„Nach 6 Fehlgeburten brachte meine beste Freundin mein Regenbogenbaby zur Welt“

Diese Geschichte ist der beste Beweis dafür, was wahre Freundschaft bedeutet. Erin und ihr Mann versuchten mehrere Jahre lang vergeblich, ein Baby zu bekommen. Nach mehreren künstlichen Befruchtungen mussten die beiden insgesamt sechs Fehlgeburten verkraften. Dass sie heute trotzdem ihre Tochter im Arm halten dürfen, verdanken sie Erins bester Freundin Rachel. Sie wusste, wie groß Erins Wunsch nach einem Baby ist und hat sich als Leihmutter angeboten.

Der lange Weg zum Regenbogenbaby

Wenn man sich ein Baby wünscht und einfach nicht schwanger wird, ist eine künstliche Befruchtung für viele Frauen die letzte Hoffnung. Doch was, wenn es auch damit nicht klappt? Wenn sich zwar Eizellen einnisten, es aber zu einer Fehlgeburt kommt? Erin und ihrem Mann Matt ist genau das passiert – und zwar gleich sechs Mal. Dass ihr Kinderwunsch trotzdem noch wahr geworden ist, verdanken die beiden Erins bester Freundin Rachel. Sie hat den beiden angeboten, als Leihmutter ihr Baby auf die Welt zu bringen.

Auf ihrem Blog „Journey to three“ und bei Instagram beschreibt Erin sehr emotional, wie sie Rachels Schwangerschaft und die Geburt ihrer Tochter Scott erlebt hat. Und wie es sich anfühlte, nach all den Schicksalsschlägen endlich ihr Regenbogenbaby im Arm zu halten.

Sechs Fehlgeburten mussten Erin und ihr Mann verkraften

Nachdem Erin und Matt im Oktober 2012 geheiratet hatten, wünschten sie sich ein Baby, um ihr Glück perfekt zu machen. Als Erin nicht schwanger wurde, stellten die Ärzte fest, dass sie unter PCOS litt und nur einen Eileiter hatte. Die Chancen, auf natürlichem Weg schwanger zu werden, waren deshalb minimal. Die beidem beschlossen, es mit künstlicher Befruchtung zu versuchen.

Bei neun Versuchen wurden Erin insgesamt 15 Embryos eingesetzt, sechs Mal wurde sie schwanger – und sechs Mal verlor sie das Baby. Jedes Mal war das Paar am Boden zerstört. Dann machte Erins beste Freundin Rachel ihnen ein Angebot, das alles verändern sollte: Sie war bereit, das Baby von Erin und Matt als Leihmutter auszutragen.

 

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Die Ärzte setzen Rachel zwei Embryos ein

Und es klappte! Erins Freundin wurde tatsächlich schwanger. „Im Januar erfuhren wir, dass unsere kleine Regenbogenmädchen im September zur Welt kommen wird“, schreibt Erin überglücklich auf ihrem Blog. Einen Namen hatten Matt und sie auch sofort. Denn drei Jahre vorher war Erins Vater Scott gestorben. Und beiden war klar, dass sie ihre Tochter nach ihm benennen würden.

Die Zeit vor der Geburt ihrer Tochter war für Erin mindestens genauso aufregend wie für die Leihmutter:

„Irgendwann habe ich beschlossen, meine Wochenenden in Wisconsin zu verbringen, um in Rachels Nähe zu sein. Für den Fall, dass sie Wehen bekommen oder Hilfe brauchen würde. Mein Mann und ich haben lange Spaziergänge mit Rachel und ihrer jüngsten Tochter gemacht, in der Hoffnung, dass das die Wehen in Gang bringen würde.“

Das tat es auch: Anfang September bekam Rachel die ersten Wehen. Als die Abstände kürzer wurden, fuhren sie gemeinsam ins Krankenhaus. Rachels Muttermund war zwar schon 2 cm geöffnet, allerdings war es ein Fehlalarm, und am nächsten Tag ging es wieder nach Hause.

Am nächsten Wochenende flog Erin wieder zu Rachel.

Bei ihren letzten Schwangerschaften hatten Rachels Wehen drei bis vier Stunden gedauert. Und weil Erin und ihr Mann rund 2,5 Stunden fahren mussten, hatten sie Angst, die Geburt zu verpassen. Bei der Untersuchung in der 38. SSW war der Muttermund dann aber immer noch 2 cm geöffnet, es hatte sich also nichts verändert. Also flogen die zwei wieder zurück und lenkten sich mit einem Besuch im Kino ab – als sie eine Nachricht von Rachel bekamen, dass sie leichte Wehen hätte.

„Abends gingen wir ins Bett, und Rachel hatte mir erzählt, dass sie bei ihren vorangegangenen Geburten zwischen Mitternacht und zwei Uhr morgens ins Krankenhaus gefahren war“, erzählt Erin. „Aus irgendeinem Grund bin ich in der Nacht zwei Mal aufgewacht, um Mitternacht und um 2 Uhr morgens.

Ich dachte, okay, heute werden wir kein Baby bekommen – bis das Telefon um 3 Uhr morgens klingelte!

Ich hatte einen speziellen Klingelton für Rachel ausgewählt, damit wir sofort wussten, dass sie es war. Wir waren beide wirklich erschocken!“ Zu diesem Zeitpunkt wurden Rachels Wehen allmählich regelmäßiger. Sie kamen ungefähr alle elf Minuten, und das Krankenhaus hatte ihr gesagt, dass sie direkt vorbeikommen soll. Um 4 Uhr kommen Rachel und ihr Ehemann in der Klinik an. Zur gleichen Zeit sitzen Erin und Matt im Auto und fahren los.

Im Krankenhaus stellen die Ärzte fest, dass Rachels Muttermund 2,5 cm geöffnet ist. Sie soll mit ihrem Mann durch die Hallen laufen, um zu sehen, ob es vorangeht. Gegen 5:15 Uhr waren es dann schon 3,5 cm, und sie wurde in der Klinik aufgenommen. Als Erin davon erfuhr, waren sie und ihr Mann noch etwa 20 Minuten vom Krankenhaus entfernt: „Als ich wusste, dass sie sie aufgenommen hatten, und ich realisierte, dass das gerade WIRKLICH geschah, hatte ich Tränen in den Augen. Es hat mich in dem Moment alles erschlagen. Gegen 5:30 Uhr habe ich meine Mutter angerufen, um ihr zu sagen, dass Rachel in den Wehen liegt, und wir haben beide geweint.

 

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Das waren die letzten Momente, in denen mein Mann und ich allein waren.

Alles, was wir in den letzten sechs Jahren durchgemacht hatten – fünf Eizellenentnahmen, neun künstliche Befruchtungen per IVF, sechs Fehlgeburten – und jetzt war unser Weg zu einem Baby fast vorbei. Es fühlte sich einfach nicht real an. Und jetzt, wo Scottie neben mir liegt, fühlt es sich immer noch nicht wirklich real an.“

Die Geburt ging weiter voran, und gegen 11 Uhr war Rachels Muttermund 7 cm geöffnet. Gemeinsam liefen sie die Krankenhausflure auf und ab, und Rachel stieg immer wieder in die Wanne. Nachmittags öffnete eine Hebamme die Fruchtblase.

Rachel in den Wehen zu sehen, war das Schlimmste für mich. Sie ist ganz großartig mit den Schmerzen umgegangen, aber es hat mir so wehgetan, dass ich wusste, dass sie all das für uns macht. Sie ist so ein unglaublicher Mensch, dass sie das für uns tut.

Um 13:52 Uhr am 19. September wurde unser Wunder, unser Regenbogenbaby geboren.

Es gibt absolut keine Worte, die jemals auch nur annähernd meine Gefühle beschreiben könnten, als die Kleine herauskam und mir gegeben wurde. Ich habe so sehr geschluchzt – sie ist so unglaublich hübsch. Und zu sehen, wie Rachel sie geboren hat, war ganz sicher einer der magischsten Momente, die ich je erleben durfte.

 

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Was Scotties Geburtstag sogar noch besonderer macht: Sie teilt sich ihren Geburtstag mit meinem Vater, nachdem wir sie auch benannt haben. Sie kam wirklich am Geburtstag meines Vaters zur Welt.“

Die erste Zeit mit ihrem Baby beschreibt Erin als die beste Zeit ihres Lebens: „Ich habe wirklich keine Ahnung, wie ich so lange ohne sie leben konnte. Mein Herz platzt fast vor Freude und Liebe. Ich werde niemals in Worte fassen können, we es sich anfühlt, Scotties Mama zu sein. Ich werde niemals vergessen, was wir alles durchgemacht haben, um sie zu bekommen. Aber sie war definitiv all den Herzschmerz wert!

Ich werde Rachel nie genug zurückgeben können für dieses großartigste Geschenk, das wir jemals bekommen werden.“

Was für eine unglaublich berührende Geschichte – und was für eine starke Freundschaft von Erin und Rachel. Wir wünschen euch alles Gute für die Zukunft!

Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern. Ich liebe den Hafen, fotografiere gern, gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Social Media und Texte ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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