Ob man nun total offen mit Solo-Sex umgeht oder ihn als Privatsache ansieht, ist Geschmackssache.
Es ist auch total egal – außer vielleicht den Mitmenschen, die sich wahrscheinlich über ein wenig Diskretion freuen. Aber wichtig ist: Selbstbefriedigung sollte unbedingt seinen schmuddeligen Ruf loswerden. Denn natürlich hat sie keine gesundheitlichen Nachteile, dafür aber eine Menge Vorteile. Neben dem unkomplizierten Spaß ist eines besonders nett: Man lernt seinen Körper besser kennen und merkt, was einem gefällt. Wenn man diese Erkenntnisse mit dem Partner/der Partnerin teilen mag, profitieren beim Sex dann beide davon.
Umfragen haben gezeigt, dass viele Frauen bei der Selbstbefriedigung eher zum Orgasmus kommen als beim Geschlechtsverkehr.
Und gerade das bringt – entgegen all der Mythen – sogar richtige gesundheitliche Vorteile:
Entspannung
Beim Höhepunkt wird das Hormon Prolaktin ausgeschüttet. Es sorgt „danach“ für Entspannung. Man/frau kann nach einem stressigen Tag leichter abschalten und besser einschlafen. Zudem wird Oxytocin produziert. Dieses Hormon baut Stress ab und reduziert Ängste.
Schmerzen lindern
Der Hormoncocktail kann sogar gegen Kopfschmerzen helfen, indem das Gehirn entspannt wird. Auch Krämpfe während der Periode werden gelindert.
Vorbeugung as its best
Regelmäßige Orgasmen können das Risiko vieler gesundheitlicher Probleme und sogar ernsthafter Krankheiten lindern. Dazu gehören Bluthochdruck, Osteoporose, Herzerkrankungen und angeblich sogar verschiedene Krebsarten.
Beckenboden stärken
Dieses „Training“ verbessert nicht nur die Orgasmusfähigkeit, sondern beugt auch Harninkontinenz vor.
Glücklich machen
Die freigesetzten Hormone sind echte Glücksbringer, machen ausgeglichen und friedfertig.
Aber ist es nicht komisch, zu onanieren, wenn man einen Partner hat?
Das muss natürlich jeder selbst wissen! Aber eigentlich: Nö. Wenn man Lust dazu hat, ist das voll okay, oder? Im Grunde genommen handelt es sich bei der Selbstbefriedigung und beim Sex mit der Partnerin/dem Partner doch um zwei völlig voneinander losgelöste „Vorgänge“. Denn der Solo-Sex ist so schön egoistisch, man kümmert sich nur um sich selbst. Es geht um die schnelle Entspannung. Beim Liebesspiel dagegen geht es im besten Fall – eben um Liebe zu einem anderen. Geben und Nehmen, auf den anderen achten, Nähe und Vertrauen tanken…
Lust auf Selbstbefriedigung: Warum Solo-Sex Frauen sooo gut tut!
Von
Laura Dieckmann
3. Juni 2020