„Wir sollten unsere Söhne so erziehen, dass sie nicht zu Tätern werden.“

Viele Eltern machen sich Gedanken darüber, wie sie ihre Töchter vor sexuellen Übergriffen schützen können – und traurigerweise haben sie Grund dazu. Diskriminierung, sexueller Missbrauch und Belästigungen betreffen mehrheitlich Frauen. Das zeigen auch Erfahrungen, die Mütter aus unserer Community machen mussten.

Viele schrieben uns, dass sie auf dem Heimweg sexuelle Übergriffe erlebten, ihnen nachgestellt wurde oder sie sogar körperliche Gewalt erfahren haben. Deswegen ergibt es Sinn, dass wir schon kleine Mädchen darin schulen, sich vor Gewalt durch übergriffige Männer zu schützen und sich zu wehren. 

Doch Mama Katie Bingham-Smith auf scarymommy.com geht noch einen Schritt weiter.

Sie fordert, dass Eltern nicht nur Töchter davor schützen sollten, Opfer zu werden, sondern auch Söhnen beibringen müssen, Grenzen von Frauen zu respektieren, damit sie nicht zu Tätern werden.

Sie selbst habe als Jugendliche erlebt, wie ein Junge, dem sie vertraute, plötzlich übergriffig wurde. Für sein Verhalten habe es damals keinerlei Warnhinweise gegeben. Er kam aus einem stabilen Elternhaus und die beiden waren schon jahrelang befreundet.

Alle Ratschläge und Tipps ihrer Eltern, wie sie sich als Frau zu schützen habe, seien letztendlich sinnlos gewesen.

„Ich werde nie aufhören, mich für den Schutz von Frauen und Mädchen einzusetzen und auch mit meiner eigenen Tochter immer wieder besprechen, wie sie sich schützen kann. Aber in diesem Puzzle fehlt ein riesiges Teil: Wir müssen unseren Töchtern nicht nur beibringen, wie sie bedrohliche Situationen erkennen und meistern, sondern auch unsere Söhne so erziehen, dass sie nicht zu Tätern werden.”

Dafür sei zum Beispiel wichtig, dass Eltern mit ihren Söhnen besprechen, wie diese mit einem ‚Nein‘ umgehen sollten oder was sie tun können, wenn sie wütend werden. Mama Katie findet: „Unsere Töchter sollten nicht ausbaden müssen, was wir bei den Jungs verpassen.

Sie hat selbst zwei Söhne und der größere der beiden ist inzwischen 18.

Seitdem er elf Jahre alt ist, spricht Katie mit ihm darüber, wie man die Grenzen von anderen Menschen respektiert. „Er weiß, dass man um Erlaubnis bittet, bevor man jemanden küsst und das ein ‚Nein‘ auch ‚nein‘ heißt. Wenn ein Mädchen betrunken oder ohnmächtig ist, ist dies kein Freifahrtschein für ihn, sondern ein automatisches ‚Nein‘ – selbst wenn sie zuvor ja gesagt hat.”

Außerdem erklärt Katie, wie wichtig es ist, Männern beizubringen, ihre Gefühle zu äußern und angemessen zu zeigen, um zu verhindern, dass sie irgendwann zum Täter werden. „Mein Sohn weiß, wie wichtig es ist, sich Hilfe oder eine Therapie zu suchen, wenn er das Gefühl hat, seine Wut nicht kontrollieren zu können.

„Die Freundin meines Sohnes weiß, dass ich hinter ihr stehe.”

Der 18-Jährige hat inzwischen seine erste Beziehung, für Katie ein Anlass erneut das Gespräch mit ihrem Sohn zu suchen: „Ich sage ihm, dass ich stolz darauf bin, wie er seine Freundin behandelt, obwohl er es hasst, über seine Beziehung zu sprechen. Ich bin so weit gegangen, seine Freundin zu fragen, wie er sie behandelt, und sie weiß, dass ich hinter ihr stehe.”
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Hast du mit deinem Sohn über Gewalt an Frauen gesprochen?x

Denn obwohl sie sich nicht in ihren schlimmsten Alpträumen vorstellen kann, dass ihr Sohn einem anderen Menschen etwas antut, möchte sie nicht den gleichen Fehler machen, wie viele Eltern zuvor. „Vielleicht denkst du, dass dein Sohn zu solchen Dingen nicht fähig ist, also sprichst du nie mit ihm darüber. Aber niemand sollte die Gelegenheit verstreichen lassen, sich die Statistiken zur Gewalt gegen Frauen anzuschauen, und zu lernen, wie man eine Frau nicht behandelt.”

„Wir haben hier eine große Aufgabe für unsere zukünftigen Generationen zu erledigen.”

Katie weiß, dass noch eine Menge Arbeit zu tun ist: „Und ja, dazu gehört es, unsere Töchter zu warnen und zu erziehen. Aber um Himmels willen, hört auf, es Mädchen und Frauen zu überlassen, das schreckliche Verhalten von Männern zu korrigieren.” Es sei nur die halbe Miete, Mädchen beizubringen, sich vor Männern zu schützen. Die andere Hälfte der Arbeit liege zwischen Eltern und ihren Söhnen.

Was denkst du darüber?

Findest du Katies Ansichten nachvollziehbar? Diskutiere gerne mit – in den Kommentaren!

Lena Krause
Ich lebe mit meinem kleinen Hund Lasse in Hamburg und übe mich als Patentante (des süßesten kleinen Mädchens der Welt, versteht sich). Meine Freundinnen machen mir nämlich fleißig vor, wie das mit dem Mamasein funktioniert. Schon als Kind habe ich das Schreiben geliebt – und bei Echte Mamas darf ich mich dabei auch noch mit so einem schönen Thema befassen. Das passt einfach! Bevor ich bei Echte Mamas gelandet bin, habe ich Literatur und Medienwissenschaften studiert und nebenbei in einer Agentur als Texterin gearbeitet. Danach habe ich im Lokaljournalismus angefangen und sogar mit meinem Team den „Vor-Ort-NRW-Preis” gewonnen. Die große Nähe zu Menschen und Lebensrealitäten habe ich dort lieben gelernt und das lasse ich jetzt in unsere Echten Geschichten einfließen. Die sind mir nämlich eine Herzensangelegenheit, genauso wie die Themen Vereinbarkeit, Female Empowerment und Psychologie.

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ArmeSöhne
ArmeSöhne
1 Jahr zuvor

Und was ist mit Respektlosigkeit von Mädchen/Frauen gegenüberJungs/Männer, ausserdem ist Gewalt nur gegen ein Geschlecht schlimm, das Alles ist keine Einbahnstraße ausserdem solange Söhne Kiebevoll aufwachsen ohne Mütter die Vorurteile haben alles Männliche sei böse und ihnen dann keine Liebe geben und die Söhne wie Dreck behandeln werden sie auch zu Monster.

Arme Söhne
Arme Söhne
1 Jahr zuvor

Tja vorher mal aufhören Söhne zu züchtigen und zu Schlagen denn das werden Söhne weiter häufiger, doch in dem ihnen nur eintrichtert nur Mädchen sind Schützenswert und sie nicht, wer Söhne liebe voll umgeht braucht ihnen keine Ideologie verkaufen das alles Männliche böse und alles Weibliche heilig denn bei Physischer Gewalt sind Söhne viel häufiger Opfer dann soll man Töchter so aufziehen das man Söhne genauso nicht zu schlagen hat