Play-Dates: „Ich habe oft so keinen Bock auf andere Eltern!“

Verabredungen mit anderen Müttern zum Spielen? Für Lea ein Graus! Ihr vierjähriger Sohn Max erwählt immer genau die Kinder zu seinen liebsten Spielkameraden, zu deren Müttern Lea gar keinen Draht hat.

„Solche Nachmittage sind für mich oft eine echte Tortur. Und so sentimental ich auch manchmal werde, wenn ich sehe, was für rasante Fortschritte mein Kleiner macht, denke ich in während solcher Play-Dates immer nur:

Bitte werd´ doch endlich groß!

Denn dann kann er sich endlich ganz alleine mit seinen Freunden treffen. Ich weiß, dass manche Mamas die Freunde ihrer Kinder quasi nach deren Müttern aussuchen. Aber dass ich mich mit jemandem gut verstehe, heißt ja nicht, dass Max mit dessem Kind eine Wellenlänge hat. Und ich will, dass er sich  seine Spielkameraden selbst aussucht – solange es keine Kinder sind, die ihm ernsthaft schaden. Deshalb treffe ich mich immer wieder mit Müttern, die ich insgeheim echt anstrengend finde.

Am Schlimmsten war eine, die ich hier mal Dörte nenne. Sie hat pausenlos kommentiert, was ich alles falsch mache. Die falschen Snacks in der Box (,Tja, aber Fruchtsüße ist auch nur Zucker, solltest du lieber lassen.‘), zu lascher Umgang mit ,harten‘ Medikamenten (Ich hatte meinem Sohn in der Nacht Kinder-Nasentropfen gegeben, weil er wegen einer Erkältung keine Luft mehr bekommen hat), zu kurz gestillt (,Na ja, muss ja jeder selbst wissen, aber besser ist es schon, wenn man…´). Ich fühle mich bei solchen Kommentaren wehrlos, weil ich meine Meinung meistens für mich behalte und der anderen nicht vor den Kopf stoßen möchte.

Ich bin sowieso eher introvertiert.

Manchmal beneide ich andere Mütter in der KiTa. Sie scheinen alle Best-Buddys zu sein. So begeistert und ausgelassen, wie die sich begrüßen, fühle ich mich oft außen vor. Treffe ich auf eine Mutter, die ähnlich zurückhaltend wie ich ist, wird es oft sogar noch unangenehmer, als wenn mir jemand mit starken Meinungen die Ohren zudröhnt. Denn dann entstehen gerne lange Gesprächspausen, in denen ich mich genötigt fühle, aktiv zu werden. Oft fülle ich die Lücken mit leerem Geplapper, von dem ich am Ende genauso erschöpft bin.

Erste Hilfe: draußen treffen

Es ist etwas besser geworden, seit ich versuche, mich herausfordernde Verabredungen nach draußen zu verlegen – zum Beispiel auf den Spielplatz. Manchmal sind dort dann noch andere Mütter, die ich kenne, so wird die Runde ein wenig aufgelockert. Außerdem vertröste ich Max inzwischen öfter mal, um ehrlich zu sein. Er hat im Kindergarten ohnehin immer sehr viele Kinder um sich, und ist dann nicht zu traurig, wenn er manche Freunde nur alle zwei Wochen auch noch nachmittags trifft.

Trotzdem werde ich wahnsinnig erleichtert sein, wenn die Kinder so weit sind, dass sie sich alleine treffen – und die Eltern nur noch beim Hinbringen oder Abholen ein wenig Smalltalk zwischen Tür und Angel betreiben müssen,…“

Liebe Lea, vielen Dank, dass du uns deine Meinung anvertraut hast. Wir wünschen dir und deiner Familie alles Liebe für die Zukunft!

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Jana Stieler

Ich lebe mit Mann und Sohn im Süden Hamburgs – am Rande der Harburger „Berge“ (Süddeutsche mal kurz weghören: Der höchste Punkt misst immerhin sagenhafte 155 Meter ü. M.). Wenn ich nicht gerade einen Text verfasse, liebe ich Outdoor-Abenteuer mit meiner Familie, lange Buch-Badewannen-Sessions mit mir allein und abendliches Serien-Binge-Watching.

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