Kleinkind an der SB-Kasse: Mutter ist lange Schlange egal

Kinder müssen neue Dinge ausprobieren, den Alltag erleben und dabei im besten Fall das nötige Selbstvertrauen aufbauen, um eines Tages selbstständig zu sein. Am besten geht das spielerisch, wenn Mama und Papa sie immer wieder einbeziehen und ihnen den Raum geben, sich selbstständig an Lösungen zu versuchen. Doch anderseits ist es auch wichtig, dass Kinder verstehen, dass wir in einer Gesellschaft ab und zu Rücksicht auf andere nehmen müssen.

Genau über diesen Balanceakt streitet gerade das Netz.

Entflammt wurde die Diskussion durch das TikTok einer Mama. In dem kleinen Video zeigt Amy Runciman wie sie mit ihrer Tochter und dem Papa einkaufen geht. Die niedliche Kleine darf dabei fleißig mithelfen und hat mit ihren Eltern ganz viel Spaß im Supermarkt. Doch an einem Punkt stören sich viele Menschen, die das Video schauen. Amy nutzt nämlich mit ihrer Tochter eine sogenannte Selbstbedienungskasse, bei der Kunden ihre Ware selbst einscannen.

Der Papa scannt die Lebensmittel gemeinsam mit der Kleinen, die natürlich ein wenig länger braucht. Dazu schreibt Amy:  „POV: Die Schlange hinter dir wächst und die Leute schauen dich an, aber es ist dir egal, weil dein Kind etwas lernt und Hektik das ist, was kleinen Kindern Angst macht.

„Nehmt euch zurück, wenn ihr findet, dass wir zu langsam sind. Wir sind ein ziemlich tolles Team”, schrieb sie im Kommentarbereich. Der Moment ist in gewisser Weise sehr süß. Die meisten im Kommentarbereich fanden die praktische Lernerfahrung jedoch nicht so bezaubernd. Viele fragten kritisch, ob die Familie für diesen privaten Lernmoment nicht einen besseren Zeitpunkt hätte wählen können, da es offensichtlich ziemlich voll im Supermarkt war.

„Ich würde den Verstand verlieren, wenn ich als Nächstes in der Warteschlange wäre“, schrieb jemand. „Deshalb stellen sie Spielzeuge her, die Kinder zu Hause verwenden können, ohne Rücksicht auf andere zu nehmen“, schrieb ein anderer. „Samstags arbeite ich in einem Geschäft. Normalerweise ist es sehr voll und ich verstehe Eltern nicht, die ihren Kindern nicht beibringen, auf ihre Umgebung zu achten“, fügt eine weitere Person hinzu.

„Ich stimme zu, dass es toll ist, etwas zu lernen, und man sollte die Kinder nicht hetzen. Aber ich versuche, zu ruhigen Tageszeiten dorthin zu gehen, da ich weiß, dass ich nicht der Einzige bin, der einkaufen muss! Trotzdem können sie im Laden herumlaufen und helfen“, schreibt noch jemand.

Es gibt jedoch auch positive Kommentare:

„Das kleine Kind ist so glücklich und entspannt. Wir müssen etwas langsamer werden und uns an den kleinen Dingen erfreuen.“ Darauf antwortet Mama Amy: „Genau die Botschaft, die ich beabsichtigt hatte! Ich denke, dass die persönlichen Probleme und Erfahrungen der Leute auf mein Video übertragen werden, damit sie ihrer Wut Luft machen können.“

Ich bin mir unsicher, wie ich die Situation bewerten soll. Einerseits ist es toll, dass die Kleine so viel Spaß beim Einkaufen hat und ihre Eltern ihr den Raum geben, damit sie mithelfen kann. Andererseits könnten sie das vielleicht auch machen, wenn die Schlange nicht ganz so lang ist, oder?

Verrate mir in den Kommentaren gerne, was du darüber denkst!

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Lena Krause

Ich lebe mit meinem kleinen Hund Lasse in Hamburg. Am liebsten erkunde ich mit ihm die vielen grünen Ecken der Stadt.

Auch wenn ich selbst keine Mama bin, gehören Babys und Kinder zu meinem Leben dazu. Meine Freundinnen machen mir nämlich fleißig vor, wie das mit dem Mamasein funktioniert und ich komme als „Tante Lena“ zum Einsatz.

Schon als Kind habe ich das Schreiben geliebt – und bei Echte Mamas darf ich mich dabei auch noch mit so einem schönen Thema befassen. Das passt einfach!

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