Daumenlutschen abgewöhnen: So klappt es!

Kinder, die am Daumen nuckeln, sehen ja eigentlich entzückend aus. Und für die Kleinen hat der Finger im Mund etwas unheimlich Beruhigendes . Wenn sie müde werden oder etwas aufregend oder belastend ist – schleicht sich das Däumchen in den Mund… Das gilt besonders, wenn die Kinder keinen Schnuller nehmen. Was besonders für die Allerkleinsten noch ein wunderbares Mittel ist, um sich selbst zu beruhigen, ist jedoch auf Dauer nicht ganz unproblematisch: Durch das Nuckeln am Finger können sich Kiefer und Gebiss verformen – und das hat sogar auf die künftigen bleibenden Zähne Auswirkungen. Außerdem ziehen andere Kinder deinen Schatz vielleicht damit auf. Kurzum: Irgendwann ist die Zeit gekommen, dem Nuckeln Lebewohl zu sagen. Es ist in den meisten Fällen ein hartes Stück Arbeit, vor allem für unsere Kleinen – aber es möglich: Es gibt ein paar gute Tipps, wie du deinem Kind das Daumenlutschen abgewöhnen kannst.

Daumenlutschen beim Kind abgewöhnen – wann muss es sein?

Experten sind der Meinung, dass Eltern in den ersten beiden Lebensjahren ­noch ganz gelassen bleiben können, wenn sie einen kleinen Daumenlutscher haben. „Das Saugbedürfnis lässt im ­­Laufe der Entwicklung des Kindes automatisch nach, an­dere Dinge werden interessanter“, erklärt Diplompsychologe Holger Simonszent gegenüber Baby und Familie. „Ein Kind entwickelt mit zunehmendem ­Alter neue Strategien, sich selbst zu beruhigen, Spannungen abzubauen oder mit Stress umzugehen.“

Lutscht das Kind auch noch lange nach dem zweiten Geburtstag hingebungsvoll am Daumen, sollte man aktiv werden. Denn dann hat sich laut Simonszent aus dem Saugbedürfnis eine Angewohnheit entwickelt. Trigger dafür können dann beispielsweise Langeweile, Wut, Trotz oder Angst sein.

Daumenlutschen abgewöhnen – die besten Tipps:

1. Geduldig bleiben

Einfach den Daumen aus dem Mund reißen und losschimpfen? Das ist keine gute Idee! Daumennuckeln tritt bei Kindern meist immer dann auf, wenn sie sich unsicher fühlen. Bekommt dein Kind in einer solchen Situation auch noch Ärger, wird es nur zusätzlich verunsichert, das Selbstbewusstsein leidet und eventuell wird dein Schimpfen als Liebesentzug verstanden. Sicher ist zumindest: Es nützt gar nichts.

2. Ersatz finden

Nuckeln ist für dein Kind ein Seelentröster und beruhigt es. Wie wäre es also mit einem kreativen, zahnfreundlichen Ersatz für deinen Liebling? Gut geeignet sind dafür zum Beispiel Schmusetücher mit Knoten oder auch Kauringe, die eine Beschäftigung bieten, wenn dein Schatz sich unsicher fühlt. Größere Kinder kannst du einfach fragen, was ihnen am besten gefallen würde.

3. Daumenlutschen beim Kind abgewöhnen: Lob statt Kritik

Die meisten Kinder lernen am Besten, wenn sie gelobt werden. Deshalb solltest du immer dann reagieren, wenn dein Kind den Daumen nicht im Mund hat. Toll sind zum Beispiel Kalender, in denen jeder nuckelfreie Tag mit einem Bild oder Aufkleber gekennzeichnet wird.

4. Daumen bemalen

„Stell dir mal vor, dein Daumen ist ein kleines, dickes Männchen, das ganz doll Angst im Dunkeln hat…“ Bemale den Daumen deines Lieblings mit unbedenklichen Farben und erzähle eine Geschichte dazu. Bei vielen Kindern hilft der Trick!

Bemalter Daumen, um das Daumenlutschen abzugewöhnen

Bemalter Daumen, um das Daumenlutschen abzugewöhnen. Und auch dieser lustige Typ mit Schnurrbart mag es in dunklen, feuchten Höhlen so gar nicht… Foto: Bigstock

5. Daumenpolizist

Ebenfalls bewährt haben sich ,Daumenpolizisten‘ – kleine Spielzeug-Figuren, die du deinem Kind schenkst und  ihm in die Hosentasche steckst. Immer wenn dein Schatz in Zukunft seinen Daumen in den Mund nehmen möchte, soll er erst den Daumenpolizisten aus der Hosentasche herausholen. Dieser erinnert dein Kind daran, dass es ja eigentlich gar nicht mehr nuckeln wollte.

6. Daumenlutschen beim Kind abgewöhnen: An die Vernunft appellieren

Kinder verstehen viel mehr, als wir oft denken – und sind echte Kämpfernaturen! Das heißt, man kann ihnen ganz lieb und geduldig bewusst machen, was genau denn das Problem am Daumenlutschen ist. Dass man Verständnis hat und ganz genau weiß, wie schwer es ist, eine Angewohnheit abzulegen.

7. Die Kraft von Büchern nutzen

Es gibt wunderbare Bücher zum Thema, beispielsweise „Philip und der Daumenkönig: Wie man sich das Daumenlutschen abgewöhnen kann.“*  Hier leidet und fiebert ein Kind mit der Hauptfigur mit und sieht: Ha – der/die schafft das – ich dann ja wohl auch!!!!

Geduld ist hier alles

Sei nicht frustriert, wenn dein Schatz nicht gleich so reagiert wie du möchtest. Wie du ja von dir weißt: Schlechte Angewohnheiten loszuwerden, ist ganz schön schwer und dauert auch etwas. Doch dein Liebling schafft das! Sage ihm das auch immer wieder, um ihn zu motivieren.

Zusammen seid ihr stark!