„Ich habe während der Geburt masturbiert – und das solltet ihr auch tun!“

Wir haben schon viele Tipps gelesen, die uns Frauen angeblich die Geburt erleichtern sollen. Und ja, einige waren zugegeben auch etwas, sagen wir mal, besonders. Aber dieser hier hat selbst uns noch überrascht, denn er toppt so ziemlich alles, was wir bisher gehört haben. Die Bloggerin Angela Gallo sagt nämlich ganz offen, dass sie während der Geburt ihres zweiten Kindes masturbiert hat – und zwar über mehrere Stunden. Wie ihr das bei der Geburt geholfen hat und warum sie es auch anderen Frauen wärmstens empfiehlt, lest ihr hier.

Masturbation bei der Geburt – ein Scherz?

Ganz ehrlich, bei der Geburt meiner Kinder ging mir so viel durch den Kopf, das meisten davon waren Flüche – und leider auch mein Abendessen. Aber ganz ehrlich: So ziemlich der letzte Gedanke, der mir buchstäblich gekommen wäre, wäre gewesen, mich während der Wehen selbst zu befriedigen. Abgesehen davon, dass ich mit Wehenveratmen und Co. gut beschäftigt war, hätte ich sonst vermutlich an 100 andere Themen gedacht, aber nicht an Sex. Den wollte ich in dem Moment eh nie wieder haben, weil er mir das Ganze schließlich eingebrockt hatte.

Aber jetzt mal im Ernst: Ja, auch ich kenne die Berichte von Frauen, die während der Geburt einen Orgasmus hatten. Konnte ich mir nie vorstellen, muss ich ja aber auch nicht. Als ich Angela Gallos Blogeintrag über Masturbation bei der Geburt gelesen habe, dachte ich trotzdem zuerst an einen Scherz. Allerdings meint die Bloggerin das völlig ernst – und erklärt auch ausführlich, warum:

„Geburt und Sex funktionieren schließlich genau gleich!“

Angela Gallo setzt sich seit langem für eine „natürlichere“ Geburt ein. Was sie damit meint? Zum Beispiel, dass wir Frauen mehr auf unseren Körper hören, uns nicht für unsere Bedürfnisse oder Instinke schämen und über Tabus offen sprechen sollten. Mit ihrem Text über Masturbation bei der Geburt geht die Bloggerin mit gutem Beispiel voran und macht ihr „gar nicht so schmutziges Geheimnis“ öffentlich.

Dabei fordert sie ihre Leser auf, nicht so schockiert zu sein. Schließlich funktionieren Geburt und Sex ihrer Meinung nach genau gleich. „Die Geburt bringt das Tier in mir zum Vorschein“, so Gallo. „Und das ist ein Gefühl, das ich schamlos auskoste.“

Mit Masturbation gegen die Wehen

Aber wie kam die zweifache Mama denn eigentlich auf den Gedanken, während der Geburt selbst Hand anzulegen? Eigentlich war es ihr Mann, der sie erst auf die Idee brachte. Denn als die Wehen stärker wurden, fragte er sie unvermittelt, ob sie jetzt gern Sex mit ihm hätte. Bitte was? Auf den Gedanken kann auch nur ein Mann kommen, oder? Nicht ganz: Denn Angela schreibt, dass sie zwar in dem Moment keinen Sex mit ihrem Mann wollte, es ihr aber vorkam, als hätte er ihre Gedanken gelesen.

„Die Stimulation meiner Klitoris war ein absolutes Vergnügen“

Sie fängt während der Geburt an, sich selbst zu befriedigen – und es hilft ihr, die Schmerzen besser auszuhalten. „Die Stimulation der Klitoris war ein absolutes Vergnügen“, schwärmt sie noch heute. „Ich konnte mich viel besser auf meine Vagina fokussieren und auf die Energie, die in mir freigesetzt wurde. Ich fühlte mich, als hätte ich mehr Kontrolle über meine Gefühle. Die Wehen war viel besser auszuhalten, und die Wehenpausen haben viel mehr Spaß gemacht.“

Orgasmus als Schmerzlinderung

Als sexuellen Orgasmus bezeichnet die Bloggerin ihre Geburtserfahrung allerdings nicht. Befriedigend war sie trotzdem. Sie selbst bezeichnet es als ihr eigenes, instinktives „Schmerzlinderungssystem“. Und sie sei stolz darauf, dass sie diesen Weg gegangen sei, obwohl er mit so viel Scham behaftet sei.

Woher diese Scham stammt, dafür hat Angela auch eine Erklärung. Sie sagt, die Geburt werde als jeher als etwas beschrieben, dass man „durchmachen“ müsse. „Die Vorstellung, dass man bei der Entbindung auch Befriedigung empfinden kann, ist für viele Menschen verstörend“, erklärt sie. Wir Frauen würden Schmerzen erwarten – und uns schämen, wenn wir stattdessen Euphorie und Glück empfänden. Oder eben Lust und Orgasmen.

Vom Geburtstrauma zur Traumgeburt

Den besten Beweis dafür, dass es tatsächlich helfen kann, während der Geburt Hand anzulegen, liefert Angela übrigens gleich mit. Die Geburt ihres ersten Kindes hat bei der Bloggerin nämlich ein echtes Trauma hinterlassen. Ganze 45 Stunden lag sie dabei in den Wehen, bis die Ärzte sich dazu entschieden, ihr eine PDA zu verpassen. Angela hatte das Gefühl, dass sie durch die starken Medikamente die Kontrolle über ihren Körper verlor.

Das wollte sie bei der Geburt ihres zweiten Kindes um jeden Preis vermeiden. Sie entschied sich deshalb für eine Hausgeburt. Die Selbstbefriedigung half ihr dann wie gesagt dabei, die Schmerzen zu lindern. Und nach sechs Stunden war Baby Nummer zwei dann auch schon da – ohne, dass Angela Schmerzmittel benötigt hätte.

Zusammengefasst bringt die Bloggerin ihre Argumente für die Masturbation bei der Geburt so auf den Punkt: Sex und Geburt sind nun einmal sehr ähnliche Prozesse, bei denen sogar die gleichen Hormone freigesetzt werden. Außerdem ist Selbstbefriedigung ihrer Erfahrung nach ein sehr effektives Schmerzmittel. Und zu guter Letzt – fühlt es sich einfach gut an.

Na, dann kann ja eigentlich nichts mehr schiefgehen, oder?

Angela Gallos Blog ist inzwischen nicht mehr online. Den kompletten Text zu dem Blogeintrag findet ihr aber auch bei der Daily Mail.

Masturbation bei der Geburt – wie steht ihr denn dazu? Könntet ihr euch das vorstellen oder habt es vielleicht sogar ausprobiert? Oder ist euch das dann doch zu abwegig? Erzählt doch mal!

Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern. Ich liebe den Hafen, fotografiere gern, gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Social Media und Texte ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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