Liebstöckel in der Schwangerschaft: Viel besser als sein Ruf

Glaubt man einschlägigen Seiten des Internets, kann Liebstöckel in der Schwangerschaft Fehlgeburten auslösen. Wir halten das aufgrund fehlender, wissenschaftlicher Belege für unwahrscheinlich und geben Entwarnung. Liebstöckel ist in üblichen Mengen in der Schwangerschaft völlig unbedenklich. Ganz im Gegenteil: Das Küchengewürz hat sogar viele gesundheitliche Vorteile. Nur auf hochdosierte Lebensmittel wie Liebstöckel-Öl und -essenz solltest du vorsichtshalber vor der Geburt verzichten.

1. Das Wichtigste auf einen Blick

Ernährungsexpertin Lydia Wilkens von essenZ Hamburg hat diesen Artikel inhaltlich geprüft.

  • Das Gerücht, dass Liebstöckel Gebärmutterkontraktionen und damit Fehlgeburten begünstigt, hält sich hartnäckig.
  • Dafür gibt es aber überhaupt keine wissenschaftlichen Belege.
  • Der Verzehr von Liebstöckel in der Schwangerschaft ist in üblichen Mengen absolut unbedenklich.
  • Wie so oft kommt es also auf die Menge an.
  • Tatsächlich kann Liebstöckel sogar eine heilende Wirkung bei Blasenentzündungen und Harnwegsinfekten haben.
  • Verzichte aber auf Liebstöckelöl oder -essenz in der Schwangerschaft.

2. Darf ich Liebstöckel in der Schwangerschaft zu mir nehmen?

Ja, darfst du. In verzehrüblichen Mengen ist nichts gegen Liebstöckel in der Schwangerschaft einzuwenden.

Liebstöckel stand lange im Verdacht, aufgrund seiner blutungsfördernden Wirkung zu Kontraktionen, Gebärmutterblutungen und Fehlgeburten führen zu können. Dafür gibt es aber zum Einen keine wissenschaftlichen Belege, und zum Anderen müsstest du es dafür wahrscheinlich in sehr großen Mengen zu dir nehmen.

Hierzulande ist Liebstöckel schon seit Langem ein beliebtes Küchengewürz für Suppen und Salate. Weil sein Aroma an die Geschmackskompositionen einer gewissen Fertigtüten-Firma erinnert, wird es auch Maggikraut genannt.

3. Die heilende Wirkung von Liebstöckel

Tatsächlich kann Liebstöckel in vielerlei Hinsicht sogar eine heilende Wirkung haben – und ist damit wesentlich besser als sein Ruf. Hebammen empfehlen Liebstöckel sogar immer wieder, um Wassereinlagerung in Beinen und Füßen abzubauen.

Außerdem kann Liebstöckel dabei helfen, Blasenentzündungen sowie Schmerzen und Schwellungen der unteren Harnwege und zu lindern und kann Nierensteinen vorbeugen.

Daneben kannst du Liebstöckel auch gegen Verdauungsstörungen, Sodbrennen, Blähungen, unregelmäßige Menstruation, Halsschmerzen, Gelenkschmerzen (Rheuma) und Migräne zu dir nehmen. Auch als Schleimlöser bei Erkrankungen der Atemwege kommt Liebstöckel gern immer wieder zum Einsatz.

Aber Achtung: Am besten sprichst du einmal mit deiner Hebamme oder deinem Arzt bzw. deiner Ärztin, bevor du zu Liebstöckel greifst. Sie können dir auch sagen, ob und in welcher Dosierung du das Kraut ohne Bedenken zu dir nehmen kannst.

4. Wann du auf Liebstöckelöl und -essenz besser verzichtest

Sowohl in Liebstöckelöl als auch in Liebstöckelessenz ist hochkonzentrierter Liebstöckel enthalten. Vor allem bei frühzeitigen Wehen solltest du auf beides lieber verzichten. Fällt dir das schwer, dann besprich dich in diesem Fall am besten mit deinem Arzt oder deiner Ärztin.

Unsere Expertin

Ernährungsexpertin Lydia Wilkens von essenZ Hamburg hat diesen Artikel inhaltlich geprüft.Dieser Text wurde inhaltlich geprüft von Ernährungswissenschaftlerin Lydia Wilkens. Die Diplom-Ökotrophologin hat 14 Jahre Erfahrung im Bereich der Ernährungskommunikation und -beratung. Als zweifache Mutter liegt einer ihrer Schwerpunkte im Ernährungsteam von essenZ, Dr. Heike Niemeier in Hamburg und der Schule des Essens in der Ernährungsberatung und -therapie von Familien und Kindern.

Außerdem führt sie Ernährungsprojekte für Kinder, Eltern und Multiplikator:innen in Kitas und Schulen durch. Als Expertin rund um das Thema Mütter- und Kinderernährung unterstützt sie die Redaktion von Echte Mamas mit praxisnahem Fachwissen.

Mehr Tipps zum Thema „Ernährung in der Schwangerschaft“ bekommst du hier >>>

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Ilona Utzig

Ich bin Rheinländerin, lebe aber seit vielen Jahren im Hamburger Exil. Mit meiner Tochter wage ich gerade spannende Expeditionen ins Teenager-Reich, immer mit ausreichend Humor im Gepäck. Wenn mein Geduldsfaden doch mal reißt, halte ich mich am liebsten in Küstennähe auf, je weiter nördlich, desto besser.

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