Clomifen: Das Mittel um schnell schwanger zu werden

Du versuchst schwanger zu werden und es klappt nicht? Vielleicht ist es ein kleiner Trost, denn du bist damit nicht allein. Leider ist mittlerweile jedes siebte Paar ungewollt kinderlos. Die Gründe, warum es mit dem Kinderkriegen nicht klappt, sind vielfältig. Bei Frauen, kann beispielsweise eine Hormonstörung der Grund sein. Ein gestörter Hormonspiegel kann verhindern, dass Eizellen heranreifen, oder dass es überhaupt zu einem Eisprung kommt. In diesem Fall wird häufig das Medikament Clomifen verschrieben. Es ist mittlerweile das „Mittel der Wahl“, wenn eine hormonelle Stimulation stattfinden soll. Damit du weißt, wie Clomifen wirkt und wie eine Behandlung mit dem Präparat abläuft, haben wir hier alle wichtigen Infos für dich zusammengefasst. Wir wünschen dir alles Gute!

1. Was ist Clomifen genau und wie wirkt es?

Clomifen ist ein Medikament in Tablettenform, das im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung verschrieben wird. Es wird von Frauen mit einer Hormonstörung angewendet, bei denen Eizellen nicht heranreifen oder bei denen es nicht zum Eisprung kommt. Und das ist gar nicht selten der Fall: Etwa jede dritte Frau, die einen unerfüllten Kinderwunsch hat, hat einen gestörten Hormonhaushalt.

Der Wirkstoff in Clomifen nennt sich Clomifendihyrocitrat und dieser ist antiöstrogen. Das mag zunächst verwirrend klingen, schließlich sind Östrogene Hormone, die den weiblichen Zyklus steuern und positiv beeinflussen. Doch genau da setzt Clomifen an. Durch Clomifen wird deinem Körper vorgetäuscht, dass zu wenig Östrogene vorhanden sind.

Der Körper reagiert auf diesen angeblichen Mangel und signalisiert der Hirnanhangsdrüse, mehr follikelstimulierende Hormone (FSH) und luteinisierende Hormone (LH) zu produzieren. Diese Stoffe sind es, die die Eierstockfunktion anregen, die Reifung der Eibläschen unterstützen und somit den Eisprung auslösen.

2. Wann wird man mit Clomifen behandelt?

Clomifen wird eingesetzt, wenn eine hormonbedingt geminderte oder unregelmäßige Eierstockfunktion vorliegt. Diese erkennst du selbst an einem unregelmäßigen oder auffälligen Zyklus. Besonders wirkungsvoll ist Clomifen bei PCOS (Polyzystisches Ovarialsyndrom).

Letztendlich kann dir aber nur ein erfahrener Frauenarzt sagen, ob eine Therapie mit Clomifen sich für dich eignet. Daher ist eine Absprache mit einem Arzt unbedingt notwendig, bevor du über Clomifen nachdenkst. Bitte habe keine Angst oder Scham, mit deinem Frauenarzt über deinen unerfüllten Kinderwunsch zu reden – er möchte dir nur helfen!

Diese Voraussetzungen müssen bei dir erfüllt sein, bevor Clomifen zum Einsatz kommt:

  • Du darfst nicht schwanger sein
  • Es wurde nachgewiesen, dass dein Zyklus nicht richtig funktioniert und eine Störung der Eireifung oder des Eisprungs vorliegt
  • Wenn bei dir eine Störung der Gelbkörperphase nachgewiesen wurde
  • Du hast ausreichenden Impfschutz gegen Röteln
  • Du verträgst alle Inhaltsstoffe von Clomifen
  • Du hast keine Tumore, Eierstockzysten oder Lebererkrankungen
  • Du nimmst kein Alkohol, Drogen und Nikotin zu dir
  • Du unterstützt deinen Körper mit Folsäure und Jod

3. Wie wird Clomifen angewendet?

Der große Vorteil von Clomifen ist, dass es einfach in Tablettenform eingenommen wird. Wenn nicht anders verordnet, startet die Einnahme der Tabletten am dritten bis fünften Tag nach dem Beginn deiner Monatsblutung. In den nachfolgenden fünf Tagen wird dann täglich eine Tablette (ca. 50 mg) eingenommen. Schlägt die Behandlung an, findet nach etwa einer Woche der Eisprung statt.

Während der Clomifen-Therapie wirst du von deinem Frauenarzt sorgfältig betreut. Der Arzt kann durch einen Bluttest deinen Hormonhaushalt messen und so erkennen, ob das Medikament wirkt. Zusätzlich wird ab dem 8. Zyklustag die Follikelreifung per Ultraschall beobachtet.

4. Welche Erfolgsquote hat Clomifen?

Clomifen gilt als ein sehr wirksames Mittel bei Ovulationsproblemen. Studien zur Clomifen-Therapie zufolge liegen die Chancen auf einen Eisprung bei ca. 70 bis 80 %. Die Chancen auf eine anschließende Schwangerschaft sind bei ca. 30 bis 40 %.

Leider entwickeln aber auch 25 % der Frauen eine Clomifenresistenz und die Behandlung bleibt wirkungslos.

Der Erfolg einer Clomifen-Therapie hängt jedoch von vielen Faktoren ab – zum Beispiel Spermienqualität, Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs und dem Alter der Frau. Damit Clomifen wirkt, ist es notwendig, dass ausreichend Eizellen vorhanden sind. Bei Frauen über 35 kann es sein, dass das nicht mehr der Fall ist und Clomifen somit nicht ausreichend wirkt.

Wenn auch nach 20 Tagen nach der abgeschlossenen Einnahme der Eisprung ausbleibt, kann die Behandlung im nächsten Zyklus wiederholt werden. Meist wird diese Methode über sechs Zyklen probiert.

Wenn die Behandlung nicht anschlägt, dann musst du auch nicht gleich verzweifeln. Möglicherweise gibt es eine alternative Methode, die bei dir viel besser wirkt. Dein Frauenarzt wird dich ausführlich dazu beraten können.

5. Wo kann ich Clomifen kaufen?

Clomifen ist verschreibungspflichtig. Du erhältst es in deiner Apotheke also nur mit Rezept. Bitte versuche nicht, ohne Rezept an dieses Mittel zu kommen und es ohne ärztliche Aufsicht einzunehmen.

Die Kosten für Clomifen-Tabletten liegen aktuell bei ca. 20 bis 35 € pro Packung. Wenn dein Arzt eine Clomifen-Therapie beschließt, decken in Deutschland in der Regel die Krankenkassen die entstehenden Kosten.

6. Welche Nebenwirkungen hat Clomifen?

Auch wenn Clomifen ein Hormonpräparat ist, hat es im Vergleich zu ähnlichen Mitteln, relativ wenige Nebenwirkungen. Außerdem sind wirklich schwere Nebenwirkungen selten. Dennoch hat natürlich auch Clomifen eine Liste von möglichen unrwünschten Nebenwirkungen, auf die du vorbereitet sein solltest, während du das Präparat einnimmst. Zu diesen gehören:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Schwindelgefühl
  • Kopfschmerzen
  • Spannungsschmerzen in den Brüsten
  • Unterbauchschmerzen
  • Hautausschläge
  • Gesichtsrötungen
  • Stimmungsschwankungen
  • Hitzewallungen
  • Schlafstörungen
  • Nervosität
  • Vergrößerte Eierstöcke
  • Sehstörungen
  • Gewichtszunahme
  • Haarausfall

Eine seltene Nebenwirkung von Clomifen ist das sogenannte Überstimulations-Syndrom: Bei diesem bilden die Eierstöcke zu viele und zu große Follikel. Das kann passieren, wenn du Clomifen im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung wie IVF oder ICSI verschrieben bekommen hast, und noch weitere stimuliererende Medikamente zu dir nimmst. Eine Überstimulation der Eierstöcke kann gefährlich sein und deswegen wird auch jede hormonelle Behandlung engmaschig von Ärzten kontrolliert.

Eine Clomifen-Therapie kann in ganz seltenen (!) Fällen auch eine negative Wirkung auf die Fruchtbarkeit haben und die Chance auf eine Schwangerschaft mindern. Es ist nämlich möglich, dass sich die Schleimhaut des Muttermunds unter der Wirkung von Clomifen verändert. Das führt dann dazu, dass die Spermien nicht mehr zur Eizelle gelangen. Clomifen kann außerdem die Schleimhaut der Gebärmutter irritieren. Die befruchtete Eizelle kann sich dann möglicherweise nicht einnisten. Aber wie gesagt, das passiert nur in den seltesten Fällen.

7. Können auch Männer Clomifen einnehmen?

Ja, auch Männer können Clomifen einnehmen, um ihre Unfruchtbarkeit zu behandeln. Wie auch bei Frauen muss die Ursache für die Unfruchtbarkeit im Hormonspiegel liegen. Clomifen regt die Testosteronproduktion an und verbessert die Qualität des Spermas. Eingesetzt wird es also bei

  • schlechter Spermienqualität
  • niedriger Spermienanzahl
  • schlechter Beweglichkeit der Spermien

Ebenso wie bei Frauen darf eine Clomifen-Therapie bei Männern nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Und die Nebenwirkungen können bei Männern genauso wie bei Frauen auftreten.

8. Schwanger mit der Hilfe von Clomifen: Gibt es was zu beachten?

Nein, alle Schwangerschaften, die durch Clomifen zustande gekommen sind, verlaufen in der Regel ganz normal. Es gibt also kein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen oder Krankheiten. Auch auf die Geburt wirkt sich Clomifen nicht aus. Die Kinder sind nach der Geburt gesund und entwickeln sich normal. Es ist allerdings sehr wichtig, dass du die Vorsorgeuntersuchungen bei deinem Frauenarzt wahrnimmst. Clomifen steigert nämlich das Risiko für eine Fehlgeburt.

Und ganz wichtig: Clomifen erhöht außerdem die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft (6-8%). Das liegt daran, dass es die Reifung der Eizellen so stark anregt, dass nicht nur eine, sondern mehrere reife Eizellen zur Befruchtung vorliegen. Sei also nicht überrascht, wenn sich herausstellt, dass in deinem Bauch Zwillinge oder sogar Drillinge heranwachsen.

Wir drücken dir die Daumen, dass es ganz schnell mit deinem Wunschkind klappt!

Wie lange wünscht du dir schon ein Kind? Und hast du Erfahrungen mit Clomifen? Erzähl uns doch mehr in den Kommentaren und hilf damit anderen Müttern!

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Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern. Ich liebe den Hafen, fotografiere gern, gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Social Media und Texte ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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