Eileiterschwangerschaft: Das traurige Ende meines Babys

Eileiterschwangerschaft – eine Schwangerschaft, die sich auf einem schmalen Grad zwischen unbemerkt und lebensgefährlich befindet, meist vor dem ersten Trimester vorbei ist und große Trauer hinterlässt. Besonders dann, wenn man sich so sehr ein Kind gewünscht hat.

1. Eileiterschwangerschaft: Was ist das eigentlich und warum kann sie lebensgefährlich werden?

Der Name ist eigentlich selbsterklärend. Normalerweise wandert die befruchtete Eizelle zwischen drei bis fünf Tage durch den Eileiter, um sich in der Gebärmutterhöhle einzunisten. Bei einer Eileiterschwangerschaft kommt sie aber nicht bis zur Gebärmutter, sondern nistet sich im Eileiter ein.

Anfangs bleibt diese Schwangerschaft unbemerkt und der Embryo kann sich ungestört entwickeln. Jedoch kann das auch lebensgefährlich werden. Denn im Eileiter ist nicht genug Platz, er ist nicht wirklich dehnbar. So kann eine voranschreitende Schwangerschaft diesen zum Platzen bringen. Die Folgen: Kreislaufversagen und Blutungen im Bauchraum, die im Ernstfall zu einer Verblutung der Mutter führen können. Auch wenn die Eileiterwand reißt, kann es zur Fehlgeburt und zudem zu lebensgefährlichen Blutungen kommen.

Wichtig: Meistens endet eine Eileiterschwangerschaft durch den Fruchttod, bevor das erste Trimester vorbei ist. Durch den mangelnden Platz ist der Embryo nicht ausreichend versorgt, die Fruchtkapsel platzt und der Fruchtsack und die Plazenta lösen sich von der Eileiterwand. Das führt zur Blutung und zum Abgang des Ungeborenen.

Und auch sehr wichtig: kommt eine Eileiterschwangerschaft nur in seltenen Fällen vor, etwa bei ein Prozent aller Schwangerschaften.

2. Eileiterschwangerschaft: Was sind die Ursachen und wie bemerke ich sie?

1. Ursachen für eine Eileiterschwangerschaft

Ist einer befruchteten Eizelle der Weg zur Gebärmutter verwehrt, kann dies zu einer Eileiterschwangerschaft führen. Ursachen hierfür können sein:

  • Endometriose
  • angeborene Fehlbildungen oder Funktionsstörungen der Eileiter
  • Verwachsungen im Bauchraum
  • Narben und Gewebeveränderungen durch Operationen
  • Verhütung mit einer Spirale
  • bakterielle Infektionen der Geschlechtsorgane
  • künstliche Befruchtungen

2. Symptome einer Eileiterschwangerschaft

Bei einer Eileiterschwangerschaft zeigen sich die Symptome erst zwischen der sechsten und neunten Schwangerschaftswoche. Sie sind nur schwer von einer normalen Schwangerschaft zu unterscheiden:

  • Schmerzen/Ziehen im Unterleib
  • Übelkeit
  • keine Periode, sondern Schmierblutungen
  • Brustspannen
  • Kreislaufbeschwerden, wie Schwindel oder Kurzatmigkeit

Selbst ein positiver Schwangerschaftstest ist möglich, da dieser nicht zwischen einer normalen und einer Eileiterschwangerschaft unterscheiden kann.

Eileiterschwangerschaft: Frauenarzt erklärt anhand eines Modells

Wenn du dir unsicher bist, ob es sich um eine Eileiterschwangerschaft handelt, sprich mit deinem Frauenarzt darüber. Symptome sollten nicht ignoriert werden. Foto: Bigstock

3. Was passiert, wenn eine Eileiterschwangerschaft festgestellt wurde?

Leider muss in jedem Fall eine Schwangerschaft abgebrochen werden. Je nachdem, wie weit sie fortgeschritten ist, gibt es drei unterschiedliche Verfahren:

Eileiterschwangerschaft in einem frühen Stadium

Sofern sie nicht von selbst abgegangen ist, wird die Eileiterschwangerschaft oftmals mit Medikamenten behandelt, die den Wirkstoff Methotrexat beinhalten. Dabei handelt es sich um ein Zellgift, durch das der Embryo abstirbt. Danach wird in regelmäßigen Tagen der HCG-Wert im Blut untersucht, um zu überprüfen, ob die Schwangerschaft beendet ist. Für diese Methode darf der Embryo nicht größer als vier Zentimeter und es dürfen keine Beschwerden auftreten. Diese Behandlung kommt aber nur selten zum Einsatz, da eine Eileiterschwangerschaft meist erst bemerkt wird, wenn Probleme auftreten.

Bauchspiegelung

Bei Unterleibsschmerzen und Blutungen muss in der Regel eine Bauchspiegelung durchgeführt werden. Dabei kann die Eileiterschwangerschaft konkret diagnostiziert, der Eileiter geöffnet und der Embryo entfernt werden.

offene Operation

Wenn eine Bauchspiegelung nicht möglich ist, öffnen die Ärzte die Bauchdecke und entfernen den Embryo im Eileiter. Dieser Einsatz wird auch durchgeführt, wenn es bereits zu einem Eileiterriss kam.

In jedem Fall wird alles versucht, um den Eileiter zu erhalten. Wenn er allerdings zu sehr geschädigt ist, wird er entfernt.

4. Erfahrungsbericht: So lief meine Eileiterschwangerschaft

Josephin L., Mama aus unserer Community, musste diese schreckliche Erfahrung machen:

„Wir versuchten bereits ein Jahr lang schwanger zu werden. Im Herbst 2016 durften wir dann positiv testen. Beim ersten Ultraschall konnte man noch nichts erkennen, außer einer Fruchthöhle, mein Beta-HCG war zu diesem Zeitpunkt aber schon sehr hoch. Also hofften wir das Beste.

Mitte November passierte es. Ich war arbeiten und hatte extreme Rückenschmerzen, die ich versuchte mit einem Wärmegürtel zu lindern. Mittags habe ich was gegessen und eine Schmerztablette genommen und mich zum Schlafen hingelegt – in der Hoffnung, dass die Schmerzen dann weg sind.

Keine Ahnung, wann die Blutungen begonnen hatten. Meinen Mann hatte ich da schon auf dem Laufenden gehalten. Als er nachmittags von der Arbeit kam, waren meine Schmerzen schlimmer. Er machte sich Sorgen, ich nahm es auf die leichte Schulter. Ich dachte es reicht, wenn ich am nächsten Tag zum Arzt gehe. Also sind wir los zum Einkaufen, dort konnte ich aber schon kaum mehr gerade gehen oder stehen, solche Schmerzen hatte ich. Da war für meinen Mann klar, dass wir sofort in die Notaufnahme fahren.

Dort angekommen, schickten sie mich zur Frauenklinik. Es vergingen bestimmt zwei Stunden, bis der Arzt kam. Meine Schmerzen wurden nicht besser. Beim Ultraschall wurde dann wieder nur die Fruchthöhle entdeckt und jede Menge freie Flüssigkeit im Bauchraum.

Nach diesem Befund stand fest, dass es sich um eine Eileiterschwangerschaft handelte und mein Eileiter kurz vorm Platzen war. Ich hab es erst gar nicht so richtig verstanden, auch nicht als es hieß „sofort in den OP“. Beim Blutabnehmen wurde mir dann auch noch schwarz vor Augen und ich wurde auf eine Liege verfrachtet. Bei diesem Anblick hatte mein Mann schon leichte Panik. Dann ging alles ganz schnell. Ich wurde noch im Untersuchungszimmer für die Operation vorbereitet. Mein Mann wurde nach Hause geschickt, um mir Sachen zu holen. Vor der Operation fing ich extrem an zu frieren. Dann wurde alles dunkel. Ich wurde erst nachts im Aufwachraum wach, als mein Monitor piepte.

Bis dato hatte ich noch nicht mal realisiert, dass es kein Baby mehr gab. Man sagte mir, dass ich gerade noch rechtzeitig da war, sonst wäre ich innerlich verblutet. Wie viel Blut ich verloren hatte, wollte ich gar nicht wissen. Am nächsten Tag wurde ich dann aufs normale Zimmer verlegt und mein Mann konnte mich besuchen. Dort wurde mir das erste Mal richtig bewusst, dass ich unser Baby verloren und selbst überlebt hatte. Schrecklich fand ich, dass unter meinem Zimmer die Wöchnerinnen-Station war und ich die Babys weinen hören konnte. Ein riesengroßer Stich ins Herz. Nach einer Woche durfte ich dann nach Hause, musste aber regelmäßig zur Kontrolle, da mein Beta-HCG nicht sinken wollte. Ab diesem Zeitpunkt war für mich klar, dass ich keine Kinder mehr möchte.

Ich habe sehr viel mit meinem Mann und der Familie darüber gesprochen, später versucht nicht mehr darüber nachzudenken, was natürlich nicht mal eben so funktioniert hat. Mein Mann und ich sind aber zu der Überzeugung gekommen, dass die Natur schon weiß, was sie tut. Wer weiß, was mit dem Kind gewesen wäre. Also haben wir versucht mit dem ganzen Thema abzuschließen.

Ein halbes Jahr später durften wir dann wieder positiv testen – unser Wunder ist jetzt zwei Jahre alt.

5. Kann ich nach einer Eileiterschwangerschaft trotzdem normal wieder schwanger werden?

Wie aus dem Erfahrungsbericht von Josephin L. zu lesen – ja, es geht!

Die Wahrscheinlichkeit liegt sogar bei rund 70 Prozent, während die Wahrscheinlichkeit für eine erneute Eileiterschwangerschaft gerade mal bei etwa 15 Prozent liegt (sofern sie operativ beendet wurde). Das sind doch gute Neuigkeiten, oder? Nach einer weiteren Eileiterschwangerschaft steigt die Wahrscheinlichkeit auf eine dritte jedoch auf 40 Prozent.

Am besten ist es, drei Monate bis zu einem erneuten Versuch zu warten. So kann sich das Gewebe wieder regenerieren. Wenn das Medikament Methotexat eingesetzt wurde, sollten es sogar sechs Monate sein.

Tamara Müller

Als süddeutsche Frohnatur liebe ich die Wärme, die Berge und Hamburg! Letzteres brachte mich vor vier Jahren dazu, die Sonne im Herzen zu speichern und den Weg in Richtung kühleren Norden einzuschlagen. Ich liebe die kleinen Dinge im Leben und das Reisen. Und auch wenn ich die einzige Nicht-Mama im Team bin, verbringe ich liebend gerne Zeit mit Kindern.

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