Ist Joghurt in der Schwangerschaft erlaubt?

Du bist schwanger, uns bisher gehörte ein leckerer Joghurt – vielleicht auch mit Müsli und Obst – regelmäßig zu deinem Frühstück? Dann fragst du dich jetzt vielleicht, ob du ihn auch während der nächsten neun Monate essen darfst, denn schließlich sind nicht alle Lebensmittel für werdende Mamas erlaubt. Ob Du Joghurt während der Schwangerschaft essen darfst, und was du unbedingt beachten solltest, verraten wir dir hier.

1. Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Joghurt und andere Sauermilchprodukte sind in der Schwangerschaft erlaubt, solange sie keine Rohmilch enthalten.
  • Die meisten Joghurts, die du im Supermarkt erwerben kannst, sind pasteurisiert und somit für Schwangere geeignet
  • Enthält der Joghurt Rohmilch, steht das immer auf der Verpackung – ein Zeichen für dich, dass du ihn lieber meiden solltest.
  • Joghurt ist eine wertvolle Kalzium- und Eiweißquelle und daher für Schwangere zu empfehlen.
  • Achte aber darauf, dass der Joghurt keinen oder möglichst wenig Zucker enthält und fettarm ist.

2. Darf ich Joghurt in der Schwangerschaft essen?

Ja! Joghurt in der Schwangerschaft ist kein Problem, solange er aus pasteurisierter Milch gemacht ist. Joghurt aus Rohmilch solltest du – ebenso wie Rohmilch selbst und andere Rohmilchprodukte – unbedingt meiden.

Pasteurisiert bedeutet, dass die Milch wärmebehandelt wurde. Durch das Erhitzen werden mögliche Listeriose-Erreger in der Milch abgetötet und stellen somit keine Gefahr mehr für dich und dein ungeborenes Baby dar.

3. Wie viel Joghurt darf ich in der Schwangerschaft essen?

Schwangeren wird empfohlen, jeden Tag 3 bis 4 Portionen Milchprodukte zu essen, um ihren Kalziumbedarf abzudecken. Bei Joghurt bedeutet eine Portion etwa 150 bis 180 Gramm. Doch Vorsicht: Auch auf die Sorte kommt es an. Fruchtjoghurts enthalten in der Regel nämlich ziemlich viel Zucker. Außerdem schwankt der Fettgehalt von Joghurts zwischen 0,5 und 10 %. Für Sahnejoghurt ist 10 % sogar nur der Mindestanteil.

Joghurt mit viel Zucker und Fett ist recht kalorienreich und kann ein echter Dickmacher sein. Außerdem können sich im Joghurt auch Aroma-, Farb-, Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker verstecken.

Du solltest deinen Joghurt also möglichst mir Bedacht auswählen. Es spricht nichts dagegen, ab und zu mal einen süßen Erdbeerjoghurt zu essen. Für die tägliche Joghurtportion ist aber ein magerer Naturjoghurt die bessere Wahl. Das gilt insbesondere, wenn du von Schwangerschaftsdiabetes betroffen bist oder ihr vorbeugen möchtest.

4. Worauf sollte ich achten, wenn ich in der Schwangerschaft Joghurt kaufe?

Die große Mehrheit der Joghurts im Handel ist pasteurisiert – also aus wärmebehandelter Milch hergestellt – und somit für Schwangere unbedenklich. Joghurts und Joghurtprodukte aus Rohmilch sind im Supermarkt nur die Ausnahme.

Dennoch solltest du einen genauen Blick auf die Verpackung werfen, um ganz sicherzugehen. Ist im Joghurt Rohmilch enthalten, muss das nämlich per Gesetz dort vermerkt sein. Du findest dann zum Beispiel den Hinweis “aus Rohmilch”, “aus Frischmilch”, “aus unbehandelter Milch”, “nicht wärmebehandelt” und so weiter.

Bist du dir unsicher, ob der eine oder andere Joghurt wirklich erlaubt ist, dann schau dir die Informationen zur Herstellung des Joghurts auf der Webseite des Herstellers an. Der Hersteller ist verpflichtet, anzugeben, ob die Milch für den Joghurt wärmebehandelt ist oder nicht. Natürlich kannst du auch immer deinen Arzt oder die Hebamme fragen, welche Joghurts zu empfehlen sind.

5. So gesund ist Joghurt in der Schwangerschaft

Joghurt ist für die werdende Mama und das ungeborene Baby eine wertvolle Nährstoffquelle. So ist er reich an

  • Kalzium
  • Proteinen
  • Vitamin B2

Besonders der hohe Kalziumgehalt im Joghurt (durchschnittlich etwa 120 Milligramm pro 100 Gramm) ist für Schwangere ein großer Vorteil. Schwangere haben einen Bedarf an 1.000 mg Kalzium am Tag. Joghurt ist daher eine tolle Möglichkeit, um deinen Bedarf zu decken.

Kalzium ist besonders wichtig für eine richtige Entwicklung der Knochen und Muskeln. In der Schwangerschaft greift dein Körper auf deine eigenen Reserven zurück, damit dein Baby sich richtig entwickeln kann. Daher ist es wichtig, einem Kalziummangel gezielt entgegenzuwirken.

Außerdem ist Joghurt ein Sauermilchprodukt und enthält Milchsäurebakterien. Diese haben eine positive Wirkung auf den Darm: Zum einen unterstützen sie den Verdauungsapparat, zum anderen stimulieren sie aber auch dein Immunsystem.

6. Wie sieht es mit anderen Sauermilchprodukten aus?

Die wichtigste Regel zu Milchprodukten in der Schwangerschaft ist: Milchprodukte sind okay, solange sie keine Rohmilch enthalten. Somit sind auch alle anderen Joghurt- und Sauermilchprodukte erlaubt, wenn sie ohne Rohmilch hergestellt werden. Das können sein:

  • Frozen Yogurt
  • Griechischer Joghurt
  • Saure Sahne
  • Schmand
  • Dickmilch
  • Molke
  • Skyr
  • Ayran

Achtung: Kefir ist ein Sauermilchprodukt, auf das du in der Schwangerschaft verzichten solltest, auch wenn es pasteurisiert ist. Der Grund: Kefir enthält Alkohol – ein großes No-Go, wenn in deinem Bauch ein Baby heranwächst.

7. Augen auf bei Joghurt-Dressing

Besondere Vorsicht ist bei Joghurt-Dressings geboten. Die Dressings enthalten nämlich nicht nur Joghurt, sondern auch andere Inhaltsstoffe. Besonders problematisch sind sie, wenn auf der Zutatenliste Mayonnaise oder Ei steht.

Die Dressings, die du im Supermarkt findest, sind für Schwangere allerdings in den meisten Fällen kein Problem, da Eipulver oder pasteurisierte Eier verwendet werden, die unbedenklich sind. Prüfen solltest du das zur Sicherheit natürlich trotzdem.

Verzichten solltest du sicherheitshalber auf Salatdressings von der Frischtheke oder vom Buffet, sowie auf hausgemachte Dressings im Restaurant. Hier kommt nicht selten selbstgemachte Mayonnaise mit rohem Ei zum Einsatz. In diesen Situationen solltest du lieber ein anderes Dressing – zum Beispiel Öl und Essig – wählen.

8.Warum sollte ich in der Schwangerschaft keine Rohmilch essen?

Viele tierische Produkte sind für Schwangere insgesamt problematisch, da sie nicht selten verschiedene Bakterien, Krankheitserreger oder Parasiten enthalten können.

Bei unbehandelter Rohmilch sind vor allem Listerien ein Problem. Diese Bakterien sind für Erwachsene in der Regel unbedenklich, können beim Baby aber zu Organschäden führen oder sogar eine Fehlgeburt verursachen. Diese Erreger werden aber – wie bereits erwähnt – unschädlich gemacht, wenn die Milch erhitzt wird.

Du siehst also, wenn du einige Dinge beachtest, kannst du dir Joghurt auch ohne Bedenken in der Schwangerschaft schmecken lassen. Wir wünschen dir guten Appetit – und eine schöne Kugelzeit!

Mehr Tipps zum Thema „Ernährung in der Schwangerschaft“ bekommst du hier.

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Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern.

Seit 2015 sind wir Eltern einer zauberhaften Tochter. Zwei Jahre später kam ihr kleiner Bruder auf die Welt, und unsere Familie war komplett. Zusammen sind die beiden ein unschlagbares Team, das sich nur allzu gern gegen Mama und Papa verbündet.

Abgesehen von meiner Familie liebe ich den Hafen, fotografiere gern und gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Texte und Social Media ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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