„Ein Baby während der Pandemie bekommen? Ich würde es wieder tun!”

„Ich bin Alex, 33 Jahre alt und Mama von drei wunderbaren Kindern. Mein Mann und ich haben zwei Mädchen und einen kleinen Lockdown-Jungen, wie wir ihn liebevoll nennen. Denn als er geboren wurde, hatte die Pandemie (mal wieder) Hochkonjunktur in Deutschland.

Eigentlich fühlte ich mich ganz gut auf unser drittes Kind vorbereitet, schließlich hatte ich bereits zwei von der Sorte. Doch dann kam Corona und dadurch wurde doch noch mal alles auf den Kopf gestellt. Schon kurz vor der Geburt erntete ich viele mitleidige Kommentare: ‚Im Lockdown ein Kind bekommen, wie furchtbar!‘ Da habe ich tatsächlich auch ein bisschen Angst bekommen.

Doch wir hatten Glück.

Ich musste bei der Geburt zwar eine Maske tragen, aber immerhin konnte mein Mann dabei sein, als unser Sohn das Licht der Welt erblickte. Bei meinen ersten Kindern waren kurz nach der Entbindung Mutter und Schwiegermutter ins Krankenhaus gestürmt. Bei meiner Großen wartete meine Schwiegermutter sogar im Krankenhaus während der Geburt und stand danach direkt am Bett. Es war ihr erstes Enkelkind und sie wollte wohl nichts verpassen, aber das würde ich nicht noch mal so machen.

Bei unserem Sohn war das natürlich ganz anders: Mein Mann und ich konnten ihn ganz in Ruhe kennenlernen und blieben dabei ungestört. Auch in der ersten Zeit nach der Geburt störten keine Besuche von neugierigen Verwandten unser Wochenbett – und dafür musste ich mich nicht mal rechtfertigen. Ich konnte mich ganz in Ruhe erholen und hatte keine Gäste, die nebenbei von mir bewirtet werden mussten. Und ich musste mich vor niemandem dafür schämen, dass ich mit einem Säugling noch nicht zum Aufräumen gekommen war.

Ein weiterer Vorteil für uns: Wegen der Pandemie bekam mein Mann die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten.

Früher war sein Chef immer strickt dagegen gewesen, nun ging es nicht anders. Ich fand es schön, dass mein Mann immer in unserer Nähe war und mir zur Hilfe kommen konnte. Er erlebte dafür die ersten Wochen mit seinem Sohn sehr intensiv und sah ihn nicht nur abends für ein paar Stunden, wie es bei unseren Töchtern der Fall war.

Was etwas anstrengender war, als ich mir das vorgestellt habe: Meine beiden Töchter konnten zeitweise nicht in die Kita. Ein Baby und zwei kleine Kinder, das ist kein Spaziergang. Aber zum Glück spielen die beiden Großen sehr viel miteinander und mein Mann konnte durch das Home-Office auch mal nach ihnen sehen.

Insgesamt waren wir durch Corona sehr viel auf uns gestellt.

Wir sahen uns 24/7 und machten sehr viel gemeinsam: Mahlzeiten, Spaziergänge, Mittagsschläfchen. Für mich war die erste Zeit mit Lockdown-Baby zwar anstrengend, aber auch schön. Am meisten geliebt habe ich es, wenn meine Mädels nach dem Frühstück mit Papa noch mal zu mir und ihrem Brüderchen ins Bett geschlüpft sind und stolz und ehrfürchtig ihren kleinen Bruder betrachteten.

Anstatt dass ich die Mädels morgens mit Baby in der Trage hektisch fertigmachte, sie gestresst zum Kindergarten brachte und Essen kochte, während ihr Bruder im Hintergrund schrie, schenkte uns die Pandemie eine Zeit ohne Termine. Wir lebten in den Tag hinein und hatten manchmal den ganzen Tag lang Schlafanzüge an.

Ich möchte den Lockdown nicht verherrlichen.

Viele Menschen haben Familienmitglieder oder Freunde durch Corona verloren, das ist schrecklich. Trotzdem habe ich es als schön empfunden, dass sich unser Alltag durch die Maßnahmen entschleunigt hat. Für mich war das in der ersten Zeit mit drei Kindern genau das Richtige.”


Liebe Alex, vielen Dank, dass du uns deine Geschichte anvertraut hast. Wir wünschen dir und deiner Familie alles Liebe für die Zukunft!

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Lena Krause

Ich lebe mit meinem kleinen Hund Lasse in Hamburg und bin dort immer gerne im Grünen unterwegs.

Auch wenn ich selbst noch keine Mama bin, gehören Babys und Kinder zu meinem Leben dazu. Meine Freundinnen machen mir nämlich fleißig vor, wie das mit dem Mamasein funktioniert und ich komme als „Tante Lena“ zum Einsatz.

Seit ich denken kann, liebe ich es, zu schreiben – und bei Echte Mamas darf ich mich dabei auch noch mit dem schönsten Thema der Welt auseinandersetzen. Das passt einfach!

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