Black Stain: Was tun, wenn Milchzähne schwarz werden?

Es ist einfach ungerecht. Da achtet man bei seinen Kindern auf gute Zahnpflege, putzt, achtet auf die Ernährung und macht und tut – und trotzdem bekommen einige von ihnen schwarze, hartnäckige Beläge auf ihren Zähnen. Und diese können, je nach Ausprägung, richtig fies aussehen! Black Stain nennt man es, wenn Milchzähne schwarz werden – die bleibenden Zähne können allerdings ebenfalls betroffen sein. Aber was ist das denn genau – und was hilft dagegen?

Hier lest ihr alles, was ihr über Black Stain wissen müsst:

Was ist Black Stain und wieso werden die Milchzähne schwarz?

Zahnärzte sprechen auch von Melanodontie. Es handelt sich hierbei um dunkle Rückstände auf den Zähnen – in extremen Fällen berichten Eltern tatsächlich, dass die Zähne ihrer Kinder wie mit einem schwarzen Lackstift angemalt aussehen! Die Beläge bilden sich meist ganz am Rand, wo der Zahn ins Zahnfleisch übergeht. Bei Black Stain werden die Milchzähne und bleibenden Zähne vor allem bei Kindern im Alter zwischen 5 und 15 Jahren schwarz. Untersuchungen zeigen, dass im Alter zwischen 6 und 11 Jahren ungefähr 4 Prozent aller Kinder von den Zahnverfärbungen betroffen sind.

 

 

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Black Stain tritt auf, wenn sich „chromogene“ (färbende) Bakterien auf den Zähnen ablegen. Die dunkle Färbung entsteht, wenn Speichelbestandteile und bakterielle Stoffwechselprodukten aufeinandertreffen. Warum nur einige Kinder betroffen sind? Die bestimmten bakteriellen Stoffwechselprodukte, die für den dunklen Belag zuständig sind, haben nur wenige Menschen in ihrer Mundhöhle.

Die Ursachen, warum Black Stain die Milchzähne schwarz einfärbt, sind also bekannt. Was dagegen noch keiner weiß: Warum Melanodontie mit dem Eintritt in die Pubertät wieder verschwindet. Erwachsene leiden in der Regel nicht unter Black Stain.

Übrigens: Der Austausch von Speichel sollte bei Patienten mit schwarzen Verfärbungen vermieden werden. Studien daraufhin, dass sich Melanodontie dadurch übertragen könnte – endgültig erwiesen ist das allerdings nicht. Experten geben an, dass es häufig familiäre Häufungen von Black Stain-Fällen gibt.

Ist Black Stain gefährlich oder schädlich?

Keine Frage, Black Stain, das die Milchzähne schwarz färbt – oder auch die bleibenden Zähne – sieht nicht schön aus. Die gute Nachricht: Sie stellen sie keine Gefahr dar. Denn anders als Plaque oder Zahnstein greifen die dunklen Beläge den Zahn und das Zahnfleisch nicht an.

Es besteht kein erhöhtes Risiko für Karies oder Paradontitis!

 

 

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Black Stain färbt Milchzähne schwarz: Kann ich vorbeugen?

Betroffene haben leider nur sehr wenig Einfluss auf die dunklen Beläge. Ein kleiner Trost: Aufgrund der optisch auffälligen Beläge wird oftmals angenommen, die Kinder hätten sehr schlechte Zähne oder würden diese nicht ausreichend pflegen – das ist nicht der Fall! Denn selbst durch extrem gründliches Putzen der Zähne lässt sich Black Stain nicht verhindern. Das Vermehren der Zahnverfärbungen kann durch richtiges Putzen aber zumindest verlangsamt werden.

Was tun, wenn Melanodontie auftritt?

Hat sich Black Stain bereits auf den Zähnen gebildet, müssen die Beläge vom Zahnarzt entfernt werden. Er wird eine professionelle Zahnreinigung durchführen. Diese kann teilweise halbjährlich oder gar alle drei bis vier Monate notwendig sein!

Die schwarzen Zähne werden poliert oder mit einem Pulverstrahlverfahren gereinigt. So werden die Beläge gründlich und schonend vom Zahn abgetragen. Liegt ein mehrmonatiger Abstand zwischen den Behandlungen, ist übrigens keine Schädigung der Zahnschmelzes zu befürchten.

Weil es sich bei Black Stain, das die Milchzähne schwarz färbt, nicht um eine gesundheitsgefährdende Erkrankung handelt, müssen die Kosten für eine Entfernung in der Regel eigenständig von den Eltern getragen werden – Zuschüsse durch die Krankenkasse sind ausgesprochen selten.

Zu Hause kann man leider relativ wenig tun. Gründliches Putzen, am besten mit einer Schallzahnbürste, kann das Auftreten der Beläge aber zumindest etwas herauszögern. Manche Familien schwören auf bestimmte Mundspülungen, einfach mal beim Zahnarzt fragen!

Wichtig: Offen mit den schwarzen Zähnen umgehen

Doch auch die Gefühle der Kinder sind nicht zu vernachlässigen! Es kann passieren, dass die betroffenen Kinder wegen ihrer schwarzen Zähne gehänselt werden. Black Stain KANN damit tatsächlich zu einer ernsthaften Erkrankung mit psychologischen Folgen führen. Deswegen ist es wichtig, den Kindern zu erklären, was genau diese Beläge sind, dass keiner etwas dafür kann und dass sie mit der Zeit verschwinden werden.

Es kann auch ratsam sein, die schwarzen Verfärbungen auch im Bekanntenkreis zum Thema zu machen und darüber aufzuklären. Mit Lehrern oder Betreuern in der KiTa sollten Eltern ebenso das Gespräch suchen.

So kann das gesamte Umfeld entspannter mit dem Kind umgehen, Hänseleien durch Aufklärung unterbinden und das Selbstbewusstsein des Kindes stärken.

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer fünfjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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Kommentare

  1. Als Kinderzahnärztin (gerade schwanger mit dem ersten Kind) kann ich Entwarnung geben: Black Stain ist tatsächlich aus zahnmedizinischer Sicht sogar etwas gutes! Ja, es sieht nicht sonderlich schön aus und viele Eltern machen sich Sorgen, ob das Kind denn Karies hätte. Nein! Die für Black Stain zuständigen Bakterien sind relativ empfindlich – hat ein Kind Black Stain ist es komplett kariesfrei! 🙂 Und das sollte doch wesentlich mehr wert sein, als dass die Zähne unbedingt perfekt weiß glänzen.
    (Bitte unbedingt immer den Zahnarzt fragen! Als Laie kann man Black Stain und Karies offenbar kaum auseinander halten. Nicht, dass hier jemand noch Initialkaries übersieht, weil er/sie es für Black Stain hält…)

  2. Meine Tochter hatte es auch….mit 6Jahren haben wir den Belag durch Zahnreinigung entfernen lassen (mit Narkose, weil sie Panik vorm Zahnarzt hatte), und danach täglich abends nach dem Zähneputzen mit Meridol gespült….jetzt ist sie 13 einhalb und es kam nie wieder 🙂 also ich hatte damals schon Meridol gegoogelt und das hatte tatsächlich geholfen.

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