Babyschlaf? Eine Katastrophe! Das hat mir geholfen

Über das Thema Babyschlaf habe ich mir vor der Geburt meines Sohnes keine Gedanken gemacht. „Babys schlafen am Anfang ganz viel“, hatten mir immer alle erzählt. Eine Freundin beschwerte sich sogar: „Uns war im Wochenbett total langweilig, der Kleine war kaum wach.“

Ich malte mir während meiner Schwangerschaft also aus, wie mein Neugeborenes selig im Stubenwagen schlummert, während ich mit meiner besten Freundin am Telefon plaudere oder ein paar Handgriffe in der Wohnung erledige. Wie ich im Café sitze, das schlafende Würmchen im Kinderwagen neben mir, ab und zu wandert mein Blick verliebt zu den niedlich geschlossenen Augen mit den langen Wimpern…

Die Realität sah anders aus

Dann wurde Bruno geboren. Und warf alle meine Vorstellungen über den Haufen. Er schlief nämlich von Anfang an wenig – und vor allem: sehr schlecht ein. Er war ständig „auf Sendung“ und extrem empfänglich für Reize. Die laute, grelle Welt faszinierte und überforderte ihn zugleich. Nur in der Babytrage, mit viel Körperkontakt und Stillen kam er zur Ruhe.

Ablegen war mit heftigem Protest verbunden. Er mochte einfach nicht liegen, nicht im Kinderwagen und schon gar nicht im liebevoll ausgesuchten, teuren Stubenwagen, der nach und nach einstaubte (und irgendwann auf den Dachboden wanderte). Einmal eingeschlafen, war die Sache dann leider noch nicht ausgestanden. An manchen Tagen schreckte er bei den kleinsten Geräuschen wieder hoch.

Baby kann nicht schlafen

Die Babykopfhörer schirmten Bruno gut von den Geräuschen ab. Foto: privat

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Jeden Abend weinte er sich in den Schlaf

Abend für Abend schauten mein Mann und ich ratlos in sein knautschiges, vom Schreien rot angelaufenes Babygesicht. Unsere Verzweiflung wuchs. Was war nur los, was machten wir nur falsch? Im Netz stießen wir auf den Begriff „Dreimonatskoliken“: Betroffene Babys weinen in den Abendstunden und in der Nacht aufgrund von Überreizung, Problemen mit der Selbstregulation und aus Schlafmangel. Ja, das passte.

Nach drei Monaten hörte das abendliche Schreien dann tatsächlich von alleine auf. Trotzdem fand Bruno immer noch sehr schlecht und nur mit Hilfe in den Schlaf und schlief allgemein unruhig.

Das Thema Babyschlaf begleitete uns das ganze erste Jahr hindurch. Hier habe ich mal für dich zusammengefasst, was uns bei Brunos Schlafproblemen geholfen hat.

Fester Rhythmus am Tag

Tagsüber war der kleine Wurm alle 2 1/2 Stunden „fertig mit der Welt“. Mein Mann oder ich gewöhnten uns daher an, ihn spätestens alle drei Stunden für ein Nickerchen in die Babytrage zu nehmen. Dabei machten wir keine, wirklich keine Ausnahme. Das stößt natürlich nicht immer auf Verständnis. Keine Frage, ich wäre bei der Geburtstagsfeier meiner Tante auch lieber sitzen geblieben und hätte noch ein Stück Torte gefuttert.

Doch ich wusste: wenn Bruno jetzt nicht seinen Schlaf bekommt, haben wir ein übermüdetes, motziges oder brüllendes Baby. Und davon hat dann wirklich niemand etwas. Sehr genau auf seine Signale zu achten und darauf zu reagieren, hat unseren Alltag entspannt.

Baby ist müde

Hundemüde, aber Bruno will trotzdem nicht schlafen. Foto: privat

Das Abendritual: Keep it simple

Da Bruno jedes Mal beim Zubettbringen weinte, zogen wir in den ersten Wochen alle Register: Stellten uns mit ihm vor die Dunstabzugshaube in der Küche. Ließen eine Fön-App auf dem Handy laufen. Hüpften mit ihm auf dem Pezziball. Schaukelten ihn in einer Hängematte. Banden ihn ins Tragetuch und liefen durch die Wohnung. Teilweise probierten wir mehrere „Einschlaf-Tricks“ für guten Babyschlaf an einem Abend aus.

Irgendwann hatten wir alles durch, waren mit den Nerven am Ende – und Bruno vom friedlichen Schlaf so weit entfernt wie Jupiter vom Saturn. Er war zwar immer kurz abgelenkt und hörte dadurch auf zu weinen, danach schrie er allerdings umso lauter.

Bei nervösen, leicht reizbaren Babys sorgt zu viel Action dafür, dass sie umso schlechter abschalten können. Besser ist es, sich für ein einfaches Ritual zu entscheiden und dabei zu bleiben. In unserem Fall hieß das: alles abdunkeln, mit Bruno ins Bett kuscheln, leise Klaviermusik an, fertig.

Viel Körperkontakt im Familienbett

Manche Babys brauchen mehr Nähe als andere. Eigentlich hatte ich geplant, dass Bruno im Beistellbettchen schläft. Das Familienbett schien mir immer zu gefährlich: Was, wenn wir uns im Schlaf auf unser Baby rollen? Da er jedoch an uns gekuschelt am besten zur Ruhe kam, holten wir ihn doch zu uns ins Ehebett.


Ich las viel über Babyschlaf im Familienbett und erfuhr: Co-Sleeping ist in vielen Kulturen selbstverständlich und die älteste, natürlichste Art, wie Familien schlafen. Wenn man ein paar Dinge beachtet (z.B. keine zu weiche Matratze, keine dicken Kissen, kein Rauchen..) ist es auch nicht gefährlich. Die Mama-Hormone sorgen dafür, dass man instinktiv auf das Kind reagiert. Bruno hat ganze erste Jahr bei uns geschlafen, heute schläft er im eigenen Bett direkt neben uns.

Körperkontakt im Familienbett

Körperkontakt beruhigt das Baby. Foto: privat

Pucken: Gut gewickelt

Das feste Einwickeln in ein Tuch oder einen kleinen Stoffsack ist nicht für jedes Baby was. Uns hat es gerettet. Bruno hatte die ersten drei Monate einen ausgeprägten Moro-Reflex, der sich durch plötzliches, ruckartiges Strecken der Ärmchen zeigt. Dadurch schreckte er immer wieder aus dem Schlaf hoch. Gepuckt schlief er ruhiger und länger am Stück.

An der eigenen Einstellung arbeiten

Erstens: Die Situation akzeptieren. So einfach, so schwer… Irgendwann kam bei mir jedoch der Punkt, an dem ich mir eingestanden habe: Ja, es gibt Babys, die schlafen schon nach wenigen Wochen durch. Bruno gehört nicht dazu. Ständig neidisch auf andere Mamas zu sein, macht nur unzufrieden.

Zweitens: Die Sache positiv sehen. Erst habe ich damit gehadert, dass Bruno den Kinderwagen verschmäht hat. Wozu haben wir das Ding angeschafft? Warum kann ich nicht auch mal entspannt mit Freundinnen im Café sitzen, das Baby schlafend im Wagen neben mir? Doch dann habe mich auf die Vorteile konzentriert: Beim Tragen wird das Nähebedürfnis der Kleinen befriedigt und man hat die Hände frei. Durch die Spaziergänge mit Bruno war ich außerdem viel an der frischen Luft und kam schnell wieder in Form. Und Kaffeetrinken mit Freundinnen geht ja auch to go…

Ebenso beim Thema Einschlafbegleitung. Die zog sich häufig über Stunden hin. Wieder aus dem Bett aufstehen war meistens unmöglich, weil Bruno direkt Lunte roch und prompt die Augen aufschlug. Ich fing an, mir die Zeit möglichst nett zu machen: Hörte Podcasts, las Bücher auf dem Tablet und vernetzte mich online mit anderen (müden) Mamas. Es hilft so sehr, zu merken: Ich bin nicht alleine.

Babyschlaf verstehen

Viel über den Babyschlaf zu lesen, hat meinen Blick auf Brunos Einschlafprobleme verändert. Zu wissen, warum viele Neugeborene am liebsten ganz nah bei ihren Eltern schlafen (Instinkte aus der Steinzeit) und nachts so oft trinken wollen (das Gehirn wächst und braucht „Futter“) hat mir geholfen, besser mit seinem Schlafverhalten klarzukommen.

Dass er alle zwei Stunden nachts aufwachte und Durst hatte, zehrte zwar weiterhin an meinen Kräften und Nerven. Doch ich habe mir immer wieder gesagt: Meine Schlaflosigkeit macht ihn schlau. Mit 12 Monaten habe ich sanft abgestillt. In diesem Alter kommen Babys auch ohne nächtliche Mahlzeiten aus. Von da an wurde es besser.

Und das Ende vom (Schlaf-)lied?

Ich hätte es selbst nicht mehr geglaubt. Aber heute, mit 17 Monaten, ist Bruno tatsächlich ein recht guter Schläfer. Er macht ohne Probleme zwei Stunden Mittagsschlaf in der Kita, schläft abends meistens innerhalb von 15 bis 20 Minuten ein und häufig durch. Schlaftrainings, bei denen das Baby gezielt schreien gelassen wird, kamen für mich nie infrage – egal, wie verzweifelt ich war. Heute bin ich froh: Ihm die Zeit und die Nähe zu geben, die er brauchte, hat sich am Ende ausgezahlt.

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