Symphysenschmerz: So linderst du deine Schmerzen!

Du hast Schmerzen beim Stehen, beim Laufen und sogar im Liegen? Oh nein, aber vielleicht hilft es dir: du bist damit nicht allein! Sehr häufig leiden Schwangere unter stechenden Schmerzen im Rücken und in den Oberschenkeln. Dies bedingen die in der Schwangerschaft ausgeschütteten Hormone, die unter anderem die Beckenbänder lockern. Besonders schmerzhaft kann hierbei die Symphysenlockerung sein. Die Symphyse ist eine Verbindung deiner beiden Beckenschaufeln und sitzt im Schambein. Insbesondere im letzten Schwangerschaftsdrittel kann dieser Bereich anfangen stark zu schmerzen. Oftmals kommt es vor, dass die Schmerzen zudem in Oberschenkel und Rücken ausstrahlen. Aua, aua… aber wir erklären dir hier, wie du den Symphysenschmerz hoffentlich schnell etwas lindern kannst:

1. Was ist die Symphyse und welche Funktion übernimmt sie?

Die Symphyse (Schambeinfuge) verbindet das rechte und linke Schambein als „Knorpel“ miteinander. Man kann sie sogar unter dem Venushügel tasten. Infolge der Schwangerschaft lockert sich dieser Bereich. Und durch die beanspruchten Bänder, die sich geburtsvorbereitend dehnen, können Schmerzen auftreten. Auch der Symphysen-Spalt kann sich dadurch um bis zu vier Millimeter vergrößern. Auch Druck auf die Symphyse kann schmerzhaft sein. Durch das instabile Gefüge können die Schmerzen dann von der Hüfte, zum unteren Rücken, bis in die ganzen Beine ausstrahlen.

Die Symphyse verbindet die beiden Beckenhälften.

Die Symphyse verbindet die beiden Beckenhälften. Foto: Bigstock

2. Symphysenschmerz: Wie fühlt er sich an?

Die Symphysenschmerzen treten vermehrt in der Schwangerschaft auf, vor allem in den letzten Monaten. Besonders häufig betroffen sind Schwangere, die bereits ihr zweites oder drittes Kind erwarten. Auch sportlich aktive Menschen, die ihren Beckenboden häufig belasten, können diese Art der Schmerzen spüren.

Oftmals macht sich der Symphysenschmerz zunächst beim Treppensteigen oder beim Gehen bemerkbar. Er ist mit einem starken Muskelkater vergleichbar und kann sehr heftig ausfallen. Manche Schwangere sind in ihrem Alltag deutlich eingeschränkt und können sich nur unter Schmerzen bewegen.

3. Wie lassen sich die Symphysenschmerzen lindern?

Sollten dich die Schmerzen im Alltag stark einschränken, hilft vor allem eines: Die Gelenke zu schonen und zu entlasten, aber gleichzeitig vorsichtig zu bewegen. Folgende Maßnahmen helfen dir dabei, die Symphysenschmerzen zu lindern:

1. Schonende Bewegungen:

Vermeide es, ruckartige Bewegungen auszuführen. Das Treppensteigen solltest du langsam und schrittweise angehen.

2. Stillkissen:

Falls du Probleme beim Schlafen hast, solltest du zwischen deine Beine ein Stillkissen legen. Kissen in C- oder U-Form sind besonders gut geeignet, da sie nicht einfach verrutschen. Es kann ebenfalls sinnvoll sein, dich auf die Seite zu drehen und deine Knie etwas anzuheben.

3. Bauchgurt / Beckengurt:

Stützmieder oder Beckengurt können dir zusätzlich helfen, deinen Beckenboden zu stabilisieren.

Der Beckengurt für Schwangere ist eine gute Lösung bei Schmerzen im Beckenbereich aufgrund einer Symphysenlockerung.

Der Beckengurt für Schwangere ist eine gute Lösung bei Schmerzen im Beckenbereich aufgrund einer Symphysenlockerung. Foto: Verbaudet

4. Gönn dir Pausen:

Achte darauf, am Tag ausreichend Pausen einzulegen. Falls du beispielsweise oft spazierst, sorgt bereits eine fünfminütige Verschnaufpause für Entspannung.

5. Ernährung:

Mit der richtigen Ernährung tust du deinem Becken viel Gutes. Kalziumreiche Lebensmittel wie Brokkoli, Grünkohl, Fenchel und Nüsse stärken die Knochen und Gelenke und stabilisieren den Beckenboden. Da Vitamin D dazu beiträgt, Kalzium besser aufzunehmen, solltest du bei Bedarf entsprechende Präparate nach ärztlicher Absprache einnehmen.

6. Übungen:

Sportliche Übungen können sich positiv auf den Beckenbodenbereich auswirken. Denn Sport regt die Durchblutung im Körper an und stabilisiert die Muskeln.

4. Wann ist es sinnvoll, mit Symphysenschmerzen einen Arzt aufzusuchen?

Bei starken Beschwerden, die mehr als ein paar Tage anhalten, solltest du bedarfsweise ärztliche Hilfe beanspruchen. Verschiedene Therapieformen wie etwa Yoga, Akkupunktur oder eine physiotherapeutische Behandlung können dir helfen, die Schmerzen zu lindern. Da die Krankenkassen nicht dazu verpflichtet sind, anfallende Kosten zu übernehmen, solltest du dich rechtzeitig über die Behandlungskosten informieren.

5. Symphysenschmerz: Tritt er auch während der Geburt auf?

Ja, denn die Symphyse weitet sich während der Geburt, was bei einigen Gebärenden zu starken Schmerzen führt. Und sie kann sogar reißen! Im Zweifelsfall hilft es dir, die Geburtsposition zu wechseln: Anstelle mit gespreizten Beinen auf dem Rücken zu liegen, kannst du versuchen, dich in Seitenlage mit einem Kissen zwischen den Beinen zu positionieren. Alternativ ist der eher unkonventionelle Vierfüßlerstand eine gute Lage, damit die Symphyse nicht überlastet wird. Sprich vertrauensvoll mit deiner Hebamme, welche Gebärposition sich bei deinen Beschwerden am besten eignet.

6. Symphysenschmerz: Wie lange dauert es, bis sich die Schmerzen nach der Entbindung bessern?

Mitunter dauert es sechs bis zwölf Monate, bis sich das Bindegewebe wieder zurückgebildet hat. Du solltest also nicht beunruhigt sein, wenn du nach der Entbindung nicht sofort beschwerdefrei bist. Es kann leider auch einige Jahre nach der Geburt gelegentlich noch im Beckenbodenbereich zwicken. Auch hier solltest du deinen Frauenarzt und deine Hebamme unbedingt ins Vertrauen ziehen und dich mit ihnen beraten.

Wir wünschen dir alles Gute und schnell eine schmerzfreie Zeit!

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer vierjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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