mund-Nasen-Schutz allerdings auch während des Unterrichts tragen. Damit ist NRW das erste Bundesland, dass die Maskenpflicht auch im Klassenzimmer eingeführt hat.

Nach dem ersten Schultag hat sich Anne (echte Name ist uns bekannt) aus unserer Community bei uns gemeldet. Ihre Tochter Ella ist 11 Jahre alt und geht in die 6. Klasse.

Für sie war der Start in das neue Schuljahr wirklich schlimm:

„Damit niemand meine Geschichte falsch versteht, möchte ich eins gleich vorweg nehmen: Generell finde ich die Maskenpflicht sehr sinnvoll und auch wichtig. Und ich möchte auch keine Diskussion darüber anzetteln, ob wir sie als Schutzmaßnahme nun brauchen oder nicht. Trotzdem tut es mir in der Seele weh, wenn ich sehe, wie unglücklich meine Tochter Ella nach ihrem ersten Schultag war. Und ich stelle mir dir Frage, ob es wirklich sein muss, dass die Kinder die Masken sogar während des Unterrichts tragen.

Nach der langen Corona-Pause und den Sommerferien hat Ella sich sehr darauf gefreut, dass sie wieder in die Schule darf und ihre Freundinnen dort sieht. Als sie wieder nach Hause kam, war es mit der Freude allerdings vorbei. Meine Kleine stand weinend vor der Tür und war völlig aufgelöst. Ich habe sie in den Arm genommen und gefragt, was los ist. Sie schluchzte nur ‚Mama, mit der Maske macht die Schule gar keinen Spaß mehr!‘

Ella hatte starke Kopfschmerzen, ehrlich gesagt kein Wunder, wenn man bei diesen Temperaturen stundenlang nur durch die Maske atmen kann. Die Kinder schwitzen sowieso schon, das wird durch den Mundschutz natürlich noch verstärkt. Dazu kommt, dass Ella eine Brille trägt, die durch die Maske leider relativ häufig beschlägt. Außerdem hat Ella gesagt, dass sie unter der Maske schlechter atmen konnte. Und damit war sie scheinbar nicht die einzige:

Zwei ihrer Freundinnen wurde so schwindelig, dass sie nach der 3. Stunde abgeholt werden mussten.

Die Hitze zusammen mit der Aufregung und dann noch die Maske – das ist wohl für einige Kinder einfach zu viel. Dazu kommt, dass Ella Schwierigkeiten hatte, ihre Lehrerin zu verstehen, und sich extrem konzentrieren musste. Generell bedeuten die Masken auch, dass alle Schüler und Lehrer lauter sprechen müssen. Das fällt Ella schwer, da sie eher schüchtern ist.

Zum Glück durften die Kinder zumindest im Unterricht trinken und sich in der Frühstückspause ans offene Fenster stellen. Die dauert zwar nur wenige Minuten, aber besser als nichts. Auch auf den Schulhof ging es nur kurz und in getrennten Gruppen, aber dort dürfen die Kinder die Maske immerhin kurz abnehmen, weil sie hier sowieso den Mindestabstand einhalten müssen.

Ich kann natürlich nur für Ella sprechen und weiß nicht, wie andere Kinder den ersten Schultag erlebt haben.

Aber ich habe Angst, dass die Maskenpflicht meiner Tochter den Spaß an der Schule nimmt

Klar verstehe ich, dass wir alles tun müssen, um eine zweite Corona-Welle zu verhindern. Trotzdem finde ich, dass unsere Kinder nicht diejenigen sein dürfen, die besonders darunter leiden. Abgesehen davon sind die Masken ja auch nach kurzer Zeit völlig durchnässt und nicht mehr hygienisch.“

Ein kleiner Lichtblick für Ella und alle Kinder, denen es genauso geht: Die Maskenpflicht im Unterricht gilt im NRW erst einmal nur bis Ende August. Inwischen haben mehrere Eltern aus Nordrhein-Westfalen gegen die Maßnahme geklagt. Und das Land will die Regelung zum Hitzefrei anpassen. Dann dürfen die Kinder früher nach Hause gehen, wenn es in den Klassenräumen zu heiß wird, und auch für ältere Schüler soll es jetzt Hitzefrei geben

Was sagt ihr dazu: Maskenpflicht an Schulen auch im Unterricht – sinnvoll und notwendig oder völliger Quatsch? Wir freuen uns auf eure Meinung – hier oder in unserer geschlossenen Facebook-Gruppe „Wir sind Echte Mamas“.

Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern.

Seit 2015 sind wir Eltern einer zauberhaften Tochter. Zwei Jahre später kam ihr kleiner Bruder auf die Welt, und unsere Familie war komplett. Zusammen sind die beiden ein unschlagbares Team, das sich nur allzu gern gegen Mama und Papa verbündet.

Abgesehen von meiner Familie liebe ich den Hafen, fotografiere gern und gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Texte und Social Media ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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