Bauchgurt: Hilfe in der Schwangerschaft und nach der Geburt?

Hand aufs Herz: So schön die Kugelzeit auch ist, manchmal ist sie ganz schön unangenehm. Rückenschmerzen, Mutterbandziehen, … Die Liste kann lang werden und leert sich erst langsam nach der Entbindung. Helfen kann ein spezieller Gürtel, der deinen Bauch stützt und den Körper entlastet. Klingt zu schön, um wahr zu sein? Was ein Bauchgurt in der Schwangerschaft und nach der Geburt bringt, ob er sich für dich eignet und was du beim Kauf beachten solltest, erfährst du hier!

1. Das Wichtigste zusammengefasst

  • Es ist wahr: Ein Bauchgurt kann deinem Rücken und Becken während der Schwangerschaft wirklich Erleichterung bringen. Die Betonung liegt auf Kann. Und ob er bei Dehnungsstreifen hilft, ist nicht wissenschaftlich bewiesen. Aber hey, warum nicht ausprobieren?
  • Manche Krankenkassen erstatten die Kosten. Am besten fragst du vorher einmal nach und holst dir dann ein Rezept von deinem Frauenarzt. Ansonsten liegt der Preis bei 10 bis 50 Euro.
  • Das Produkt selbst besorgst du am einfachsten in deiner Apotheke oder im Sanitätshaus. Dort wirst du gut beraten und der Stützgürtel gleich an deine Größe angepasst. Nervige Internet- und Größenrecherche adé!
  • Möchtest du doch online schauen? Dann am besten auf Amazon die Erfahrungen von anderen Damen lesen.
  • Auch nach der Geburt kann der Bauchgürtel Balsam für deinen Körper sein. Achtung bei Kaiserschnitt: Hier unbedingt vorher deinen Arzt fragen!
  • Und: Stützgürtel bitte nicht andauernd tragen, sondern mindestens beim Liegen und Sitzen abnehmen – also auch im Wochenbett. Sonst gewöhnt sich deine Muskulatur daran und baut ab. Nicht gut!

2. Was ist ein Bauchgurt und was bringt er in der Schwangerschaft?

Wird der Bauch größer, sind große und kleine Leiden häufig vorprogrammiert. Spätestens im letzten Trimester fällt das Gehen und Stehen schwerer, Spaziergänge fühlen sich an wie ein Marathon, der Rücken schmerzt, die Mutterbänder sowieso und dann diese olle Symphyse, von der man vor der Babybauchzeit nicht wusste, dass es sowas überhaupt gibt … Von anderen Beschwerden wollen wir gar nicht erst anfangen.

Davon kannst du ein Liedchen singen?

Dann haben wir jetzt einen Tipp für dich: Der Bauchgurt, auch Stützgurt oder Bauchband genannt, ist ein elastischer Gurt, der um den unteren Bauch angelegt wird. Dadurch wird deine Kugel gestützt. Das Gewicht des Bauches wird dadurch besser verteilt, dein Rücken und Becken werden entlastet. Kurzum: mehr Stabilität für den Babybauch und weniger Rückenschmerzen für die Mama. Die Hilfe ist aber kein Muss. Du kannst sie durch den Reißverschluss schnell und einfach ablegen, sobald sie dich stört.

Die Hilfe hat also tatsächlich viele Vorteile. Sie kann zum Beispiel

  • deinen Rücken entlasten und Rückenschmerzen mindern.
  • den Druck auf deinen armen Beckenboden verringern und so Inkontinenz und Hämorrhoiden vorbeugen.
  • die Schambeinfuge entlasten und so bei Symphysenlockerung helfen.
  • deine Haltung (z. B. Hohlkreuz) korrigieren.
  • das Gewebe schützen und so möglicherweise Schwangerschaftsstreifen vorbeugen.

3. Ist solch ein Stützgurt für mich geeignet?

Der Kugel-Gürtel kann in der Regel von allen Schwangeren verwendet werden. Trotzdem solltest du dich immer mit deinem Arzt absprechen. Wenn du zum Beispiel Durchblutungsprobleme hast, könnte der Stützgürtel nämlich nicht für dich geeignet sein.

Wenn die Kugelzeit unkompliziert verläuft, du keine Schmerzen hast und dein Baby ein normales Gewicht hat, ist das Bauchband nicht unbedingt notwendig, kann aber trotzdem angenehm sein.

In bestimmten Fällen ist eine Stützhilfe sehr zu empfehlen, und zwar bei:

  • Sehr großen und schweren Babys
  • Mehrlingsschwangerschaften
  • Sehr zierlichen und kleinen Personen
  • Hohlkreuz oder anderen ungesunden Körperhaltungen
  • Rückenschmerzen
  • Starken Mutterbandschmerzen
  • Anstrengenden Aktivitäten wie Sport

In diesen Fällen kann dein Arzt beschließen, dass der Gürtel medizinisch notwendig ist. Dann bekommst du ein Rezept und kannst versuchen, dieses bei deiner Krankenkasse einzureichen. Ob deine Krankenkasse die Kosten trägt oder nicht, hängt allerdings vom Leistungskatalog der Kasse ab. Eine allgemeine Regelung gibt es dafür nicht.

4. Ab wann kann ich einen Bauchgurt in der Schwangerschaft tragen?

Grundsätzlich kann der Stützgurt ab dem 5. Monat getragen werden. Für die meisten Frauen macht er jedoch erst später Sinn. Gerade in der letzten Etappe wird der Bauch so richtig bombastisch und wächst nach vorn. Oft verstärken sich die Beschwerden dann noch einmal. Um deinen Körper zu entlasten, kann ein spezieller Gürtel zu diesem Zeitpunkt sehr hilfreich sein. Ein „zu spät“ gibt es also nicht!

5. Wo kann ich einen Bauchgurt kaufen und was kostet er?

Wenn dir dein Arzt einen Bauchgürtel verschreibt, kannst du diesen in einem Sanitätshaus oder in einer Apotheke kaufen. Bitte beachte: In Apotheken müssen Bauchgurte meist erst bestellt werden, da sie nicht auf Lager sind.

Natürlich kannst du auch selbst ein Exemplar online ordern, zum Beispiel via Amazon, wo du Erfahrungsberichte von anderen Mamas lesen kannst. Sie kosten – je nach Qualität, Modell und Hersteller – ca. 10 bis 50 Euro. Empfehlenswert ist es, in ein höherwertiges (und somit teureres) Modell zu investieren. Bitte am besten deine Ärztin oder Hebamme, dir ein passendes Modell zu empfehlen.

Achte beim Kauf außerdem auf folgende Punkte:

  • Stufenlose Verstellbarkeit (Klettverschluss)
  • Atmungsaktives Material
  • Waschbarer Stoff

Welche Größe ist die richtige für mich?

Die Größe des Bauchgurts richtet sich nach deinem Bauchumfang. Die meisten Hersteller bieten Größentabellen an, mit denen du das richtige Modell für dich herausfindest. Dafür misst du deinen Bauchumfang etwa eine handbreit unter dem Bauchnabel. Da die meisten Gurte stufenlos verstellbar sind, ist es auch nicht schlimm, wenn du bei den Maßen etwas danebenliegst.

Das Tolle am Vorort-Kauf, also in der Apotheke oder im Sanitätshaus: Der Gurt wird dir direkt angepasst und du erhältst eine kurze Einweisung. Ansonsten kannst du dich natürlich bei allen Fragen und Unsicherheiten an deine Hebamme oder Ärztin wenden.

6. Bauchgurt tragen: Das solltest du beachten

Richtig anlegen

Der Gurt wird unterhalb des Babybauchs, etwa auf Höhe deiner Hüftknochen, angebracht. Er sollte fest anliegen, dabei aber angenehm sitzen und an keiner Stelle drücken. Halte dich am besten an die Hinweise des Herstellers oder deines Arztes oder lass dir das Anlegen einmal in der Apotheke bzw. im Sanitätshaus zeigen.

Denk außerdem daran, das Produkt regelmäßig zu waschen. Vielleicht ist es besser für dich, zwei Gurte zu besorgen, die du abwechselnd tragen und somit auch häufiger reinigen kannst?

Wie lange tragen?

Den Sützgürtel kannst du so lange benutzen, wie er dir gut tut – auch noch nach der Schwangerschaft. Allerdings solltest du die Stützhilfe selbst nur ein paar Stunden am Tag anlegen. Wenn du sitzt oder liegst, nimm ihn immer ab. Trägst du ihn ständig, gewöhnt sich dein Körper nämlich an diese Stütze. Das führt dazu, dass deine Rückenmuskeln und Wirbelsäule schwächer werden und sich vom Gurt “abhängig” fühlen. Das ist kontraproduktiv. Wir brauchen starke Muskeln, wenn das Baby da ist und getragen werden mag.

Um deine Muskeln zu stärken, kannst du sanfte Übungen wie spezielle Gymnastik oder Wassersport machen. Eine tolle Yoga-Einheit, die nicht nur gut für deinen Rücken ist, sondern auch richtig Vorfreude auf dein kleines Wunder macht, findest du hier:

So praktisch das Band ist, natürlich garantiert es nicht, dass deine Kugelzeit ohne Komplikationen oder Schmerzen verläuft. Erwarte also nicht zu viel. Aber wir finden: Einen Versuch ist es allemal wert. Wenn du trotzdem starke Schmerzen hast, wende dich an deinen Arzt. Vielleicht steckt eine andere Ursache dahinter.

Kann der Bauchgurt auch im Schlaf getragen werden?

Irgendwann ist es soweit: Das Schlafen fällt schwer. Besonders im letzten Trimester sind viele Schwangere von Schlaflosigkeit geplagt, können kaum oder nur in bestimmten Positionen schlafen. Dabei wollen wir doch gerade jetzt noch etwas „vorschlafen“. Ahhh! Da ist jede Hilfe, die den Schlaf erleichtert, willkommen.

Leider müssen wir dir hier den Zahn ziehen: Bauchgurte sind nicht dafür geeignet, im Schlaf getragen zu werden und sollten abgelegt werden. Wenn du den Gurt nachts benutzen möchtest, sprich dich unbedingt mit einem Arzt ab. Die gute Nachricht: Es gibt eine Alternative. Möglicherweise ist eine Schwangerschaftsbandage eine Option für dich. Solche Bandagen haben die Funktion, Schwangere im Schlaf zu unterstützen und ihren Körper zu entlasten. Sie sind sehr elastisch, polstern den Bauch und können somit auch im Schlaf getragen werden.

Was dir in schlaflosen Babynächten helfen kann, liest du hier.

7. Kann ich den Bauchgurt nach der Geburt benutzen?

Hast du die Stütze lieb gewonnen, dann musst du dich nicht sofort von ihr trennen. Auch nach der Entbindung kannst du sie weiter tragen. Vorausgesetzt natürlich, dass die noch passt. Aber bekanntlich dauert es eh ein paar Monate, bis der Körper sich umgestellt hat und einige Beschwerden können weiter anhalten. Das ist ganz normal ist.

Der Stützgürtel kann nach der Geburt eine wertvolle Hilfe sein, um

  • Rücken und Becken zu entlasten und mögliche Schmerzen zu mindern.
  • deine Bauchmuskulatur zu stützen und dein Körperempfindung zu verbessern.
  • die schlaffe Muskulatur und das Gewebe optisch zu kaschieren. Fungiert quasi als Bauchweggürtel.

8. Ist der Bauchgurt nach einem Kaiserschnitt ok?

Hattest du einen Kaiserschnitt, kann das Produkt die Heilung der Narbe behindern. In diesem Fall solltest du dich bitte unbedingt mit einem Arzt absprechen. Heißt: Bitte nicht ohne ärztliches Go!

9. Bauchgurt und Rückbildung

Übrigens: Es stimmt nicht, dass eine Art Mieder aktiv die Rückbildung verbessert und beschleunigt. Er ist nur eine indirekte Hilfe, die deinem Körper Halt gibt. Die Rück-Entwicklung begünstigen können nur spezielle Übungen. Ein Rückbildungskurs ist unerlässlich. Und letztendlich benötigt dein Körper einfach Zeit, um sich zu erholen. Neun Monate schwanger, neun Monate Regeneration – oder wie war das? Gute Übungen für deinen Beckenboden im Alltag findest du hier.

 

Welche Erfahrungen hast du gemacht? Schreib uns gern einen Kommentar! Wir sind gespannt auf deine Meinung.

 

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Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern. Ich liebe den Hafen, fotografiere gern, gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Social Media und Texte ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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