Bunt, weiß, schwarz, Material-Mix & Co. – wie wäscht man eigentlich was?

Erst gestern stand ich grübelnd vor meiner Waschmaschine. In der Hand hielt ich das neue Ringelshirt meines Sohnes. Dunkelblau-weiß-gestreift, der Klassiker. Und ich fragte mich, wie ich das gute Stück eigentlich waschen soll: mit der bunten, der weißen oder der dunklen Wäsche? Ich erinnere mich nämlich noch gut an einen dunkelgrünen Pulli mit ehemals weißem Kragen, der total verfärbt aus der Trommel kam. Waschunfälle kennt jede Mama. Bei uns übrigens auch der Papa, der neulich erst einen Wollpulli unseres großen Sohnes „verzaubert“ hat: Der passt jetzt nämlich wie angegossen – dem kleinen Bruder. Natürlich hilft es immer, vor dem Waschen einen Blick auf das Etikett zu werfen. Heißt ja nicht umsonst „Waschzettel“. Wir haben hier einen Überblick für dich über Farb- und Materialtrennung inklusive Wasch- und Trockentipps.

Vorbereitung ist alles: sortieren und notfalls vorbehandeln

Es gibt sehr ordentliche Menschen, die ihre schmutzige Wäsche bereits in verschiedene Körbe werfen. Ich gehöre nicht dazu. Dafür habe ich dann unmittelbar vorm Befüllen der Maschine mehr Arbeit. Dann sortiere ich nach hell/weiß, bunt und dunkel. Allerdings habe ich gerade gelesen, dass man auch die bunten Teile ruhig noch einmal trennen sollte. Denn gerade intensive Farben wie Blau, Grün und Rot sorgen gerne mal für einen ungeplanten Batik-Look. Grund dafür ist, dass Textilhersteller Farben unterschiedlich stark fixieren. Nicht richtig fixiert, können sie sich beim Waschen ablösen. Daher wandert bei mir immer ein Farbfangtuch mit in die Trommel.

Ganz wichtig: Hartnäckige Flecken müssen unbedingt vorbehandelt werden, noch bevor sie in die Trommel wandern. Sonst setzen sie sich nämlich so richtig schön im Gewebe fest. Wer keine Lust auf Experimente mit Hausmittelchen hat, dem kann ich die Fleckenteufel von Dr. Beckmann wärmstens empfehlen. Der „Fleckendetektiv“ auf dr-beckmann.de sagt dir, welcher Teufel genau zu deinem Problemfleck passt.

Und noch mehr Häufchen – kleine Materialkunde

Beim Waschen geht es immer auch um das Material. Naturfasern brauchen eine andere Pflege als Mischgewebe oder Kunstfasern. Und feine Stoffe müssen vorsichtiger behandelt werden als pflegeleichte. Das ist nicht nur entscheidend für die Wahl von Programm und Temperatur, sondern auch für die des Waschmittels. Na gut, dann gibt es also noch mal kleine Häufchen, brav getrennt nach Baumwolle, Material-Mix, Feinwäsche wie Wolle oder Seide und Outdoor-Kleidung. Wobei du Baumwolle und Material-Mix auch kombinieren kannst, dann gilt allerdings die Waschanleitung des Material-Mix.

Jedes Material braucht eine andere Pflege – so behältst du den Überblick.

Jedes Material braucht eine andere Pflege – so behältst du den Überblick. Grafik: Echte Mamas

Baumwolle

Das Naturmaterial wird nicht nur für Kleidung, sondern häufig auch für Handtücher, Geschirrtücher, Bettwäsche und Unterwäsche benutzt. Dreht es sich um weiße, eher unempfindliche Textilien, dann könnt ihr ein Vollwaschmittel benutzen. Warum man das nicht für Farbiges nehmen darf? In festen Vollwaschmitteln – also Pulver, Tabs und Perlen – sind Bleichmittel und andere optische Aufheller enthalten. Und die werden ab höheren Temperaturen aktiv. Apropos – spricht eure Mama auch noch von Kochwäsche? Das Waschen bei 95 Grad ist bei den modernen Waschprogrammen und -mitteln meist gar nicht mehr nötig, um für die nötige Sauberkeit zu sorgen. 60 Grad reichen völlig. Am Ende entscheidet natürlich das Etikett über die richtige Temperatur. Der Hersteller richtet sich dabei übrigens nach dem empfindlichsten Bestandteil. Ein weißes Baumwollhemd müsste also sehr hohe Temperaturen aushalten, aber sobald noch ein Garn verarbeitet ist, dass sich bei Hitze verzieht, verliert das Shirt bei 60 Grad seine Form. Also genau nachsehen! Klassische Baumwollprodukte wie Handtücher, Bett- oder Unterwäsche dürfen in den Trockner. Der macht Teilen, die auch bei 60 Grad gewaschen werden, generell wenig aus.

Noch ein Tipp: Ein regelmäßiger 95 Grad Waschgang ist trotzdem sinnvoll, um die Maschine von Rückständen wie Waschmittel, Fetten und Bakterien zu befreien.

Material-Mix

Und da wären wir bereits bei Stoffen, die man Mischgewebe nennt. Sind ganz schön viele, nicht nur bei bunten Kinderklamotten. Darunter versteht man zum Beispiel einen Mix aus Baumwolle, Wolle oder Leinen mit Chemiefasern wie Viskose, Polyester oder Elasthan. Ganz schön praktisch solche Stoffe, weil sie nicht nur dehnbar, sondern auch formbeständig sind, weniger abfärben und knittern. Bügeln ist ja noch so ein leidiges Thema, oder? Waschen darfst du die Teile bei höchstens 40 Grad. Colorwaschmittel sind bei einem bunten Material-Mix die bessere Wahl – Viskose mag jedoch lieber Feinwaschmittel. Und ist wie viele Kunstfasern nicht für den Trockner geeignet. Schau hier unbedingt genau auf das Etikett! Viele Teile trocknen sowieso schnell auf der Leine. Übrigens: Klassische Jeans bestehen zu 100 Prozent aus Baumwolle, viele Modelle haben jedoch weitere Anteile. Schon mal eine Stretch-Jeans im Trockner gehabt? Keine gute Idee. Die Pflegeanleitung hilft auch hier. Meist wäscht man die Hose bei 30 Grad, gern auf links und ohne Weichspüler! Wenn erlaubt, sollte man die Hose noch leicht feucht aus dem Trockner holen – dann gibt es keine doofen Falten.

Outdoor-Kleidung

Kinderregenjacken oder Fußballtrikot – Funktionskleidung hat jeder im Haus. Und die muss meist eine Menge aushalten. Die richtige Wäsche ist nicht nur wichtig, um Schmutz zu entfernen, sondern auch, damit die modernen Fasern und atmungsaktiven Membranen weiter ihren Dienst tun. Dabei geht es um Materialien wie Gore Tex oder Softshell. Meist kann man Outdoor-Teile bei 30 oder 40 Grad im Schonwaschgang oder mit dem Wollwaschprogramm reinigen. In der Regel haben diese ja ein paar mehr Reiß- oder Klettverschlüsse und Knöpfe – macht euch die Mühe, sie vorher zu schließen, damit der Stoff nicht beschädigt wird. Weichspüler ist auch hier tabu, um die Fasern nicht zu schädigen! Vollwaschmittel sowieso. Spezielle Funktionswaschmittel unterstützen die Langlebigkeit und Funktion der Textilien. Eine Runde im Trockner ist bei manchen Materialien wie Fleece gar nicht nötig. Andere darf man schonend trocknen, das reaktiviert die Imprägnierung.

Wolle & Seide

Weiche oder flauschige Materialien wie Wolle (oder Seide) sollte man mit Feinwaschmittel oder flüssigem Wollwaschmittel waschen. Das ist besonders schonend für Pullis, Schals und Mützen. Zu viel Reibung würde die Fasern zerstören genauso wie zu viel Hitze. Das Ergebnis? Der Pulli kommt verformt, verfilzt oder geschrumpft aus der Maschine. Denk einfach an dein eigenes Haar – das will auch vorsichtig umsorgt werden! Nicht umsonst gibt es ein extra Programm: Wolle solltest du kalt oder lauwarm waschen, allerhöchstens jedoch bei 30 Grad. Kaschmir bitte nur mit kaltem Wasser! Sofern du kein spezielles Wollwaschprogramm hast, lieber von Hand waschen. Und hier noch fünf Tipps für Wolle:

  • Auf links drehen schadet nicht.
  • Häkchen und Knöpfe unbedingt schließen, damit es keine Ziehfäden gibt.
  • Wolle lieber auslüften und nur selten waschen, damit die schützende Lanolinschicht der Faser erhalten bleibt.
  • Um zu viel Reibung zu verhindern die Trommel nur zu einem Viertel befüllen und Schleudern vermeiden.
  • Weichspüler ist tabu!

Das sind ganz schön viele Regeln, und auch beim Trocknen kommen weitere dazu: Als Schleuderersatz lege das gewaschene Wollteil auf ein Handtuch und rolle es ein. Danach liegend trocknen, damit es nicht aus der Form gerät – und keinesfalls auf der Heizung!

Ringelshirt: Der Handwaschtest entscheidet, ob es in die Bunt- oder Weißwäsche kommt.

Ringelshirt: Die Farbe entscheidet, in welche Wäsche es kommt. Foto: Bigstock

Und was ist jetzt mit dem Ringelshirt?!

Gehört das Kleidungsstück jetzt in die Weiß- oder in die Buntwäsche? Unser Tipp: Bei zwei- oder mehrfarbigen Textilien kannst du auf Nummer sicher gehen, indem du nicht nur vor dem ersten Waschen, sondern immer ein oder zwei Farbfangtücher aus dem Drogerie-Markt mit in die Trommel gibst. Das bindet ganz fix die austretenden Farbpigmente. So kannst du auch bei unterschiedlichen Farben in einer Wäsche sicherstellen, dass es keine Verfärbungen gibt und sparst dir vielleicht sogar einen Waschgang!

Bleibt noch die Frage: Wie oft muss ich eigentlich ein Kleidungsstück waschen? Bei Kindern und Erwachsenen gilt: Je mehr Hautkontakt ein Kleidungsstück hat, desto öfter ist es fällig. Übertreiben sollte man es dennoch nicht. Das ist nicht gut fürs Kleidungsstück, die Umwelt – und für unsere Stimmung auch nicht.

Alma Ettwig

Ich bin Mutter zweier Söhne (2010 und 2015 geboren) – und oft ist es nicht so einfach, Job und Familie unter einen Hut zu bekommen. Wie gut, dass ich das, was ich tue, so sehr liebe! Schreiben ist immer auch Ausgleich für mich. Für Abwechslung sorgt außerdem unser Labradoodle Kalle, der uns freudig zu Ausflügen an Alster, Elbe und Ostsee begleitet. Der vierte Mann im ohnehin ziemlich lebendigen Haus. Aber ich find’s herrlich!

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