„Kinder verlieren ihre Eltern!“: Werden Schulen jetzt eher geschlossen?

Die Zahlen mit den Coronainfektionen steigen weiter bedrohlich. Die ersten Prognosen gehen sogar davon aus, dass wir schon am kommenden Freitag die bisherigen Spitzenwerte aus der zweiten Welle übertreffen werden. Eine erneute Schließung von Schulen und Kitas wird damit wieder wahrscheinlicher.

„Viele Kinder verlieren ihre Eltern.”

Einer, der sich deutlich für eine Schließung ausspricht, ist der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Er warnt, dass mittlerweile eine andere Personengruppe am schwersten von der Pandemie getroffen werde. Die Corona-Patienten auf den Intensivstationen seien jetzt im Durchschnitt 47 bis 48 Jahre alt, darunter zahlreiche Väter und Mütter. „Viele Kinder verlieren ihre Eltern“, sagte Lauterbach in der ZDF-Sendung von Maybrit Illner.

Diese Meinung teilt auch der Medizinprofessor und Public-Health-Experten Dirk Devroey von der Freien Universität Brüssel. Er bezeichnete Schulen als einen „Motor des Infektionsgeschehens”. Die Kinder würden sich nicht nur untereinander anstecken, sondern das Virus auch an ihre Eltern weitergeben.

Vermehrte Tests nehmen nur geringfügig Einfluss auf Infektionszahlen

Im aktuellen Lagebericht des RKIs heißt es: „COVID-19-bedingte Ausbrüche betreffen momentan insbesondere private Haushalte, zunehmend auch Kitas, Schulen und das berufliche Umfeld, während die Anzahl der Ausbrüche in Alters- und Pflegeheimen abgenommen haben.” Auch die Annahme von Kinderärzten, dass die hohe Zahl der Corona-Infektionen mit den vermehrten Tests in Zusammenhang stehe, konnte inzwischen vom RKI entkräftet werden.

Auf Anfrage teilte das RKI dazu mit, dass in den vergangenen zwei Wochen bei sechs bis sieben Prozent der an das RKI übermittelten laborbestätigten Covid-19-Fälle, ein positiver Schnelltests vorausgegangen war. Dieser Anteil hätte sich in den vergangenen vier Wochen nur leicht verändert. Zwischen dem 8. und 14. März, als in Deutschland wöchentliche Gratis-Schnelltests eingeführt wurden, hatte der Anteil bei 4,4 Prozent gelegen. Bis Ende März steig er leicht auf sechs Prozent.

Immer mehr jüngere Menschen füllen Intensivbetten

Auch wenn sich die Zahl der Todesfälle zum Glück nicht so dramatisch entwickelt, wie die Zahlen der Infektionen, sind die Intensivbetten an vielen Orten voll. Dabei lässt sich beobachten, dass immer mehr jüngere Menschen betroffen sind. Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin Gernot Marx teilt kürzlich mit, dass bei den unter 50-Jährigen im Schnitt jeder fünfte Intensivpatient mit einer Corona-Infektion sterbe.

Deswegen glaubt Lauterbach, dass die Eltern besser vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus geschützt werden müssen. Außerdem führt er bei Twitter an, dass Eltern doppelt so häufig an LongCovid erkranken wie Kinder. Der daraus resultierende Verlust an Berufsfähigkeit und Gesundheit sei nicht vertretbar.

Schulschließungen ab einer Inzidenz von 100

Darüber hinaus kritisiert der SPD-Gesundheitsexperte, dass die Tests an Schulen und Kitas in ihrer jetzigen Form kein wirkungsvolles Instrument wären. Oft seien an den Schulen nicht ausreichend Tests vorhanden und es gäbe keine Kontrollmöglichkeiten für eine korrekte Anwendung. So sei das Testen nicht „sicher“ genug.

Für Lauterbach gibt es deswegen nur eine mögliche Schlussfolgerung, wie er auf Twitter schreibt: Schon ab einer Inzidenz von 100 sollten die Schulen dicht machen. „Wenn wir die Schulen bis zu einer Inzidenz von 200 offen lassen, wird die 3. Welle vor der Impfung der Eltern in den Sommerferien die Familien anteilig stärker treffen als jede andere Bevölkerungsgruppe.”

Homeschooling als Rettungsmaßnahme

Für ihn ist das Homeschooling die unausweichliche Konsequenz, um Eltern zu schützen. Wie Eltern diese Herausforderung stemmen sollen, dazu machte er keine Angaben. Immerhin gab es kürzlich weitere Corona–Kinderkrankentage, die Eltern in Anspruch nehmen können.

Lena Krause

Ich lebe mit meinem kleinen Hund Lasse in Hamburg und bin dort immer gerne im Grünen unterwegs.

Auch wenn ich selbst noch keine Mama bin, gehören Babys und Kinder zu meinem Leben dazu. Meine Freundinnen machen mir nämlich fleißig vor, wie das mit dem Mamasein funktioniert und ich komme als „Tante Lena“ zum Einsatz.

Seit ich denken kann, liebe ich es, zu schreiben – und bei Echte Mamas darf ich mich dabei auch noch mit dem schönsten Thema der Welt auseinandersetzen. Das passt einfach!

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