„Mein Mann wirft mir meine schlechte Laune vor, dabei ist er der Auslöser.”

„Früher war ich der fröhliche, sorgenlose Typ. Meine Freundinnen haben mich damit aufgezogen, dass ich immer das Positive sehe. Ich glaube, ich war das Gegenteil der ‚Emos‘, von denen es in meiner Jugendzeit so viele gab. Düstere Gedanken oder melancholische Musik? Damit konnte ich nichts anfangen. Umso trauriger macht es mich, dass ich in letzter Zeit nur noch schlecht gelaunt bin.

Dabei habe ich doch alles, was ich immer wollte.

Mein Mann und ich sind seit drei Jahren verheiratet und haben zwei kleine Kinder zusammen. So habe ich mir mein Leben mit 30 immer vorgestellt: Eine Familie, ein Ehemann und natürlich das Haus mit Garten. Ich sollte also glücklicher sein denn je, oder?

Ja, ich liebe es, eine Mama zu sein. Meine kleinen Zwerge sind alles für mich. Trotzdem ist es unglaublich erschöpfend, immer für sie da zu sein. Mein Mann arbeitet viel, macht häufig Überstunden und ist teilweise auch am Wochenende beruflich unterwegs. Und obwohl ich mir immer eine kleine Familie gewünscht habe, merke ich, wie mir langsam alles zu viel wird. Ich fühle mich wie ein Roboter, der einfach nur seine Pflichten erledigt.

Am Anfang wollte ich es mir selbst gar nicht eingestehen, dass ich so fühle.

Ich redete mir ein, dass das alles gar nicht so schlimm ist, weil ich die wenige Zeit, die wir als Familie verbringen, nicht verderben wollte. Trotzdem versuchte ich, mir irgendwie Auszeiten zu schaffen. Zum Geburtstag wünschte ich mir deswegen einen kinderfreien Wellness-Tag mit einer Freundin. Mein Mann stimmte zu, er wollte an dem Tag auf die Kleinen aufpassen. Ich war happy.

Doch am Abend vor meinem Geburtstag teilte er mir zerknirscht mit, dass er einen wichtigen Termin reinbekommen hätte. Letztendlich bekam ich dann ein teures Schmuckstück und meine Freundin stattet mir einen Besuch ab. Das war nett, aber überhaupt nicht das, was ich mir gewünscht habe. Nach dieser Enttäuschung konnte ich die Augen nicht mehr davor verschließen, dass mein Mann mich mit den Kindern kaum unterstützt.

Ich überwand mich sogar und bat ihn nachdrücklich um Hilfe, sagte ihm, dass mir alles zu viel wird.

Aber irgendwie hatte er immer eine andere Ausrede. Oft meinte er, dass er total geschafft von der Arbeit sei. Dann machte er die Tür zum Wohnzimmer zu, um dort in Ruhe am Handy zu datteln und Fußball zu gucken. Er meinte, er brauche das jetzt. Ich hätte schreien können, aber wollte mich vor den Kindern nicht streiten. Es könnte alles so schön sein, wenn wir die Familienaufgaben gemeinsam stemmen würden.

Die Kinder nehmen mich als einzige Ansprechpartnerin wahr, denn Papa ist schließlich selten da und wenn, dann will er oft seine Ruhe. Natürlich freue ich mich, dass meine Kleinen vertrauensvoll zu mir kommen, aber gleichzeitig würde es mich entlasten, wenn sie auch mal zu ihrem Vater gehen würden, wenn sie etwas brauchen. So bleibt alles an mir hängen. Was soll ich machen? Einer muss sich schließlich kümmern.

Meine Laune wird in letzter Zeit immer schlechter.

Ich habe so viele Termine und Aufgaben im Kopf und kaum Zeit zum Durchatmen. Wenn mein Mann und ich dann doch mal Zweisamkeit genießen, fehlt mir die Kraft, diesen seltenen Moment mit einem Streit zu zerstören. Trotzdem merkt auch er, dass ich nur noch genervt bin und oft gereizt reagiere. In mir hat sich mittlerweile so viel Groll angestaut, dass ich ihn auch in den schönen Momenten nicht mehr unterdrücken kann.

Neulich meinte er, dass ich mich total verändert hätte, ‚Du bist nur noch schlecht gelaunt!‘ Am liebsten hätte ich erwidert: Der Grund dafür bist du, weil du nicht für mich da bist.


Liebe Mama (Name ist der Redaktion bekannt), vielen Dank, dass du uns deine Geschichte anvertraut hast. Wir wünschen dir und deiner Familie alles Liebe für die Zukunft!

Echte Geschichten protokollieren die geschilderten persönlichen Erfahrungen von Müttern aus unserer Community.

WIR FREUEN UNS AUF DEINE GESCHICHTE!
Hast Du etwas Ähnliches erlebt oder eine ganz andere Geschichte, die Du mit uns und vielen anderen Mamas teilen magst? Dann melde Dich gern! Ganz egal, ob Kinderwunsch, Schwangerschaft oder Mamaleben, besonders schön, ergreifend, traurig, spannend oder ermutigend – ich freue mich auf Deine Nachricht an [email protected]

Lena Krause

Ich lebe mit meinem kleinen Hund Lasse in Hamburg. Am liebsten erkunde ich mit ihm die vielen grünen Ecken der Stadt.

Auch wenn ich selbst keine Mama bin, gehören Babys und Kinder zu meinem Leben dazu. Meine Freundinnen machen mir nämlich fleißig vor, wie das mit dem Mamasein funktioniert und ich komme als „Tante Lena“ zum Einsatz.

Schon als Kind habe ich das Schreiben geliebt – und bei Echte Mamas darf ich mich dabei auch noch mit so einem schönen Thema befassen. Das passt einfach!

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Marie
Marie
Antworten  Marlene
3 Monate zuvor

„Wohlgemerkt bereite ich alles vor und nach, richte essen, Kleidung, Taschen,etc. Sonst wären keine Windeln dabei“

Finde den Fehler😂. Das würde ich im Leben nicht machen…. Dann soll er doch ohne Windeln fahren passiert im einmal wenn ein vollgekacktes Kind unterwegs nicht wickeln kann.

Dein Mann könnte es macht es sich aber bequem & lässt machen weil du machst!
Du bist seine 2.Mama nicht seine Frau auf Augenhöhe.
Du musst aufhören dich für alles verantwortlich zu fühlen!

Marlene
Marlene
5 Monate zuvor

Hier ist es zwar nicht so extrem, aber auch ich habe langsam keine Lust mehr.
Ich habe seit fast 5 Jahren keinen einzigen Abend frei. Die Kinder sind sehr anhänglich, können oder wollen nicht mit Papa, das er es aber ändert… Kein Interesse.
Im Moment mache ich eine Fortbildung. Es ist hart, ich mache trotzdem fast alles. Arbeiten, Haushalt, Kinder und irgendwann zwischendrin noch lernen. Der Mann findet es sowieso überflüssig, dass ich beruflich was mache. Er verdient doch. Ich kann und will aber nicht abhängig sein, ich bin seit Teenager unabhängig und werde es niemals aufgeben.
Irgendwann lässt er mich sitzen, weil er keine Lust mehr hat. Bin ich doof?
Ich erwarte nicht viel, da er Vollzeit arbeitet.
Mal abends vor der Glotze die Wäsche zusammen legen, während ich die Küche aufräume, finde ich nicht schlimm.
Am Wochenende Zeit mit den Kindern alleine verbringen, warum nicht?
Er macht das mit dem betreuen, kotzt danach aber nur ab.
Wohlgemerkt bereite ich alles vor und nach, richte essen, Kleidung, Taschen,etc. Sonst wären keine Windeln dabei.
Danach räume ich Taschen aus und auf.
Unseren Papierkram mache ich zu 98% alleine, weil er das nicht mag.
Termine, etc. Alles hängt an mir.
Manchmal habe ich das Gefühl in der Arbeit zu ersticken.
Dann bekomme ich solche Sätze an den Kopf geknallt, wie *den Nachmittag auf dem Spielplatz rumhängen wäre mir auch lieber als arbeiten*
Für mich heißt das aber, wenn die kinder schlafen, alles aufräumen und putzen, Kleinkinder können ein riesen Chaos verursachen.
Und abends bin ich platt, müde, ausgelaugt, emotional geschafft mit 2 trotzkinder.
Und wehe ich stehe am Abend nicht für Zärtlichkeit zur Verfügung damit Mann seinen Druck abbauen kann.
Dann wird geschmollt, gemotzt, gebockt, gezickt.
Wer braucht sowas?
Und dann wurde von ihm aus der Wunsch geäußert noch ein Kind zu bekommen.
Uff
Ich mache ihm zu viele Vorschriften, weil er sich an keine Regeln hält, Essenszeiten oder Schlafenszeit der Kinder übergeht, was einfach nicht geht.

Ich liebe meine Kinder über alles, sie sind toll, trotz aller Anstrengungen, bin froh, dass ich sie bekommen durfte.
Aber wie sich die Familiendynamik entwickelt missfällt mir.
Wenn ich was sage oder schlechte Laune habe, bekomme ich noch mehr Mist an den Kopf geworfen.
Seine Termine muss ich auch noch im Blick haben. Wenn ich sage, er ist selbst groß und kann sich auch mal kümmern, bin ich egoistisch.

Wenn ich das so lese, müsste ich eigentlich die Beine in die Hand nehmen…
Er wahrscheinlich genauso, will ich so eine schlimme Frau bin 🙄

Mama von sechs
Mama von sechs
8 Monate zuvor

Oh wie sehr sehr ich mich in einem Text wieder. Am Anfang war alles noch besser. Natürlich nicht perfekt. Neben Arbeit und Haushalt kam dann noch ein Kind dazu. Aber es war alles zu Stämmen. Jetzt 14 Jahre später ist es nur noch ein Trauerspiel. Ich fühle mich bzw. Werde nicht gesehen. Der Haushalt von bald 8 Personen bleibt zu 95% an mir hängen. Die Kids wollen nur von mir betreut usw werden. Mein Mann ist 14 Tage im Monat nicht da. Hier bin ich 100% mit allem allein. Aber selbst wenn er heim kommt. Hat er keine Lust zu helfen. Keinen Bock mit den Kids was zu machen. Er ist von allem genervt. Aber daran sei ja ich schuld. Weil ich zu müde für Zweisamkeit sei, weil ich ständig schlechte Laune habe. Weil ich immer genervt und gereizt sei. Ja aber der Grund dafür ist er. Nun ist er diesen Monat die ganze Zeot zuhause. Er schläft den ganzen Tag oder glotzt in sein Handy. Wenn ich frage was machst du , kommt nur , nichts was solle er auch machen. Bad und Toilette putzen, abspülen, kochen oder staubsaugen sind in seinen Augen nichts was er machen muss. Bei Gesprächen. Heißt es immer nur er mache und tue den ganzen Tag und ich sehe das nicht. Selbst wenn ich krank bin liegt er neben mir im Bett und er überlässt die Kinder sich selbst. Was natürlich nicht geht. Darum darf ich selbst mit Fieber alles allein machen. Außer sein Kumpel ist da. Da wird im Keller dann gearbeitet und geräumt. Sein Kumpel? Der spielt mit den Kindern. Er hilft mir beim abspülen und sagte neulich sogar. Helft doch mal der Mama mit. Sie tut alles für euch und ihr meckert und schimpft sie nur.

Hallo? Da kamen mir wirklich die Tränen, mein Mann sagt oder tut das nie. Aber sein Freund. Er ist mehr Vater für die Kinder (obwohl wir nicht verwandt sind) als der eigene Papa.

Me time gibt es für mich nur nachts wenn alle schlafen oder mein Mann nicht da ist. Sonst darf ich es nicht, mit ner Freundin weg gehen wird solange schlecht geredet, bis mir die Lust vergangen ist. Zumal es mir sowieso verboten wird oder er solange rum redet bis die kleinsten Theater machen und ich sie mitnehmen muss, denn wenn sie weinen, sie dann bei ihm zulassen würde nicht gut gehen. Den Geduld mit Kindern hat er leider durch seine damals böse Erziehung nie gelernt. Da bleib ich lieber daheim. Als das die Mäuse unentwegt angebrüllt werden.

Sorry fürs auskotzen und ja an Trennung denk ich schon lang, aber mit 6 Kids und ohne Einkommen ein Ding der Unmöglichkeit

Alexa
Alexa
11 Monate zuvor

Leider geht es mir sehr ähnlich – allerdings ist mein Mann nun seit Längerem arbeitslos und hätte mehr als genug „Zeit“ mitzuhelfen.
Dennoch bleibt gefühlt alles an mir hängen. Wenn ich ihn um etwas bitte, z.B.den Einkauf zu übernehmen, zieht er ein Gesicht oder beschwert sich sogar, dass immer alles nach meiner Pfeife gehen muss oder immer dann, wenn es mir, aber ihm gerade nicht in den Kram passt. Sage ich nichts, passiert allerdings auch nichts – von selbst fällt es ihm ja nicht ein, mal den Besen in die Hand zu nehmen oder die fünf Minuten zum Supermarkt rüberzulaufen.
Einzig kochen „darf“ ich nicht, obwohl ich gerade das manchmal ganz gerne täte.
Ich arbeite untertags und seit der Kleine in die Krabbelgruppe geht, kümmert er sich um ihn auch kaum noch, die verbleibende Zeit klebt das Kind an mir.

Ich bin oft extrem schlecht gelaunt und leicht gereizt. Das wird mir dann ständig vorgeworfen, aber wenn ich sage, dass ich mich nicht „gesehen“ fühle und gerne mehr Unterstützung hätte, redet er sich immer raus. Leider schafft er es dann meistens, mich als freudloses Wesen hinzustellen, dass an der ganzen Situation selbst schuld ist.

Vermutlich bin ich das auch irgendwie, aber ich finde gerade auch keinen Ausweg…

Marcus
Marcus
11 Monate zuvor

Also ich bin Vater einer jetzt knapp 13-monatigen Tochter. Zu unserem Ablauf: Ich arbeite im Homeoffice, stehe um kurz nach 6 auf und arbeite ab 7 Uhr bis 15 Uhr. Verlobte und Kind stehen zwischen 7/8 Uhr auf. Nach der Arbeit kümmer ich mich, bis sie schlafen geht um die kleine, Mama kann in der Zeit machen was sie will, bzw kocht meistens dann auch zu Abend. Sie genießt das tägliche kochen, weil sie dann etwas Freiraum hat, wenn ich mal etwas kochen will, wird es mir verboten, weil sie lieber selber kochen will, um nicht auf die kleine aufpassen zu müssen. Die kleine ist täglich sehr fordernd, sobald die Augen aufgehen, heißt es nur noch action action action, kann verstehen, dass das anstrengend ist. Wenn was nicht nach ihrem Kopf geht, jammert sie halt auch viel rum. Fakt ist Mama hat mit der kleinen 8 Stunden am Tag und ist danach total genervt und kraftlos, Rückenschmerzen etc…. Ich der 8 Stunden gearbeitet hat, sich dann 3-4 Stunden um ein meistens sehr knatschiges Kind kümmert bekommt diese Laune dann ab. Am Wochenende verbringe ich fast komplett die ganze Zeit nur mit der kleinen, ich versuche meiner Frau soviel Freiraum zu geben wie möglich, jede freie Minute, die ich habe kümmere ich mich ums Kind. In der Mittagspause mache ich oft noch Haushalt, weil sie es manchmal einfach nicht gebacken bekommt, Fläschchen zu spülen, Spülmaschine ausräumen etc… und dann heißt es: „Wow du hast mal was im Haushalt gemacht“
Ja ich mache ständig was im Haushalt, Arbeite 8 Stunden am Tag, habe die kleine noch zusätzlich 3-4 Stunden am Tag und schlafe wesentlich weniger als meine Frau, sowas wird aber gar nicht wahr genommen. Sie ist einfach nur genervt und wenn ich sie dann darauf anspreche ist sie nur noch mehr genervt und das wiederum nervt mich dann wieder…. Ach ja natürlich bekommt sie auch Freie Nächte sollte vielleicht auch erwähnt werden, ich penn dann zusammen mit der kleinen und sie pennt dann auf der Couch und hat den Abend und die Nacht frei.

Also im Grunde kann ich bei manchen, die hier geschrieben haben, verstehen, dass sie genervt und gereizt sind, aber ihre Männer scheinen nicht das zu tun was ich für Frau und Kind tue und trotzdem ist meine Frau oft unausstehlich…

Maxana
Maxana
1 Jahr zuvor

: Danke! Ich dachte so weil ein Kommentar, der später als meiner abgeschickt wurde, vor meinem sichtbar wurde. Ich wollte meinen zweiten Kommentar löschen, geht aber nicht mehr.

@Becci: Super Rat und ich bin ganz deiner Meinung. Es gibt immer einen, der macht und einen, der es mit sich machen lässt. Den Schmuck hätte ich zB nicht angenommen, ist nicht was ich gerade brauche und Ende der Geschichte.

Mein Mann hätte den Termin auch niemals angenommen, einfach aus Liebe bzw um mich nicht zu enttäuschen. Das lässt so tief blicken, ich meine kein Arbeitgeber kann erwarten, dass man einen Tag vorher für einen spontanen Termin einspringt. Also entweder kann der Mann nicht nein sagen (schwach!) oder der Termin war vorgeschoben/kam zumindest gelegen. In jedem Fall ist hier die Prioritätensetzung zu überprüfen. Vor allem, wenn Frau den Mann auf Prio 1 hat, umgekehrt aber nicht.

Ich würde da definitiv sofort einen neuen Termin abstimmen und zwar gleich für ein ganzes Wochenende, da ja jetzt so lange warten musstest. Aufgeschoben ist schließlich nicht aufgehoben oder wie heißt es so schön?

Mein Mann war auch über ein Jahr zu Hause, wenn er nur rumgesessen und mir Kinder, Haushalt, Papierkram und Job ganz allein zugemutet hätte, wären wir wohl getrennte Leute. Er hat -trotz Krankheit- immer mitgeholfen bei allem und oft war das ganze Haus aufgeräumt, wenn ich nach Hause kam. Trotzdem habe ich oft das Gefühl, mehr zu leisten als er und dass die Arbeit nicht fair verteilt ist, aber wenn ich euch so lese puuuuh… Sollte ich wohl leise sein.

Was vor allem hilft, ist das Funktionieren einzustellen. Einfach mal das Chaos so richtig ausbrechen lassen und Ausruhen. Wenn dann ein: „Wie sieht’s denn hier aus?“ kommt, antworten, dass schlicht die Kraft nicht mehr da ist, alles zu wuppen. Keine Aufforderung zu helfen, nichts. Irgendwann packt Mann selbst an oder sucht zumindest das Gespräch.

Viel Erfolg allen praktisch alleinerziehenden Mamas!!!

Terry
Terry
1 Jahr zuvor

Ja ich kenne das auch. Bei unserem ersten. Kind bin ich Stück für Stück in die Verantwortung rein gewachsen, da ich in elternzeit war und er arbeiten. Irgendwann ging das für mich so nicht weiter.
Aber wenn man Aufgaben abgegeben hat, wurden die oft nicht vollständig erledigt. Wie auch, er konnte in die Aufgabe nicht rein wachsen. Ich habe ihm die Aufgaben trotzdem nach anfänglichen Problemen überlassen und versuche ihn nicht zu kontrollieren. Aus seinen eigenen Fehlern lernt man am besten.
Als ich Dann wieder arbeiten war musste er sich schlagartig alleine 2 Abende die Woche um unseren Nachwuchs kümmern. Und siehe da, es klappt.

Bei Kind 2 habe ich auf eine gleichmäßige Verteilung der elternzeit bestanden, das er von Anfang an mehr Aufgaben übernehmen muss und sich nicht wieder was anderes einschleicht. Da wieder raus zu kommen ist extrem. Schwer.

Aber da muss man auch von den Männern lernen. Ich bin k,. O., dann habe ich auch frei. Wenn ein beruflicher Termin dazwischen kommt, dann kann man etwas privates verschieben, das heißt aber nicht das es ausfallen muss!!

Panda
Panda
1 Jahr zuvor

Hallo,
ich kann die Situation auch total gut nachvollziehen, es kommt mir total bekannt vor. Wir hatten eine lange Phase während Corona, in der mein Partner arbeitslos war und selbst in dieser Zeit hat das Familienleben so nicht stattgefunden geschweige denn, dass er mir mit Kindern oder Haushalt geholfen hätte. Und zusätzlich durfte ich mich dann auch noch um die Finanzen kümmern. Ich dachte echt, mein Kopf explodiert irgendwann…
Zum Glück arbeitet er jetzt wieder und er hat meinen Kritikpunkt dahingehend eingesehen, trotzdem bin ich 24/7 quasi einziger Anlaufpunkt für meine Kinder und er wundert sich, warum seine Kinder, bspw. wenn sie sich weh getan haben, immer zu mir wollen.
Gleichzeitig kritisiert er, dass wir zu wenig Zeit zu zweit haben und ich mir immer nur Zeit für mich selbst wünsche. Ich weiß nicht, wie ich ihm das erklären soll, weil die Erklärung, dass ich einfach fix und fertig bin, anscheinend nicht zählt. Ich schlafe abends in unserer einzigen zweisamen Zeit oft ein. Das stört ihn. Ich bin ihm zu oft gereizt und sehe alles zu negativ.
Ich fühle mich als seinen Wunscherfüller, der dafür zu sorgen hat, dass er pünktlich zur Arbeit kommt (wenn er verschlafen hat, seine Sachen nicht gepackt hat oder den Zug verpasst, muss ich ihm suchen helfen oder ihn fahren, teils mitten in der Nacht), dass sein Essen und Trinken parat steht, sein Zuhause sauber ist, seine Kinder glücklich und gefälligst auch draußen waren und was erlebt haben, dass seine Überweisungen erledigt wurden, dass er zu seinen Terminen kommt (er konnte zwar Zug fahren, aber dazu hat er keine Lust), dass er einen schönen Abend hat und seine notwendigen organisatorischen Sachen sich alle wie von selbst in Luft auflösen. Immer, wenn er etwas hat, kommt er zu mir und erwartet, dass es erledigt wird. Und im Grundsatz ist das nicht mal das Problem. Aber anders herum funktioniert das leider nicht.
Also fühle ich mich wie eine Person mit der Last von vier und komme nicht mehr zur Ruhe, während ich mir anhören darf, dass ich zu wenig Zeit für die Beziehung habe und dann auch noch nur am Meckern bin…
Ich verstehe dich also vollkommen, kann dir nur leider selbst keinen Rat geben, da meine Versuche, aus diesem Hamsterrad zu kommen, bisher ohne Erfolg waren.

Becci
Becci
1 Jahr zuvor

Also ich kann den Frust sehr verstehen und find es ärgerlich, dass man Männer auf solche Umstände aufmerksam machen muss, aber so sind sie halt (Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel) . Ich kann mich da aber nur denen Anschließen, die hier sagen, dass da nur Reden hilft und zwar klare und deutliche Aussagen, kein drumrumgerede. Das Beispiel mit dem Geburtstag hatte mich sehr schockiert, also weniger dass er sich nicht dran gehalten hat, sondern eher dass er damit durch kommt. Mein Mann ist auch in einer Führungsposition und ich hab ihm oft genug erklären müssen, dass man seine Prioritäten sehr wohl auch pro Familie setzen kann und eine Ausrede dass ein wichtiger Termin dazwischen kam lass ich nicht gelten. Wir haben 4 Kinder (ich bin momentan zu Hause) und ich hab kein Problem damit mich um sie zu kümmern, aber wenn mein Mann da ist, steht er genauso in der Verantwortung und wenn ich einen Termin mache, den ich auch sicher immer vorher mit ihm abspreche (wenn die Kinder nicht dabei sein können oder sollen), dann ist es sein „Problem “ wenn er sich dort zb einen Arbeitstermin im Nachhinein geben lässt, dann muss er es auf der Arbeit korrigieren und nicht ich muss verzichten. Hab ihn dort schon ein-, zweimal auflaufen lassen und siehe da, er hat es gelernt. Die Ausrede mit der Arbeit hab ich nie zählen lassen, hat bei mir auch nie gegolten, wenn ein Kind in der Kita krank wurde, musste ich auch los und mich kümmern und ein Geburtstag ist nur einmal im Jahr, dass sollte man sich frei halten können, ansonsten hat man halt ganz klar falsche Prioritäten gesetzt.

Laura Dieckmann
Antworten  Maxana
1 Jahr zuvor

Liebe Maxana, ist jetzt freigegeben! Es gab tatsächlich nur den Grund, dass die Kommentare händisch freigegeben werden müssen und wir das gebündelt und somit nicht immer sofort machen.
Danke für deinen Kommentar und deine Geduld!
Laura

Angelika
Angelika
1 Jahr zuvor

Natürlich beteiligt er sich nicht an der Kindererziehung, warum sollte er auch? Es läuft in seinen Augen doch alles, woher soll er wissen, dass es Dir nicht gutgeht, wenn Du es ihm nicht sagst. Die wenigsten Männer haben eine Kristallkugel, die ihnen verrät, was Frauen von ihnen erwarten. Und wenn er sich weigert, über Eure Probleme zu sprechen, solltet ihr Euch Hilfe holen und eine Paartherapie machen, sonst ist doch absehbar, dass das schiefgeht. Welche Frau will schon mit einem Mann leben, dem es egal ist, wie es ihr geht.

Jacqueline
Jacqueline
1 Jahr zuvor

Danke für’s Teilen deines Moments.
Ich kenne das sehr gut.

Ich fühle mich oft schuldig, dass ich überhaupt mit meinem Mann zusammenbleibe, weil wir uns bezüglich der Lebensansichten und der Kindererziehung gerade leider rapide in verschiedene Richtungen entwickeln.

Ich bin oft depressiv, wünsche mir einen Ausweg aus der Beziehung. Denn wenn ich nur allein die Verantwortung für unsere Tochter hätte, müsste ich mich nicht so viel rechtfertigen.

Zum Glück machen meine Tochter und ich jetzt dann eine Mutter-Kind-Kur. Wir beobachten mal, wie sich dann alles entwickelt.

Vielleicht wäre so eine Mutter-Kind-Kur auch was für dich und deine Kinder um etwas Abstand vom Alltag und der Ehe zu gewinnen?

Viel Glück für deinen weiteren Lebensweg!

Maxana
Maxana
1 Jahr zuvor

Ärgerlich, wenn man sich so viel Mühe macht, der Kommentar dann aber nicht frei gegeben wird. Warum würde ich zumindest gerne wissen.

Anna
Anna
1 Jahr zuvor

Danke für Deine Geschichte. Das kenne ich total gut. Unglücklicherweise lade ich meine schlechte Laune dann oft bei den Kindern ab.
Ich vermute dass die Männer es meistens einfach gar nicht kapieren was in einem Mama-Leben los ist. Woher auch wenn es so läuft wie du beschreibst. Und selbst wenn sie es wissen dann heißt das noch nicht begreifen.
Sei einfach schneller auf der Couch als er. Sag ihm das er dies und das jetzt übernehmen soll. Schreib ihm auf wie viel es ist, bzw wie wenig Zeit du zum Luftholen hast.
Ich habe dann gern mal das „Argument“ gehört „so ist das eben, du bist jetzt halt eine Mama“. Später fiel mir ein dass die adäquate Antwort darauf ist „aber keine Alleinerziehende“, und selbst die haben ggf auch mal einen Tag oder eine Nacht frei wo die Kinder beim Papa sind. Oder sogar auch die Hälfte der Zeit!

Sag ihm wie enttäuscht du warst zu Deinem Geburtstag. Wenn keine Zeit zum Reden ist dann empfehle ich Sprachnachricht oder Video.

Alles Gute, vergiss nie dass Du nur ein Mensch bist und Aufopferung nichts mit Liebe zu tun hat!

Maxana
Maxana
1 Jahr zuvor

Warum hast du es ihm nicht gesagt? Du denkst wahrscheinlich, es ist so offensichtlich, dass er es sich denken kann. Meine Erfahrung ist: Kann er nicht und selbst wenn, sind Männer bequem und nicht so gut im Probleme besprechen. Ich kenne auch Männer, die absichtlich erst nach Hause kommen, wenn die Kinder im Bett sind, damit sie ihre Ruhe haben und ja nicht helfen müssen.

Ich bin auch an diesen Punkt der Unzufriedenheit gekommen, als ich in Elternzeit war. Seit ich wieder arbeite (90% mit drei Kindern wohl gemerkt, geht alles, wenn der Mann mit in die Pflicht genommen wird) habe ich nicht mehr, sondern weniger Stress- weil ich einen Ausgleich habe und sich dadurch vor allem unsere Ebenbürtigkeit wiederhergestellt hat. Außerdem gehe ich 2x die Woche wieder meiner Leidenschaft (Reiten) nach und einmal im Monat mit meinen Freundinnen aus, was mir sehr gut tut, da ich mich wieder mehr „wie ich“ und nicht nur als Mama fühle.
Ich bin viel ausgeglichener und glücklicher, was allen zugute kommt.

Meine Erfahrung ist:
Wenn Männer „ab und zu“ helfen sollen, wie für deinen Wellnesstag, überfordert sie das schnell aber vor allem fühlen sie sich nicht zuständig. Sie denken, sie tun uns einen Gefallen (weil mit ihrem Gehalt ist ihr Soll ja bereits erfüllt) und sehen das tief in ihrem Inneren immernoch als unsere Aufgabe. Wenn es Routine wird, können sie es hingegen ganz wunderbar.

Mir war immer klar, dass Arbeit der Schlüssel zur Gleichberechtigung ist und dass ich nicht noch obendrauf -wie viele andere Frauen- 50% arbeiten werde, um dann doch alles allein zu machen. („Du arbeitest ja nur Halbzeit“) sondern eine respektable Zeit, die auch ein solches Gehalt erzielt.

Arbeiten können wir Frauen genausogut und das sollten wir auch. Ein Wellness Tag bringt dir ja auch de facto nichts. Du brauchst dauerhafte Entlastung und eine gerechtere Neuverteilung aller Aufgaben (Kinder, Arbeit, Haushalt).
Nimm deinen Job wieder auf und mischt die Karten neu.

Ich habe meinen Mann damals gefragt ob ER sich Gedanken machen kann, wie wir alles aufteilen wollen, wenn ich wieder arbeite. Er kam mit einem sehr fairen Vorschlag, den ich so annehmen konnte.

Für mich das Geheimnis einer glücklichen Ehe.

Last edited 1 Jahr zuvor by Maxana
Lara
Lara
1 Jahr zuvor

Ich lese diese Zeilen und finde mich da total wieder!!! Habe immer wieder gänsehaut weil ich dieserä Gefühle und Gedanken definitiv teilen und auch nachvollziehen kann. Bei uns ist so eine ähnliche Situation.
Als meine ersten beiden älter worden, wurde es besser! Jetzt habe ich noch ein drittes ein mein Mann unbedingt noch ein Kind wollte.
Es wird besser hab Geduld und dränge auf deine freie Zeiten oder ein babysitter aus der bekanntschaft.
Tausch dich mit anderen Müttern aus dann wirst du merken das es so vielen Müttern so geht und man damit nicht allein ist. So fühlt man sich direkt besser! Alles Liebe euch