Schwanger trotz Spirale: „Ich musste mein Baby gehen lassen“

Viele Mamas, die nicht mit der Pille verhüten möchten oder dürfen, lassen sich eine Spirale in die Gebärmutter einsetzen. Sie muss erst nach mehreren Jahren getauscht werden, und man muss nicht mehr täglich an die Verhütung denken. Generell ist die Spirale ein sehr sicheres Verhütungsmittel, aber manchmal passiert es eben doch, dass eine Frau trotz Spirale schwanger wird.

2 Schwestern – beide schwanger trotz Spirale

So wie bei Franzi aus unserer Community – und unglaublicherweise fast zeitgleich auch bei ihrer großen Schwester. Leider haben beide Geschichten ein trauriges Ende, denn bei beiden Schwangerschaften gab es Komplikationen, und sowohl Franzi als auch ihre Schwester mussten ihre Babys gehen lassen.

Franzis bewegende Worte an ihr Sternenkind lest ihr hier:

„Viel zu schnell hast du uns verlassen, konntest weder Mama noch Papa sehen oder richtig spüren, bevor du deine kleinen Flügelchen bekommen hast.

Am 15.06.2019 haben wir zum ersten Mal erfahren, dass es dich gibt. Zu dem Zeitpunkt waren Mama und Papa gerade mal 19 Jahre alt, aber die Vorfreude ließ nicht lange auf sich warten, und sie war riesengroß.

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Da du dich trotz Kupferspirale durchgesetzt hattest, gab es schon ab der 10. SSW einige Komplikationen und Krankenhausbesuche, aber dir ging es immer bestens! Du hast dich zeitgerecht entwickelt, hast bei jedem Ultraschall herumgezappelt, und dein Herzchen schlug jedes Mal gemeinsam mit unseren beiden.

Mein Sternlein, dein kleines Herzchen schlug bis zum Schluss. Bis zum 02.08.2019.
Es war die schlimmste Nacht meines Lebens. Höllische Schmerzen, unendlicher Blutverlust, Spritzen, Infusionen und jede Menge Angst und Tränen. Nichts hat geholfen.

Irgendwann zwischen 5 und 7 Uhr hast du dich dann entschieden, über die Sternenbrücke zu gehen. Du tapferer kleiner Engel. Mamas Bauch ist nun so leer ohne dich, und wir vermissen dich schrecklich. Aber trotzdem bleibst du unvergessen und wirst unendlich geliebt.“

Schwanger trotz Spirale: Franzis Erinnerungen an ihr Sternenkind

Franzis Erinnerungen an ihr Sternenkind
Foto: privat

Auch meine Schwester wurde schwanger trotz Spirale

Als ich diesen Text geschrieben habe, habe ich noch nicht geahnt, dass gut eine Woche später dasselbe noch einmal passieren sollte. Ich bin fast gleichzeitig mit meiner großen Schwester schwanger geworden. Sie war nur gut anderthalb Wochen weiter als ich. Und auch bei ihr ist das Kind trotz Spirale entstanden.

Auch sie musste häufiger ins Krankenhaus, zweimal lagen wir sogar zusammen im gleichen Zimmer. Es war wie verhext. Die Wahrscheinlichkeit, mit einer Spirale schwanger zu werden, beträgt 2 zu 1.000. Tja, die Zwei waren dann wohl wir.

Im Moment liegt auch meine Schwester im Krankenhaus

Denn auch ihr Baby möchte leider nicht bleiben. Seit gut 24 Stunden muss auch sie darauf warten, dass ihr Engelchen seine kleinen Flügel bekommt und losfliegt. Wir alle hoffen auf ein Wunder – oder dass meine Schwester zumindest bald alles hinter sich bringen kann.

Es ist unendlich traurig, dass so eine kleine Spirale so viel Schaden anrichten und so viel Schmerz erzeugen kann, obwohl beide Schwangerschaften eigentlich intakt waren.

Ich bin mir sicher, dass alles seinen Grund hatte. Es sind noch so viele Fragen offen. Aber irgendwann werden unsere beiden Sternchen ihren Weg wieder zu uns zurückfinden.

Eine Wand voller Erinnerungen: Sternenkindwand im Krankenhaus

An der Sternenkindwand im Krankenhaus können Eltern eine Erinnerung an ihr Sternchen hinterlassen.
Foto: privat

Eine Wand spendet Sternenmamas Trost

In unserem Krankenhaus gibt es eine Wand für Sternenkinder. Als ich entlassen wurde, hat eine Schwester mich dort hingeführt. Für jedes Sternlein hängt ein kleiner Filzstern an der Wand, in kleine Bücher können die Eltern etwas für ihr Engelchen eintragen.

Mein Freund und ich haben uns ein Filzsternchen ausgesucht und es zusammen mit einem Buch mit in unser Zimmer genommen. Mein Freund hat dann das Geburtsdatum unseres Engels auf den Stern geschrieben, und wir beide haben ihm in dem kleinen Buch eine Nachricht hinterlassen.

Wir konnten den Verlust noch gar nicht realisieren

Dann haben wir beides zur Sternenkindwand gebracht und eine schöne Stelle für unseren Filzstern ausgesucht. Es war gleichzeitig rührend und unglaublich traurig, denn der Abgang war ja erst gestern gewesen, und wir konnten es noch gar nicht richtig realisieren.

Trotzdem finden wir es eine sehr schöne Idee vom Krankenhaus. Wir werden unser Sternlein dort häufiger besuchen. Schauen, ob es noch an seinem Platz hängt und unsere Sätze im Buch lesen. Lächeln. Weinen. Trauern und zurückdenken.

Wir haben noch so viel Fragen

Morgen werden wir auf jeden Fall auch da sein. Und die Ärzte fragen, ob unser Sternlein ein Junge oder ein Mädchen war. Dann hätten wir zumindest schon eine Antwort auf unsere 1.000 Fragen.

Vielen Dank, liebe Franzi, dass du deine Geschichte mit uns geteilt hast. Wir fühlen mit euch und wünschen euch alles Glück der Welt.

 

 

Welche Spiralen gibt es?

 

Die häufig umgangssprachlich sogenannten Spiralen heißen in der Medizinwelt „Intrauterinpessare“ und werden zur Empfängnisverhütung in die Gebärmutter eingesetzt. Grundsätzlich kann man aufgrund ihrer Wirkungs- und Beschaffungsweise zwischen zwei Sorten unterscheiden: die Hormonspiralen und die Kupfer-, bzw. Kupfer-Gold-Spiralen. Beide Spiralen-Typen ähneln meistens einem etwa 2,5 – 3,5 Zentimeter großen „T“ aus Plastik. Die Kupferspirale ist dazu mit einem feinen Kupferdraht umwickelt. Hormonspiralen enthalten einen kleinen Kunststoffkörper, in dem sich das Gestagen Levonorgestrel befindet, das in die Gebärmutter abgegeben wird.

 

Etwa so sehen die Spiralen für gewöhnlich aus. Foto: Bigstock

Wie funktioniert die Spirale?

Alle Spiralen-Typen haben gemeinsam, dass sie in die Gebärmutter eingesetzt werden müssen, um einen zuverlässigen Empfängnisschutz zu gewähren. Einmal an Ort und Stelle unterscheiden sich die Spiralen jedoch durch ihre Wirkweise.

Kupferspiralen geben kontinuierlich kleine Mengen Kupfer ab, das die Samenzellen in ihrer Beweglichkeit hemmt. Außerdem stören die Kupferionen den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, weshalb es im Falle einer Befruchtung nicht zu einer Einnistung der Eizelle in der Gebärmutter kommt. Manchen Kupferspiralen ist auch ein kleiner Anteil Gold beigesetzt, der das Risiko für Infektionen senken und für eine längere Haltbarkeit des Kupfers sorgen soll.

Hormonspiralen bewirken aufgrund des kontinuierlich abgegebenen Gestagens Levonorgestrel, dass der Schleim im Gebärmutterhals dickflüssiger wird und bestenfalls verhindert, dass die Spermien überhaupt aufsteigen können. Allerdings wird auch bei ihnen die Gebärmutterschleimhaut daran gehindert sich aufzubauen, sodass sich eine befruchtete Eizelle nicht einnisten kann.

 

Schwanger trotz Spirale? Wie sicher ist das Verhütungsmittel?

Auch in ihrer Sicherheit unterscheiden sich Kupfer- und Hormonspiralen, jedoch nur minimal. Der sogenannte Pearl-Index gibt einen Anhaltspunkt zur Beurteilung der Sicherheit von Verhütungsmitteln, je niedriger der Wert, desto sicherer ist eine Verhütungsmethode. Im Prinzip besagt der Index, wie groß der Anteil der sexuell aktiven Frauen ist, die, obwohl sie mit einem bestimmten Mittel verhüten, innerhalb eines Jahres schwanger werden. Die Kupferspirale hat beispielsweise einen Pearl-Index von 0,3 – 0,8. Das bedeutet, dass von 1000 Frauen, die mit der Kupferspirale verhüten, drei bis 8 Frauen innerhalb eines Jahres trotzdem schwanger werden. Bei der Hormonspirale beträgt der Pearl Index 0,16, sie gilt damit also als noch ein bisschen sicherer als die Kupferspirale. Einen Überblick über alle gängigen Verhütungsmethoden und ihren Pearl-Index findest du hier.

 

Wer setzt die Spirale ein?

 

Egal ob mit Kupfer oder mit Hormonen, alle Spiralen müssen von einem Gynäkologen eingesetzt werden. Der Termin wird in der Regel so gelegt, dass er in die Tage der Menstruation fällt, weil der Gebärmutterhals dann natürlicherweise etwas weicher und leicht geöffnet ist. Das Einsetzen dauert, wenn es zu keinen Komplikationen kommt, in der Regel nicht länger als 10 Minuten. Auch nach einem Schwangerschaftsabbruch oder einer Fehlgeburt kann eine Spirale eingesetzt werden. Im Anschluss kontrolliert der Arzt die richtige Lage mithilfe eines Ultraschalls. Für Frauen, die noch keine Kinder geboren haben, gibt es außerdem besonders kleine Spiralen-Modelle. Der Verhütungsschutz besteht ab dem Tag des Einlegens der Spirale.

 

So liegt die Spirale in der Gebärmutter. Foto: Bigstock

 

Was kostet die Spirale und wie lange ist ihre Wirksamkeit?

 

Eine Kupferspirale kostet in der Regel zwischen 120 und 200 Euro, für einen Zeitraum von meistens drei bis fünf Jahren. In manchen Fällen kann die Spirale jedoch auch bis zu sieben oder zehn Jahren liegen bleiben. Hormonspirale kosten zwischen 250 und 400 Euro und können ebenfalls für einen Anwendungszeitraum von drei bis fünf Jahren eingesetzt werden. Für alle Modelle sind die Beratung, Untersuchung und das Einsetzen in dem Preis inbegriffen.

 

Wie wird die Spirale wieder entfernt?

 

Jede Spirale kann jederzeit, spätestens jedoch bei Ablauf ihrer Anwendungszeit wieder entfernt werden. Dies erfordert jedoch ebenfalls einen Termin beim Gynäkologen. Das „Ziehen“ der Spirale dauert für gewöhnlich nur wenige Minuten, da sie, ähnlich einem Tampon, mithilfe ihres Rückholbändchens entfernt wird.

 

Kann ich meine Spirale ertasten?

 

Die Rückholbändchen, mithilfe derer der Frauenarzt die Spirale wieder entfernt, schauen in der Regel etwa einen Zentimeter aus dem Muttermund heraus, je nachdem wie kurz sie abgeschnitten worden sind. Das macht es dir möglich, mit einem Finger selbst die Fäden am Muttermund zu ertasten und zu kontrollieren, ob die Spirale noch an Ort und Stelle ist. In seltenen Fällen kann es auch sein, dass der Partner beim Geschlechtsverkehr ein kleines Pieksen oder Kratzen spürt, aber das ist in der Regel kein Grund zur Sorge, so lange du nicht das Gefühl hast, die Fäden reichen nicht weiter als gewöhnlich aus dem Muttermund.  Kannst du die Fäden einmal nicht mehr spüren, solltest du sicherheitshalber zusätzlich verhüten und so bald wie möglich eine Kontrolle vom Frauenarzt durchführen lassen.

 

Was muss ich bei einer Spirale beachten?

 

Die Spirale, sowohl mit Kupfer als auch mit Hormonen, gilt als eines der sichersten Verhütungsmittel. Einmal eingesetzt, kann man sich die täglichen Gedanken an Verhütung, wie etwa bei der Einnahme der Pille, gänzlich sparen. Aber: Keine Spirale bietet Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten! Bei häufig wechselnden Partnern oder Unsicherheit, solltest du immer zusätzlich mit einem Kondom verhüten.

Wenn du eine Spirale hast, solltest du außerdem etwa alle 6 Monate die Lage bei einem Frauenarzt kontrollieren lassen. Zwischenzeitlich kannst du selber in regelmäßigen Abständen die Fäden ertasten, um sicher zu gehen, dass die Spirale noch da ist. In manchen Fällen kann die Kupferspirale bei starken Blutungen unbemerkt ausgestoßen werden, deshalb ist es vor allem nach der Periode ratsam, einmal zu kontrollieren, ob man die Fäden noch spüren kann.

 

Was sind die Vorteile einer Spirale?

 

Ein großer Vorteil jeder Spirale ist, dass du dir nicht mehr täglich Sorgen um Verhütung machen musst. Liegt die Spirale einmal an richtiger Stelle und du fühlst dich wohl, dann kann sie, je nach Modell, bis zu fünf Jahre in der Gebärmutter bleiben. Anwendungsfehler durch die Frau, wie etwa bei der Pille, sind fast unmöglich. Außerdem kommt es zu keinen Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder einem verminderten Schutz durch Durchfall- und Erbrechen.

 

Ein weiterer Vorteil der Kupferspirale ist außerdem, dass sie eine hohe Sicherheit bietet, aber nicht auf den Hormonhaushalt einwirkt. Bei der Hormonspirale gehen für gewöhnlich Regelbeschwerden und Blutungen zurück, bzw. bleiben ganz aus – für viele ein klarer Vorteil, da man sich außerdem keine Gedanken um Tampons, Binden und co. machen muss.

Bleibt die Spirale für ihre volle Anwendungszeit in der Gebärmutter liegen, ist sie außerdem eine im Vergleich sehr günstige Verhütungsmethode.

 

Was sind die Nachteile einer Spirale?

 

Natürlich kommt auch die Spirale nicht ganz ohne Nachteile aus. Besonders bei der Hormonspirale kann es, dadurch dass der Hormonhaushalt der Frau beeinträchtig wird, zu Nebenwirkungen kommen. Ähnlich wie bei der Einnahme der Antibabypille, klagen manche Frauen über Brustspannen, Gewichtszunahme, Kopfschmerzen, Stimmungsveränderungen oder sexuelle Unlust, auch wenn der Hormongehalt der Spirale wesentlich niedriger ist, als der der Pille. Bei der Hormonspirale kann es in den ersten drei bis sechs Monaten zu Zwischen- und Schmierblutungen kommen, auf lange Sicht kann die Menstruation auch ganz ausbleiben. Auch die Bildung kleinerer Zysten gehört zu möglichen Nebenwirkungen der Hormonspirale. In der Regel bilden sie sich jedoch wieder von allein zurück, nur in seltenen Fällen ist ein Eingriff nötig.

 

Das Einlegen der Spirale kann bei manchen Frauen Schmerzen verursachen, vor allem bei Frauen, die noch kein Kind geboren haben und der Gebärmutterhals nicht geweitet ist. In der Regel klingen die Schmerzen jedoch kurz nach dem Eingriff wieder ab. Auch ist das Infektionsrisiko in den ersten Tagen nach dem Einlegen etwas erhöht.

 

Bei der Kupferspirale hingegen kann die Menstruation unter Umständen länger, stärker und schmerzhafter sein. Bei stärkeren Blutungen kann die Spirale deshalb unbemerkt ausgestoßen werden, weshalb man am Ende der Periode selber kontrollieren sollte, ob die Rückholfäden noch zu ertasten sind. In seltenen Fällen kann eine Frau trotz Spirale schwanger werden. Da ein hohes Risiko für Infektionen und Komplikationen während der Schwangerschaft besteht, muss die Spirale in der Regel entfernt werden. Dies geht jedoch mit einem hohen Risiko für eine Fehlgeburt einher. Ein Anzeichen für eine Schwangerschaft ist auch trotz Spirale das Ausbleiben der Regel.

Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern. Ich liebe den Hafen, fotografiere gern, gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Social Media und Texte ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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