Hallo, ich bin Caro und Mama von zwei Kindern, mein Sohn ist drei und meine Tochter fünf. Ihr erkennt mich daran, dass ich irgendwo alleine rumstehe, während die anderen Mütter an der Kita oder auf dem Spielplatz in Grüppchen anzutreffen sind.

Dabei haben die anderen Mütter und ich auf den ersten Blick viele Gemeinsamkeiten. Immerhin haben wir alle Kinder, die wir lieben. Trotzdem fühle ich mich in Gesellschaft von anderen Mamas wie ein Alien. Auch wenn ich die Frauen meistens ‚ganz nett‘ finde, für eine Freundschaft reicht es einfach nicht.

Manchmal glaube ich, ich bin die einzige Mutter auf der ganzen Welt, die keine richtige Mama-Freundin hat.

Dabei treffe ich täglich andere Mütter und mit vielen davon verstehe ich mich oberflächlich gut. Aber ist bleibt eben an der Oberfläche. So langsam fürchte ich, dass es an mir liegt. Ich bin einfach nicht die typische ‚Mutti‘ und ich interessiere mich nicht für die Dinge, für die sich viele Frauen offenbar interessieren, sobald sie Kinder bekommen. Thermomix-Gerichte sind mir nach wie vor egal, Designer-Handtaschen sehen alle gleich aus und auch dem Basteln kann ich nach wie vor nichts abgewinnen.

Nie hätte ich gedacht, dass diese Eigenschaften es mir mal schwer machen würden, bis ich durch die Geburt meiner Kinder zur Mama wurde. Am schlimmsten wird das Außenseiter-Gefühl, wenn ich dann doch mal wieder einen neuen Versuch starte, mit den anderen Mamas ins Gespräch zu kommen. Egal, welches Thema, ich scheine immer eine andere Meinung zu vertreten als die anderen.

Naja, zumindest ein gemeinsames Thema haben wir – die Kinder.

Aber irgendwie funktioniert auch das nicht. Ich rede auch gerne mal über Kinder (besonders natürlich über meine eigenen), aber spätestens nach einer halben Stunde möchte ich auch mal wieder über andere Dinge reden. Es nervt mich, wenn es kein anderes Thema gibt als Windeln, Kita und Schniefnasen.

Ich lebe auf dem Dorf und viele hier lieben Schlager und schwärmen von Helene Fischer. Ich höre stattdessen Heavy Metal und verabscheue Volksmusik. Noch schlimmer ist das Thema Fernsehen: Während alle anderen Mütter die gängigen Trash-TV-Formate lieben, ‚um mal richtig abzuschalten‘, schaue ich am liebsten schwermütige Dramen und Dokumentationen.

Ansonsten scheinen es viele Frauen zu lieben, auf dem Spielplatz über ihre Ehemänner herzuziehen.

Was ich da zu hören bekomme, macht mich oft traurig. Nach ihren Erzählungen müssen die meisten Mütter den ganzen Haushalt alleine schmeißen und ihre Partner sehen keinen Grund, wenigstens den eigenen Teller in die Spülmaschine zu stellen. Horror. Mein Mann und ich leben ein komplett anderes Rollenmodell.

Ich verdiene mehr als er, arbeite Vollzeit und er macht 30 Stunden, logischerweise ist er also derjenige von uns, der das meiste im Haushalt erledigt. Das ist echt toll, oder? Ja, das denke ich eigentlich auch. Aber das Problem: Auch hier habe ich wieder keine Schnittmenge mit den anderen Müttern. Es gibt zwar noch eine andere Mama in Vollzeit, aber leider scheint ihr Mann nicht so sehr an Gleichberechtigung interessiert.

Wenn die anderen Frauen also schimpfen, wie überlastet sie sind und wie wenig ihr Mann sie unterstützt, ist es mir fast peinlich, dass ich diese Probleme nicht habe. Auch sonst gibt es eigentlich nichts, was ich meinem Mann öffentlich vorwerfen möchte. Tja, also wieder kein gemeinsames Thema.

Natürlich habe ich Freundinnen, aber die leben alle in anderen Städten.

Wir tauschen viele Sprachnachrichten aus und telefonieren oft, aber so eine Freundschaft auf Entfernung fühlt sich manchmal auch sehr einsam an. Ich hätte eigentlich gerne eine Freundesgruppe, mit der ich auf dem Spielplatz abhängen kann. Aber mit den anderen Müttern fühle ich mich einfach nicht wohl.

Doch mein größtes Problem mit meiner Einsamkeit ist, dass ich mir oft Sorgen mache, dass sie auf meine Kinder überschwappen könnte. Denn was ist, wenn sie nicht zu Play-Dates eingeladen werden, weil die anderen Mütter lieber Mütter dabeihaben wollen, die auch wissen, wer gerade beim ‚Bachelor‘ rausgeflogen ist und welcher Promi gerade im Dschungel sitzt. Oder noch schlimmer: Was ist, wenn zu ihren Kindergeburtstagen keiner gebracht wird, weil ihre Mama komisch ist?

Ich frage mich, was mit mir nicht stimmt, dass ich so anders bin.

Wieso interessiere ich mich nicht für die gleichen Dinge wie die anderen Mütter? Ich wünschte, ich hätte zumindest eine Mama-Freundin, auf die ich zählen könnte. Der Gedanke daran, dass das wahrscheinlich nie passieren wird, tut echt weh.”


Liebe Caro, vielen Dank, dass du uns deine Geschichte anvertraut hast. Wir wünschen dir und deiner Familie alles Liebe für die Zukunft!

Du kennst das Gefühl der Einsamkeit? Du bist nicht allein!

  • Angebote bei Einsamkeit“ vom Kompetenznetz Einsamkeit bietet einen Überblick zu überregionalen und deutschlandweiten Angeboten gegen Einsamkeit. Sie reichen von Hilfs- und Beratungsangeboten über Modellprojekte bis zu digitalen Teilhabemöglichkeiten, die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt werden.
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92 Kommentare

  • Melanie

    Ich muss mich übergeben
    Lena, mit einem Hündchen, moderiert kompetent – weil Patentante – einen Chat für Alleinerziehende – Danke schön, so bescheuert war ich tatsächlich auch mal unterwegs, da war meine Schwester alleinerziehend mit zwei Kleinkindern und ich war ganz cool mal ein WE im Monat (und jaaa coole Patentante, nur mit Katze statt Hund aber ansonsten genauso dämlich!) unterwegs.
    Welcher Redakteur lässt so jemanden auf dieses Thema und Menschen los? Meine Güte
    Liebe Lena. Bitte, lass es! Geh ins Tierheim oder trage am besten Zeitungen aus, BITTE tu nicht so als würdest du diese Welt verstehen.
    Herr, schmeiß Hirn!

    • User Avatar
      Laura

      Hallo Melanie,

      wo siehst du denn das Problem – von deinem völlig unpassenden Ton mal abgesehen?

      Meine Kollegin Lena hat lediglich die Geschichte einer Mama protokolliert, und das ziemlich einfühlsam. wWs sie nicht tut, ist eine Moderation, ihre eigene Meinung und Erfahrung dort einzubringen. Was genau hat dich denn bitte so wütend gemacht?

      Laura

  • Uta

    Ich bin auch anders als andere Kinder… Ich fühle mich dir nah. Sei stolz auf deine Haltung und dein Leben. Viele beneiden dich. Ganz sicher!

    • User Avatar
      Laura

      Liebe Uta, danke für deine Nachricht an die Mama – sie wird sich sicher freuen, dass du ihr Mut machst und ihre Erfahrung teilst!
      Liebe Grüße, Laura