Fruchtbarkeitstest: So testest du deine Fruchtbarkeit

Wenn sich ein Paar über eine längere Zeit ein Kind wünscht und es nicht klappt, spricht man von einem unerfülltem Kinderwunsch. Genau dann ist es sinnvoll, für beide Partner einen Fruchtbarkeitstest durchzuführen. Denn ob es zu einer Befruchtung und schließlich zur Schwangerschaft kommt, hängt von sehr vielen Faktoren ab. Ein Gynäkologe oder Urologe sind die ersten Ansprechpartner. Welche Fruchtbarkeitstests es gibt und wie sie funktionieren, erfährst du hier.

1. Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Ein Fruchtbarkeitstest ist sinnvoll, wenn man sich schon länger ein Kind wünscht und es nicht klappt.
  • Viele Menschen wissen gar nicht, dass ihre Fruchtbarkeit eingeschränkt ist.
  • Die erste Anlaufstelle für Fruchtbarkeitstests ist ein Gynäkologe oder Urologe.
  • Es gibt mehrere Fruchtbarkeitstests für Frauen.
  • Für Männer gibt es in erster Linie nur das Spermiogramm.

2. Wann ist ein Fruchtbarkeitstest sinnvoll?

Kinder zu zeugen, ist gar nicht so einfach, wie es vielleicht scheinen mag. In jedem Zyklus kann die Eizelle der Frau nur an ganz bestimmten Tagen befruchtet werden. Die Samenzellen liefern sich ein Wettrennen und nur die Schnellsten und Kräftigsten schaffen es zur Eizelle.

Doch selbst, wenn Samenzelle und Eizelle verschmelzen, ist es noch keine Garantie für eine Schwangerschaft. Die befruchtete Eizelle muss sich auch korrekt einnisten und entwickeln.

Wer schwanger werden möchte, versucht im ersten Schritt meist, an den fruchtbaren Tagen ungeschützten Geschlechtsverkehr zu haben. Wenn diese Bemühungen jedoch innerhalb eines Jahres keinen Erfolg bringen, ist es sinnvoll, dass sowohl die Frau als auch der Mann Fruchtbarkeitsuntersuchungen machen lassen. So können die Probleme und Ursachen geklärt werden und glücklicherweise gibt es in vielen Fällen auch eine Lösung.

Außerdem kann ein Fruchtbarkeitstest voraussagen, wie lange die Frau noch fruchtbar ist. Wenn du also wissen möchtest, wie viel Zeit dir für deine Familiengründung bleibt, ist ein Fruchtbarkeitstest sinnvoll. Die Prognose ist allerdings nicht komplett zuverlässig, da Lebensumstände und der Gesundheitszustand sich schnell ändern können.

3. Unfruchtbarkeit: Das sind die Symptome

Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, dass ihre Fruchtbarkeit eingeschränkt ist, denn die Symptome können sehr vielfältig sein. Daher ist es schwierig, selbstständig auszumachen, ob man unfruchtbar ist. Eine klare Aussage kann dir nur dein Arzt geben. Folgende Anzeichen können allerdings auf Fruchtbarkeitsprobleme deuten – teile sie unbedingt deinem Arzt mit:

  • Lange oder sehr schwache Regelblutungen
  • Starke Menstruationsschmerzen
  • Schmerzen im Unterleib
  • Schmerzen beim Sex
  • Zwischenblutungen
  • Verstärkte Körperbehaarung
  • Über längere Zeit unerfüllter Kinderwunsch

4. Wo kann ich einen Fruchtbarkeitstest machen lassen?

Die erste Anlaufstelle für alles rund um Fruchtbarkeit und Kinderwunsch ist der Gynäkologe oder – bei Männern – der Urologe. Diese Ärzte sind Experten für die Geschlechtsorgane und haben das nötige Equipment, um die Tests durchzuführen. Außerdem arbeiten sie mit Labors zusammen, in denen genaue Analysen gemacht werden können.

Das Angebot der verfügbaren Fruchtbarkeitstests kann sich je nach Praxis unterscheiden. Am besten informierst du dich im Voraus, welche Tests dein Frauenarzt anbietet bzw. ab es in deiner Nähe einen Arzt gibt, die sich auf Fruchtbarkeit und Kinderwunsch spezialisiert. In manchen Fällen kann dein Arzt dich an Kinderwunschzentren überweisen. Das sind spezialisierte Kliniken, die Menschen gezielt bei ihrem Kinderwunsch unterstützen.

Die Kosten für Fruchtbarkeitsuntersuchungen sind sehr unterschiedlich. Ein Hormontest für Frauen beim Arzt kostet z. B. ca. 30 bis 50 Euro. Wird zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung gemacht, sind es ca. 150 Euro. Ein Spermiogramm kostet zwischen 60 und 90 Euro.

In vielen Fällen übernimmt die Krankenversicherung die Kosten für die Tests und Behandlungen. Das ist aber nicht immer der Fall. Frage am besten im Voraus bei deiner Kasse nach, welche Kosten gedeckt werden und welche nicht.

5. Fruchtbarkeitstest für Frauen

Fruchtbarkeitsuntersuchungen bei Frauen dienen hauptsächlich dem Zweck, zu bestimmen, wie viele Eizellen noch zur Verfügung stehen. Die Menge der Eizellen – auch Eizellreserve genannt – ist nämlich begrenzt und nimmt mit jedem Zyklus ab. Je älter eine Frau ist, desto kleiner ist ihr Eizellvorrat.

Doch nicht nur Eizellen, auch der Zustand der Geschlechtsorgane spielt eine große Rolle beim Thema Fruchtbarkeit. So werden bei Fertilitätstests auch die Gebärmutter, die Eierstöcke und Eileiter sowie weitere Organe näher betrachtet und ihre Funktion überprüft.

Bei jedem Fruchtbarkeitstest wird dich der Arzt zunächst ein paar grundsätzliche Fragen zu deiner Gesundheit, Lebensweise und sexuellen Aktivität stellen. Folgende Informationen will der Frauenarzt wissen:

  • Medizinische Vorgeschichte
  • Frühere Erkrankungen und Operationen
    Medikamenteneinnahme
  • Fruchtbarkeitsprobleme in der Familie
  • Dein Menstruationszyklus
  • Dauer des Kinderwunsches
  • Frühere Schwangerschaften
  • Frühere Fruchtbarkeitsbehandlungen
  • Deine sexuellen Gewohnheiten

Danach führt der Arzt eine standardmäßige gynäkologische Untersuchung durch, zu der auch ein Abstrich des Zervixschleims gehört. Abhängig von seiner Einschätzung werden dann andere Tests gemacht. Welche das sein können, erfährst du in den nachfolgenden Abschnitten.

Bluttest zur Hormonuntersuchung

Mithilfe des Bluttests kann dein Hormonspiegel bestimmt werden. Geprüft wird, ob alle notwendigen Hormone in ausreichender Menge vorhanden sind. So kann auch erkannt werden, ob ein Eisprung stattfindet oder nicht. Untersucht werden unter anderem folgende Hormone:

  • Östradiol
  • Progesteron
  • AMH
  • FSH
  • LH
  • Prolaktin
  • Androgene
  • Schilddrüsenhormone

Durch den Hormontest können außerdem andere Krankheiten – wie zum Beispiel eine Schilddrüsenüber- oder Schilddrüsenunterfunktion – festgestellt werden. Diese können oft die Ursache für Unfruchtbarkeit sein.

Ultraschalluntersuchungen

Mithilfe des Ultraschalls kann der Arzt die Beschaffenheit der inneren Organe – in diesem Fall insbesondere die Eierstöcke, Eileiter und Gebärmutter – näher untersuchen. Neben einfachem Ultraschall kann auch ein Kontrastmittel verwendet werden, um das Bild deutlicher zu machen. In einigen Fällen sind Spiegelungen wie die Gebärmutter- oder Bauchspiegelung notwendig.

Besonders hilfreich ist der Ultraschall zur Einschätzung der Eizellreserve. Dabei werden die Eierstöcke untersucht und die Follikelanzahl bestimmt. In diesem Fall muss die Ultraschalluntersuchung am 5. oder 6. Zyklustag stattfinden.

Mit Ultraschall kann der Arzt außerdem prüfen, ob die Organe gesund und funktionsfähig sind. Er kann erkennen, ob Tumore, Vernarbungen oder Fehlbildungen vorhanden sind. Auch die Dicke und Beschaffenheit der Gebärmutterschleimhaut wird mit Ultraschall untersucht.

Ultraschalluntersuchungen zeigen außerdem auf, wie die Organe auf Medikamente ansprechen. Wenn nötig, kann die Behandlungsmethode dann angepasst oder geändert werden.

Postkoitaltest

Beim Postkoitaltest (PCT) wird geprüft, wie viele Spermien nach dem Geschlechtsverkehr im Gebärmutterhals vorhanden sind, die dann zur Eizelle gelangen können. So läuft er ab:

  1. Ca. zwei Tage vor dem Eisprung prüft der Arzt den Zervixschleim
  2. Das Paar hat Geschlechtverkehr
  3. Einige Stunden nach dem Geschlechtsverkehr prüft der Arzt den Schleim erneut

Durch dieses Verfahren kann der Arzt feststellen, wie viele Spermien sich im Zervixschleim befinden und wie aktiv sie sind. Mithilfe des PCT kann außerdem bestimmt werden, ob zwischen dem Zervixschleim und den Samenzellen eine Unverträglichkeit vorhanden ist.

Ovulationsbestimmung

Die präzise Zyklusauswertung erfolgt meist im Kinderwunschzentrum. Sie kombiniert den Hormontest mit einer vaginalen Ultraschalluntersuchung, bei der die Entwicklung der Eibläschen genau festgehalten wird. So können der Eisprung und andere zyklusbedingte Entwicklungen genau dokumentiert werden.

Die Ultraschalluntersuchung wird mit einer Sonde gemacht. Diese muss in die Vagina eingeführt werden. Das ist eine schmerzlose und effektive Methode, da die inneren Organe genau dargestellt werden können. Auch das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut wird beobachtet.

6. Fruchtbarkeitstest für Männer

Während die Fruchtbarkeit von Frauen mit fortschreitendem Alter abnimmt, sind Männer ihr ganzes Leben lang zeugungsfähig. Ihr Körper produziert unbegrenzt Spermien. Allerdings kann sich die Qualität, Menge, Form und Agilität der Spermien verändern.

Bei ca. 30 % der Paare mit unerfülltem Kinderwunsch liegt die Ursache beim Mann. Daher sollten bei Fruchtbarkeitstests auch Männer mit einbezogen werden.

Neben einer grundlegenden Untersuchung beim Urologen, der – ähnlich wie bei der Frau – auch Fragen zu früheren Erkrankungen, Medikamenteneinnahme, Lebensweise etc. stellt, wird eine Samenanalyse durchgeführt, um ein Spermiogramm zu erstellen. Dieses zeigt die Qualität und Menge der Spermien auf und macht deutlich, ob die Fruchtbarkeitsbehandlung beim Mann ansetzen sollte.

Tipp: Eine Samenanalyse können Männer übrigens auch zu Hause machen.

Spermien-Heimtests messen allerdings nur die Anzahl der Spermien, nicht die Qualität oder Form. Sie sind daher weder sehr aussagekräftig, noch zuverlässig. Eine genaue Aussage kann nur ein Facharzt treffen.

Mehr Infos und Tipps zum Thema „Schwanger werden“ findest du HIER.

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Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern.

Seit 2015 sind wir Eltern einer zauberhaften Tochter. Zwei Jahre später kam ihr kleiner Bruder auf die Welt, und unsere Familie war komplett. Zusammen sind die beiden ein unschlagbares Team, das sich nur allzu gern gegen Mama und Papa verbündet.

Abgesehen von meiner Familie liebe ich den Hafen, fotografiere gern und gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Texte und Social Media ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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