„Ich will mich trennen, aber kann ich das den Kindern antun?”

„Hallo, ich bin Sabina, Mama von vier Kindern und auch schon Oma von einem Enkelkind. Ich bin 44 Jahre alt und habe schon einiges erlebt. Meine älteste Tochter ist 25 Jahre alt, mein ältester Sohn ist 18 Jahre alt und dann habe ich noch zwei kleinere Töchter: Eine ist zwei Jahre alt und eine neun Monate.

Bei meinen ersten beiden Kindern war ich alleinerziehend.

Mein Sohn ist homosexuell und meine Tochter ist heute auch alleinerziehend. Eigentlich hatte ich mit dem Kinderkriegen abgeschlossen, aber dann habe ich meinen jetzigen Freund kennengelernt. Alles ging ganz schnell bei uns, schon haben wir ein Baby geplant. Ich bin dann sehr schnell schwanger geworden und war überglücklich. Doch als unsere erste gemeinsame Tochter drei Monate alt wurde, bekam ich Depressionen.

Diese Depressionen waren wirklich das Schlimmste, was ich bisher erlebt habe. Nach einem Jahr ging es mir endlich besser, doch dann musste ich direkt zurück in den Job. Nur einem Tag nach dem Wiedereinstieg erfuhr ich, dass ich wieder schwanger bin.

Ich hatte schreckliche Angst.

Heulend machte ich einen Termin beim Frauenarzt. Der hat mich zum Glück ernstgenommen und mich beruhigt. Ich wollte meine Antidepressiva eigentlich weglassen, doch das war gar nicht gut und ich bekam wieder die höchste Dosis. Ich habe mir schreckliche Sorgen gemacht, ob die Medikamente meinem Kind schaden, aber es ging nicht anders.

Mit den Medikamenten war es auszuhalten und ich hatte zusätzlich Unterstützung von einer Psychologin und einer Familienhebamme. Die Geburt meines vierten Kindes lief zunächst normal, aber dann bekam ich plötzlich eine Panikattacke, heulte und schrie. Es war meine schlimmste Geburt. Ich wollte nicht pressen, aber irgendwann habe ich es geschafft.

Im Krankenhaus ging es mir dann zunächst gut, aber zuhause kam die Depression zurück.

Zum Glück gingen sie dieses Mal schneller vorbei, nach zwei Wochen war alles wieder gut. Ich nehme immer noch Antidepressiva und kann damit meinen Alltag meistern, mir geht es einigermaßen gut. Doch leider steht nun meine Beziehung auf sehr wackeligen Füßen. Durch die Medikamente habe ich keine Lust auf Sex und noch dazu bin ich 24 Stunden beschäftigt. Meine Kleine wird dreimal nachts wach, die zweitjüngste noch zweimal. Schlafen ist also nicht.

Putzen, kochen, spielen, einkaufen, Termine, unser Papierkram, ich mache fast alles alleine. Mein Mann hat zwei Söhne aus einer vorherigen Beziehung, die alle zwei Wochen zu uns kommen und auch dafür muss ich alles planen. 

Ich liebe meine Kinder.

Meine beiden Kleinen würde ich nicht mehr hergeben. Aber die Situation ist sehr belastend. Ich denke, mein Freund vergisst, dass ich krank bin. Wenn ich versuche, es ihm zu erklären, kommt der Spruch ‚Mir gehts auch nicht gut, ich habe schwer gearbeitet.‘ Ich zwinge mich inzwischen dazu, mit ihm Sex zu haben. Es versteht niemand, dass ich so müde bin.

So kann es eigentlich nicht weitergehen, deswegen denke ich darüber nach, mich zu trennen. Ich mache sowieso schon alles alleine. Nächstes Jahr im August gehe ich in meinen Job zurück und dann wird die Belastung noch höher für mich. Aber ich will den Kindern eine Trennung nicht antun.”


Liebe Sabina, vielen Dank, dass du uns deine Geschichte anvertraut hast. Wir wünschen dir alles Liebe für die Zukunft!

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Lena Krause
Ich lebe mit meinem kleinen Hund Lasse in Hamburg. Am liebsten erkunde ich mit ihm die vielen grünen Ecken der Stadt. Auch wenn ich selbst keine Mama bin, gehören Babys und Kinder zu meinem Leben dazu. Meine Freundinnen machen mir nämlich fleißig vor, wie das mit dem Mamasein funktioniert und ich komme als „Tante Lena“ zum Einsatz. Schon als Kind habe ich das Schreiben geliebt – und bei Echte Mamas darf ich mich dabei auch noch mit so einem schönen Thema befassen. Das passt einfach!

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Sabrina
Sabrina
8 Monate zuvor

Ich wundere mich über die Erwähnung, dass der erwachsene Sohn schwul ist.
Na und!? Warum wird das erwähnt?