Hilfe, mein Kind isst zu wenig!

„Ich mag das nicht!“, oder „Ihhh, das esse ich nicht!“ … Na, wer von euch Mamas kennt’s? Wenn die Kleinen nicht essen wollen, kullern nicht selten Tränen, es werden grimmige Gesichter gezogen und das Essen wird komplett verweigert. Tatsächlich ist das für viele Eltern Realität. Auch Community-Mama Nathalie H. aus Hamburg kennt es. Sie selber möchte ihre Kinder möglichst gesund ernähren. Doch ihre zwei Töchter sind „Picky Eater“ und finden häufig doof, was Mama auf den Esstisch zaubert. Klar, ab und zu mögen Kinder nicht, was die Eltern kochen. Aber was tut man, wenn sich das Kind immer wieder weigert zu essen? Wie sollten sich Eltern am besten verhalten?

„Es kommt nicht auf den einzelnen Tag an“

Genau wie wir, hat auch jedes Kind Tage, an denen es bestimmte Lebensmittel nicht essen möchte und Tage, an denen es das eben auch nicht tut. An manchen Tagen lassen sie vielleicht sogar eine ganze Mahlzeit oder einen Snack aus. „Früher habe ich mich davon sehr aus der Ruhe bringen lassen. Ich hatte eine genaue Vorstellung davon, was meine Töchter an einem Tag an Vitaminen und Nährwerten zu sich nehmen sollten. Mit der Zeit habe ich aber erkannt, dass es weniger darauf ankommt, was meine Kinder an einem bestimmten Tag essen, sondern viel mehr, dass sie über mehrere Tage hinweg eine Vielzahl gesunder Lebensmittel zu sich nehmen“, sagt Nathalie H.

Statt darauf zu bestehen, dass der Teller leer gegessen wird, habe ich den Druck herausgenommen bei unseren Mahlzeiten. Wenn unsere Töchter sich weigern zu essen, bleiben mein Mann und ich ruhig und signalisieren ihnen, dass es okay ist, mal etwas nicht zu mögen und man es auch liegen lassen kann“. Manchmal benötigen Kinder einfach länger neue Geschmäcker anzunehmen und das ist auch völlig in Ordnung. Indem sie das Essen trotzdem sehen, riechen, anfassen oder sogar probieren können, kommen sie mit den Lebensmitteln in Kontakt und sind einen Schritt näher dran, diese irgendwann vielleicht doch zu mögen.

➤ Tipp: Im Laufe der Zeit weiß man als Mama oder Papa einfach, was die eigenen Kinder mögen und was nicht. Und dann ist es auch okay, wenn es zweimal pro Woche Risotto oder eben Nudeln gibt.

Bunte Teller, lustige Gesichter: Kinder lieben kreative Details

Für Kinder darf Essen bunt sein, es darf lustige Formen annehmen, es darf sie anlachen. Abwechslung ist das Zauberwort! Je mehr Farben, Formen und Konsistenzen sie auf den Tisch bekommen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich später abwechslungsreicher ernähren. „Bei uns gibt es zur Hauptmahlzeit häufig noch Beilagen, aus denen meine Töchter frei wählen können, wie die berühmte Bärchenwurst.

Die lächelnde Bärchenwurst, Würstchen mit Bärchen-Aufdruck oder die leckeren und ganz neuen Mini-Frikadellen mit einer extra Portion Gemüse – die eigens für Kinder entwickelten Produkte von The Family Butchers unterstützen eine vielseitige Ernährung und machen Kindern besonders viel Spaß. Denn die Expert*innen von The Family Butchers haben verstanden, dass Kinder vor allem mit den Augen essen und Unterhaltung mögen. Dafür sind die Bärchen-Produkte wirklich super. Denn mit ihnen lassen sich viele lustige Abenteuer-Geschichten erzählen und Kinder gehen nochmal ganz anders ans Essen heran.

Wichtig ist es zudem, das Essverhalten der Kinder nicht zu werten. „Wir versuchen das Essensthema immer neutral zu halten. Wir belohnen nicht, wenn das Kind aufisst und bestrafen auch nicht, wenn es sich stattdessen weigert zu essen. Sie sollen nicht das Gefühl haben, dass andere Dinge im Alltag davon abhängen, wie sie sich ernähren und auch nicht, dass Essen Belohnung oder Bestrafung sein kann“. Einen Nachtisch gibt es bei Nathalie H. deshalb gerne auch einmal, wenn alle große Lust darauf haben und nicht erst, wenn die Kinder brav aufgegessen haben.

Lasst eure Kinder am Einkaufen, Zubereiten und Kochen teilhaben

Kinder sind intuitive Esser. Sie denken nicht darüber nach, was sie zu welcher Uhrzeit gegessen haben, sie zählen keine Kalorien und sie achten auch nicht darauf, ob sie die empfohlene Tagesmenge für irgendwelche Vitamine zu sich genommen haben. Doch ihre kleinen Körper sind hochintelligent. Sie zeigen ihnen, was sie gerade benötigen. „Unsere Töchter dürfen unseren Essensplan daher mitbestimmen. Natürlich gibt es nicht jeden Tag Nudeln mit Tomatensoße und zum Nachtisch Schokolade. Aber wir entscheiden gemeinsam, was am Abend auf den Tisch kommt. Beim Einkaufen und Zubereiten lasse ich sie ab und zu mithelfen. Das macht den kleinen Spaß und wenn sie selbst mitgekocht haben, kommt es viel seltener vor, dass sie das Essen ablehnen. Es ist ja schließlich auch ihr Werk und sie sind unglaublich stolz darauf“.

➤ Tipp: Mit den kleinen Essensverweigerern kann es am Tisch schon mal ein Drama geben. Bevor dann nichts gegessen wird, ist es auch total okay, wenn halt mal zwei verschiedene Gerichte gekocht werden.

Gemeinsames Kochen mit Mama und Papa macht den meisten Kindern großen Spaß.

Gemeinsames Kochen mit Mama und Papa macht den meisten Kindern großen Spaß. Foto: Unsplash

Was, wenn nichts hilft?

Doch was, wenn das Kind trotz allem noch immer nichts anrühren möchte? Dann hilft es eventuell auch einmal den Hunger zuzulassen. Häufig bieten wir Kindern viel zu häufig kleine Snacks an. Hier mal eine Apfelscheibe, hier ein Müsliriegel, – wenn das Kind sich so durch den Tag snackt, kann richtiger Hunger gar nicht so richtig aufkommen. Deshalb kann es helfen, ab und zu die Naschereien zu reduzieren und zu schauen, ob das Kind anschließend bei der Hauptmahlzeit besser isst.

Sorgen machen muss man sich in den meisten Fällen nicht. Mit ein wenig Leichtigkeit und der Umsetzung der oben genannten Tipps lässt sich in vielen Fällen eine Verbesserung des Essverhaltens feststellen. Sollten Kinder aber über einen längeren Zeitraum ihr Essen verweigern, Gewicht abnehmen oder nicht in der üblichen Wachstumskurve liegen, dürfen Eltern gerne ärztlichen Rat aufsuchen.

Ich habe gelernt, dass die Ernährung bei jedem Kind sehr unterschiedlich funktioniert und es nicht die EINE perfekte Lösung gibt. Was heute funktioniert, kann morgen schon wieder vorbei sein. Das Wichtigste ist, flexibel zu bleiben, immer wieder neue Lebensmittel anzubieten und das Essen als eine stressfreie, glückliche Tagesaktivität zu gestalten – so weit das im Alltag eben möglich ist.

Es gibt Phasen, in denen Kinder bestimmte Lebensmittel mal mehr oder weniger mögen oder auch einfach gar nicht essen möchten. Man kennt es ja von sich selbst, dass man nicht alles mag – aber mit der Zeit, ändert sich das Essverhalten. Das gehört zum Heranwachsen dazu, denn Kinder lernen durch dieses Verhalten ihre eigene Person zu werden und zeigen ihre Unabhängigkeit unter anderem dadurch, dass sie sich selbst ernähren und eigenständig Entscheidungen treffen. Es ist wichtig, Kinder in diesem Prozess nicht zu unterbinden, denn hier legen Kinder den Grundstein dafür, selbstbestimmt mit ihrem eigenen Körper umzugehen, was weitreichende Auswirkungen auf ihre Entwicklung hat. ❤️

Arzu Gül

Aufgewachsen bei Bremen und nun seit über 10 Jahren in Hamburg, bin ich ein echtes Nordlicht. Ich liebe das Reisen, Auszeiten in der Natur mit meinem Hund und Wohlfühlmomente im Kreise der Familie. Besonders brenne ich für Themen wie Psychologie und Achtsamkeit – und beschäftige mich täglich damit, wie wir kleine Kinder und junge Generationen schon frühzeitig fördern können, ihre eigene Stärke und zu sich selbst zu finden.

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