Willkommen in den 50er Jahren: Nun ratet mal, wer die Kinder hütet?

Die Notbetreuung der Kitas wird ausgeweitet, die ersten Schüler ziehen wieder los – und trotzdem müssen weiterhin viele, viele Eltern ihre Kinder zu Hause betreuen. Und das auf unbestimmte Zeit.

Wie jetzt die Online-Umfrage „corona-alltag.de“ des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) gezeigt hat, trifft das vor allem… tätärätätäääääää… die Mamas hart.

Alle berufstätigen Eltern haben derzeit zwei Jobs zu erledigen:

Ihren regulären, in dem trotz der widrigen Umstände natürlich die übliche Leistung abverlangt wird – und den „Job“ als 24-Stunden-Kinderbetreuer. (Um jeden wütenden Aufschrei im Keim zu ersticken: Mamas und Papas lieben es in der Regel, mit ihren Kindern Zeit zu verbringen – darum geht es hier nicht!!! Aber nebenbei seine Arbeit zu schaffen, ist nahezu ein Ding der Unmöglichkeit. Irgendwer kommt immer zu kurz, Job oder Kind. Beides nicht gut.)

Also ist es in vielen Fällen nötig, kürzer zu treten.

Und da das beim Kind nicht funktioniert (und das auch kein Elternteil möchte), geht es, wenn es hart auf hart kommt, an den Job.

Hier zeigt die Umfrage deutliche Tendenzen… Denn es sind zum Großteil Mamas, die ihre Stunden (und somit ihr Gehalt) reduzieren – oder gar nicht mehr arbeiten. Erstaunt uns das jetzt? Geht so…

Auch die britische Journalistin Helen Lewis schreibt dazu:

„Corona wird viele Paare in die 50er Jahre zurückversetzen.“

Denn weil viele Frauen weniger verdienen als ihr Mann und/oder in Teilzeit arbeiten, stecken sie oftmals ganz selbstverständlich zurück, wenn es nötig ist. Dieses Phänomen ist doch auch weit verbreitet, wenn ein Kind krank wird und ein Elternteil mit ihm zu Hause bleiben muss, oder!?

Eine andere Möglichkeit: Der Mann ist zwar mit im Homeoffice, muss aber natürlich zu seinen normalen Arbeitszeiten greifbar sein für Telefonkonferenzen und wichtige Kundentelefonate. Und seine Frau arbeitet ihre Stunden ab, wenn er Feierabend hat.

Und so zeigt die Umfrage des WZB auch deutlich, dass die Arbeitszufriedenheit „unter Corona“ bei den Frauen mehr abgenommen hat als bei den Männern und dass sie sich mehr um ihren Arbeitsplatz sorgen.

„Mütter sind die stillen Helden der Corona-Krise.“

Diesen Satz habe ich vor Kurzem gelesen, und es ist so so wahr. Denn irgendwie stemmen Mamas immer alles, oder? Und aktuell ist der Balance-Akt zwischen Kind, Job, Haushalt, Homeschooling und Partnerschaft noch viel schwieriger als sonst. Das schlechte Gewissen allen Parteien gegenüber ist groß – nur sich selbst gegenüber nicht. Mamas halten den Familienalltag am Laufen und kümmern sich darum, dass ihre Kinder trotz all der Einschränkungen möglichst glücklich sind. Und stecken dafür dann eben klaglos in Sachen Karriere zurück, wenn es sein muss.

Deswegen, liebe Mamas, ist es so wichtig, dass wir auch ein wenig an uns denken!

Um auf die Umfrage-Ergebnisse zurückzukommen: Bitte prüft die Möglichkeiten. Könnt Ihr und Euer Partner euch vielleicht gerechter aufteilen? Oder ist es eine Möglichkeit, dass beide ein paar Stunden reduzieren, wenn es nötig ist?

Und, gerade jetzt auch sehr wichtig: Kämpft um ein bisschen Zeit für euch selbst. Denn über all dem Stress, sämtliche Läden am Laufen zu halten, schweben aktuell noch die Sorgen und Ängste der aktuellen Situation. Über Monate hält das kein Mensch aus.

Übrigens kann ich schlau daher reden, schreibe diesen Text aber fast zur Geisterstunde, während meine Familie schläft. Ich gelobe Besserung. Macht ihr mit?

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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