„Eine Leihmutter ließ unseren Kinderwunsch wahr werden“

Manchmal schlägt das Schicksal unglaublich hart zu. Und dann, wenn man schon fast nicht mehr daran glaubt, wird am Ende doch noch alles gut. So wie bei Claudia aus unserer Community. Nach vielen Schicksalsschlägen wünschte sie sich nichts sehnlicher, als mit ihrem Mann ein Baby zu bekommen. Nachdem alle Versuche scheiterten, entschieden die beiden sich schließlich für eine Leihmutter – und halten heute glücklich ihre Tochter im Arm.

Der Weg zum Wunschkind ist (leider) nicht immer leicht.

Viele Frauen verzweifeln, wenn es mit der Schwangerschaft einfach nicht klappen will. Einige können ihr Baby dank künstlicher Befruchtung doch noch im Arm halten. Aber was ist, wenn auch das nicht hilft? Wenn es einfach keine Möglichkeit mehr gibt, selbst schwanger zu werden? Vor dieser Frage standen auch Claudia und ihr Mann. Die ganze Geschichte hat sie uns hier erzählt:

„Ich heiße Claudia und war fast 27 Jahre mit meinem Mann verheiratet. Wir haben zusammen fünf Kinder, und inzwischen habe ich 16 Enkel. Im Jahr 2012 schlug das Schicksal in unserer Familie besonders grausam zu. Einer meiner Enkelsöhne verstarb mit sechs Wochen völlig unerwartet am plötzlichen Kindstod. Meine 4-jährige Enkelin hatte eine eigentlich harmlose Zahn-OP, wachte dann aber aus der Narkose nicht mehr auf. Als ob das alles nicht schon schlimm genug gewesen wäre, musste ich auch noch meinen Ehemann gehen lassen.

Er starb an einem geplatzten Aneurysma, das zu einer heftigen Bauchblutung führte.

Ein Jahr später lernte ich meinen jetzigen Mann kennen. Doch das Schicksal kannte auch dieses Mal kein Erbarmen: 2014 stellten die Ärzte Darmkrebs bei meinem Mann fest. In einer OP entfernten sie ihm den halben Darm und legten einen künstlichen Ausgang. Nach der Chemo dann der nächste Schock: Es hatten sich Metastasen gebildet, mein Mann musste wieder operiert werden. Zum Glück hat er all das gut überstanden und ist heute komplett krebsfrei.

Obwohl ich schon fünf Kinder habe, und mein Mann auch drei Kinder mit in die Beziehung gebracht hat, haben wir uns so sehr noch ein gemeinsames Kind gewünscht. Aber auch nach monatelangem Probieren wurde ich einfach nicht schwanger. Wir haben uns dann an eine Kinderwunschklinik gewandt, in der Hoffnung, dass man uns dort helfen kann. Insgesamt waren es fünf künstliche Befruchtungen – leider ohne Erfolg.

Dann las ich im Internet einen Artikel zum Thema Leihmutterschaft.

Das Thema ließ mich nicht mehr los. Da eine Leihmutterschaft in Deutschland leider gesetzlich verboten ist, nahmen wir schließlich Kontakt zu einer Klinik in der Ukraine auf. Kurze Zeit später flogen mein Mann und ich nach Kiew. Wir hörten uns die Infos und das Programm der Klinik an, bekamen Unterlagen dazu mit und flogen wieder nach Hause. Fünf Monate später saßen wir mit den unterschriebenen Unterlagen wieder im Flugzeug. Vor Ort wurde uns noch einmal alles genau erklärt.

Im Dezember 2018 wurde eine Leihmutter mit dem Sperma meines Mannes befruchtet. Wir hofften so sehr, dass alles klappte! Zwei Wochen später bekamen wir dann den ernüchternden Anruf: Die Leihmutter war nicht schwanger. Auch der zweite Versuch ging leider schief.

Bei der dritten Leihmutter klappte es dann – der Schwangerschaftstest war positiv.

Unsere Freude war riesig! Wir bekamen regelmäßig Nachrichten über den Verlauf der Schwangerschaft, alles war gut. Ursprünglich wollten wir im April wieder nach Kiew fliegen, um beim großen Ultraschall dabei zu sein. Leider kam uns Corona dazwischen, und alle Flüge wurden gestrichen. Das Warten wurde für uns zu einer unerträglichen Geduldsprobe.

Am 1. Juni dieses Jahres kam dann endlich die erlösende Nachricht: ‚Ihre Tochter ist da, und sie ist kerngesund!`

Claudia und ihr Mann Josef sind glücklich mit ihrer kleinen Tochter.

Claudia und ihr Mann Josef sind glücklich mit ihrer kleinen Tochter.
Foto: privat

Wir konnten es fast nicht glauben. Nach all der Zeit war unser Baby endlich da!

Mit einem Gewicht von 3.700 g und 48 cm war unsere kleine Tochter auf die Welt gekommen. Unsere Freude erhielt allerdings relativ schnell einen Dämpfer. Denn noch immer durften wir nicht nach Kiew fliegen. Unerträgliche fünf Wochen lang versuchten wir, einen Flug zu bekommen – keine Chance. Dann konnte es endlich losgehen und wurde zu einer kleinen Weltreise. Wir fuhren mit der Bahn nach München, mit dem Bus weiter nach Frankfurt und hatten dabei immer den Gedanken im Hinterkopf, hoffentlich startet der Flieger auch. Und wir hatten Glück – er flog!

In der Ukraine angekommen, wurden wir vom Flughafen abgeholt und direkt in eine Unterkunft in Quarantäne gebracht. Wir mussten einen Coronatest machen, der zum Glück negativ war. Das heißt, nach zwei Tagen konnten wir das Appartement endlich verlassen.

Wir fuhren sofort mit dem Taxi zum Kinderwunschzentrum

Dort bezahlten wir die letzte Rate für das Leihmutterschaftsprogramm – und wurden dann endlich zu unserer Tochter gebracht. Als wir unsere Kleine zum ersten Mal in den Armen hielten, konnten wir unser Glück kaum fassen. Jetzt wollten wir nur noch eines: so schnell wie möglich mit unserer Tochter nach Hause.

Es dauerte allerdings noch einmal drei Wochen, bis wir die Geburtsurkunde und den Pass für unser Baby in den Händen hielten. Ende Juli war es dann endlich soweit, und wir ergatterten einen Rückflug nach Deutschland. Müde, aber unfassbar glücklich sind wir schließlich zu Hause gelandet. Unser Leben hat sich durch unsere Tochter komplett verändert.

Mit der Leihmutter stehen wir nach wie vor über WhatsApp in Kontakt. Wir sind ihr von ganzem Herzen dankbar für alles, was sie für uns getan hat.“

Liebe Claudia, vielen Dank, dass Du Eure Geschichte so offen und ehrlich mit uns geteilt hast!

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Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern. Ich liebe den Hafen, fotografiere gern, gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Social Media und Texte ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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Kommentare

  1. Wir sind auch unserer Leihmutter sehr dankbar. Ohne sie hatten wir unseren Sohn nie. Manchmal schicke ich ihr die Fotos unseres Sohnes, und sie ist sehr glücklich, dass sie uns helfen konnte.

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