Corona: Warum sieht niemand unsere Kinder?

Die zweite Stufe der Corona-Lockerungen ist da. Nachdem unser Alltag seit Wochen in fast allen Bereichen stark eingeschränkt war, gibt es jetzt die ersten größeren Schritte zurück ins „normale Leben“. Jedenfalls dann, wenn man keine Kinder hat. Denn über die Öffnung von Kitas und Schulen verlor Angela Merkel bei der Pressekonferenz (wieder einmal) kaum ein Wort. Für uns Eltern ein Schlag ins Gesicht. Und ich frage mich ernsthaft: Warum sieht eigentlich niemand unsere Kinder? Wie kann es sein, dass ihre Bedürfnisse über einen so langen Zeitraum fast komplett ignoriert werden?

Sind unsere Kinder wirklich so unwichtig?

Den Eindruck könnte man langsam wirklich bekommen. Bei der ersten Pressekonferenz zu den Lockerungen wurden wir Familien überhaupt nicht erwähnt. Stattdessen hieß es, dass Kitas und Co. bei den nächsten Beratungen ganz oben auf der Liste stehen. Und dann? Gab es wieder nur 3 Sätze, die im Prinzip erst einmal gar nichts aussagen.

Nach der Pressekonferenz herrschte hier bei uns im Wohnzimmer erst einmal Stille – und große Ernüchterung. Ich weiß nicht, warum, aber irgendwie hatte ich mir erhofft, dass es zumindest den Ansatz einer Lösung gibt. Natürlich ist mir klar, dass wir nicht von jetzt auf sofort zur Normalität übergehen können. Aber zumindest ein grober Zeitplan, irgendetwas Greifbares, an dem man sich orientieren und auf das man hinarbeiten kann – das hätte ich mir gewünscht. Und es hätte gezeigt, dass eben doch jemand an unsere Kinder denkt und auch an uns als Familien.

Stattdessen heißt es nach wie vor: keine Kita, keine Freunde, kein Plan, wie es weitergeht

Aber hey, dafür kümmern sich die Verantwortlichen um Themen wie Biergärten, Einkaufszentren, Friseure, Fitness-, Sonnen- und Nagelstudios und – Gott sei Dank! – um die Fußball-Bundesliga. All das ist oder wird wieder geöffnet bzw. erlaubt. Auch Restaurants dürfen wieder öffnen, und schon bald können wir alle wieder an Ost- und Nordsee reisen. Aber die Kitas (und auch Schulen) öffnen? „Das dauert“.

Wie lange? Keine Ahnung. Die Angaben reichen von Mitte Juni bis zum Ende der Sommerferien – oder sogar dem nächsten Jahr. Was das für unsere Kinder bedeutet, darüber macht sich scheinbar niemand einen Kopf.

Dabei ist die Corona-Krise eine große Belastung für unsere Kinder

Als wir unsere Zwei im März vom letzten Mal aus der Kita abgeholt haben, wusste noch niemand, was genau passieren wird. Die erste Info war, dass die Kita für zwei Wochen geschlossen bleibt. Wir haben der Großen also gesagt, dass sie ihre Freunde jetzt „ein paar Tage“ nicht sieht, sie haben sich verabschiedet mit den Worten „bis bald“. Aus den zwei Wochen sind inzwischen acht geworden, und so, wie es aussieht, werden noch einige Wochen folgen.

Die Kinder hatten keine Möglichkeit, sich richtig zu verabschieden. Weil einfach niemand wusste, wie lange der ganze Mist dauert. Das kann und möchte ich auch niemandem vorwerfen. Aber offenbar denkt auch nach der ganzen Zeit noch niemand darüber nach, welche Umstellung das für unsere Kleinen bedeutet, und wie es sie belastet. Meine Tochter hat seit acht Wochen ihre Freundinnen nur noch kurz per Video übers Telefon gesehen. Der kleine Bruder fragt zwischendurch immer wieder hoffnungsvoll „Morgen Kita?“ Natürlich haben wir beide versucht, ihnen Corona kindgerecht zu erklären. Und ich glaube, zumindest die Große versteht mit ihren vier Jahren auch, dass es im Moment leider nicht anders geht.

Das ändert nur leider trotzdem nichts daran, dass sie ihr gewohntes Leben vermisst

Eine Weile war es vielleicht ganz schön, soviel Zeit mit Mama und Papa zu verbringen. Allerdings müssen die leider „nebenbei“ auch arbeiten und können nicht den ganzen Tag spielen und vorlesen. Ganz schön frustrierend, wenn es immer wieder heißt „Jetzt bitte gerade nicht“ – übrigens für beide Seiten. Wenn wir draußen waren, standen die beiden mit sehnsüchtigen Blicken vor dem geschlossenen Spielplatz.

Für uns Erwachsene ist die Situation schon anstrengend. Aber für die Kinder wird sie immer mehr zur seelischen Belastung. Die soziale Isolation verkraften so kleine Menschen nun einmal leider noch schlechter. Kinder brauchen soziale Kontakte, und zwar deutlich mehr als „nur“ Mama und Papa.

Die Corona-Krise verändert unsere Kinder

Sie nimmt ihnen ein Stück ihrer Unbeschwertheit, die doch so wichtig ist. Nicht umsonst hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ein Infoblatt für Eltern herausgebracht. Darin steht unter anderem, dass Kinder besonders müde, unruhig, nervös, ängstlich oder auch gereizt und wütend reagieren können. Einige essen weniger oder können sich nicht konzentrieren. Andere nässen plötzlich wieder ein oder können nicht schlafen. Und wieder andere fallen in ihrer Entwicklung zurück, sprechen plötzlich wieder in Babysprache und zeigen sogar körperliche Symptome wie Kopf- oder Bauchschmerzen. Das heißt natürlich nicht, dass es jedem Kind so gehen MUSS. Aber allein die Tatsache, dass es so sein KANN, sollte doch genug Grund sein, um einen Plan zu entwickeln, der genau das verhindern kann.

Dazu kommt, dass die soziale Isolation für Kinder, die in schwierigen Verhältnissen leben, sogar gefährlich werden kann. Der Deutsche Kinderverein hat schon davor gewarnt, dass misshandelte und missbrauchte Kinder sich in großer Gefahr befinden könnten, weil sie ihren Eltern schutzlos ausgeliefert seien. „Der Spielplatz ist zu, die Nachbarn gehen auf Distanz, das Kind ist mit seinen Eltern allein“, so der Verein.

Dazu kommt, dass die Situation auch für uns Eltern belastend ist

Wir müssen seit Wochen den Spagat zwischen Kinderbetreuung und Job hinbekommen. Im besten Fall können beide Elternteile im Homeoffice arbeiten. Aber selbst dann bleibt es eine echte Herausforderung, und eigentlich bräuchte der Tag mindestens 30 Stunden, damit man wirklich alles schafft. Ständig hat man das Gefühl, nichts und niemandem wirklich gerecht zu werden – weder den Kindern, noch dem Job. Und mindestens genauso oft meldet sich das schlechte Gewissen. Bei Eltern, deren Kinder zur Schule gehen, kommen die täglichen Lernaufgaben noch dazu. Keine Ahnung, wie sie auch das noch schaffen!

Die Folge: Wir sind dauergestresst. Und das bekommen dann leider manchmal (viel zu oft) auch die Kinder ab. Dabei können sie am wenigsten dafür, dass gerade alles so ist, wie es ist.

„Die Familie ist die systemrelevanteste Gruppe unserer Gesellschaft“

Das sagte die Bremer Soziologin Sonja Bastin gegenüber @butenunbinnen. Und trotzdem werden Familien und vor allem unsere Kinder seit Wochen konsequent vernachlässigt. Kein Wort darüber, wann und wie es für uns weitergehen soll. Stattdessen große Erleichterung, dass wir ENDLICH wieder shoppen und zum Friseur gehen können. Na, herzlichen Glückwunsch.

„Die regierenden Politikerinnen und Politiker sehen uns und unsere Kinder nicht. Sie glauben tatsächlich, dass die Situation für uns tragbar ist. Noch lange.“ Diese Einschätzung von Sonja Bastin trifft es auf den Punkt. Wir können (und müssen) uns anhören, dass unsere kleinen Kinder vielleicht noch monatelang nicht in die Kita gehen dürfen. Wie die Kleinen damit klarkommen, und wir Erwachsenen es mit unseren Jobs regeln sollen? Darüber verlieren die Verantwortlichen kein Wort. Es gibt keinen konkreten Plan und auch keinen Hinweis darauf, dass zumindest daran gearbeitet wird. Familien werden komplett alleingelassen.

Und das muss sich verdammt noch mal endlich ändern!

Es kann doch nicht sein, dass die Politiker länger über die Fußball-Bundesliga diskutieren als über die Öffnung der Kitas. Dass hunderte Menschen vor Ikea Schlange stehen – und zwar ohne Mundschutz und Mindestabstand – während es heißt, unsere Kinder könnten die Hygieneregeln noch nicht einhalten. Die Einkaufsstraßen waren am Wochenende so überfüllt wie vor Corona, aber unsere Kinder dürfen weiterhin ihre Freunde nicht zum Spielen treffen.

Es wird so getan, als seien Kinder die größte Gefahr in der Corona-Krise. Und gleichzeit werden ihre Bedürfnisse konsequent ignoriert. Wie gefährlich die Isolation für die Kleinen selbst wird, darüber macht sich (scheinbar) niemand Gedanken. Und das ist wirklich, wirklich traurig.

Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern. Ich liebe den Hafen, fotografiere gern, gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Social Media und Texte ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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Kommentare

  1. Sobald die Politik herausgefunden hat wie sie die Erzieher und SPAs schützen kann, wird auch wieder geöffnet.
    Wir haben offen – es findet schon die ganze Zeit Notbetreuung statt. Und selbst in der können wir uns nicht schützen weil Mundschutz nicht erwünscht ist und auch unrealistisch da die Kinder unsere Mimik sehen müssen.
    Deswegen werden die Kinder als „größte Gefahr“ gesehen, weil sie Nähe BRAUCHEN und Erzieher mit Freuden anniesen.
    Ich weiß nicht wie es bei euch ist und ich will niemanden persönlich angreifen, aber es ist durchaus bekannt, dass kranke Kinder des öfteren mit Medikamenten zugedröhnt in die Kita geschickt werden, damit man seine Ruhe hat. Und das hilft euch als Familie bei der aktuellen Entscheidung, wieder ungebremst zu öffnen, auch nicht gerade. Aus dem Grund gibt es ja einen Stufenplan. Der nimmt sich halt Zeit bis der Regelbetrieb wieder stattfindet – weil die Pandemie eben noch am Anfang ist.
    Deswegen ist es für das Personal sehr gefährlich und eigentlich eine tickende Zeitbombe in der Kita zu arbeiten – wir haben auch Angehörige zu Hause die zur Risikogruppe gehören oder gehören sogar selbst dazu und haben keine Lust, die Menschen die wir lieben, sterben zu sehen weil klein Kevin und Jaqueline uns anhusten während Mama und Papa zu Hause gammeln.
    Entschuldige die derben Worte aber diese Geschichte hat einfach zwei Seiten und es leiden nicht nur Kinder darunter, sondern auch wir Erwachsenen sind „weggesperrt“ und nehmen es noch anders wahr als Kinder. Die kleinen haben die Chance damit aufzuwachsen, die kennen noch nicht viel andere Normalität. Wir brauchen einen Kompromiss damit alle die Chance haben, so normal wie möglich, aber auch so sicher wie möglich zu leben.

  2. Ehrliche Antwort: Kündigen Sie oder lassen Sie sich krank schreiben. Wenn Sie „klein Kevin und Jaqueline“ nur noch als Gefahr wahrnehmen und den Gedanken gut finden, dass die Kinder ja mit dieser „Normalität“ gut groß werden können, dann sind Sie aktuell ungeeignet für ihren Job. Und: Ja, Sie gehören jetzt zu einer Risikogruppe. Wie soll den ein Kompromiss Ihrer Meinung aussehen, wenn er nur darauf hinausläuft, einen Schutz für Erzieher zu gewährleisten, ohne jedweden pädagogischen Anspruch mehr zu transportieren oder den kindlichen Bedürfnissen nach Nähe gerecht zu werden? Sie wollen keinen Kompromiss, sondern eine Versicherung.

  3. Jo, bin dabei. Wenn ich sehe, wie wenig schützenswert unser Beruf ist, und wie die Eltern unter dem Hashtag „CoronaElternRechnenAb“ jetzt Geld von der Regierung fordern, damit sie ihr EIGENE Fleisch und Blut betreuen, habe ich überhaupt keine Lust mehr Teil dieser fremden Familien zu sein. Da kann ich nicht mehr hinterstehen.
    Die armen Kinder, die in ein paar Jahren im Interlet lesen werden, wie sehr sich ihre Eltern bemüht haben, sie loszuwerden während draußen ein tödlicher Virus tobt.

  4. 1. Es ist kein tödlicher Virus.
    2. Wer zur Risikogruppe gehört, muss nicht in der Notbetreuung arbeiten.
    3. Isolation ist definitiv nicht die Normalität, in der Kinder aufwachsen sollten.
    Und an alle Eltern, die sich der Herausforderung gerade stellen müssen: Ihr leistet unglaubliches. Seid großzügig mit euch und euren Liebsten.
    (Zu mir: Familientherapeutin in einer Notbetreuung)

  5. Ihr Verständnis hört leider an der eigenen Haustür auf. Es gibt eben Lebens- und Arbeitsmodelle, die darauf basieren, dass ein Teil der Erziehung durch den Kindergarten und dessen soziales Umfeld abgedeckt werden. Sonst sind Modelle wie Schichtdienste (die auch mal parallel laufen) oder freiberufliche Tätigkeiten praktisch nicht denkbar. Wir haben uns damals auch explizit gegen eine Tagesmutter entschieden, weil jene nicht mit unseren Arbeitsplatzanforderungen vereinbar war. Sie erklären mir aber jetzt, dass wir schlicht keine LUST darauf haben, unsere Kinder zu betreuen? Wir neigen nur nicht zur 100%igen Selbstaufgabe. Wir haben leitende Funktionen und/oder Personalverantwortung und schaffen es immer unser Kind 16:00 Uhr aus der Kita abzuholen. Unser Kind war wärend des Lockdowns auch nicht unterbeschäftigt, sondern hat recht glücklich Fahrrad fahren gelernt und Salzteig geknetet etc. Wenn die Wirtschaft aber hochfährt, ist die 24/7-Elternbetreuung aber vorbei. Wir haben nun mal keine Home-Office-Jobs, keine Oma auf Abruf und dürfen theoretisch nicht mal das Nachbarskind zum spielen heranziehen. Also bitte, sagen Sie mir wie sich das organisieren lässt? Ihre Gesundheit in allen Ehren. Die soll geschützt werden, soweit es geht. Aber nicht auf Kosten verstörter Kinder. Sie wollen, das Kinder mit der neuen „Normalität“ aufwachsen? Schöner Irrsinn. Ich resümmiere: Sie sind nicht geeignet für diesen Job, weil Passion dazugehört.

  6. Ich fasse Mal etwas zusammen.
    Es IST ein tödlicher Virus. Und ja, ich möchte eine Versicherung für meine Gesundheit und die Gesundheit der Menschen die ich liebe und die zur Risikogruppe gehören.
    Und auch wenn ich meinen Job gerne machen (das kann gerne diskutiert werden, aber ich beteilige mich nicht) – meine eigene Sicherheit ist mir immer wichtiger als die Laune eines Kindes.
    Ich stelle das Wohl eines Kindes was nicht mein eigenes ist, niemals über mein eigenes.
    Und ich habe übrigens ein Recht dazu, was im Moment allerdings gerne von Eltern ignoriert wird, weil diese weiterhin in ihrer Leistungsgesellschaft leben wollen.
    Sie neigen nicht zur vollständigen Selbstaufgabe für ihre EIGENEN Kinder und ich neige nicht zur vollständigen Selbstaufgabe für FREMDE Kinder.

    Übrigens verbitte ich mir, mir hier sagen zu lassen ob ich für meinen Beruf geeignet bin. Ja ich weiß dass ich schroff rede – weil mich die Elternschaft tierisch aufregt.
    Ich betreue gerne Kinder und sehe die aktuelle Situation als Chance für die Kinder, Mal Zeit mit ihren Eltern zu verbringen, in meiner Erfahrung beschränkt sich das sieht auf etwa eine Stunde pro Tag.

  7. Da war ein Schreibfehler im letzten Satz.
    Es beschränkt sich SONST auf etwa eine Stunde pro Tag.

    Natürlich findet ein Teil der Erziehung bei uns statt. Aber eben auch der, in meinen Augen wichtigere, Teil zu Hause.

    Was ich aus solchen derbe formulierten Artikeln lese ist die Bereitschaft eigene Kinder plus Personal einem unerforschten Ansteckungsrisiko auszusetzen und da kann ich nicht hinterstehen.
    Es wird geforscht ob Corona eventuell Kawasaki auslöst – eine fiese Autoimmunerkrankungen bei Kindern. Googelt das Mal, hätte ich eigene Kinder hätte ich keine Lust sie dem auszusetzen.

  8. In Ordnung. Ich revidiere: Sie sind DERZEIT nicht für den Job geeignet. Das ist nicht mal böse gemeint. Indes steht es Ihnen auch nicht zu, über Lebensmodelle zu urteilen. Wir haben die Kita als ganz normales Element der Erziehung eingeplant und z. T. hat unser Sohn seine Mutter tatsächlich nur 1 1/2 Stunden am Tag gesehen. Weil Schichtdienste eben so sind. Dafür war der Vater ab 15:30 Uhr da. Das mag nicht ideal sein, aber es geht und zwar dank der Kita. Das muss Ihnen nicht gefallen.

  9. Also ich bin selbst Erzieherin und ich kann das sehr gut nachempfinden was du schreibst Claudia.
    Was man als Erzieherin teilweise im Kitaalltag erlebt, macht wütend und traurig.
    Das bedeutet nicht, was man seine Arbeit aus dem Grunde schlechter macht oder die Kinder nicht wertschätzt oder ungeeignet für seinen Beruf ist!

    Sich einer Person gegenüber anzumaßen, ungeeignet für den Beruf zu sein, welche einfach nur eine andere Sicht ( außer die der Eltern ) vertritt, ist nicht in Ordnung.

    Ich kann natürlich nicht für alle Erzieherinnen sprechen, aber ich kenne viele Kollegen, welche die Entwicklung der Fremdbetreuung in den letzten Jahren als sehr kritisch betrachten.

    In welcher Gesellschaft man leben möchte ist natürlich individuell, allerdings finde ich den der Kommentar:

    „Ihr Verständnis hört leider an der eigenen Haustür auf. Es gibt eben Lebens- und Arbeitsmodelle, die darauf basieren, dass ein Teil der Erziehung durch den Kindergarten und dessen soziales Umfeld abgedeckt werden.“

    spiegelt deutlich wieder, was Claudia hier kritisiert.

    Es geht um das Wohl der Kinder und Kinder brauchen Eltern!!!!
    Dass es anstrengend ist seine Kinder selbst zu betreuen, das steht außer Frage.

    Dass beide Eltern heutzutage Vollzeit arbeiten müssen um ihren Lebensstil plus Kinder zu finanzieren, liegt am Lebensstil und nicht an Geld und Zeit.

    Damit möchte ich nicht sagen, ein Kind zu bekommen setzt die „komplette Selbstaufgabe“ voraus, oder das die Frauen wieder zuhause bleiben sollen und wir in der Emanzipation einen Schritt zurück gehen.

    Man sollte einfach, bevor man Kinder bekommt, hinterfragen ob man sein Kind auf einem Lebendmodell bekommt das eine 9 Stunden Betreuung voraussetzt, oder ob man seinen Lebensstil runter schraubt und dem Kind das wertvollste schenkt was man ihm bieten kann ZEIT !

    Das ist meine persönliche Meinung aus Sicht einer Erzieherkollegin die ihren Job in Teilzeit sehr gerne macht und am Ende nicht aus absoluter Passion, sondern um Geld zu verdienen, wie jeder andere auch.

  10. Ich darf also nicht über andere Lebensstile urteilen aber im selben Atemzug sagen sie mir NOCH EINMAL dass ich (derzeit) nicht für meinen Beruf geeignet bin. Genau mein Humor.
    Ich bin derzeit gut genug für die Notbetreuung und jeden Tag im Einsatz.
    Ich bin übrigens mehrfach mit meiner Einrichtung zusammen ausgezeichnet worden für das was ich mache und bin beliebter Ansprech- und Spielpartner für ihre Kinder. Und ich habe trotzdem diese Meinung über die Elternschaft, weil ich von genau ihrem Familienmodell schon hunderte erlebt habe. Und nein es gefällt mir nicht und ich betreue die Kinder trotzdem, auch wenn sie mich zum fünften Mal nach Mama fragen während sie wieder einmal die letzten Kinder in der Einrichtung sind.
    Und deswegen steht es mir durchaus zu diesen „Stil“ zu beurteilen, weil ich sehe was es mit den Kindern macht 🙂
    Ich darf ja wohl meine eigene Meinung haben und äußern, beruhend auf meiner abweichenden Perspektive haben, genauso wie jeder andere hier auch.
    Leben dürfen sie ihr Leben natürlich weiterhin wenn sie denken dass es das richtige für sie ist.
    Der Artikel war kontrovers und mein Kommentar auch, und anscheinend hat er ja auch genau den richtigen Nerv bei einigen getroffen. Danach herum jammern und sagen dass ich nicht für meinen Beruf geeignet bin weil es mir wichtig ist dass meine Kolleginnen und ich vernünftig geschützt werden ist einfach nur unsachlich.

    Ich verstehe auch nicht ganz warum hier drauf herum geritten wird dass ich gesagt habe dass Kinder mit neuer Normalität aufwachsen können. Das kommt EUCH zu Gute weil ihr dann möglichst schnell wieder die Kinder losschicken könntet und Personal geschützt wäre (Mundschutz). Win-Win.
    Wenn das nicht erwünscht ist, bitte weiterhin in Quarantäne einsperren, vielen Dank.

    Dass „Kevin und Jaqueline“ kritisiert wird finde ich unglaublich lustig. Das war nämlich Kritik an die Elternschaft die ihre Kinder krank wegschicken und ihnen das Schicksal ihres eigenen Fleisches und Blutes egal zu sein scheint. Von mir aus können sie auch Hans-Jörg und Anastasia-Maria heißen.
    Ich sag ja auch gar nicht dass das alle Eltern machen – bitte richtig lesen vorm meckern. Aber wenn ich hier auf so einen Widerstand stoße, fühlt man sich wohl angesprochen?
    Die Kinder sind keine Gefahr weil sie nicht mündig sind – die Eltern die sich unter skurrilen Hashtags im Internet aufhalten sind die Gefahr weil sie bereit sind ihre Kindern UND PERSONAL einem Virus auszusetzen.
    Soll ich nochmal erwähnen dass er tödlich ist? Ist so lustig wenn dagegen nochmal geschimpft wird 🙂

    Oh und viele liebe Grüße an Beatrice, und danke für das unterstreichen meiner Perspektive.

  11. Ich persönlich habe meine Kinder nicht in die Welt gesetzt damit andere Menschen sie erziehen. Da ich familiär und finanziell die Möglichkeit habe (wir sind NICHT reich. Es reicht zum Leben) erziehe ich meine Kinder selber. Nichts gegen Erzieher, ihr macht einen guten Job, aber letztendlich bin ich die Mutter und niemand kann meine Kinder besser erziehen als mein Mann und ich. Die Zeit die sie in diesen Artikel investiert hat und die Nerven die sie in diese Aufregung gesteckt hat, hätte sie in ihre Kinder investieren können… Und die hätten es ihr wenigstens gedankt.
    Wenn man Kinder in die Welt setzt, sollten diese wenigstens so weit Priorität sein, dass man sie nicht als Klotz am Bein oder einen Störfaktor ansieht.

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