Ernährung in der Schwangerschaft: „Ich hatte so viele gute Vorsätze…”

„Hallo, ich bin Valerie und seit sechs Monaten glückliche Mama von unserem ersten Kind. Neulich haben mein Mann und ich uns an die Schwangerschaft zurückerinnert und ich musste selbst darüber lachen, wie anders Realität und Vorstellung in dem Fall waren.

Vor meiner Schwangerschaft war ich immer sehr diszipliniert beim Essen, gesunde Ernährung und Sport waren mir total wichtig. Deswegen hatte ich eine Menge guter Vorsätze für meine Ernährung in der Schwangerschaft. Hier ein kleiner Auszug: Industrieller Zucker und Fast Food wären absolut tabu, ich wollte Kalorien zählen und sicher gehen, dass ich nie mehr als nötig zu mir nehme.

Und selbstverständlich würde ich immer frisch kochen und meinem schwangeren Körper so wenig Fertig-Produkte wie nötig zuführen…

Ihr könnt es euch sicher denken, es kam alles anders.

In den ersten drei Monaten der Schwangerschaft war mir durchgängig übel und ich hing ständig über der Kloschüssel. Ich konnte nichts bei mir behalten und bekam bei allem, was mir sonst so gut geschmeckt hatte, Brechreiz. Das einzige, was ich einigermaßen runterbekam war Weißbrot mit Nutella. Das wurde dann quasi meine Leibspeise. Da ich froh war, wenn überhaupt etwas drin blieb, machte auch das Kalorienzählen keinen Sinn.

So brach ich dann schon in den ersten Wochen meiner Schwangerschaft mit allen Vorsätzen – und auch als die Übelkeit nachließ, wurde es nicht wirklich besser. Ich konnte zwar wieder mehr Dinge essen, ohne dass ich sofort ins Bad rennen musste, aber ich hatte plötzlich die merkwürdigsten Gelüste. Während ich früher nur selten bei der berühmten Fastfood-Kette mit dem großen gelben ‚M‘ zu Besuch war, verspürte ich nun regelmäßig eine heftige Gier nach Pommes und Burgern.

Manchmal weckte ich meinen Mann sogar, damit er mit mir in den Drive-In fuhr.

Der war total irritiert von meinen plötzlichen Heißhunger-Attacken, da ich vor der Schwangerschaft immer diszipliniert war und nur ganz selten Fast Food mit ihm essen wollte. Ich glaube, er hat das richtig genossen und fleißig mit mir geschlemmt.

Meinem Baby zuliebe versuchte ich natürlich trotzdem, genügend vollwertige und vitaminreiche Lebensmittel zu essen, aber wann immer mich ein Kuchenstück oder eine fettige Pommes anlächelte, konnte ich einfach nicht mehr nein sagen. Einmal sah ich abends Milchschnitte in der Fernsehwerbung und fuhr sofort los, um mir eine Zehner-Packung davon zu holen. Was mein Essverhalten anging, war ich plötzlich ein ganz anderer Mensch.

Es ist also keine Überraschung, dass ich ordentlich zugelegt habe.

Ich weiß noch, wie ich ein paar Tage nach der Geburt entsetzt feststellte, dass das Baby zwar geboren war, aber noch einige Kilos auf der Waage blieben. Doch das Gute: Mit dem Ende der Schwangerschaft war ich auch die merkwürdigen Heißhungerattacken wieder los. In den ersten Wochen vergaß ich sogar oft zu essen und war total auf unser Baby konzentriert, sodass die ersten Kilos purzelten.

Heute, sechs Monate später, spielen Ernährung und Sport eine viel kleinere Rolle in meinem Leben als früher. Ich esse in der Regel schnell zwischendurch und habe keine Zeit, mir aufwendige Ernährungspläne zu erstellen oder regelmäßig zum Sport zu gehen.

Ich habe das jetzt fürs Erste auf Eis gelegt.

Aber wenn unser Kleiner in die Kita geht, möchte ich versuchen, ein paar meiner alten Routinen und Gewohnheiten wieder aufzunehmen. Zu viele strenge Vorsätze habe ich mir dieses Mal lieber nicht gemacht, das habe ich aus der Schwangerschaft gelernt.”


Liebe Valerie, vielen Dank, dass du uns deine Geschichte anvertraut hast. Wir wünschen dir und deiner Familie alles Liebe für die Zukunft!

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Lena Krause

Ich lebe mit meinem kleinen Hund Lasse in Hamburg und bin dort immer gerne im Grünen unterwegs.

Auch wenn ich selbst noch keine Mama bin, gehören Babys und Kinder zu meinem Leben dazu. Meine Freundinnen machen mir nämlich fleißig vor, wie das mit dem Mamasein funktioniert und ich komme als „Tante Lena“ zum Einsatz.

Seit ich denken kann, liebe ich es, zu schreiben – und bei Echte Mamas darf ich mich dabei auch noch mit dem schönsten Thema der Welt auseinandersetzen. Das passt einfach!

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